05-27-2026, 06:05 PM
Passlack, Daschner, Broschinski, Sissoko und Co.: Sie verließen den VfL Bochum vor einem Jahr und erlebten anschließend teils turbulente Zeiten. Der Überblick.
Der vergangene Sommer war beim VfL Bochum nach dem Abstieg aus der Bundesliga ähnlich ereignisreich wie der, der nun anstehen wird. 15 Spieler verließen den Verein, darunter vier Leihspieler. Mit Anthony Losilla und Cristian Gamboa beendeten absolute VfL-Legenden ihre langen Karrieren. Doch damit war es das noch nicht an Kaderbewegungen in der abgelaufenen Saison. Auch im Winter trennte sich der Verein von drei Spielern – beziehungsweise sie zogen weiter zu neuen Vereinen.
Wir blicken zunächst auf die Spieler, für die der VfL Bochum in der abgelaufenen Saison wichtige Ablösen generieren konnte. Nicht jeder Spieler wurde in seiner neuen sportlichen Heimat glücklich. Wer hat sich wie geschlagen?
Felix Passlack: Internationales Geschäft auf der Couch
Am vergangenen Samstag, als sich alle Blicke nach Berlin auf das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart richteten, schaute Felix Passlack nach Glasgow. Dort trug Celtic Glasgow gegen Dunfermline Athletic das Pokalfinale in Schottland aus – und gewann. Zu Hause auf dem Sofa hat sich auch Passlack gefreut. Denn durch das Double von Celtic rutschte er mit seinem neuen Klub Hibernian FC in die Conference League – obwohl er am letzten Spieltag der schottischen Meisterschaft gegen Motherwell verloren hatte und zunächst betrübt war.
So endete die Rückrunde nach seinem Last-minute-Wintertransfer für eine niedrige sechsstellige Summe perfekt. Auf Anhieb war er bei Hibernian Stammspieler und schoss im legendären Celtic-Park sein erstes Tor in Schottland und trug so zum Sieg beim späteren Meister bei. Einen weiteren Treffer und drei Vorlagen steuerte er in seinen 13 Einsätzen bei. Einmal flog er zudem mit Gelb-Rot vom Platz. Dennoch hat sich der Wechsel für ihn offenbar ausgezahlt.
Ibrahima Sissoko: Millionen-Bonus geht flöten
Der Malier wollte schon nach dem Abstieg unbedingt weg. Im vergangenen Sommer wurde nichts daraus, der Markt war nicht da, zudem verletzte er sich direkt im ersten Pflichtspiel für den VfL im DFB-Pokal schwer an der Schulter. Sissoko aber signalisierte früh, dass sich an seiner Grundhaltung wenig ändern würde, und schlussendlich gab es im Winter ein konkretes Angebot. Sissoko wechselte für knapp zwei Millionen Euro zum FC Nantes. Auch der Berater soll entsprechend Druck ausgeübt haben.
Glücklich wurde Sissoko in Frankreich aber nicht wirklich. Nach Informationen dieser Redaktion winkte ihm ein Millionen-Bonus, sollte er zum Klassenerhalt des FC Nantes beitragen. Daraus wurde nichts, er stieg wie schon im vergangenen Sommer aus einer ersten Liga ab. Immerhin: Für 14 Einsätze reichte es in der Rückrunde bei ihm. Unumstrittener Stammspieler war er aber nicht.
Tim Oermann: Abgebrochene Leihe, wenige Spiele
Inzwischen gilt der Fall Tim Oermann als mahnendes Beispiel beim VfL Bochum. Ein eigenes Toptalent soll frühzeitig langfristig an den Verein gebunden werden. Bei Oermann klappte es aus verschiedenen Gründen nicht, weshalb er im vergangenen Sommer für knapp unter zwei Millionen Euro zu Bayer Leverkusen wechselte. Die Werkself verlieh ihn allerdings direkt zu Sturm Graz, wo er den Dreitagesrhythmus mit englischen Wochen durch die Europapokalteilnahme kennenlernen sollte
Der Plan ging auch auf. Oermann war in der Hinrunde in Graz Stammspieler, spielte mal als Rechts-, mal als Innenverteidiger. Auch in der Europa League sammelte er wichtige Erfahrungen. Als Sturm nach der Gruppenphase die Segel im internationalen Wettbewerb streichen musste und Bayer Verletzungsprobleme hatte, beendete Leverkusen die Leihe Oermanns nach Österreich. Er sollte sich unter dem Bayerkreuz empfehlen. Fast immer stand er im Spieltagskader, kam aber nur zu 16 Bundesliga-Minuten.
Moritz Broschinski: Das Glück in Basel nicht gefunden
Erst sollte Moritz Broschinski den VfL Bochum im vergangenen Jahr verlassen, dann wollte Dieter Hecking den Stürmer nach einer überragenden Vorbereitung unbedingt behalten. Am Ende transferierte der inzwischen ehemalige Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner den Stürmer zum FC Basel. Der VfL Bochum bekam rund 2,5 Millionen Euro aus der Schweiz für den aktiven, aber zu oft unglücklichen Broschinski.
Ähnlich muss man das Jahr für den 25-Jährigen auch in Basel beschreiben. Er kam nie über den Status als Ergänzungsspieler hinaus, stand in der Rückrunde häufig nicht einmal mehr im Kader, in einer für den FCB turbulenten Saison. Ein Außenbandanriss im Knie vermasselte ihm zudem die Wintervorbereitung. Gerade mal ein Tor gelang ihm in der Liga, zwei weitere waren es im Pokal. Immerhin: International sammelte er Minuten in der Europa League. Wie in Bochum wirkte er im Speil oft zu überhastet, nicht klar genug in seinen Aktionen. Inzwischen ist klar: Er soll Basel im Sommer verlassen – könnte aber in der Schweiz bleiben. Der FC St. Gallen soll Interesse haben.
Lukas Daschner: Pokalsieger mit dem FC St. Gallen
Apropos St. Gallen: Dorthin wechselte Lukas Daschner im vergangenen Sommer, nachdem er in der Saison zuvor schon dorthin ausgeliehen war. Mit einer Sockelablöse von 650.000 Euro machte der VfL einen soliden Deal, zumal die Summe weiter ansteigen wird, nachdem die Mannschaft auch aufgrund guter Leistungen von Daschner Schweizer Pokalsieger wurde und die Saison auf Platz zwei in der Liga abgeschlossen hat.
Für Daschner selbst lief es unter Trainer Enrico Maaßen gut, er trug im letzten Spiel der Saison sogar die Kapitänsbinde und war unumstrittener Stammspieler. Einzig sein Saisonstart ging in die Hose, weil er sich in seiner ersten Trainingswoche schwer verletzte. Im sprang die Kniescheibe heraus und musste operiert werden. Erst im November feierte er sein Saisondebüt – war seitdem aber nicht aus der Mannschaft des FCSG wegzudenken und war Dreh- und Angelpunkt in der Offensive.
Patrick Drewes: Trainingstorhüter beim Vizemeister
Es war der vielleicht überraschendste Wechsel der vergangenen Spielzeit mit Beteiligung des VfL Bochum: Torhüter Patrick Drewes verließ die Castroper Straße und wechselte zu Borussia Dortmund. In Bochum war er nach einem Torwartwechsel in der Vorsaison zu Timo Horn nur noch der zweite Keeper. So kam die Anfrage aus Dortmund genau recht, zumal der BVB 200.000 Euro nach Bochum überwies.
In Dortmund allerdings war Drewes klar als dritter Keeper eingeplant – Spielzeit sollte er nicht bekommen. Vielmehr war der Plan, dass er mit seiner Erfahrung das Trainingsniveau anhebt. Immerhin: Er stand zweimal im Bundesliga-Kader der Borussia. Auch Champions-League-Luft schnupperte er als Trainingstorhüter. In den Kader hatte er es nie geschafft.
Quelle: WAZ.de
Der vergangene Sommer war beim VfL Bochum nach dem Abstieg aus der Bundesliga ähnlich ereignisreich wie der, der nun anstehen wird. 15 Spieler verließen den Verein, darunter vier Leihspieler. Mit Anthony Losilla und Cristian Gamboa beendeten absolute VfL-Legenden ihre langen Karrieren. Doch damit war es das noch nicht an Kaderbewegungen in der abgelaufenen Saison. Auch im Winter trennte sich der Verein von drei Spielern – beziehungsweise sie zogen weiter zu neuen Vereinen.
Wir blicken zunächst auf die Spieler, für die der VfL Bochum in der abgelaufenen Saison wichtige Ablösen generieren konnte. Nicht jeder Spieler wurde in seiner neuen sportlichen Heimat glücklich. Wer hat sich wie geschlagen?
Felix Passlack: Internationales Geschäft auf der Couch
Am vergangenen Samstag, als sich alle Blicke nach Berlin auf das Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart richteten, schaute Felix Passlack nach Glasgow. Dort trug Celtic Glasgow gegen Dunfermline Athletic das Pokalfinale in Schottland aus – und gewann. Zu Hause auf dem Sofa hat sich auch Passlack gefreut. Denn durch das Double von Celtic rutschte er mit seinem neuen Klub Hibernian FC in die Conference League – obwohl er am letzten Spieltag der schottischen Meisterschaft gegen Motherwell verloren hatte und zunächst betrübt war.
So endete die Rückrunde nach seinem Last-minute-Wintertransfer für eine niedrige sechsstellige Summe perfekt. Auf Anhieb war er bei Hibernian Stammspieler und schoss im legendären Celtic-Park sein erstes Tor in Schottland und trug so zum Sieg beim späteren Meister bei. Einen weiteren Treffer und drei Vorlagen steuerte er in seinen 13 Einsätzen bei. Einmal flog er zudem mit Gelb-Rot vom Platz. Dennoch hat sich der Wechsel für ihn offenbar ausgezahlt.
Ibrahima Sissoko: Millionen-Bonus geht flöten
Der Malier wollte schon nach dem Abstieg unbedingt weg. Im vergangenen Sommer wurde nichts daraus, der Markt war nicht da, zudem verletzte er sich direkt im ersten Pflichtspiel für den VfL im DFB-Pokal schwer an der Schulter. Sissoko aber signalisierte früh, dass sich an seiner Grundhaltung wenig ändern würde, und schlussendlich gab es im Winter ein konkretes Angebot. Sissoko wechselte für knapp zwei Millionen Euro zum FC Nantes. Auch der Berater soll entsprechend Druck ausgeübt haben.
Glücklich wurde Sissoko in Frankreich aber nicht wirklich. Nach Informationen dieser Redaktion winkte ihm ein Millionen-Bonus, sollte er zum Klassenerhalt des FC Nantes beitragen. Daraus wurde nichts, er stieg wie schon im vergangenen Sommer aus einer ersten Liga ab. Immerhin: Für 14 Einsätze reichte es in der Rückrunde bei ihm. Unumstrittener Stammspieler war er aber nicht.
Tim Oermann: Abgebrochene Leihe, wenige Spiele
Inzwischen gilt der Fall Tim Oermann als mahnendes Beispiel beim VfL Bochum. Ein eigenes Toptalent soll frühzeitig langfristig an den Verein gebunden werden. Bei Oermann klappte es aus verschiedenen Gründen nicht, weshalb er im vergangenen Sommer für knapp unter zwei Millionen Euro zu Bayer Leverkusen wechselte. Die Werkself verlieh ihn allerdings direkt zu Sturm Graz, wo er den Dreitagesrhythmus mit englischen Wochen durch die Europapokalteilnahme kennenlernen sollte
Der Plan ging auch auf. Oermann war in der Hinrunde in Graz Stammspieler, spielte mal als Rechts-, mal als Innenverteidiger. Auch in der Europa League sammelte er wichtige Erfahrungen. Als Sturm nach der Gruppenphase die Segel im internationalen Wettbewerb streichen musste und Bayer Verletzungsprobleme hatte, beendete Leverkusen die Leihe Oermanns nach Österreich. Er sollte sich unter dem Bayerkreuz empfehlen. Fast immer stand er im Spieltagskader, kam aber nur zu 16 Bundesliga-Minuten.
Moritz Broschinski: Das Glück in Basel nicht gefunden
Erst sollte Moritz Broschinski den VfL Bochum im vergangenen Jahr verlassen, dann wollte Dieter Hecking den Stürmer nach einer überragenden Vorbereitung unbedingt behalten. Am Ende transferierte der inzwischen ehemalige Sport-Geschäftsführer Dirk Dufner den Stürmer zum FC Basel. Der VfL Bochum bekam rund 2,5 Millionen Euro aus der Schweiz für den aktiven, aber zu oft unglücklichen Broschinski.
Ähnlich muss man das Jahr für den 25-Jährigen auch in Basel beschreiben. Er kam nie über den Status als Ergänzungsspieler hinaus, stand in der Rückrunde häufig nicht einmal mehr im Kader, in einer für den FCB turbulenten Saison. Ein Außenbandanriss im Knie vermasselte ihm zudem die Wintervorbereitung. Gerade mal ein Tor gelang ihm in der Liga, zwei weitere waren es im Pokal. Immerhin: International sammelte er Minuten in der Europa League. Wie in Bochum wirkte er im Speil oft zu überhastet, nicht klar genug in seinen Aktionen. Inzwischen ist klar: Er soll Basel im Sommer verlassen – könnte aber in der Schweiz bleiben. Der FC St. Gallen soll Interesse haben.
Lukas Daschner: Pokalsieger mit dem FC St. Gallen
Apropos St. Gallen: Dorthin wechselte Lukas Daschner im vergangenen Sommer, nachdem er in der Saison zuvor schon dorthin ausgeliehen war. Mit einer Sockelablöse von 650.000 Euro machte der VfL einen soliden Deal, zumal die Summe weiter ansteigen wird, nachdem die Mannschaft auch aufgrund guter Leistungen von Daschner Schweizer Pokalsieger wurde und die Saison auf Platz zwei in der Liga abgeschlossen hat.
Für Daschner selbst lief es unter Trainer Enrico Maaßen gut, er trug im letzten Spiel der Saison sogar die Kapitänsbinde und war unumstrittener Stammspieler. Einzig sein Saisonstart ging in die Hose, weil er sich in seiner ersten Trainingswoche schwer verletzte. Im sprang die Kniescheibe heraus und musste operiert werden. Erst im November feierte er sein Saisondebüt – war seitdem aber nicht aus der Mannschaft des FCSG wegzudenken und war Dreh- und Angelpunkt in der Offensive.
Patrick Drewes: Trainingstorhüter beim Vizemeister
Es war der vielleicht überraschendste Wechsel der vergangenen Spielzeit mit Beteiligung des VfL Bochum: Torhüter Patrick Drewes verließ die Castroper Straße und wechselte zu Borussia Dortmund. In Bochum war er nach einem Torwartwechsel in der Vorsaison zu Timo Horn nur noch der zweite Keeper. So kam die Anfrage aus Dortmund genau recht, zumal der BVB 200.000 Euro nach Bochum überwies.
In Dortmund allerdings war Drewes klar als dritter Keeper eingeplant – Spielzeit sollte er nicht bekommen. Vielmehr war der Plan, dass er mit seiner Erfahrung das Trainingsniveau anhebt. Immerhin: Er stand zweimal im Bundesliga-Kader der Borussia. Auch Champions-League-Luft schnupperte er als Trainingstorhüter. In den Kader hatte er es nie geschafft.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."