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„Verein hat noch Spielraum“
#1
Beim VfL Bochum erwarten Timo Horn und Uwe Rösler nach dem ersten Testspiel gezielte Verstärkungen – auf welchen Positionen wird noch nachgelegt? 

Es war nur ein erstes Testspiel, das der VfL Bochum am Sonntagnachmittag gegen eine bunt zusammengestellte Amateur-Auswahl, die Vonovia Allstars, bestritt. Weder in die eine, noch in die andere Richtung darf man es überbewerten. So ist das mit Auftaktspielen in einer Vorbereitung. Das weiß auch der erfahrene Torhüter Timo Horn. „Es ist immer schwer, bis man dann reinkommt gegen einen tief stehenden Gegner“, sagte er. Entsprechend sah die erste Halbzeit auch aus, die wild zusammengewürfelte Mannschaft von Trainer Uwe Rösler, die mit U21-Spielern aufgefüllt wurde, mühte sich zu einer knappen 1:0-Führung. In der zweiten Halbzeit setzte sich dann die Qualität der Offensivspieler um Berkan Taz, Moritz-Broni Kwarteng und Philipp Hofmann deutlich durch. 

Auffällig war aber bereits im ersten Test, dass der Bedarf auf einzelnen Positionen naturgemäß noch vorhanden ist. „In allen Ketten unserer Mannschaft noch“, sagte Rösler im Nachgang auf die Frage, für welche Positionen er sich nach sieben externen Neuzugängen denn nun noch Verstärkungen wünscht von den verantwortlichen Direktoren um Markus Brunnschneider und Simon Zoller. „In der Breite sind wir gut“, erklärte Rösler. 

In der Spitze soll investiert werden
Bedeutet im Umkehrschluss: In der Spitze der Kaderqualität soll sich nun noch etwas tun. Dass diese Qualität aller Voraussicht nach auch Geld kosten wird, dessen sind sich an der Castroper Straße alle bewusst. Überraschend deutlich stellte dies Torhüter Horn heraus. „Ich glaube, wir haben jetzt wirklich die Möglichkeit, auch finanziell dann noch mal den ein oder anderen nachzulegen. Wir haben viele Jungs dazu bekommen, die ablösefrei waren. Insofern glaube ich, dass der Verein noch Spielraum hat“, sagte der 33-Jährige. Unterstützung in seiner Ansicht bekam er von seinem Trainer. „Wir haben bis auf Steini (Michael Steinwender, Anm. d. Red.) bislang ablösefreie Spieler geholt. Ich glaube, dass sich noch etwas machen lässt“, sagte Rösler, forderte aber Geduld ein. „Am Ende des Transferfensters werden noch interessante Sachen kommen, wenn Spieler sehen, dass sie bei Bundesligisten keine Chance haben. Da müssen wir dran sein und sind es auch.“

Möglichst bis zum Start ins Trainingslager am 18. Juli soll noch Verstärkung zum Kader dazustoßen. Aber auf welchen Positionen? „Ich suche seit Januar einen Keyplayer in der Innenverteidigung. Es ist nicht einfach, die Qualität zu finden, die ich will und die finanzierbar ist“, sagte Rösler. Mit Steinwender und Yigit Kardemir hat der Cheftrainer bislang zwei Spieler hinzubekommen, die die Qualität in der Innenverteidigung heben sollen, wenngleich zunächst nur Steinwender für die erste Reihe eingeplant ist und ins Duell mit Philipp Strompf gehen soll. Karademir, der ablösefrei vom VfL Osnabrück kam, soll in der Herausforderer-Rolle den Druck auf die Etablierten erhöhen. 

Nachholbedarf in der Offensive
Das Testspiel gegen die Vonovia Allstars machte allerdings auch deutlich, dass in der Offensive derzeit noch Nachholbedarf besteht. „Wenn man die erste Halbzeit gesehen hat, müssen wir uns auch im vorderen Bereich verstärken“, gab Rösler unumwunden zu und bekam Zuspruch von Keeper Horn. „Man hat heute gesehen, dass vielleicht ein bisschen Qualität im letzten Drittel noch fehlt“, sagte er deutlich. Zwar deutete in einer schwächeren ersten Halbzeit zumindest Daniel Hanslik mitunter an, was er der Mannschaft bringen kann, auch wenn der Ex-Lauterer eine Topchance ausließ und auch noch viel Luft nach oben hat.

Außenangreifer Samuel Bamba dürfte wohl auch nach dieser Vorbereitung einen schweren Stand haben, Stoßstürmer Luis Pick benötigt definitiv noch Eingewöhnungszeit. Auch der Hochgeschwindigkeits-Flügelmann Babis Drakas, der aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund kam, ist nicht als Stammspieler in einer Offensivreihe unter Rösler eingeplant, wenngleich der VfL ihm einen entsprechenden Leistungssprung von der Regionalliga in die Zweite Bundesliga durchaus zutraut. 

Stressen lassen wollen sich die Bochumer allerdings nicht. „Das war aber klar und der Plan“, sagte Rösler, dass zum Trainingsauftakt der Kader noch nicht fertig sei. „Ich bin optimistisch, dass wir bis zum Trainingslager etwas verkünden können“, so der Cheftrainer. Ob dies ein Innenverteidiger oder doch ein Unterschiedsspieler für die Flügelpositionen ist, ließ er allerdings offen. Für beide Positionen jedenfalls führen die Verantwortlichen des VfL Bochum dieser Tage immer wieder Gespräche und verweisen auf den Markt, auf dem es manchmal schnell gehen könne. So wie bei den bisherigen sieben Neuzugängen, die Timo Horn nach den ersten Tagen der Vorbereitung „wirklich zuversichtlich auf die Saison“ blicken lassen. 

Quelle:WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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