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So laufen Spieler-Verpflichtungen beim VfL ab
#1
Die drei Direktoren des VfL Bochum, Markus Brunnschneider, Simon Zoller und Jonas Schlevogt, geben im Interview Einblicke in ihre Arbeit. 

Als sich der VfL Bochum im vergangenen November in der sportlichen Führung neu aufstellte, überraschten die Verantwortlichen. Es gab keinen Sport-Geschäftsführer mehr, keinen Sportdirektor. Stattdessen ging der Zweitligist einen in Deutschland frischen Weg, installierte in Markus Brunnschneider (Data, Scouting, Recruitment), Simon Zoller (Lizenz) und Jonas Schlevogt (Recht und Personal) drei gleichberechtigte Direktoren. Zusammen bilden sie die neue Spitze des VfL und verantworten inzwischen die zweite Transferphase und damit den XXL-Umbruch im Kader. 

Es ist eine in Deutschland außergewöhnliche Konstellation mit Experten in den jeweiligen Gebieten. Brunnschneider kennt die Märkte und Spieler, beobachtet sie und ihre Entwicklung seit Jahren, konzipiert federführend die Mannschaft und ist derjenige im Trio, der den Prozess leitet, damit ein Spieler überhaupt zum VfL kommt. Derweil ist Zoller nah am Trainer und der aktuellen Mannschaft, kann genau einschätzen, wie die Kabine funktioniert und ob ein möglicher Neuzugang dazu passt, muss auch bewerten, welche Chancen die Spieler aus dem Talentwerk haben und ob ein Neuzugang deren Entwicklung blockieren könnte. Schlevogt hingegen ist der harte Hund am Verhandlungstisch, bringt seine Expertise in die Gespräche mit ein, achtet auf Leitplanken und schließt schlussendlich die Deals ab. 

Vor dem Start der neuen Saison nahmen sich die drei Direktoren Zeit, um im Interview ihre Rollen genau zu erklären. Sie sprechen anhand des Beispiels Enis Cokai darüber, wie ein Transfer eigentlich abläuft und welche Rolle Trainer Uwe Rösler spielt. 

Sie bilden beim VfL Bochum die sportliche Geschäftsleitung, mussten in diesem Sommer einen XXL-Umbruch durchführen. Erklären Sie doch bitte anhand der Verpflichtung von Enis Cokaj, wie Sie auf dem Transfermarkt arbeiten.
Markus Brunnschneider: Man muss sich den Transfermarkt wie einen großen, gut sortierten Supermarkt vorstellen. Wir gehen zu dritt rein, suchen die richtigen Produkte aus und kochen am Ende zusammen einen Transfer (lacht). Aber im Ernst: Enis haben wir durch unsere Scoutingabteilung als Ziel identifiziert. Durch Daten und Live-Scouting. Danach haben wir das in unserer Dreier-Runde besprochen, Zolli hat seine sportliche Einschätzung gegeben. Dann haben wir dem Trainerteam den Spieler vorgestellt, damit dieses seine Bewertung abgeben kann.

Was bedeutet in dem Fall „als Ziel identifiziert“?
Brunnschneider: Wir haben für uns ganz klar definiert, welche Kriterien und Parameter ein Spieler auf einer bestimmten Position erfüllen soll. Dabei geht es neben den sportlichen Faktoren auch um Charakter, persönliche Einstellungen, das Umfeld oder auch private Themen. Ich treffe anhand dieser Kriterien gemeinsam mit meinem Team eine Vorauswahl, nachdem wir uns die Daten und den Spieler im Spiel angesehen haben, und gebe diese Spieler dann in unsere Runde.

Dann kommen Sie als Ex-Profi ins Spiel, Simon Zoller?
Simon Zoller: Ich weiß durch meine Zeit als Profi hier, was es braucht, um das Trikot zu tragen, ich kann die Kabine einschätzen. Wir bewerten intern, ob der jeweilige Spieler Sinn ergibt, ob er zu unseren sportlichen Anforderungen und zum Kader passt. Wir geben Spieler erst in die sportliche Bewertung an das Trainerteam weiter, wenn wir vollends überzeugt sind und die Rahmenbedingungen abgeklopft sind. Wenn utopische Summen aufgerufen werden, dann brauchen wir den Spieler gar nicht erst weiterzuverfolgen. Bei Enis waren wir uns von Beginn an einig. Wir haben uns seit dem Winter intensiv mit ihm beschäftigt. Ich habe mich zusammen mit dem Trainer mit ihm getroffen, er ist extra nach Düsseldorf gekommen. Das passiert in der intensiven Form über solch eine lange Zeit nicht bei jedem Spieler. Aber wir versuchen immer, eine Bindung aufzubauen, alles abzuklopfen. Manchmal muss es schneller gehen. Bei Enis hatten wir die Zeit.

Also wird jeder Spieler von der Scouting-Abteilung vorgeschlagen?
Zoller: Nein. Wir haben alle drei ein großes Netzwerk, ebenso wie zum Beispiel auch Ilja Kaenzig oder Andreas Luthe. Wir bekommen auch mal Spieler angeboten, mit denen wir uns erst dann im Scouting beschäftigen und dann den normalen Prozess durchlaufen. Nur so können wir zu 100 Prozent sagen, ob ein Spieler überhaupt einer für uns ist.

Schlevogt: Nicht jeder Prozess bei jedem Spieler läuft gleich. Wir haben definiert, welche Kaderstruktur wir haben möchten. Wir verfolgen seit der Wintertransferperiode einen klaren Plan. Enis Cokaj ist dabei ein gutes Beispiel. Er ist ein Spieler, an dem wir frühzeitig dran sein mussten, weil er ablösefrei war und das die Verhandlungen beeinflusst. Das Fußballgeschäft ist sehr dynamisch, wir müssen auf alle Eventualitäten gefasst sein. Daher sind wir froh, dass es bei Enis so funktioniert hat. Zum jetzigen Zeitpunkt würden wir ihn wohl nicht mehr bekommen. 

Brunnschneider: Wir achten insgesamt durch unseren Prozess und dauerhaften Austausch untereinander darauf, dass uns nichts verkauft wird. Wir kaufen proaktiv ein. Dafür sichern wir uns ab mit den festgelegten Parametern. 

Aber nicht bei jedem Transfer haben Sie so viel Zeit wie bei Cokaj.
Zoller: Korrekt, manchmal geht eine Tür auf und dann müssen wir schnell durchgehen. Dennoch führen wir immer die Hintergrundchecks durch, treffen den Spieler, und gleichen ihn mit unseren Anforderungen ab. 

Nachdem Simon Zoller und Markus Brunnschneider die Transfers vorbereitet haben, müssen Sie, Jonas Schlevogt, die Verhandlungen führen und den Transfer eintüten.
Zoller: Es ist nicht so, dass Jonas allein die Verantwortung trägt. Jedes Angebot, das Jonas rausschickt, ist vorher in der Runde besprochen worden, jeder weiß Bescheid und ist entsprechend sprechfähig. 

Brunnschneider: Das ist ein wichtiger Punkt, den ich aus anderen Konstellationen anders kenne. Wir wissen von vornherein, was finanziell darstellbar ist, und beschäftigen uns entsprechend nur mit solchen Spielern. Wir arbeiten äußerst transparent an den relevanten Stellen im Verein. 

Schlevogt: Wir diskutieren viel im Büro, in unserer Chatgruppe. Wir verfolgen eine gemeinsame Strategie und jeder weiß zu jedem Zeitpunkt, wie der Stand der Dinge ist, was finanziell möglich ist, welcher Spieler aufploppt oder nicht mehr interessant ist. Wir haben eine klare Struktur geschaffen – auch, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angeht. Wir haben klare Leitplanken, in denen wir uns bewegen. Um das Bild des Supermarkts zu bedienen: Die Feinkostabteilung werden wir eher nicht besuchen. (lacht) 

Brunnschneider: Bei uns im Verein gibt es keinen Alleinherrscher. Wir challengen uns im Prozess mit kritischen Rückfragen zu jeder einzelnen Personalie, und dadurch sind unsere Transferentscheidungen alle mit einem sehr guten Gefühl getroffen worden. Diese Rückmeldung bekommen wir zum aktuellen Zeitpunkt auch aus der Mannschaft und dem Trainerteam. 

Wie häufig gab es unter Ihnen Entscheidern, zu denen schlussendlich auch Trainer Uwe Rösler und Geschäftsführer Ilja Kaenzig gehören, Reibereien?
Zoller: Natürlich gibt es immer mal einen Spieler, den der eine mehr möchte als der andere. Es steht aber hinter jedem getätigten Transfer eine gemeinschaftliche Entscheidung. Wir haben die Fehler des vergangenen Sommers und die von uns verantwortete Wintertransferphase ausgewertet und unsere Lehren daraus gezogen. Es wird immer Diskussionen geben, das ist gut so. Nur so schaffen wir es, das Beste für den Verein zu erreichen. 

Schlevogt: Wir brauchen eine Streitkultur, in der man sich die Meinung sagen kann. Wir wollen schließlich den VfL voranbringen. 

Brunnschneider: Nicht der, der am lautesten schreit, bekommt recht. Es werden Dinge abgewogen und am Ende haben wir eine klare Entscheidungsfindung. 

Schlevogt: Zumal der Markt dynamisch ist und sich Dinge immer wieder anders darstellen, beispielsweise wenn sich ein Spieler verletzt oder plötzlich wieder auf den Markt kommt, obwohl es eine Woche zuvor noch ganz anders aussah. 

Wie viel Trainer steckt in dem Kader?
Brunnschneider: Der Trainer wurde bei jeder Entscheidung mitgenommen, den Kader haben aber wir gemeinsam zusammengestellt. 

Zoller: Wir haben uns nach der Wintertransferphase mit Uwe hingesetzt und diskutiert, für was wir stehen wollen. Das deckt Markus in unserem System von Beginn an ab. Es braucht Mentalität, es braucht Spieler, die die für uns wichtigen Attribute mitbringen. Nach den vielen Veränderungen sieht man schon jetzt, dass es wieder in die Richtung geht, die den VfL Bochum auszeichnet. 

Jonas Schlevogt, schlussendlich sind Sie derjenige, der die Verhandlungen mit den Beratern und abgebenden Vereinen führen muss. Man hört, Sie seien ein harter Hund.
Schlevogt: (lacht) Das liegt immer im Auge des Betrachters. Ich bin schon ein paar Jahre im Geschäft und habe ein entsprechendes Netzwerk – durch meine Aktivitäten bei der EFC (vormals ECA) auch international –, das ich immer wieder nutze und aus dem ich viel mitnehmen konnte. Wenn ich mich einschüchtern ließe, wäre ich im falschen Job. Wir bereiten alles in Ruhe mit einem klaren Plan vor. Fußball ist ein People Business und ich glaube, dass ich mit verschiedenen Menschen gut umgehen kann. Das liegt mir und macht mir Spaß. Wichtig ist, dass wir in den vorher gesetzten Leitplanken bleiben. Und so viel kann ich verraten: Das ist bisher bei jedem Transfer gelungen. Das liegt aber auch daran, dass wir im Vorfeld alles gut vorbereitet haben und niemand ins Kaviarregal greift. 

Haben Sie von Geschäftsführer Ilja Kaenzig komplett freie Hand?
Schlevogt: Es kommen auch von ihm mal kritische Nachfragen oder Anmerkungen, der Austausch ist täglich gegeben. Wir haben 100-prozentiges Vertrauen ineinander. Er hilft uns allen mit seiner Erfahrung jeden Tag.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Der VfL Bochum setzt auf ein ungewöhnliches Direktoren-Trio. Dieses erläutert, wie Transfers ohne hohe Ablösen trotzdem Erfolg bringen sollen. Teil zwei des großen Interviews. 

Am Freitag ist die Zeit des Redens vorbei, dann beginnt für den VfL Bochum die Zweitliga-Saison, und nach einer starken Vorbereitung wird sich endlich herausstellen, wie gut die Mannschaft wirklich ist. Gegen Hertha BSC werden deshalb auch die drei Direktoren Markus Bunnschneider (Data, Scouting, Recruitment), Simon Zoller (Lizenz) und Jona Schlevogt (Recht und Personal) genau hinschauen. Die drei haben den XXL-Umbruch in diesem Sommer maßgeblich verantwortet und vorangetrieben. 

Vor dem Saisonstart haben sie in einem großen Interview mit dieser Redaktion Einblick in die Arbeit der neuen sportlichen Führung des VfL Bochum gegeben, die es so deutschlandweit bislang nicht gibt. Im ersten Teil des Interviews sprachen sie darüber, wie sie arbeiten, und erklärten anhand der Verpflichtung von Enis Cokaj, wie Transfers an der Castroper Straße abgewickelt werden. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Zukunftsträchtigkeit eines Dreiergespanns, warum kaum Ablösesummen bezahlt werden, langfristige Ziele und die Zukunft von Trainer Uwe Rösler. 

Sie machen das in der Konstellation seit November 2025. Es ist in Deutschland einzigartig. Wird es die Zukunft im Fußball sein?
Zoller: Ich glaube, dass es Zukunft hat. Mittlerweile passieren so viele Sachen tagtäglich, dass das einer allein nicht mehr leisten kann, um auch wirklich dann am Ende 100 Prozent gute Entscheidungen zu treffen. Wir lernen dabei jeden Tag dazu. Man bekommt jeden Tag Einblicke in jeden Bereich, der für Transfers wichtig ist. Dafür gibt es schließlich Experten. Markus kennt sich mit Daten aus, ich habe selbst gespielt und Jonas kennt die Kniffe als Jurist. Das nutzen wir für uns. In England ist das Modell zum Beispiel seit Jahren etabliert. Ich glaube, dass dieses Modell in Deutschland demnächst auch von anderen Klubs übernommen wird.

Schlevogt: Es ist ja schon jetzt so, dass auch bei anderen Vereinen Experten für bestimmte Bereiche unterstützen. Die Themen und Strukturen in diesem Geschäft werden immer komplexer. Es muss enorm viel durchdacht werden. Das kann einer allein einfach nicht mehr leisten, auch wenn die Strukturen von Klub zu Klub unterschiedlich sind und auch bleiben werden. Auch andere Klubs in der Bundesliga finden unsere Konstellation spannend. 

Der VfL musste einen XXL-Umbruch mit über 30 Transferbewegungen seit Januar meistern. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Arbeit?
Brunnschneider: Zeitlich und beim Budget sind wir im Vergleich zu den Wettbewerbern gut unterwegs. Das große Ziel war, den Großteil der Mannschaft bis zum Start des Trainingslagers zusammenzuhaben. Das ist uns gelungen. Der Trainer und auch wir hatten nun die Möglichkeit, die Nuancen herauszufiltern, an denen wir noch arbeiten können. Wir konnten das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Nun arbeiten wir an den letzten Ergänzungen und müssen sehen, wie es sich auf dem Platz darstellt.

Schlevogt: Wir mussten schnell agieren und unsere Mittel geschickt einsetzen. Wir haben es geschafft, in unserer Struktur und in unseren Leitplanken zu bleiben. 

Zoller: Wir haben es der Mannschaft und dem Trainer ermöglicht, sich früh zu finden und einzuspielen, Prinzipien zu lernen. Wir haben charakterstarke Jungs, die verstehen, was es bedeutet, hier zu spielen. Das VfL-Trikot kann schwer werden. Ich bin zuversichtlich, dass die Neuen das bewältigen können. Die Entwicklung ist gut. Es ist laut auf dem Feld, sie trainieren mit Freude, es wächst etwas zusammen. 

Kritik gibt es dennoch, weil Sie keine Ablösen in die Hand genommen haben – wenn wir Michael Steinwender einmal ausklammern.
Schlevogt: Wir holen ablösefreie Spieler, weil uns ein bestimmtes Budget zur Verfügung steht. Ablösefrei heißt nicht umsonst! Es müssen Gehälter gezahlt werden, Prämien, teilweise eine Signing-Fee. Jeder Spieler hat ein Gesamtpaket. Je weniger in die Ablöse investiert werden muss, desto mehr kann beispielsweise ins Gehalt fließen. Dadurch bekommen wir andere Spieler, als wenn wir eine höhere Ablöse zahlen müssten. Wir haben Qualität dazugeholt.

Zoller: Zumal wir viele Kaderbewegungen hatten. Wir haben im Sommer bislang zehn Spieler verpflichtet – die hätten wir nicht mit der Qualität bekommen, wenn wir für alle Ablösen hätten zahlen müssen. 

Schlevogt: Und auch nicht jeder Spieler, der eine Ablöse kostet, bringt uns weiter. Moritz-Broni Kwarteng etwa war ein Rekordtransfer für den VfL, hat aber sportlich am langen Ende nicht den entsprechenden Wert gehabt. 

Wie langfristig sind die Planungen ausgelegt?
Brunnschneider: Wir planen nicht nur langfristig, sondern auch kurzfristig. Das bedeutet, dass Budget da sein muss und wird, wenn sich kurzfristig auf dem Transfermarkt Möglichkeiten ergeben. Wir planen mit Auge. Wir wissen, dass, je länger die Transferphase dauert, auch Qualität zu günstigeren Preisen auf den Markt kommen kann. Darauf sind wir vorbereitet. Wir können und werden bis zum Ende der Transferperiode noch nachlegen.

Schlevogt: Wir müssen die Chips gut verteilen. Wir müssen es uns erarbeiten, dass wir in Zukunft wieder mehr investieren können. Wir mussten jetzt schneller sein als die Konkurrenz. Ein Fünf-Jahres-Plan funktioniert im Fußball selten, wir haben aber den langfristigen Plan, wie wir Kaderwerte entwickeln wollen und gleichzeitig sportlich erfolgreich sein können. 

Brunnschneider: Es gibt eine gesamtheitliche Vision im Verein, aus der sich Strategien und Maßnahmen ergeben. Wir müssen im sportlichen Bereich dazu beitragen. 

Zoller: Der VfL Bochum wird vom Sport getragen. Wenn wir keinen sportlichen Erfolg haben, funktioniert der Verein nicht. Entsprechend wollten wir Identifikation schaffen, wollen eine Einheit werden, wollen Kaderwerte schaffen. Cajetan Lenz darf nicht die Ausnahme bleiben. Wir wollen es Jahr für Jahr schaffen, mindestens einen Spieler aus dem Talentwerk auch bei den Profis durchzubekommen und einen Spieler entsprechend auch teuer zu verkaufen, zum richtigen Zeitpunkt. 

Ist der Kader mehr auf den sportlichen Erfolg oder auf das Wertmanagement ausgelegt?
Zoller: Auf beides! Wir haben viele Spieler bei uns im Kader, die das Potenzial haben, uns sowohl sportlich als auch finanziell bei etwaigen Verkäufen voranzubringen. Das betrifft sowohl einige Spieler bei den Neuzugängen. Wie auch bei unseren eigenen Talenten.

Schlevogt: Wir dürfen unsere eigenen Jungs nicht zubauen. Wir haben das bei den Leihen im vergangenen Jahr gesehen: Eine Qualität wie die von Francis Onyeka können wir in dem Alter nicht fest verpflichten. Wir konnten aber beispielsweise Yigit Karademir verpflichten, der in seiner Entwicklung etwas später dran ist, dem wir aber den großen Sprung zutrauen. 

Brunnschneider: Wir dürfen uns nie für ein Extrem entscheiden. Wenn wir nur erfahrene Spieler holen, ist das zu teuer für uns. Wenn wir nur junge Spieler holen, sind wir ein Ausbildungsklub mit geringeren sportlichen Ansprüchen. Wir brauchen ein stabiles Gerüst, das den jungen Spielern hilft, maximalen sportlichen Erfolg gemeinsam zu entwickeln. Daher ist der Spielertyp wie Karol Mets einer, der den Unterschied machen kann. Er wird dem jungen Team durch seine Erfahrung helfen, sportlich einen wichtigen Auftrag haben und Spielern wie Karademir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir haben mit jedem Spieler einen klaren Plan. 

Schlevogt: Zumal man nicht nur 19- oder 20-Jährige gewinnbringend verkaufen kann. Das ist ein Irrglaube. 

Kaderwertmanagement bedeutet auch, mit Spielern rechtzeitig Verträge zu verlängern. Der von Mats Pannewig läuft 2028 aus.
Zoller: Mats ist für uns ein wichtiger Spieler, der sich weiterentwickeln wird. Der VfL wird bei seiner Entwicklung nicht das Ende der Fahnenstange sein. Er wird nicht bis zum Ende seiner Karriere in Bochum spielen. Wir kommunizieren immer offen mit jedem Spieler. Aber in diesem Sommer wird er sicher nicht wechseln.

Der Vertrag von Uwe Rösler läuft schon im kommenden Sommer aus. Wie ist da der Stand?
Zoller: Wir alle wissen, was wir am Trainer haben. Als er kam, herrschte blankes Entsetzen und Abstiegsangst. Er hat das Ruder herumgerissen. Aber Uwe weiß auch, was er an uns, am gesamten VfL hat, und entsprechend sind wir ganz offen, aber auch ohne Druck im ständigen Austausch. Wir sprechen auch darüber, was in ein, zwei, drei Jahren sein kann. Er ist in die Kaderentscheidungen und die Zukunftsplanungen miteinbezogen. Die letzten Monate haben uns zudem zusammengeschweißt. Wir hatten in den vergangenen Monaten viel mit dem Kader zu tun. Jetzt schauen wir weiter. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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