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Das große Transfer-Zeugnis
#1
24 Abgänge, 18 Zugänge: Der VfL Bochum hat einen Mega-Umbruch hinter sich. Wie schlagen sich die Neuen? Eine Transferbilanz, Teil eins. 

Kurz vor Transferschluss haben auch Noah Loosli und Matus Bero noch einen neuen Klub gefunden. Loosli, Stammverteidiger der Vorsaison, spielt nun beim rumänischen Vizemeister Cluj. Bero, der Kapitän 2025/26, unterschrieb am Deadline-Day beim ungarischen Erstligisten Ferencvaros. Loosli und Bero sind zwei von 24 Abgängen beim VfL Bochum. Dem stehen 15 externe Zugänge gegenüber. Zudem haben sich die eigenen Talente Tom Meyer, Lasse Isbruch und Alessandro Crimaldi (alle 18) im Profikader fest etabliert und kamen alle bereits zum Einsatz. 

Ein XXL-Umbruch, den die sportliche Führung mit den Direktoren Markus Brunnschneider, Simon Zoller und Jonas Schlevogt bewältigt hat. Nachdem das Trio im Winter seine ersten VfL-Transfers abgewickelt hatte, mussten sie nun eine Mammutaufgabe lösen. Seit Dienstagabend ist das Transferfenster geschlossen. Bis zum Winter kann der VfL nur noch vereinslose Spieler holen, was aber vorerst nicht geplant ist. 

Neue Verteidigung war ein Fokus
Ein Fokus lag von Beginn an auf einer stabilen und spielstärkeren Defensive. Speziell die Innenverteidigung sollte verstärkt werden. Mit Philipp Strompf steht nur noch ein Verteidiger der Vorsaison im Kader. Wie schlagen sich die (externen) Neuen? Eine Transferbilanz, Teil eins: die Defensive. Im zweiten Teil blicken wir auf das (offensive) Mittelfeld und den Angriff. 

Steinwender zeigt sofort Klasse beim VfL Bochum
Michael Steinwender: Der 26-Jährige ist der einzige Neuzugang, für den Bochum eine nennenswerte Ablöse zahlte. Nur Offensivmann Mansour Ouro-Tagba kostete noch ein wenig Geld. Der VfL verpflichtete den Österreicher vom schottischen Erstligisten Heart of Midlothian für eine mittlere sechsstellige Summe. „Steini, ich liebe dich“, rief Uwe Rösler einmal im Trainingslager nach einer gelungenen Aktion des rechten Innenverteidigers. Steinwender zahlt mit Leistung zurück. Bei den Siegen in Braunschweig und in Fürth ragte er heraus, blockte zig Bälle, gewann Zweikämpfe. Steinwender überzeugt mit starkem Stellungsspiel, strahlt Ruhe aus, kommuniziert viel, geht voran. Und er ist in der Lage, mit seinen fußballerischen Qualitäten das Spiel von hinten heraus aufzubauen. Ein klares Upgrade für den VfL, auch wenn Steinwender in der ersten Halbzeit gegen Osnabrück erstmals Schwächen zeigte.

Karol Mets: Mehr als ein halbes Jahr lang suchten die Bochumer nach einem „Keyplayer“ für die Abwehr. Mit dem 33-Jährigen haben sie ihren Abwehrchef gefunden. Mets, der zuletzt für St. Pauli spielte, geht auf dem Platz und in der Kabine voran, hilft mit seiner Erfahrung, Ruhe, Führung und seinem starken linken Fuß. Mit Steinwender bildet er ein sicheres, zugleich deutlich spielstärkeres Abwehrduo als Strompf/Loosli in der Vorsaison. 

Mets stieg später in die Vorbereitung ein beim VfL, kann sich noch steigern. Drei Gegentore in vier Pflichtspielen sind ein gutes Zwischenzeugnis, nach vorn ist Luft nach oben. Wobei der VfL bereits jetzt an Spielkultur in der letzten Reihe dazugewonnen hat. Der Plan: Die Verteidiger sollen noch deutlich höher attackieren, vorwärts denken und agieren, das Spielfeld klein halten. Auch eine Frage des Vertrauens, des Eingespieltseins und der 100-prozentigen Spielfitness. 

Spieler mit Perspektive: Karademir und Sawas drängen auf weitere Einsätze
Yigit Karademir: Der 23-Jährige lernt schnell dazu, agiert selbstbewusst und zeigte in den Testspielen sowie gegen Hertha, dass auf ihn in der Abwehrarbeit Verlass ist. Karademir kam aus der 3. Liga vom VfL Osnabrück, kann sich vor allem fußballerisch noch weiterentwickeln – der Weg stimmt.

Leon Sawas: Er war der Senkrechtstarter der Vorbereitung. Der eigentlich für die U21 geholte Linksverteidiger nutzte seine Chance vom ersten Trainingstag an, überzeugte in Testspielen und verdrängte den später eingestiegenen Darnell Keumo, der nach Mannheim ausgeliehen wurde. Auch Mikkel Rakneberg hat der VfL verliehen. Der 18-jährige Sawas hat sich damit als Back-up für Stammkraft Maximilian Wittek etabliert – das ist deutlich mehr als erwartet. Ein Lohn war sein erster Profieinsatz in Fürth. Auf Augenhöhe mit Wittek ist er allerdings bisher nicht, auch im taktischen Bereich muss er einiges dazulernen. 

Mboms Ausfall schmerzt - Cokaj geht als Abräumer voran
Jean Manuel Mbom: Der 26-Jährige war das Musterbeispiel für einen variabel einsetzbaren Spieler, der im defensiven Mittelfeldzentrum seine Defensiv- und Kopfballstärke ebenso einbringt wie als Rechtsverteidiger. Auf beiden Positionen spielte er gegen den Ball ordentlich, mit Ball zeigte er Schwächen. In Fürth zog sich Mbom eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zu, fällt monatelang aus.

Sean Klaiber: Der 32-Jährige kam am vorletzten Transfertag und füllt die Mbom-Lücke als Rechtsverteidiger. Wie schnell der Routinier in Bochum ankommt und ob er Oliver Olsen verdrängen kann, muss sich noch zeigen. Trainer Uwe Rösler schätzt ihn als „Persönlichkeit“ sehr, aber auch seine Qualitäten auf dem Platz. Zudem kann Klaiber auch auf der linken Bahn verteidigen. 

Enis Cokaj: Der Sechser hatte eine starke Saison beim griechischen Erstligisten Levadiakos hinter sich und knüpfte gleich daran an. Er räumt als Sechser auf, packt Grätschen aus, dirigiert Mitspieler, ist auch verbal ein Anführer. Seine Kernaufgabe, vor der Verteidigung zu verteidigen, erfüllt der albanische Nationalspieler. Im Aufbau hapert es noch, am Ball ist sein Vorgänger Cajetan Lenz stärker. 

Alle Zugänge des VfL Bochum im Überblick
  • Tor: Tino Casali (zuvor Rot-Weiss Essen)
  • Abwehr: Leon Sawas (SC Freiburg U19), Michael Steinwender (Heart of Midlothian), Karol Mets (FC St. Pauli), Yigit Karademir (VfL Osnabrück), Jean Manuel Mbom (Viborg FF), Sean Klaiber (Bröndby IF)
  • Mittelfeld: Enis Cokaj (Panathinaikos Athen), Tom Meyer (eigene U19), Charlie Patino (Deportivo A Coruna/Leihe mit Kaufoption), Lasse Isbruch (eigene U19), Berkan Taz (SC Verl)
  • Angriff: Daniel Hanslik (Kaiserslautern), Christian Rasmussen (Fortuna Düsseldorf), Babis Drakas (BVB U23), Mansour Ouro-Tagba (1. FC Köln), Alessandro Crimaldi (eigene U19/U21), Jarne Steuckers (KRC Genk/Leihe mit Kaufoption), Luis Pick (eigene U19/aktuell Kader U21)

Alle Abgänge des VfL Bochum im überblick
  • Tor: Niclas Thiede (wechselte zu ADO Den Haag)
  • Abwehr: Erhan Masovic (Vojvodina/Serbien), Noah Loosli (U. Cluj/Rumänien), Leandro Morgalla (nach Leihe/RB Salzburg), Romario Rösch (Preußen Münster), Daniel Hülsenbusch (SSV Ulm), Mikkel Rakneberg (Odense BK/Leihe mit Kaufoption), Darnell Keumo (Waldhof Mannheim/Leihe), Kacper Koscierski (Alemannia Aachen/Leihe), Kevin Vogt (Karriereende)
  • Mittelfeld: Cajetan Lenz (TSG Hoffenheim), Matus Bero (Ferencvaros/Ungarn), Marcel Sobottka (vereinslos), Niklas Jahn (Viktoria Köln), Kjell Wätjen (nach Leihe/jetzt FC Midtjylland), Francis Onyeka (nach Leihe, jetzt SV Elversberg)
  • Angriff: Moritz-Broni Kwarteng (Magdeburg), Ibrahim Sissoko (Mugaspor/Türkei), Mathis Clairicia (FC Sochaux), Farid Alfa-Ruprecht (nach Leihe, jetzt Hertha BSC), Callum Marshall (nach Leihe/jetzt Luton Town), Samuel Bamba (CS Maritimo/Portugal), Lirim Jashari (eigene U21), Lennart Koerdt (Westfalia Rhynern)

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
VfL Bochum hat die Offensive im Transfersommer mit vielversprechenden Neuzugängen verstärkt. Nun wächst die Konkurrenz um die Startelf. 

Das mögliche Meisterstück in einem verrückten Transfersommer gelang den Verantwortlichen des VfL Bochum kurz vor dem Ende der Transferperiode. In Jarne Steuckers kam ein technisch versierter Offensivspieler auf Leihbasis an die Castroper Straße, dem viele Experten sogar Bundesliga-Niveau zutrauen. Kann der Belgier nur ansatzweise die Leistungen bringen, die er in seiner bis dato besten Saison 2024/2025 beim KRC Genk aufs Feld zauberte, könnte er einer der besten Spieler der gesamten Liga werden. Wenn. 

Der VfL Bochum verpflichtete in diesem Sommer vor allem für die Offensive einige hochtalentierte Spieler, die allerdings nicht alle zuletzt auf dem allerhöchsten Niveau spielten. Entsprechend besteht auch ein gewisses Risiko. Die Gedanken hinter allen Neuzugängen werden allerdings schnell deutlich: Spielerisch stark, variabel einsetzbar und möglicherweise mit großem Wiederkaufspotenzial. Ein Überblick über die Offensive, nachdem wir im ersten Teil schon auf die Defensive geschaut haben

Berkan Taz: Der Mittelfeldspieler war heiß umworben, nachdem er in den vergangenen beiden Jahren in der Dritten Liga für den SC Verl zahlreiche Scorer auf den Rasen zauberte. Der VfL Bochum überzeugte den gebürtigen Berliner, nachdem sich die Verantwortlichen mehrfach mit ihm getroffen hatten. Er soll mit seinen herausragenden fußballerischen Qualitäten das vom Ballbesitz dominierte Spiel von Trainer Uwe Rösler lenken und offensiv für Akzente sorgen. Bislang allerdings gelingt Taz nicht die Anpassung in der Zweiten Liga. Zu schnell ist der Ball weg, zu wenig gelingt dem klassischen Zehner, obwohl er in der Vorbereitung durchaus seine Mitspieler immer wieder glänzend in Szene setzte. Dass er es draufhat, konnten die VfL-Fans in Braunschweig sehen, als Taz gedankenschnell und punktgenau einen Freistoß ausführte und somit den Siegtreffer einleitete. Zur Wahrheit gehört auch, dass Taz zu wenige Räume und Bälle bekommt, er noch nicht vollends mit Mats Pannewig hinter ihm harmoniert. Es war zu erwarten, dass der 27-Jährige noch Anlaufzeit benötigt. Er dürfte von den Last-minute-Neuzugängen profitieren. 

Daniel Hanslik: Der ehemalige Lauterer kam als sogenannter Charakterspieler, der die Mannschaft mit seiner Art zusammenhalten soll. Ferner haben die Verantwortlichen bei der Verpflichtung gedacht, einen Ersatz für Taz und Stürmer Philipp Hofmann in Personalunion verpflichtet zu haben. Dies kann der 29-Jährige allerdings bisher nicht nachweisen. Nach Informationen dieser Redaktion kommt „Hansi“ in der Mannschaft ausgezeichnet an, und gilt als Kleber zwischen allen Akteuren. Er kommuniziert viel, baut seine Kollegen auf. Doch auf dem Feld tut er sich noch schwer, ist bislang nicht in Schwung gekommen. Gegen Osnabrück kam er erst gar nicht zum Einsatz, Trainer Uwe Rösler soll unzufrieden mit den Leistungen des variablen Offensivmannes gewesen sein. Allerdings: Nach seinen Einwechslungen musste Hanslik vor allem defensive Aufgaben übernehmen, Löcher zulaufen und gegen den Ball arbeiten. Einfluss aufs Offensivspiel hat er bislang nicht nehmen können. 

Christian Rasmussen: Dass das Potenzial des Dänen riesig ist, darin sind sich alle Fußball-Experten einig. Dass er dennoch beim VfL Bochum spielt und nicht bei einem „größeren“ Klub untergekommen ist, hat allerdings Gründe. Die vergangene Saison bei Fortuna Düsseldorf lief für ihn alles andere als optimal. In diesem Sommer kam er erst kurz vor dem Trainingslager zum VfL, musste entsprechend noch an seiner Fitness und vor allem seiner Spielfitness arbeiten. Langsam, aber sicher kommt er in Schwung, stand gegen Greuther Fürth erstmals von Beginn an auf dem Feld, traf direkt. Nach seiner Einwechslung gegen Osnabrück wurde das Offensivspiel zielstrebiger. Ein fitter Rasmussen sollte definitiv den Unterschied in der Zweiten Liga machen können. Fraglich ist nur, ob auch Rösler ihm den Platz in der Elf gibt. Denn auf der von Rasmussen favorisierten rechten Seite setzt der Cheftrainer auf den für ihn weiterhin unersetzbaren Koji Miyoshi. Pluspunkt für Rasmussen: Er kann in der Offensive auf vielen Positionen spielen. 

Babis Drakas: Der Supersprinter kam aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund und stand gegen Eintracht Braunschweig kurz vor seinem ersten Einsatz beim VfL Bochum, nachdem er sich in der Vorbereitung ordentlich präsentiert hatte. Weil andere Wechsel nötig wurden und die Führung verteidigt werden sollte, musste er noch warten. Dann der Schock im Training: Ohne Gegnereinwirkung verletzte sich der 23-Jährige schwer am Knie, fällt mehrere Monate aus. Dabei hätte er durchaus gute Chancen auf Einsatzzeiten gehabt. Anders als viele Spieler im Kader des VfL bringt er nämlich enormes Tempo mit, attackiert die Tiefe und gäbe dem Spiel des VfL ein bislang noch häufig vermisstes Element. Der Ausfall schmerzt den VfL im Saisonverlauf sicherlich. 

Manour Ouro-Tagba: Nach Informationen dieser Redaktion sollen sich einige Klubs gewundert haben, dass der VfL Bochum den Stürmer vom 1. FC Köln für eine sehr geringe Ablöse verpflichten konnte. Der VfL nutzte die sich bietende Chance und holte einen Spieler mit einer beeindruckenden Körperlichkeit. Allerdings: Offenbar entschied in diesem Fall die sportliche Leitung über den Kopf des Trainers hinweg. Gegen Osnabrück kam der 21-Jährige erstmals bei den Profis zum Einsatz, nachdem er sich ohne Trainingseinheiten in der Woche zuvor direkt seinen ersten Assist auf das Konto bei seinem U21-Debüt schreiben konnte. Er soll perspektivisch eine echte Alternative zu Stürmer Hofmann werden, kann aber auch mit Tempo über den Flügel kommen. Offen ist, welche Rolle er in dieser Saison wirklich spielen kann. 

Charlie Patino: Einst galt er als größtes Talent, das je die Akademie des FC Arsenal durchlaufen hat, dann geriet seine Karriere ins Stocken. Für die Chance beim VfL Bochum verzichtete der Brite auf viel Geld, gilt als hochgradig fußballintelligent und soll mit seiner Ballsicherheit und seiner Übersicht das Offensivspiel des VfL verbessern, dabei aber die Entwicklung von Mats Pannewig nicht blockieren. Beide dürften sich um die Spielzeit duellieren. In den ersten Einheiten deutete der 22-jährige Patino bereits an, dass er am Ball exzellente Fähigkeiten besitzt. 

Jarne Steuckers: Kurz vor Schluss mussten die Verantwortlichen des VfL Bochum noch einmal um den Transfer, dem wochenlange Verhandlungen vorausgingen, zittern. Schlussendlich klappte es aber, den „Unterschiedsspieler“, wie ihn Lizenz-Direktor Simon Zoller nannte, zu verpflichten. Fußballerisch bekommt Rösler einen für Zweitliga-Verhältnisse herausragenden Akteur, der dem Trainer viele Möglichkeiten in der Offensive verschafft. Man muss allerdings abwarten, ob er sein Potenzial auf den Platz bringen kann. Die ersten Live-Eindrücke im Training jedenfalls sind positiv. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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