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Darum entschied sich Rakneberg für den VfL
#1
Mikkel Rakneberg entscheidet sich trotz anderer Angebote für den VfL Bochum. Was ihn überzeugt hat und welche Ziele er verfolgt. 

Immerhin: In die Bredouille kommt Mikkel Rakneberg erst gar nicht in den kommenden zwei Wochen. Während viele seiner Landsleute und Landsfrauen ab dem Wochenende wohl gebannt nach Mailand und Cortina d’Ampezzo schauen, wo die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden, wird sich der Norweger uneingeschränkt auf den VfL Bochum konzentrieren. Wintersport, das sei nicht so seins, sagte der 23-Jährige. Und ohnehin gewinnen die Norweger ja gerade in den nordischen Disziplinen fast immer. Das sei auch irgendwann langweilig. 

Vielleicht hat er sich insgeheim deshalb dem VfL Bochum angeschlossen. Denn eines ist an der Castroper Straße garantiert: Langweilig herrscht selten. Die Gründe für seinen ablösefreien Winterwechsel von Kristiansund aber sind natürlich andere. „Wir waren zum Spiel gegen den VfB Stuttgart (im DFB-Pokal, Anm. d. Redaktion) hier in Bochum und haben die Atmosphäre erlebt. Das war eine coole Erfahrung. Ich habe mich zudem gewollt gefühlt.“ Die Verantwortlichen hätten ihm aufgezeigt, „dass sie an mich glauben, ich mich hier entwickeln kann und ein besserer Spieler werde. Das habe ich hier mehr gespürt als woanders. Dazu passt der Stil des Trainers gut zu mir. Das war mir sehr wichtig. Das gesamte Paket in Bochum ist perfekt. Und für solche leidenschaftlichen Fans zu spielen, ist fantastisch“, sagte er. 

Rakneberg soll Wittek herausfordern
Andere Angebote habe er zwar auch auf dem Tisch gehabt, schlussendlich kam aber nur der Wechsel nach Bochum infrage. Daran haben sowohl Trainer Uwe Rösler, als auch Markus Brunnschneider, Direktor Scouting, Recruitment & Data, offenbar einen großen Anteil. „Mich hat die Art und Weise überzeugt, wie die Verantwortlichen und der Trainer über mich gesprochen haben. Sie haben nicht nur einen Videoclip von mir gesehen, sie haben richtig über meine Spielweise recherchiert“, sagte Rakneberg. „Sie haben gesagt, dass sie meinen Spielstil mögen, mir aber auch klar aufgezeigt, wo ich mich noch entwickeln kann. Ich habe registriert, was sie hier mit mir vorhaben.“

Über kurz oder lang soll er Maximilian Wittek auf der Linksverteidiger-Position richtig herausfordern. Zwar hatte der Bayer erst kürzlich seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert, zwingend hinten anstellen will sich Rakneberg allerdings nicht. „Jeder will spielen, dennoch ist der Konkurrenzkampf mit Maximilian Wittek sehr gut für uns beide“, sagte er. Aktuell könne er viel von seinem Konkurrenten lernen und diesen auch zu noch besseren Leistungen pushen. Aber: „Natürlich will ich auch spielen und nicht auf der Bank sitzen. Dafür gebe ich in jedem Training alles. Wenn ich nicht spiele, werde ich eben noch härter an mir arbeiten.“ 

Das denkt Rösler über Rakneberg
Das mache er bereits jetzt, sagte sein Trainer. „Er macht sehr gut mit im Training, ist sehr motiviert. Er hört sehr gut zu. Mikkel hat sich gut integriert, die Mannschaft mag ihn auch und sieht, dass er ihr helfen kann“, so Rösler. Etwas Eingewöhnungszeit bräuchte der Norweger, dessen Freundin bald ebenfalls nach Bochum ziehen wird, allerdings noch. Das wisse er aber selbst, meinte Rakneberg. Dafür wolle er auch schnell Deutsch lernen, obwohl er ein wenig bereits kann, „weil ich es vor langer Zeit in der Schule gelernt habe. Ich verstehe aber mehr, als ich sprechen kann.“ 

Zum anderen müsse er sich sportlich an das andere Niveau gewöhnen. „Ich bin davon ausgegangen, dass das Level und das Niveau in Bochum beziehungsweise in Deutschland höher sind als in Norwegen. Und so ist es auch. Alles ist etwas schneller. Ich muss schneller denken, schneller reagieren und die Zweikämpfe sind auch etwas intensiver. Aber der Körper gewöhnt sich gut daran.“ 

Daran will Rakneberg noch arbeiten
Raknebergs Entwicklung ging in den vergangenen Jahren stetig voran. In Kristiansund hatte er einen Stammplatz sicher und wurde in der norwegischen Liga schnell zu einem der besten Außenverteidiger. Nun will er den nächsten Schritt in der Zweiten Bundesliga gehen und sieht bei sich selbst noch eine Menge Potenzial, das sie auch in Bochum erkannt haben. „Sie haben mir gezeigt, dass ich mich in der Boxverteidigung verbessern kann. Ich habe die physischen Voraussetzungen und die will ich einbringen. Daran arbeiten wir. Genauso wie am Verteidigen, den Flanken, dem Dribbling – einfach an allem“, sagte Rakneberg selbst.

Seine ersten Einsatzminuten in Deutschland hat er inzwischen gesammelt. Im Auswärtsspiel bei der SV Elversberg (1:1) stand er gut 20 Minuten auf dem Feld, gegen Schalke 04 (2:0) waren es gut zehn. Vor allem der Derbysieg wird ihm wohl noch lange in Erinnerung bleiben, zumal es sein erster Einsatz vor Bochumer Publikum war. „Es war unglaublich gegen Schalke. Die Atmosphäre war verrückt“, sagte er. Dabei hätte sein Einsatz fast unter einem schlechten Stern gestanden. „Als Erhan Masovic und ich zur Einwechslung bereitstanden, treffen die auf einmal und ich dachte: Oh Gott.“ Aber der Anschlusstreffer zählte zum Glück für den VfL nicht. „Die Feier nach dem Spiel war fantastisch. Das will ich gern in jedem Spiel erleben“, so Rakneberg. 

Die nächste Chance gibt es für ihn möglicherweise bereits am Freitagabend im Auswärtsspiel bei Preußen Münster (18.30 Uhr, Sky). Dann soll der Derbysieg aus Bochumer Sicht mit dem nächsten Erfolg veredelt werden. Das Rezept dafür? Hat Rakneberg bereits verinnerlicht. „Ich erwarte, dass wir jedes Spiel so angehen, wie gegen Schalke. Wir müssen jedes Mal mit 100 Prozent aus der Kabine kommen, um den Gegner vom Start weg unter Druck zu setzen. Der Trainer hatte gegen Schalke gesagt, dass wir mit voller Power rausgehen sollen. Das ist der Schlüssel in jedem Spiel. Wir wollen mit und ohne Ball dominieren“, sagte er. „Dazu will ich beitragen, wenn ich spiele.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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