09-02-2026, 11:34 AM
24 Abgänge, 18 Zugänge: Der VfL Bochum hat einen Mega-Umbruch hinter sich. Wie schlagen sich die Neuen? Eine Transferbilanz, Teil eins.
Kurz vor Transferschluss haben auch Noah Loosli und Matus Bero noch einen neuen Klub gefunden. Loosli, Stammverteidiger der Vorsaison, spielt nun beim rumänischen Vizemeister Cluj. Bero, der Kapitän 2025/26, unterschrieb am Deadline-Day beim ungarischen Erstligisten Ferencvaros. Loosli und Bero sind zwei von 24 Abgängen beim VfL Bochum. Dem stehen 15 externe Zugänge gegenüber. Zudem haben sich die eigenen Talente Tom Meyer, Lasse Isbruch und Alessandro Crimaldi (alle 18) im Profikader fest etabliert und kamen alle bereits zum Einsatz.
Ein XXL-Umbruch, den die sportliche Führung mit den Direktoren Markus Brunnschneider, Simon Zoller und Jonas Schlevogt bewältigt hat. Nachdem das Trio im Winter seine ersten VfL-Transfers abgewickelt hatte, mussten sie nun eine Mammutaufgabe lösen. Seit Dienstagabend ist das Transferfenster geschlossen. Bis zum Winter kann der VfL nur noch vereinslose Spieler holen, was aber vorerst nicht geplant ist.
Neue Verteidigung war ein Fokus
Ein Fokus lag von Beginn an auf einer stabilen und spielstärkeren Defensive. Speziell die Innenverteidigung sollte verstärkt werden. Mit Philipp Strompf steht nur noch ein Verteidiger der Vorsaison im Kader. Wie schlagen sich die (externen) Neuen? Eine Transferbilanz, Teil eins: die Defensive. Im zweiten Teil blicken wir auf das (offensive) Mittelfeld und den Angriff.
Steinwender zeigt sofort Klasse beim VfL Bochum
Michael Steinwender: Der 26-Jährige ist der einzige Neuzugang, für den Bochum eine nennenswerte Ablöse zahlte. Nur Offensivmann Mansour Ouro-Tagba kostete noch ein wenig Geld. Der VfL verpflichtete den Österreicher vom schottischen Erstligisten Heart of Midlothian für eine mittlere sechsstellige Summe. „Steini, ich liebe dich“, rief Uwe Rösler einmal im Trainingslager nach einer gelungenen Aktion des rechten Innenverteidigers. Steinwender zahlt mit Leistung zurück. Bei den Siegen in Braunschweig und in Fürth ragte er heraus, blockte zig Bälle, gewann Zweikämpfe. Steinwender überzeugt mit starkem Stellungsspiel, strahlt Ruhe aus, kommuniziert viel, geht voran. Und er ist in der Lage, mit seinen fußballerischen Qualitäten das Spiel von hinten heraus aufzubauen. Ein klares Upgrade für den VfL, auch wenn Steinwender in der ersten Halbzeit gegen Osnabrück erstmals Schwächen zeigte.
Karol Mets: Mehr als ein halbes Jahr lang suchten die Bochumer nach einem „Keyplayer“ für die Abwehr. Mit dem 33-Jährigen haben sie ihren Abwehrchef gefunden. Mets, der zuletzt für St. Pauli spielte, geht auf dem Platz und in der Kabine voran, hilft mit seiner Erfahrung, Ruhe, Führung und seinem starken linken Fuß. Mit Steinwender bildet er ein sicheres, zugleich deutlich spielstärkeres Abwehrduo als Strompf/Loosli in der Vorsaison.
Mets stieg später in die Vorbereitung ein beim VfL, kann sich noch steigern. Drei Gegentore in vier Pflichtspielen sind ein gutes Zwischenzeugnis, nach vorn ist Luft nach oben. Wobei der VfL bereits jetzt an Spielkultur in der letzten Reihe dazugewonnen hat. Der Plan: Die Verteidiger sollen noch deutlich höher attackieren, vorwärts denken und agieren, das Spielfeld klein halten. Auch eine Frage des Vertrauens, des Eingespieltseins und der 100-prozentigen Spielfitness.
Spieler mit Perspektive: Karademir und Sawas drängen auf weitere Einsätze
Yigit Karademir: Der 23-Jährige lernt schnell dazu, agiert selbstbewusst und zeigte in den Testspielen sowie gegen Hertha, dass auf ihn in der Abwehrarbeit Verlass ist. Karademir kam aus der 3. Liga vom VfL Osnabrück, kann sich vor allem fußballerisch noch weiterentwickeln – der Weg stimmt.
Leon Sawas: Er war der Senkrechtstarter der Vorbereitung. Der eigentlich für die U21 geholte Linksverteidiger nutzte seine Chance vom ersten Trainingstag an, überzeugte in Testspielen und verdrängte den später eingestiegenen Darnell Keumo, der nach Mannheim ausgeliehen wurde. Auch Mikkel Rakneberg hat der VfL verliehen. Der 18-jährige Sawas hat sich damit als Back-up für Stammkraft Maximilian Wittek etabliert – das ist deutlich mehr als erwartet. Ein Lohn war sein erster Profieinsatz in Fürth. Auf Augenhöhe mit Wittek ist er allerdings bisher nicht, auch im taktischen Bereich muss er einiges dazulernen.
Mboms Ausfall schmerzt - Cokaj geht als Abräumer voran
Jean Manuel Mbom: Der 26-Jährige war das Musterbeispiel für einen variabel einsetzbaren Spieler, der im defensiven Mittelfeldzentrum seine Defensiv- und Kopfballstärke ebenso einbringt wie als Rechtsverteidiger. Auf beiden Positionen spielte er gegen den Ball ordentlich, mit Ball zeigte er Schwächen. In Fürth zog sich Mbom eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zu, fällt monatelang aus.
Sean Klaiber: Der 32-Jährige kam am vorletzten Transfertag und füllt die Mbom-Lücke als Rechtsverteidiger. Wie schnell der Routinier in Bochum ankommt und ob er Oliver Olsen verdrängen kann, muss sich noch zeigen. Trainer Uwe Rösler schätzt ihn als „Persönlichkeit“ sehr, aber auch seine Qualitäten auf dem Platz. Zudem kann Klaiber auch auf der linken Bahn verteidigen.
Enis Cokaj: Der Sechser hatte eine starke Saison beim griechischen Erstligisten Levadiakos hinter sich und knüpfte gleich daran an. Er räumt als Sechser auf, packt Grätschen aus, dirigiert Mitspieler, ist auch verbal ein Anführer. Seine Kernaufgabe, vor der Verteidigung zu verteidigen, erfüllt der albanische Nationalspieler. Im Aufbau hapert es noch, am Ball ist sein Vorgänger Cajetan Lenz stärker.
Alle Zugänge des VfL Bochum im Überblick
Alle Abgänge des VfL Bochum im überblick
Quelle: WAZ.de
Kurz vor Transferschluss haben auch Noah Loosli und Matus Bero noch einen neuen Klub gefunden. Loosli, Stammverteidiger der Vorsaison, spielt nun beim rumänischen Vizemeister Cluj. Bero, der Kapitän 2025/26, unterschrieb am Deadline-Day beim ungarischen Erstligisten Ferencvaros. Loosli und Bero sind zwei von 24 Abgängen beim VfL Bochum. Dem stehen 15 externe Zugänge gegenüber. Zudem haben sich die eigenen Talente Tom Meyer, Lasse Isbruch und Alessandro Crimaldi (alle 18) im Profikader fest etabliert und kamen alle bereits zum Einsatz.
Ein XXL-Umbruch, den die sportliche Führung mit den Direktoren Markus Brunnschneider, Simon Zoller und Jonas Schlevogt bewältigt hat. Nachdem das Trio im Winter seine ersten VfL-Transfers abgewickelt hatte, mussten sie nun eine Mammutaufgabe lösen. Seit Dienstagabend ist das Transferfenster geschlossen. Bis zum Winter kann der VfL nur noch vereinslose Spieler holen, was aber vorerst nicht geplant ist.
Neue Verteidigung war ein Fokus
Ein Fokus lag von Beginn an auf einer stabilen und spielstärkeren Defensive. Speziell die Innenverteidigung sollte verstärkt werden. Mit Philipp Strompf steht nur noch ein Verteidiger der Vorsaison im Kader. Wie schlagen sich die (externen) Neuen? Eine Transferbilanz, Teil eins: die Defensive. Im zweiten Teil blicken wir auf das (offensive) Mittelfeld und den Angriff.
Steinwender zeigt sofort Klasse beim VfL Bochum
Michael Steinwender: Der 26-Jährige ist der einzige Neuzugang, für den Bochum eine nennenswerte Ablöse zahlte. Nur Offensivmann Mansour Ouro-Tagba kostete noch ein wenig Geld. Der VfL verpflichtete den Österreicher vom schottischen Erstligisten Heart of Midlothian für eine mittlere sechsstellige Summe. „Steini, ich liebe dich“, rief Uwe Rösler einmal im Trainingslager nach einer gelungenen Aktion des rechten Innenverteidigers. Steinwender zahlt mit Leistung zurück. Bei den Siegen in Braunschweig und in Fürth ragte er heraus, blockte zig Bälle, gewann Zweikämpfe. Steinwender überzeugt mit starkem Stellungsspiel, strahlt Ruhe aus, kommuniziert viel, geht voran. Und er ist in der Lage, mit seinen fußballerischen Qualitäten das Spiel von hinten heraus aufzubauen. Ein klares Upgrade für den VfL, auch wenn Steinwender in der ersten Halbzeit gegen Osnabrück erstmals Schwächen zeigte.
Karol Mets: Mehr als ein halbes Jahr lang suchten die Bochumer nach einem „Keyplayer“ für die Abwehr. Mit dem 33-Jährigen haben sie ihren Abwehrchef gefunden. Mets, der zuletzt für St. Pauli spielte, geht auf dem Platz und in der Kabine voran, hilft mit seiner Erfahrung, Ruhe, Führung und seinem starken linken Fuß. Mit Steinwender bildet er ein sicheres, zugleich deutlich spielstärkeres Abwehrduo als Strompf/Loosli in der Vorsaison.
Mets stieg später in die Vorbereitung ein beim VfL, kann sich noch steigern. Drei Gegentore in vier Pflichtspielen sind ein gutes Zwischenzeugnis, nach vorn ist Luft nach oben. Wobei der VfL bereits jetzt an Spielkultur in der letzten Reihe dazugewonnen hat. Der Plan: Die Verteidiger sollen noch deutlich höher attackieren, vorwärts denken und agieren, das Spielfeld klein halten. Auch eine Frage des Vertrauens, des Eingespieltseins und der 100-prozentigen Spielfitness.
Spieler mit Perspektive: Karademir und Sawas drängen auf weitere Einsätze
Yigit Karademir: Der 23-Jährige lernt schnell dazu, agiert selbstbewusst und zeigte in den Testspielen sowie gegen Hertha, dass auf ihn in der Abwehrarbeit Verlass ist. Karademir kam aus der 3. Liga vom VfL Osnabrück, kann sich vor allem fußballerisch noch weiterentwickeln – der Weg stimmt.
Leon Sawas: Er war der Senkrechtstarter der Vorbereitung. Der eigentlich für die U21 geholte Linksverteidiger nutzte seine Chance vom ersten Trainingstag an, überzeugte in Testspielen und verdrängte den später eingestiegenen Darnell Keumo, der nach Mannheim ausgeliehen wurde. Auch Mikkel Rakneberg hat der VfL verliehen. Der 18-jährige Sawas hat sich damit als Back-up für Stammkraft Maximilian Wittek etabliert – das ist deutlich mehr als erwartet. Ein Lohn war sein erster Profieinsatz in Fürth. Auf Augenhöhe mit Wittek ist er allerdings bisher nicht, auch im taktischen Bereich muss er einiges dazulernen.
Mboms Ausfall schmerzt - Cokaj geht als Abräumer voran
Jean Manuel Mbom: Der 26-Jährige war das Musterbeispiel für einen variabel einsetzbaren Spieler, der im defensiven Mittelfeldzentrum seine Defensiv- und Kopfballstärke ebenso einbringt wie als Rechtsverteidiger. Auf beiden Positionen spielte er gegen den Ball ordentlich, mit Ball zeigte er Schwächen. In Fürth zog sich Mbom eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zu, fällt monatelang aus.
Sean Klaiber: Der 32-Jährige kam am vorletzten Transfertag und füllt die Mbom-Lücke als Rechtsverteidiger. Wie schnell der Routinier in Bochum ankommt und ob er Oliver Olsen verdrängen kann, muss sich noch zeigen. Trainer Uwe Rösler schätzt ihn als „Persönlichkeit“ sehr, aber auch seine Qualitäten auf dem Platz. Zudem kann Klaiber auch auf der linken Bahn verteidigen.
Enis Cokaj: Der Sechser hatte eine starke Saison beim griechischen Erstligisten Levadiakos hinter sich und knüpfte gleich daran an. Er räumt als Sechser auf, packt Grätschen aus, dirigiert Mitspieler, ist auch verbal ein Anführer. Seine Kernaufgabe, vor der Verteidigung zu verteidigen, erfüllt der albanische Nationalspieler. Im Aufbau hapert es noch, am Ball ist sein Vorgänger Cajetan Lenz stärker.
Alle Zugänge des VfL Bochum im Überblick
- Tor: Tino Casali (zuvor Rot-Weiss Essen)
- Abwehr: Leon Sawas (SC Freiburg U19), Michael Steinwender (Heart of Midlothian), Karol Mets (FC St. Pauli), Yigit Karademir (VfL Osnabrück), Jean Manuel Mbom (Viborg FF), Sean Klaiber (Bröndby IF)
- Mittelfeld: Enis Cokaj (Panathinaikos Athen), Tom Meyer (eigene U19), Charlie Patino (Deportivo A Coruna/Leihe mit Kaufoption), Lasse Isbruch (eigene U19), Berkan Taz (SC Verl)
- Angriff: Daniel Hanslik (Kaiserslautern), Christian Rasmussen (Fortuna Düsseldorf), Babis Drakas (BVB U23), Mansour Ouro-Tagba (1. FC Köln), Alessandro Crimaldi (eigene U19/U21), Jarne Steuckers (KRC Genk/Leihe mit Kaufoption), Luis Pick (eigene U19/aktuell Kader U21)
Alle Abgänge des VfL Bochum im überblick
- Tor: Niclas Thiede (wechselte zu ADO Den Haag)
- Abwehr: Erhan Masovic (Vojvodina/Serbien), Noah Loosli (U. Cluj/Rumänien), Leandro Morgalla (nach Leihe/RB Salzburg), Romario Rösch (Preußen Münster), Daniel Hülsenbusch (SSV Ulm), Mikkel Rakneberg (Odense BK/Leihe mit Kaufoption), Darnell Keumo (Waldhof Mannheim/Leihe), Kacper Koscierski (Alemannia Aachen/Leihe), Kevin Vogt (Karriereende)
- Mittelfeld: Cajetan Lenz (TSG Hoffenheim), Matus Bero (Ferencvaros/Ungarn), Marcel Sobottka (vereinslos), Niklas Jahn (Viktoria Köln), Kjell Wätjen (nach Leihe/jetzt FC Midtjylland), Francis Onyeka (nach Leihe, jetzt SV Elversberg)
- Angriff: Moritz-Broni Kwarteng (Magdeburg), Ibrahim Sissoko (Mugaspor/Türkei), Mathis Clairicia (FC Sochaux), Farid Alfa-Ruprecht (nach Leihe, jetzt Hertha BSC), Callum Marshall (nach Leihe/jetzt Luton Town), Samuel Bamba (CS Maritimo/Portugal), Lirim Jashari (eigene U21), Lennart Koerdt (Westfalia Rhynern)
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."