08-16-2026, 03:12 PM
Der VfL Bochum schlägt nach der Auftaktniederlage mit einem Auswärtssieg zurück und zeigt sich verbessert. Auch in der Liga zeichnen sich erste Trends ab. Ein Kommentar.
An dem einen Tag liegt alles in Schutt und Asche, der vermeintliche Abstieg wird beschworen und die Verantwortlichen sollten am besten direkt zum Teufel gejagt werden. So war es nach der Auftaktniederlage des VfL Bochum vergangene Woche gegen Hertha BSC an vielen Stellen zu lesen und zu hören. Schon nach den ersten 90 Saisonminuten setzte ein Fatalismus ein, der zu diesem frühen Zeitpunkt so überraschend wie unangebracht war. Er gipfelte dazu nicht nur in persönlichen Beleidigungen gegenüber Spielern, sondern auch Reportern dieser Redaktion, die nüchtern die Erkenntnisse aus der Pleite analysierten. Die guten und die schlechten.
Eine Woche später das Gegenteil. Plötzlich habe der VfL Bochum herausragend gekämpft, das vielleicht beste Auswärtsspiel der vergangenen Jahre beim 1:0-Sieg bei Eintracht Braunschweig abgeliefert. Manch einer fühlte sich an die effektive Spielweise des FC Schalke 04 aus der Vorsaison erinnert. Bekanntlich stand am Ende der Aufstieg in die Bundesliga. So nah wie im Fußball liegen wohl nirgendwo die Gemütszustände „himmelhochjauchzend“ und „zu Tode betrübt“ beieinander.
Drei Spieler beleben den VfL Bochum
Dabei gilt: Weder war am ersten Spieltag alles schlecht, noch war am zweiten Spieltag alles gut. Fest steht aber, dass der zweite Spieltag den ersten durchaus relativiert hat. Während gegen Hertha BSC schlussendlich das Glück im Abschluss zum Punkt fehlte, war es gegen Braunschweig vorhanden. Philipp Hofmann machte aus der ersten Chance sein Tor, erlöste sich, die Mannschaft und das Umfeld vom bereits aufkommenden Druck. Anders noch gegen die Berliner, als der VfL das Tor nicht treffen wollte. Weil entweder der letzte Pass fehlte oder die Ungenauigkeit bei der letzten Aktion zu groß war. Auch in Braunschweig hätte das eine oder andere Tor mehr fallen können. Was wäre dann wohl losgewesen?
Zweifelsohne spielte der VfL Bochum in beiden Saisonspielen nicht die Sterne vom Himmel. Offensiv hakt es noch – mitunter gewaltig. Viel hängt von den Ideen von Neuzugang Berkan Taz ab. Doch die Steigerung vom ersten zum zweiten Spieltag war durchaus zu erkennen. Was auch daran lag, dass Trainer Uwe Rösler mit Mats Pannewig, Gerrit Holtmann und Karol Mets drei elementar wichtige Stammspieler nach Verletzungen und Aufbauphasen von Beginn an bringen konnte. Alle drei hatten den VfL schon in der zweiten Halbzeit gegen die Berliner belebt. Das Verbindungsspiel zwischen Defensive und Offensive funktioniert mit ihnen deutlich besser, das Aufbauspiel von hinten heraus ebenfalls. Die Mannschaft, die gegen Braunschweig bei Anpfiff auf dem Feld stand, ist derzeit die 1A-Formation.
VfL Bochum hat noch Luft nach oben
Doch auch in dieser Elf kann bisher nicht alles funktionieren. Pannewig war, trotz ordentlicher Leistung, anzumerken, dass ihm die Spielpraxis etwas fehlt. Wie Holtmann kann auch er bisher nicht über 90 Minuten Vollgas geben. Schon das Durchhaltevermögen von Mets überraschte. Es ist daher durchaus nachvollziehbar, dass nicht jedes Rädchen ins andere greift, der VfL Bochum noch sichtlich Luft nach oben hat.
Mut machen allerdings – wie bereits gegen Hertha – die Mentalität dieser Mannschaft, der Wille, das Durchhaltevermögen und die Leidenschaft fürs Verteidigen. Der VfL Bochum ließ bis auf ein, zwei Chancen in den ersten 15 Minuten wenig zu, Michael Steinwender und Mets bestachen durch Stellungsspiel und Zweikampfführung. Auch die Einwechslungen funktionierten. Jeder Spieler spielte seine Rolle. Auch der bislang gescholtene Daniel Hanslik, der nach seiner Einwechslung unermüdlich lief und so wichtige Räume besetzte und zustellte, machte seine Sache ordentlich.
Viele Klubs schwanken in ihren Leistungen
Im Übrigen hat der zweite Spieltag nicht nur beim VfL Bochum für mehr Klarheit gesorgt. Auch mit Blick auf die gesamte Liga lässt sich festhalten, dass sich einige Dinge relativiert haben. Der 1. FC Magdeburg etwa ist nicht so schlecht, wie die 1:6-Pleite gegen Bochums Gegner Braunschweig aussagte. Energie Cottbus, die Hannover 96 zum Auftakt geschlagen haben, marschiert nicht weiter. Die finanzkräftigen 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 tun sich weiter schwer, gleiches gilt für Aufstiegsaspirant Darmstadt 98.
Absteiger FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg haben die Eingewöhnung im Unterhaus noch längst nicht abgeschlossen. Und ganz nebenbei wurde die VfL-Leistung bei der knappen Niederlage gegen Hertha am Samstagmittag im Olympiastadion von Berlin noch einmal aufgewertet, nachdem die Herthaner Aufsteiger Heidenheim vor allem in der ersten Halbzeit weitgehend vorführten.
Quelle: WAZ.de
An dem einen Tag liegt alles in Schutt und Asche, der vermeintliche Abstieg wird beschworen und die Verantwortlichen sollten am besten direkt zum Teufel gejagt werden. So war es nach der Auftaktniederlage des VfL Bochum vergangene Woche gegen Hertha BSC an vielen Stellen zu lesen und zu hören. Schon nach den ersten 90 Saisonminuten setzte ein Fatalismus ein, der zu diesem frühen Zeitpunkt so überraschend wie unangebracht war. Er gipfelte dazu nicht nur in persönlichen Beleidigungen gegenüber Spielern, sondern auch Reportern dieser Redaktion, die nüchtern die Erkenntnisse aus der Pleite analysierten. Die guten und die schlechten.
Eine Woche später das Gegenteil. Plötzlich habe der VfL Bochum herausragend gekämpft, das vielleicht beste Auswärtsspiel der vergangenen Jahre beim 1:0-Sieg bei Eintracht Braunschweig abgeliefert. Manch einer fühlte sich an die effektive Spielweise des FC Schalke 04 aus der Vorsaison erinnert. Bekanntlich stand am Ende der Aufstieg in die Bundesliga. So nah wie im Fußball liegen wohl nirgendwo die Gemütszustände „himmelhochjauchzend“ und „zu Tode betrübt“ beieinander.
Drei Spieler beleben den VfL Bochum
Dabei gilt: Weder war am ersten Spieltag alles schlecht, noch war am zweiten Spieltag alles gut. Fest steht aber, dass der zweite Spieltag den ersten durchaus relativiert hat. Während gegen Hertha BSC schlussendlich das Glück im Abschluss zum Punkt fehlte, war es gegen Braunschweig vorhanden. Philipp Hofmann machte aus der ersten Chance sein Tor, erlöste sich, die Mannschaft und das Umfeld vom bereits aufkommenden Druck. Anders noch gegen die Berliner, als der VfL das Tor nicht treffen wollte. Weil entweder der letzte Pass fehlte oder die Ungenauigkeit bei der letzten Aktion zu groß war. Auch in Braunschweig hätte das eine oder andere Tor mehr fallen können. Was wäre dann wohl losgewesen?
Zweifelsohne spielte der VfL Bochum in beiden Saisonspielen nicht die Sterne vom Himmel. Offensiv hakt es noch – mitunter gewaltig. Viel hängt von den Ideen von Neuzugang Berkan Taz ab. Doch die Steigerung vom ersten zum zweiten Spieltag war durchaus zu erkennen. Was auch daran lag, dass Trainer Uwe Rösler mit Mats Pannewig, Gerrit Holtmann und Karol Mets drei elementar wichtige Stammspieler nach Verletzungen und Aufbauphasen von Beginn an bringen konnte. Alle drei hatten den VfL schon in der zweiten Halbzeit gegen die Berliner belebt. Das Verbindungsspiel zwischen Defensive und Offensive funktioniert mit ihnen deutlich besser, das Aufbauspiel von hinten heraus ebenfalls. Die Mannschaft, die gegen Braunschweig bei Anpfiff auf dem Feld stand, ist derzeit die 1A-Formation.
VfL Bochum hat noch Luft nach oben
Doch auch in dieser Elf kann bisher nicht alles funktionieren. Pannewig war, trotz ordentlicher Leistung, anzumerken, dass ihm die Spielpraxis etwas fehlt. Wie Holtmann kann auch er bisher nicht über 90 Minuten Vollgas geben. Schon das Durchhaltevermögen von Mets überraschte. Es ist daher durchaus nachvollziehbar, dass nicht jedes Rädchen ins andere greift, der VfL Bochum noch sichtlich Luft nach oben hat.
Mut machen allerdings – wie bereits gegen Hertha – die Mentalität dieser Mannschaft, der Wille, das Durchhaltevermögen und die Leidenschaft fürs Verteidigen. Der VfL Bochum ließ bis auf ein, zwei Chancen in den ersten 15 Minuten wenig zu, Michael Steinwender und Mets bestachen durch Stellungsspiel und Zweikampfführung. Auch die Einwechslungen funktionierten. Jeder Spieler spielte seine Rolle. Auch der bislang gescholtene Daniel Hanslik, der nach seiner Einwechslung unermüdlich lief und so wichtige Räume besetzte und zustellte, machte seine Sache ordentlich.
Viele Klubs schwanken in ihren Leistungen
Im Übrigen hat der zweite Spieltag nicht nur beim VfL Bochum für mehr Klarheit gesorgt. Auch mit Blick auf die gesamte Liga lässt sich festhalten, dass sich einige Dinge relativiert haben. Der 1. FC Magdeburg etwa ist nicht so schlecht, wie die 1:6-Pleite gegen Bochums Gegner Braunschweig aussagte. Energie Cottbus, die Hannover 96 zum Auftakt geschlagen haben, marschiert nicht weiter. Die finanzkräftigen 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 tun sich weiter schwer, gleiches gilt für Aufstiegsaspirant Darmstadt 98.
Absteiger FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg haben die Eingewöhnung im Unterhaus noch längst nicht abgeschlossen. Und ganz nebenbei wurde die VfL-Leistung bei der knappen Niederlage gegen Hertha am Samstagmittag im Olympiastadion von Berlin noch einmal aufgewertet, nachdem die Herthaner Aufsteiger Heidenheim vor allem in der ersten Halbzeit weitgehend vorführten.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."