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Uwe Rösler exklusiv
#1
Einen Tag nach dem 0:1 gegen Bielefeld äußert sich Uwe Rösler über die Heimpleiten, Ziele, warum er noch keinen neuen Vertrag hat – und sein Bart ab ist. 

Der Bart ist ab. Am Morgen nach dem 0:1 gegen Arminia Bielefeld machte der Trainer des VfL Bochum einen Cut. „Meine Mutter hat sich gemeldet: ‚Du siehst alt aus‘,“ verriet Uwe Rösler im Interview bei „VfL Inside, dem Stadtwerke-Bochum-Talk von WAZ und Radio Bochum“. Er schmunzelte kurz: „Ein guter Junge, der macht seine Mutter glücklich.“ 

Weniger glücklich gemacht hatte der VfL die teils wütenden, überwiegend tief frustrierten Fans des VfL Bochum rund 24 Stunden zuvor. Das 0:1 nagte auch noch an Rösler selbst. Es machte Spieler wie Timo Horn ratlos und Fans teils fassungslos. „Das war berechtigter Ärger. Wir haben uns selber in den Fuß geschossen“, erklärte Rösler, nachdem er seinen Puls am Abend zuvor runtergefahren hatte – als TV-Fan des Spiels Manchester City gegen den FC Liverpool. Bei City wurde er als Stürmer verehrt, jetzt trifft sein Team das Tor fast nie. „Wir haben die Partie total unter Kontrolle gehabt. Wir haben uns aber schwergetan, diesen Riegel auszuspielen, wir haben wenige Torchancen gehabt“, sagte der 57-Jährige. 

Torkrise beim VfL Bochum – speziell zu Hause
Es war die dritte Heimpleite im vierten Spiel, es gab erst ein Heimtor und nur fünf insgesamt: Der VfL droht wieder ganz nach unten abzurutschen. Bochum hat rund ein Jahr nach dem Amtsantritt von Rösler, der den Klub in einer noch dramatischeren Lage übernommen und auf Rang neun geführt hatte, nur zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, hat sieben Punkte nach sieben Partien. Wieder Herbstkrise. Oder? „Es ist eine Ergebniskrise – speziell zu Hause“, meinte Rösler. 

„Aber wir sind nicht in Panik. Wir sind nur drei Punkte weg von unserer Zielsetzung“, so der Coach. Nach dem „XXXL-Umbruch“ sei ihm „klar kommuniziert“ worden vom Klub, eine „stabile Saison zu spielen“, besser abzuschneiden als im Vorjahr. Viele Ausfälle – fünf Profis fehlen länger – würden die Lage derzeit zudem deutlich erschweren. 

Rösler stützt den Kader: „Haben eine gute Mannschaft“
21 Abgänge hatte der VfL im Sommer und 18 Zugänge. Man müsse weiter „arbeiten, arbeiten, arbeiten“, dann werde man auch wieder mehr Punkte holen, ist Rösler vom Weg, von seiner neuen Spielphilosophie mit mehr Ballbesitz, auch vom Kader überzeugt. „Ich hatte ein Mitspracherecht, wir haben eine gute Mannschaft.“ Mit vielen erfahrenen Profis und einigen aufstrebenden Talenten wie Tom Meyer. Der 18‑jährige Mittelfeldspieler habe ihn am meisten überrascht. Der VfL sei auch im kommenden Sommer auf Verkäufe angewiesen, betonte Rösler. Der Trainer, dessen Startelf zuletzt allerdings im Schnitt die älteste war in der 2. Liga, ist mit seinem Mix zufrieden: „Nur mit erfahrenen Spielern können junge Spieler wachsen. Es gilt das Leistungsprinzip für alle. Alle Spieler, die im Kader sind, ziehen voll mit. Wir arbeiten gut – aber wir müssen Spiele gewinnen.“ 

Dies gelang bisher erst zweimal – zu selten offenbar, um die Vereinsführung zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen. Im kommenden Sommer läuft der Kontrakt von Rösler aus. Der weitgereiste Spieler und Trainer, der sich als „Europäer“ sieht, fühlt sich wohl in Bochum. „Die Stadt lebt vom Verein. Wenn du die Leidenschaft spürst, dann spürst du eine Verantwortung“, erklärte er. Woran hakt es? „Ich weiß es nicht“, sagte Rösler offen. Bereits im April habe er mit Lizenzfußball-Direktor Simon Zoller gesprochen, es hieß, bei einem guten Saisonende könne man den Vertrag verlängern. Im Sommer habe es im Trainingslager gute Gespräche mit der gesamten Klubführung gegeben. Geschäftsführer Ilja Kaenzig hatte vor zwei Wochen im Gespräch mit dieser Redaktion seine Wertschätzung gegenüber Rösler deutlich gemacht. 

Rösler zum Vertrag: „Ich kenne die Situation in Deutschland ...“
„Ich kenne die Situation in Deutschland, weil es in Düsseldorf ähnlich war. Ich habe bis zum letzten Tag alles gegeben“, sagte Rösler. „Ich würde gerne bleiben wollen. Ich glaube an die Worte und an den Prozess, der im Gang ist.“ Bei Fortuna Düsseldorf arbeitete Rösler rund anderthalb Jahre, nach dem verpassten Aufstieg 2020/21 wurde sein Kontrakt aber nicht verlängert.

Ergebnisse also müssen her. Rösler kennt den Erfolgsdruck aus 40 Jahren Profifußball, die schnell schwankenden Stimmungen auch bei Fans – einige sehen den Vorjahres-Retter Rösler nun als Problem. „Im Fußball sind alles Momentaufnahmen, das weiß ich auch“, so Rösler ehrlich. 

Der Druck steigt also, für Rösler, fürs Team. Auch eine Frage der Mentalität. Auswärts, bei mitspielenden und weniger destruktiven Gegnern, tue sich sein Team derzeit leichter. Rösler blickt optimistisch auf die Partie beim 1. FC Kaiserslautern am Samstag (13 Uhr/Sky). Beim Tabellensechsten, der auf dem Betzenberg noch gar kein Gegentor kassierte und insgesamt erst vier – Ligabestwert. „Jedes Spiel ist 50:50. Wir brauchen acht, neun Spieler, die am obersten Limit spielen, und Einwechselspieler, die am Limit spielen.“ Röslers Tipp: „Wir gewinnen 2:1.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Zitat:„Aber wir sind nicht in Panik. Wir sind nur drei Punkte weg von unserer Zielsetzung“

Das ist ja nicht ganz richtig. 10 Punkte sollten es bis zur Pause sein. AlsoNach Hannover und vor Bielefeld.
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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