Vor 2 Stunden
14 Abgänge, acht Zugänge: Nach drei Testspielen zieht Bochums Vereinschef Andreas Luthe eine erste Bilanz. Was diese Woche passieren soll – der Stand.
Den ersten Härtetest ließ sich auch die Vereinsspitze nicht entgehen. Andreas Luthe, der Vorstandsvorsitzende des VfL Bochum, machte sich beim 1:0-Sieg des VfL Bochum gegen Royal Antwerpen in Iserlohn ein Bild vom neuen Team, wie einige Präsidiums-Kollegen und natürlich die komplette Geschäftsführung und sportliche Leitung des Klubs.
Luthe sah Licht und Schatten beim Test über zweimal 60 Minuten, mit einem A-Team im ersten und vielen Talenten im zweiten Abschnitt. Insgesamt bestand der VfL die Prüfung gegen den belgischen Erstligisten, der ebenfalls im ersten Durchgang seine stärkere Elf aufbot und die Bochumer mit schnellen Flügeln, Lauffreude und gutem Pressing ordentlich forderte. Nach bisher 14 Abgängen und acht externen Zugängen, von denen nur Michael Steinwender eine Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich kostete, machte das neu formierte Team nach rund zweieinhalb Wochen Vorbereitung einen deutlichen Schritt nach vorn.
Luthe lobt sportliche Leitung
„Wir sind zufrieden, dass bereits viele wichtige Entscheidungen getroffen wurden“, lobte Andreas Luthe gegenüber dieser Redaktion die bisherige Arbeit der sportlichen Führung um die Direktoren Simon Zoller, Markus Brunnschneider und Jonas Schlevogt. Luthe: „Mit den Neuzugängen und auch Abgängen wirkt unser Kader deutlich aufgeräumter und klarer strukturiert – auch das ist ein wichtiger Schritt.“
Die Kritik zwischen den Zeilen: Der im vergangenen Sommer vom Sportgeschäftsführer Dirk Dufner zusammengestellte Kader war es nicht. Die meisten damals verpflichteten Zugänge haben den Verein bereits wieder verlassen, von Michael Obafemi bis Mathis Clairicia, zudem hat Kevin Vogt seine Karriere beendet. Weiterhin bezahlen muss der VfL indes Ibrahim Sissoko, einen der Topverdiener. Der Stürmer ist seit dem Vorbereitungsstart freigestellt, um einen neuen Klub zu finden. Noch gibt es nach unseren Informationen keine ernsthaften Interessenten. Bis zum Ende der Transferperiode am 1. September kann sich das aber ändern. Eine Lösung wird von allen Seiten angestrebt. Sissoko soll nicht mehr im VfL-Trikot auflaufen.
Luthe ist mit dem Kaderstand jedenfalls einverstanden. „Jetzt braucht es die nötige Zeit, damit sich alles entwickeln kann. Ich sehe das Team absolut im Flow“, sagte er. Das heißt aber nicht, dass Bochum seine Transferaktivitäten eingestellt hat. Im Gegenteil: Weiterhin arbeitet der Klub intensiv an mehreren Optionen für verschiedene Positionen.
Innenverteidiger soll diese Woche kommen
Dabei gibt es klare Prioritäten. Dass der VfL Bochum einen Abwehrchef sucht, ist kein Geheimnis. Nach Informationen dieser Redaktion laufen die Gespräche mit mehreren Kandidaten auf Hochtouren und sind weit fortgeschritten. Im Klub, so ist zu hören, ist man optimistisch, dass ein neuer Innenverteidiger noch vor dem Start ins Trainingslager am kommenden Samstag (18. bis 25. Juli) unterschreibt. Alle Kandidaten aber haben ihren Preis und mehrere Optionen. Klar ist: Der neue Mann wird ein „Keyplayer“,wie Rösler es gern ausdrückt, des neuen Kaders.
Die Eindrücke aus den ersten Testspielen bestätigten jedenfalls, dass der VfL für seine Spielidee mit einer höher attackierenden Kette, mit mehr Vorwärtsdrang mindestens einen spielstarken und schnellen Innenverteidiger benötigt. Neuzugang Michael Steinwender findet sich zwar immer besser ein, steigerte sich gegen Antwerpen, dürfte vorerst gesetzt sein. Philipp Strompf dagegen, der nach Schambein-Problemen seit dem Ende der Vorsaison zum Start noch geschont worden war, offenbarte gegen Antwerpen große Probleme, sowohl im Zweikampf als auch im Spielaufbau.
Yigit Karademir ist ein Herausforderer, machte im zweiten Abschnitt gegen Antwerpen als ein Anführer der jungen Garde einen starken Eindruck. Die Kaderlücke füllt U21-Spieler Mo Tolba, der speziell gegen Antwerpen eine gute Leistung ablieferte. Beide sammelten Pluspunkte, sind aber von der Startelf in der 2. Liga noch ein gutes Stück entfernt.
Was macht der VfL Bochum noch in der Offensive?
Neben einem Innenverteidiger sind weitere Zugänge bis zum Transferschluss zu erwarten, wobei ein Sissoko-Abgang die finanziellen Möglichkeiten deutlich erhöhen würde, noch einen Offensivspieler mit klarem Startelf-Profil zu verpflichten. Im Angriff will sich der VfL noch verstärken, soll für das anvisierte Tempospiel über die Flügel ein möglichst flexibler, in jedem Fall schneller Spieler noch kommen. Zuletzt hatte der VfL bereits Christian Rasmussen geholt, zuvor aber Moritz-Broni Kwarteng an den FC Magdeburg verkauft (300.000 Euro plus Boni). Weiterhin eine Idee: Eine erneute Leihe von Farid Alfa-Ruprecht von Bayer Leverkusen. Diese würde sich aber wohl erst Mitte/Ende August realisieren lassen.
Ob der VfL im zentralen Mittelfeld noch nachlegt, hängt auch von der weiteren Entwicklung ab. Die Neuzugänge Jean Manuel Mbom und Enis Cokaj zeigten gegen den Ball, dass auf sie Verlass ist, spielerisch ist Luft nach oben. Mit Mats Pannewig kehrt der laut transfermarkt.de derzeit teuerste Mann des Kaders (Marktwert: 3 Millionen Euro) deutlich früher zurück, als zunächst zu befürchten war. Läuft es perfekt, könnte er schon zum Saisonstart gegen Hertha wieder eine Option sein. Die Talente Lasse Isbruch und Tom Meyer sind bisher nicht auf Zweitliga-Niveau, wobei gerade Isbruch gegen Antwerpen eine klare Steigerung zeigte. Nicht ausgeschlossen, dass der hochbegabte 18-Jährige im Trainingslager den Abstand Richtung Stamm verkürzen kann.
VfL Bochum hält sich Kaderplätze offen
Dennoch halten die Verantwortlichen derzeit weiterhin die Augen nach einem spiel- und laufstarken Achter offen. Die allerhöchste Priorität besitzt die Position derzeit aber nicht. Das gilt auch für die Offensive. Im offensiven Zentrum ist Berkan Taz erste Wahl. Mit Koji Miyoshi, Daniel Hanslik oder Christian Rasmussen gibt es Spieler, die in etwas anderer Rolle als flexibel einsetzbare Offensivkräfte einspringen können, wenn Taz nicht funktionieren sollte. Deutlich flexibler als in der Vorsaison kommt der VfL Bochum derzeit daher.
Klar ist aber: Der Transfermarkt ist aufgrund der Weltmeisterschaft noch immer nicht richtig in Gang gekommen und der VfL Bochum als Zweitligist weiter hinten in der Nahrungskette platziert. Wenn sich ab Ende Juli bis zum Ende der Transferphase am 1. September Möglichkeiten mit sportlichem Mehrwert ergeben – ob per Festverpflichtung oder mögliche Leihe –, wollen die Verantwortlichen zur Stelle sein. Nicht jeder Kaderplatz soll daher in den nächsten Tagen besetzt werden.
Quelle: WAZ.de
Den ersten Härtetest ließ sich auch die Vereinsspitze nicht entgehen. Andreas Luthe, der Vorstandsvorsitzende des VfL Bochum, machte sich beim 1:0-Sieg des VfL Bochum gegen Royal Antwerpen in Iserlohn ein Bild vom neuen Team, wie einige Präsidiums-Kollegen und natürlich die komplette Geschäftsführung und sportliche Leitung des Klubs.
Luthe sah Licht und Schatten beim Test über zweimal 60 Minuten, mit einem A-Team im ersten und vielen Talenten im zweiten Abschnitt. Insgesamt bestand der VfL die Prüfung gegen den belgischen Erstligisten, der ebenfalls im ersten Durchgang seine stärkere Elf aufbot und die Bochumer mit schnellen Flügeln, Lauffreude und gutem Pressing ordentlich forderte. Nach bisher 14 Abgängen und acht externen Zugängen, von denen nur Michael Steinwender eine Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich kostete, machte das neu formierte Team nach rund zweieinhalb Wochen Vorbereitung einen deutlichen Schritt nach vorn.
Luthe lobt sportliche Leitung
„Wir sind zufrieden, dass bereits viele wichtige Entscheidungen getroffen wurden“, lobte Andreas Luthe gegenüber dieser Redaktion die bisherige Arbeit der sportlichen Führung um die Direktoren Simon Zoller, Markus Brunnschneider und Jonas Schlevogt. Luthe: „Mit den Neuzugängen und auch Abgängen wirkt unser Kader deutlich aufgeräumter und klarer strukturiert – auch das ist ein wichtiger Schritt.“
Die Kritik zwischen den Zeilen: Der im vergangenen Sommer vom Sportgeschäftsführer Dirk Dufner zusammengestellte Kader war es nicht. Die meisten damals verpflichteten Zugänge haben den Verein bereits wieder verlassen, von Michael Obafemi bis Mathis Clairicia, zudem hat Kevin Vogt seine Karriere beendet. Weiterhin bezahlen muss der VfL indes Ibrahim Sissoko, einen der Topverdiener. Der Stürmer ist seit dem Vorbereitungsstart freigestellt, um einen neuen Klub zu finden. Noch gibt es nach unseren Informationen keine ernsthaften Interessenten. Bis zum Ende der Transferperiode am 1. September kann sich das aber ändern. Eine Lösung wird von allen Seiten angestrebt. Sissoko soll nicht mehr im VfL-Trikot auflaufen.
Luthe ist mit dem Kaderstand jedenfalls einverstanden. „Jetzt braucht es die nötige Zeit, damit sich alles entwickeln kann. Ich sehe das Team absolut im Flow“, sagte er. Das heißt aber nicht, dass Bochum seine Transferaktivitäten eingestellt hat. Im Gegenteil: Weiterhin arbeitet der Klub intensiv an mehreren Optionen für verschiedene Positionen.
Innenverteidiger soll diese Woche kommen
Dabei gibt es klare Prioritäten. Dass der VfL Bochum einen Abwehrchef sucht, ist kein Geheimnis. Nach Informationen dieser Redaktion laufen die Gespräche mit mehreren Kandidaten auf Hochtouren und sind weit fortgeschritten. Im Klub, so ist zu hören, ist man optimistisch, dass ein neuer Innenverteidiger noch vor dem Start ins Trainingslager am kommenden Samstag (18. bis 25. Juli) unterschreibt. Alle Kandidaten aber haben ihren Preis und mehrere Optionen. Klar ist: Der neue Mann wird ein „Keyplayer“,wie Rösler es gern ausdrückt, des neuen Kaders.
Die Eindrücke aus den ersten Testspielen bestätigten jedenfalls, dass der VfL für seine Spielidee mit einer höher attackierenden Kette, mit mehr Vorwärtsdrang mindestens einen spielstarken und schnellen Innenverteidiger benötigt. Neuzugang Michael Steinwender findet sich zwar immer besser ein, steigerte sich gegen Antwerpen, dürfte vorerst gesetzt sein. Philipp Strompf dagegen, der nach Schambein-Problemen seit dem Ende der Vorsaison zum Start noch geschont worden war, offenbarte gegen Antwerpen große Probleme, sowohl im Zweikampf als auch im Spielaufbau.
Yigit Karademir ist ein Herausforderer, machte im zweiten Abschnitt gegen Antwerpen als ein Anführer der jungen Garde einen starken Eindruck. Die Kaderlücke füllt U21-Spieler Mo Tolba, der speziell gegen Antwerpen eine gute Leistung ablieferte. Beide sammelten Pluspunkte, sind aber von der Startelf in der 2. Liga noch ein gutes Stück entfernt.
Was macht der VfL Bochum noch in der Offensive?
Neben einem Innenverteidiger sind weitere Zugänge bis zum Transferschluss zu erwarten, wobei ein Sissoko-Abgang die finanziellen Möglichkeiten deutlich erhöhen würde, noch einen Offensivspieler mit klarem Startelf-Profil zu verpflichten. Im Angriff will sich der VfL noch verstärken, soll für das anvisierte Tempospiel über die Flügel ein möglichst flexibler, in jedem Fall schneller Spieler noch kommen. Zuletzt hatte der VfL bereits Christian Rasmussen geholt, zuvor aber Moritz-Broni Kwarteng an den FC Magdeburg verkauft (300.000 Euro plus Boni). Weiterhin eine Idee: Eine erneute Leihe von Farid Alfa-Ruprecht von Bayer Leverkusen. Diese würde sich aber wohl erst Mitte/Ende August realisieren lassen.
Ob der VfL im zentralen Mittelfeld noch nachlegt, hängt auch von der weiteren Entwicklung ab. Die Neuzugänge Jean Manuel Mbom und Enis Cokaj zeigten gegen den Ball, dass auf sie Verlass ist, spielerisch ist Luft nach oben. Mit Mats Pannewig kehrt der laut transfermarkt.de derzeit teuerste Mann des Kaders (Marktwert: 3 Millionen Euro) deutlich früher zurück, als zunächst zu befürchten war. Läuft es perfekt, könnte er schon zum Saisonstart gegen Hertha wieder eine Option sein. Die Talente Lasse Isbruch und Tom Meyer sind bisher nicht auf Zweitliga-Niveau, wobei gerade Isbruch gegen Antwerpen eine klare Steigerung zeigte. Nicht ausgeschlossen, dass der hochbegabte 18-Jährige im Trainingslager den Abstand Richtung Stamm verkürzen kann.
VfL Bochum hält sich Kaderplätze offen
Dennoch halten die Verantwortlichen derzeit weiterhin die Augen nach einem spiel- und laufstarken Achter offen. Die allerhöchste Priorität besitzt die Position derzeit aber nicht. Das gilt auch für die Offensive. Im offensiven Zentrum ist Berkan Taz erste Wahl. Mit Koji Miyoshi, Daniel Hanslik oder Christian Rasmussen gibt es Spieler, die in etwas anderer Rolle als flexibel einsetzbare Offensivkräfte einspringen können, wenn Taz nicht funktionieren sollte. Deutlich flexibler als in der Vorsaison kommt der VfL Bochum derzeit daher.
Klar ist aber: Der Transfermarkt ist aufgrund der Weltmeisterschaft noch immer nicht richtig in Gang gekommen und der VfL Bochum als Zweitligist weiter hinten in der Nahrungskette platziert. Wenn sich ab Ende Juli bis zum Ende der Transferphase am 1. September Möglichkeiten mit sportlichem Mehrwert ergeben – ob per Festverpflichtung oder mögliche Leihe –, wollen die Verantwortlichen zur Stelle sein. Nicht jeder Kaderplatz soll daher in den nächsten Tagen besetzt werden.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."