07-08-2026, 05:50 PM
Der VfL Bochum verpflichtet Christian Rasmussen, der in der vergangenen Saison bei Fortuna Düsseldorf spielte. Er soll den Flügel beleben.
Wer am Mittwochvormittag beim Training genau hingeschaut hatte und den VfL Bochum schon länger begleitet, dem wird ein Blondschopf unter den Zaungästen aufgefallen sein. Tommy Bechmann stand dort und beobachtete die Einheit, die von Trainer Uwe Rösler geführt wurde. Der ehemalige dänische Stürmer, der zwischen 2004 und 2008 vier Jahre das Trikot des VfL getragen hat und bis heute der Rekordtransfer des Klubs ist, ist inzwischen Berater. Zusammen mit einem Kollegen ließ er sich von Markus Brunnschneider, dem Direktor Recruitment, Data und Scouting beim VfL, über das Gelände führen.
Der Besuch hatte einen Grund: Bechmann und sein Kollege betreuen Christian Rasmussen, der sich mit sofortiger Wirkung dem VfL Bochum anschließt. Nach der Landung am Morgen und einem XXL-Medizincheck am Mittwoch, damit der VfL genaustens über den zuletzt auch anfälligen Körper Bescheid weiß, unterschrieb der 23-jährige Flügelspieler einen bis 2030 gültigen Vertrag an der Castroper Straße, der für den VfL ein hohes Gesamtvolumen darstellt, sich aber sowohl sportlich als auch bei einem möglichen Weiterverkauf auszahlen soll.
Rasmussen machte sein bestes Spiel gegen den VfL Bochum
„Christian bringt ein hohes Tempo, einen ausgeprägten Zug zum Tor und eine große Entschlossenheit im letzten Drittel mit. Er sucht konsequent den Abschluss und verfügt über einen sehr guten Schuss, wodurch er jederzeit Torgefahr ausstrahlen kann. Gleichzeitig passt seine geradlinige Spielweise sehr gut zu der Art und Weise, wie wir offensiv auftreten wollen“, sagt Simon Zoller, Direktor Lizenzfußball beim VfL Bochum. „Wir sind überzeugt, dass Christian noch Entwicklungspotenzial besitzt. Er bringt die sportlichen und charakterlichen Voraussetzungen mit, um sich bei uns weiterzuentwickeln und mittelfristig eine wichtige Rolle innerhalb unserer Mannschaft einzunehmen.“
Einen Eindruck davon, wie stark der Neuzugang sein kann, konnte sich jeder Fan und Verantwortliche des VfL Bochum bereits im vergangenen März machen. Bei der 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf spielte Rasmussen groß auf und machte in der Retroperspektive das wohl beste Spiel seiner Saison für den Zweitliga-Absteiger, bereitete einen Treffer vor. „Ich habe meine Chance genutzt, das fühlt sich gut an“, sagte der Däne damals. „Man hat gegen Bochum gesehen, dass bei mir noch mehr geht, auch wenn es schon ein gutes Level war. Ich hoffe, dass ich jetzt in einen Flow komme.“
Kam er dann aber nicht, und er stieg am Ende der Saison mit Fortuna in die 3. Liga ab. Für Rasmussen, der auch als Stürmer spielen kann, endeten damit nicht nur die Saison, sondern auch der Vertrag am Rhein. Der Abstieg machte ihn ablösefrei – zum Glück für den VfL Bochum, der sich schon im Saisonendspurt intensiv mit ihm befasst hat. Nun haben die Verantwortlichen Nägel mit Köpfen gemacht und ihn langfristig unter Vertrag genommen, sich dabei offenbar auch gegen namhafte Konkurrenz aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Er soll künftig auf dem rechten Flügel für Vollgas und Torgefahr sorgen. Rasmussen gilt als Edeltechniker, der bei Ajax Amsterdam die Akademie durchlief und bei einer Leihstation in Nordsjaelland und später zurück in Amsterdam auf sich aufmerksam machte. Sogar in der Europa League spielte er, durfte in der Eredivisie aber nur selten ran.
Fortuna Düsseldorf zahlte eine Million Euro
Im vergangenen Sommer schnappte sich Fortuna Düsseldorf den inzwischen 23-Jährigen und bezahlte eine Million Euro an Ajax Amsterdam, wollte ihn für ein Vielfaches weiterverkaufen. Doch Rasmussen tat sich in der ersten Zweitliga-Saison äußerst schwer, kam nie richtig rein in die Spielzeit. Nur zwei Tore und vier Vorlagen steuerte er bei. Er wirkte in manchen Phasen der Saison unkonzentriert, Lustlos-Vorwürfe wurden teilweise laut. Der damalige Trainer Markus Anfang und der ehemalige Sport-Vorstand Klaus Allofs forderten mehrfach mehr Engagement und Einfluss auf das Fortuna-Spiel.
Dabei bietet Rasmussen mit seiner Schnelligkeit, gepaart mit seiner Physis, ein spannendes Gesamtpaket. „Ich weiß, dass das nicht typisch ist für einen Flügelspieler. Ich will nicht unbedingt sagen, dass die Rechtsaußen im modernen Fußball meistens sehr dünn sind – aber sie sehen jedenfalls nicht so aus wie ich“, sagte er kurz nach seiner Vorstellung im letzten Jahr in Düsseldorf. Rasmussen will laut eigenen Aussagen in der Vergangenheit nach vorn spielen, liebt die Intensität. Davon war bei Fortuna aber nur wenig zu sehen, sagen Beobachter des Vereins.
In Bochum erhoffen sie sich nun, dass er in einem zweiten Jahr in Deutschland besser klarkommt und mit seiner Physis die Spielidee von Trainer Uwe Rösler perfekt umsetzen kann und die richtigen Lehren aus seiner Zeit in Düsseldorf gezogen hat. „Diese Erfahrung kann mich zu einem besseren Spieler machen, es gibt im Sport auch immer eine andere Seite der Medaille“, sagte Rasmussen noch vor wenigen Monaten gegenüber Bild. „Durch eine derart negative Phase muss wohl jeder Profi mal durch, aber das formt einen für die gesamte Karriere in einer guten Art und Weise.“
Rasmussen gilt als Freigeist
Von den Qualitäten her scheint Rasmussen durchaus ein Unterschiedsspieler für den VfL Bochum zu sein. Allerdings muss er nun auch beweisen, dass er in seinem Jahr in Düsseldorf entsprechend gereift ist, um wirklich die Offensivpower auszuleben, die in ihm steckt. Die Bochumer Verantwortlichen, die sich durch Uwe Rösler, Simon Zoller und Brunnschneider intensiv mit Rasmussen auseinandergesetzt haben, sind überzeugt, dass er beim VfL in einem funktionierenden Umfeld zum Leistungsträger taugt. Den Freigeist, so heißt es, wolle man wieder zurück in die Spur bringen.
Quelle: WAZ.de
Wer am Mittwochvormittag beim Training genau hingeschaut hatte und den VfL Bochum schon länger begleitet, dem wird ein Blondschopf unter den Zaungästen aufgefallen sein. Tommy Bechmann stand dort und beobachtete die Einheit, die von Trainer Uwe Rösler geführt wurde. Der ehemalige dänische Stürmer, der zwischen 2004 und 2008 vier Jahre das Trikot des VfL getragen hat und bis heute der Rekordtransfer des Klubs ist, ist inzwischen Berater. Zusammen mit einem Kollegen ließ er sich von Markus Brunnschneider, dem Direktor Recruitment, Data und Scouting beim VfL, über das Gelände führen.
Der Besuch hatte einen Grund: Bechmann und sein Kollege betreuen Christian Rasmussen, der sich mit sofortiger Wirkung dem VfL Bochum anschließt. Nach der Landung am Morgen und einem XXL-Medizincheck am Mittwoch, damit der VfL genaustens über den zuletzt auch anfälligen Körper Bescheid weiß, unterschrieb der 23-jährige Flügelspieler einen bis 2030 gültigen Vertrag an der Castroper Straße, der für den VfL ein hohes Gesamtvolumen darstellt, sich aber sowohl sportlich als auch bei einem möglichen Weiterverkauf auszahlen soll.
Rasmussen machte sein bestes Spiel gegen den VfL Bochum
„Christian bringt ein hohes Tempo, einen ausgeprägten Zug zum Tor und eine große Entschlossenheit im letzten Drittel mit. Er sucht konsequent den Abschluss und verfügt über einen sehr guten Schuss, wodurch er jederzeit Torgefahr ausstrahlen kann. Gleichzeitig passt seine geradlinige Spielweise sehr gut zu der Art und Weise, wie wir offensiv auftreten wollen“, sagt Simon Zoller, Direktor Lizenzfußball beim VfL Bochum. „Wir sind überzeugt, dass Christian noch Entwicklungspotenzial besitzt. Er bringt die sportlichen und charakterlichen Voraussetzungen mit, um sich bei uns weiterzuentwickeln und mittelfristig eine wichtige Rolle innerhalb unserer Mannschaft einzunehmen.“
Einen Eindruck davon, wie stark der Neuzugang sein kann, konnte sich jeder Fan und Verantwortliche des VfL Bochum bereits im vergangenen März machen. Bei der 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf spielte Rasmussen groß auf und machte in der Retroperspektive das wohl beste Spiel seiner Saison für den Zweitliga-Absteiger, bereitete einen Treffer vor. „Ich habe meine Chance genutzt, das fühlt sich gut an“, sagte der Däne damals. „Man hat gegen Bochum gesehen, dass bei mir noch mehr geht, auch wenn es schon ein gutes Level war. Ich hoffe, dass ich jetzt in einen Flow komme.“
Kam er dann aber nicht, und er stieg am Ende der Saison mit Fortuna in die 3. Liga ab. Für Rasmussen, der auch als Stürmer spielen kann, endeten damit nicht nur die Saison, sondern auch der Vertrag am Rhein. Der Abstieg machte ihn ablösefrei – zum Glück für den VfL Bochum, der sich schon im Saisonendspurt intensiv mit ihm befasst hat. Nun haben die Verantwortlichen Nägel mit Köpfen gemacht und ihn langfristig unter Vertrag genommen, sich dabei offenbar auch gegen namhafte Konkurrenz aus dem In- und Ausland durchgesetzt. Er soll künftig auf dem rechten Flügel für Vollgas und Torgefahr sorgen. Rasmussen gilt als Edeltechniker, der bei Ajax Amsterdam die Akademie durchlief und bei einer Leihstation in Nordsjaelland und später zurück in Amsterdam auf sich aufmerksam machte. Sogar in der Europa League spielte er, durfte in der Eredivisie aber nur selten ran.
Fortuna Düsseldorf zahlte eine Million Euro
Im vergangenen Sommer schnappte sich Fortuna Düsseldorf den inzwischen 23-Jährigen und bezahlte eine Million Euro an Ajax Amsterdam, wollte ihn für ein Vielfaches weiterverkaufen. Doch Rasmussen tat sich in der ersten Zweitliga-Saison äußerst schwer, kam nie richtig rein in die Spielzeit. Nur zwei Tore und vier Vorlagen steuerte er bei. Er wirkte in manchen Phasen der Saison unkonzentriert, Lustlos-Vorwürfe wurden teilweise laut. Der damalige Trainer Markus Anfang und der ehemalige Sport-Vorstand Klaus Allofs forderten mehrfach mehr Engagement und Einfluss auf das Fortuna-Spiel.
Dabei bietet Rasmussen mit seiner Schnelligkeit, gepaart mit seiner Physis, ein spannendes Gesamtpaket. „Ich weiß, dass das nicht typisch ist für einen Flügelspieler. Ich will nicht unbedingt sagen, dass die Rechtsaußen im modernen Fußball meistens sehr dünn sind – aber sie sehen jedenfalls nicht so aus wie ich“, sagte er kurz nach seiner Vorstellung im letzten Jahr in Düsseldorf. Rasmussen will laut eigenen Aussagen in der Vergangenheit nach vorn spielen, liebt die Intensität. Davon war bei Fortuna aber nur wenig zu sehen, sagen Beobachter des Vereins.
In Bochum erhoffen sie sich nun, dass er in einem zweiten Jahr in Deutschland besser klarkommt und mit seiner Physis die Spielidee von Trainer Uwe Rösler perfekt umsetzen kann und die richtigen Lehren aus seiner Zeit in Düsseldorf gezogen hat. „Diese Erfahrung kann mich zu einem besseren Spieler machen, es gibt im Sport auch immer eine andere Seite der Medaille“, sagte Rasmussen noch vor wenigen Monaten gegenüber Bild. „Durch eine derart negative Phase muss wohl jeder Profi mal durch, aber das formt einen für die gesamte Karriere in einer guten Art und Weise.“
Rasmussen gilt als Freigeist
Von den Qualitäten her scheint Rasmussen durchaus ein Unterschiedsspieler für den VfL Bochum zu sein. Allerdings muss er nun auch beweisen, dass er in seinem Jahr in Düsseldorf entsprechend gereift ist, um wirklich die Offensivpower auszuleben, die in ihm steckt. Die Bochumer Verantwortlichen, die sich durch Uwe Rösler, Simon Zoller und Brunnschneider intensiv mit Rasmussen auseinandergesetzt haben, sind überzeugt, dass er beim VfL in einem funktionierenden Umfeld zum Leistungsträger taugt. Den Freigeist, so heißt es, wolle man wieder zurück in die Spur bringen.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."