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Was der VfL Bochum beim Kader noch plant
#1
In der ersten DFB-Pokalrunde steht für den VfL Bochum auch viel Geld auf dem Spiel. Bisher kamen fast alle Zugänge ablösefrei. Das hat Gründe. 

Der Transfersommer biegt auf die Zielgerade, die Bundesligisten steigen am Wochenende im DFB-Pokal in die Saison ein, ausländische Topligen nehmen Fahrt auf. Es kommt nochmal ordentlich Bewegung in den Markt, ehe am 1. September das Transferfenster schließt. Auch Zweitligist VfL Bochum will nach bereits 30 Transferbewegungen – 19 Ab- und elf Zugängen – noch nachlegen. 

Uwe Rösler hat seine Wünsche längst erklärt. Im zentralen Mittelfeld (Achter) und auf dem linken offensiven Flügel hofft er auf Verstärkung, auf „Qualitätsspieler“. Nach Informationen dieser Redaktion will der Klub in jedem Fall noch einen zentralen Mittelfeldmann holen – und zwar unabhängig vom ja auch finanziell wichtigen Pokalspiel am Sonntag in Fürth (13 Uhr/Sky). Aktuell gibt es nach unseren Informationen mehrere Kandidaten, mit denen der VfL in aussichtsreichen Gesprächen ist. 

Pokalgeld für die 2. Runde ist nicht eingeplant
Klar ist: Ein Sieg im Pokal würde zusätzliche Mittel bescheren. Gut 423.000 Euro zahlt der DFB für das Erreichen der zweiten Runde, hinzu kommen Zuschauereinnahmen und Sponsorengelder. Geld, das der VfL nicht eingeplant hat und den Handlungsspielraum insgesamt erhöhen würde. Denn trotz eines hohen Transfergewinns sind große Sprünge nicht drin.

Rund zehn Millionen Euro plus erfolgsabhängiger Boni erhält Bochum für den Wechsel von Cajetan Lenz zur TSG Hoffenheim. Die weiteren Transfererlöse für Moritz-Broni Kwarteng (FC Magdeburg) und Niklas Thiede (Den Haag) bewegen sich in Summe nur im mittleren sechsstelligen Bereich. Zudem kassiert Bochum über den Fifa-Solidaritätsbeitrag und einer Transferbeteiligung für die Wechsel der Ex-Bochumer Tjark Ernst (Hertha/Rotterdam, mindestens 650.000 Euro) und Armel Bella Kotchap (Hellas Verona/FC Venezia, ca. 250.000 Euro). 

Erhebliche Einnahmeverluste beim VfL Bochum
Einnahmen, die der VfL für den Kaderumbau dringend benötigte, um nach bisher 19 Abgängen eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen zu können. Denn nach einer verlustreichen Vorsaison (minus rund 4,5 Millionen Euro nach Plan) muss der Klub im Vergleich zur vergangenen Spielzeit erhebliche Einbußen auffangen.

Beim TV-Geld plant man mit rund fünf Millionen Euro weniger (ca. 19 Millionen Euro). Zudem ist absehbar, dass der Klub in der Nachwuchssäule nicht annähernd so gut abschneidet wie 2025/26, als der Einsatz zahlreicher, überwiegend geliehener Jungprofis zusätzlich eine siebenstellige Summe bescherte. 

Noch kein neuer Namensgeber fürs Ruhrstadion
Dabei hat der VfL immer auch die Folgesaison im Blick. 2027/28 werden die TV-Geld-Erlöse weiter sinken, wenn Bochum in der 2. Liga bleibt. Durch den Stadionumbau mit geringerer Zuschauerkapazität ab dem vierten Heimspiel bis zum Sommer 2029, also in der dreijährigen Bauzeit, sinken die Erlöse im Ticketing, Catering und Sponsoring, auch hier geht es um einen siebenstelligen Betrag - pro Saison.

Zudem zahlte Vonovia, als Haupt- und Trikotsponsor weiter an Bord, nach unseren Informationen einen hohen sechsstelligen Betrag für den Stadionnamen. Ein Nachfolger ist bisher nicht in Sicht. Auch das hohe Gehalt von Ibrahim Sissoko schmerzt Bochum finanziell. Der Stürmer, der sportlich keine Rolle mehr spielt, hat noch keinen neuen Klub gefunden, steht beim VfL noch bis zum Sommer 2027 unter Vertrag. 

Nur zwei neue Spieler des VfL Bochum kosteten Ablöse
Um zum Beispiel mehr Spielraum bei Gehaltsverhandlungen zu haben, setzte der VfL – wie immer in den letzten Jahren – überwiegend auf ablösefreie Spieler. Einen mittleren sechsstelligen Betrag zahlte Bochum nur für Michael Steinwender, zudem kostete Sturmtalent Mansour Ouro-Tagba eine sehr niedrige Summe. Mit 22 Feldspielern ist der Kader kleiner geworden, im Endeffekt im Gehaltsniveau auch deshalb etwas günstiger als in der Vorsaison, als der Gesamtetat bei knapp 22 Millionen Euro lag. Auch in dieser Saison knackt Bochum die 20-Millionen-Marke, bewegt sich damit im oberen Drittel der 2. Liga, hört man aus dem Verein. 

Bei Schlüsselspielern wie Karol Mets etwa musste der VfL schon an seine Grenzen gehen. „Ablösefrei heißt nicht umsonst! Es müssen Gehälter gezahlt werden, Prämien, teilweise eine Signing-Fee. Jeder Spieler hat ein Gesamtpaket“, betonte Jonas Schlevogt, Direktor Recht und Personal beim VfL, jüngst im Interview mit dieser Redaktion.

Wann schlägt der VfL im Transferendspurt zu – und wie oft? Priorität hat der Mittelfeldmann, aber auch ein möglichst auf beiden Seiten einsetzbarer Flügelstürmer könnte noch kommen. In beiden Fällen ist eine Leihe eine Option. Ein Pokalsieg in Fürth würde die Chancen auf einen Doppelpack im Transfer-Schlusspunkt erhöhen. 

Quwllw: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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