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Rösler überrascht mit Schiri-Lob
#1
In der ersten Halbzeit in Dresden kassierte Bochum sieben Gelbe Karten - auch der Coach. Rösler lobt Schiri Osmers und die Spieler. Die Gründe. 

Nach 70 Sekunden war die Messlatte gelegt. Enis Cokaj grätschte nach arg kurz geratenem Pass von Karol Mets in Ball und Gegner, Schiedsrichter Harm Osmers zückte die Gelbe Karte. Eine Riesenhypothek für den Sechser, den aggressiven Abräumer des VfL im Mittelfeld, der 20 Minuten später wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel ausgewechselt wurde und womöglich beim Heimspiel gegen Fürth fehlen wird. 

Bei Cokajs Gelber Karte blieb es nicht beim 2:1-Sieg des VfL Bochum in Dresden am Samstagabend: Auch Matchwinner Koji Miyoshi, Gerrit Holtmann, Tom Meyer, Oliver Olsen und Maximilian Wittek wurden noch vor der Pause verwarnt, bei Dresden gesellte sich Alexander Rossipal hinzu. Für sich genommen: Alles wohl vertretbare Entscheidungen nach zu spät angesetzten Grätschen oder taktischen Fouls. 

Rösler kritisiert Gelbe Karten, lobt aber Schiedsrichter für Persönlichkeit
Die Verteilung gefiel VfL-Trainer Uwe Rösler nicht, weshalb auch der Coach die Gelbe Karte sah. Nach einem Foul an Christian Rasmussen blieb die Verwarnung aus. Rösler monierte dies, indem er sich mit den Händen vor dem Gesicht abwendete - Osmers verwarnte auch den Trainer mit Gelb.

Ob alle Karten berechtigt waren, sei diskutabel, sagte der 57-Jährige. „Die erste Gelbe Karte war das Problem. Der Schiedsrichter hat den Ton gesetzt, da kam er nicht mehr so richtig raus, es war ein bisschen zu einseitig“, meinte Rösler im Gespräch mit dieser Redaktion - und überraschte mit einem dicken Lob. Denn er ging in der Pause auf den 41-jährigen, erfahrenen Unparteiischen zu. „Ich will nicht negativ über den Schiedsrichter sprechen, sondern das Positive herausheben“, sagte Rösler: „Wie er mich nach der ersten Halbzeit an sich herangelassen hat, wie wir diskutiert haben, wie wir nach der Halbzeit uns die Hände geschüttelt haben, wie er sich als richtige Persönlichkeit auf dem Platz gezeigt hat“. 

Rösler dankt dem Schiedsrichter
Rösler und Osmers tauschten sich offenbar auf Augenhöhe aus - mitunter haben Trainer wie Rösler ja das Gefühl, manche Schiedsrichter schwebten über den Dingen. „Er hat meine Meinung akzeptiert, ich habe seine Meinung akzeptiert, wir haben die Hände geschüttelt und dann haben beide Seiten das Spiel in der zweiten Halbzeit sehr professionell über die Bühne gebracht. Dafür danke ich dem Schiedsrichter“, sagte Rösler.

Im zweiten Durchgang sah nur noch VfL-Zugang Jarne Steuckers - wiederum zu Recht - die Gelbe Karte. Dass es nur noch eine Verwarnung gab, lag aber nicht an der Milde von Harm Osmers, sondern an den Spielern. Gerade die Verwarnten, so der klare Tenor in der VfL-Pausen-Kabine, sollten im Zweifel nicht mehr „tief gehen“, am Boden grätschen. Zudem nahm Rösler Oliver Olsen vom Feld, weil er nach gutem Beginn gegen den schnellen, starken Dribbler und 1:2-Torschützen Ben Bobzien „etwas müde wurde“, so Rösler - und daher besonders gefährdet war, vom Platz zu fliegen. Für Olsen übernahm Neuzugang Sean Klaiber, der Neuzugang löste seine Aufgabe bei seinem VfL-Debüt ordentlich. 

Spieler des VfL Bochum vermeiden riskante Grätsche
Wittek, Miyoshi und Co. beherrschten sich, ohne vom Gaspedal zu gehen. Das imponierte Rösler. Trotz der Gelb-Rot-Gefahr „haben die Spieler die Linie nicht verloren, haben dagegengehalten und sind auf dem Platz geblieben.“ Vor allem Wittek stellte er heraus, der es mit dem eingewechselten, pfeilschnellen Dynamo-Zugang Kennedy Okpala zu tun bekam. „.Wie Maxi das meist gemeistert hat gegen diese Topspeed, Hut ab.“

Auch Wittek meinte, dass die meisten Gelben Karten in die Kategorie „Kann man geben“ gefallen seien. „Wir haben es mit unserer Erfahrung hinbekommen, dass keiner vom Platz geflogen ist“, so der Außenverteidiger. Wittek war „erleichtert“ nach dem Erfolg. „Das war Teamspirit. Das ist der Weg, der uns weiterbringt“, meinte der Routinier. Nach zwei Auswärtssiegen, aber auch zwei 0:1-Heimniederlagen soll gegen Fürth am kommenden Samstag (13 Uhr) nun die Ruhrstadion-Wende her. „Jetzt müssen wir das, was wir heute speziell in den ersten 20, 25 Minuten gezeigt haben, weiter forcieren, und mit dem Ball noch besser werden. Dann bin ich sehr positiv gestimmt, dass wir nächste Woche unser Heimspiel gewinnen.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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