05-08-2026, 10:49 AM
Zwei Linksverteidiger des VfL Bochum sind verletzt, Darnell Keumo rückt auf, könnte am Wochenende für Profis und U19 spielen. Er bleibt ganz cool.
Der Wind zischt, der Regen peitscht. Und Darnell Keumo? Steht da wie ein Sonnenschein im trüben Bochum. Als der 18-Jährige zum Interview kommt nach dem Training am Mittwoch mit den Profis des VfL Bochum, spürt man förmlich, dass er am liebsten noch weitergeackert hätte auf dem tiefen Rasen. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, bei den Profis zu trainieren“, sagt der Linksverteidiger strahlend. „Ich lerne viele neue Sachen. Es ist nochmal intensiver als bei der U21 oder U19.“
U19. U21. Profis. Keumo ist für alle Teams da, schmeißt sich überall rein. Er ist, wenn er den großen Durchbruch schaffen sollte, ein Paradebeispiel für den neuen Weg des VfL Bochum seit der Wiedereinführung der U21: Talente Schritt für Schritt aufzubauen, zu fordern und zu fördern. Weil er zuhört, lernt, Gas gibt und „ein ruhiges Umfeld hat“, wie U21-Trainer Heiko Butscher weiß.
Keumo überzeugt beim VfL Bochum mit Tempo und Dribblings auf links
Der Teenager aus Essen, der seit der U13 alle Jugendteams des VfL durchlaufen und einen Profivertrag bis 2028 unterschrieben hat, sammelte bereits im Sommer Erfahrungen bei den Profis. Im Trainingslager etwa und bei seinem Zweitliga-Debüt im Ruhrstadion, als er unter Trainer Dieter Hecking eingewechselt wurde gegen Preußen Münster. Ein „unvergesslicher“ Tag, sagt Keumo, auch wenn das 1:2 die Freude etwas trübte.
Nach dem Trainerwechsel zu Uwe Rösler spielte Keumo überwiegend bei den A-Junioren von Trainer David Siebers, machte dort wie schon in der Vorsaison oft den Unterschied als linker Schienenspieler. Sein Antritt, seine Dribblings, sein Zug sind eine fußballerische Waffe. Ende November rückte das 1,72-Meter-Energiebündel in die U21 auf, erzielte gegen Düsseldorf II sein erstes Tor in der Regionalliga. In diesem Jahr trainierte und spielte er fast nur noch im Team von Trainer Heiko Butscher - und zwar als Linksverteidiger.
Butscher: „Erstmal das Verteidigen lernen“
Während die U19 mit einer Dreierkette agiert, spielt die U21 mit Viererkette. Wie die Profis seit Uwe Röslers Amtsübernahme im Oktober. Das soll auch in Zukunft so bleiben, Keumo wird daher ein Stück weit umgeschult. „Für mich ist es elementar wichtig, dass man erstmal das Verteidigen lernt. Die erste Mannschaft spielt mit Viererkette, also tun wir das auch, um da die Alternativen zu schaffen“, erklärt U21-Trainer Heiko Butscher.
Keumo nimmt das komplett an. „Ich bin ein sehr offensivfreudiger Spieler, aber in der Viererkette kommt es natürlich mehr darauf an, hinten abzusichern. Da muss ich mich offensiv etwas zügeln“, erklärt er. „Ich habe meine Zeit gebraucht, mich umzustellen auf die Viererkette, aber das gelingt mir mittlerweile immer besser. Da geht es ums Durchschieben, den Ball immer im Blick zu haben, eine offene Stellung, die richtige Positionierung. Ich verstehe die Abläufe immer besser und versuche einfach immer, mich von Tag zu Tag zu verbessern und das anzuwenden, was die Verantwortlichen mir mitgeben.“
Keumo überzeugt in der U21 mit starken Leistungen und Entwicklung
15 Mal spielte er mittlerweile von Beginn an bei der U21, er spielte fast immer durch. Keumo verpasste seit seinem Regionalliga-Debüt nur eine Partie, bereitete vier Treffer vor. „Für meine Entwicklung waren die Spiele in der Regionalliga sehr gut“, sagt er. Und: „Wir waren lange im Abstiegskampf, das ist auch eine neue Erfahrung, die ich so noch nicht hatte und mir weitergeholfen hat.“
U21-Trainer Butscher schwärmt geradezu von der Entwicklung des Teenagers. „Der Junge macht so viele gute Schritte, und das komplett in Ruhe“, sagt der erfahrene Coach. „Er trainiert mit uns, er spielt mit uns, das hilft ihm. Er ist extrem auffällig. Er lernt hier, gegen richtige Männer zu verteidigen. Und seine Offensivqualitäten kennen wir alle. Wir werden noch viel Spaß an ihm haben.“
Samstag Hannover, Sonntag Paderborn: Keumo vor Doppel-Einsatz?
Zunächst: am Wochenende. Es könnten die zwei Tage von Darnell Keumo werden. Am Samstag (13 Uhr) spielt der VfL gegen Hannover 96 im ausverkauften Ruhrstadion. Die Linksverteidiger Mikkel Rakneberg und Maximilian Wittek fallen verletzt aus. Keumo wird mit „hoher Wahrscheinlichkeit“, so Uwe Rösler, zum Kader gehören
Ob er spielt oder - wie zuletzt in Dresden und Bielefeld - Leandro Morgalla, ist offen. Zumal am Sonntag (12 Uhr) das nächste Highlight ansteht, wenn die U19 im Viertelfinale beim SC Paderborn seine Chance auf die Deutsche Meisterschaft wahren will. Im Achtelfinale durfte Keumo bei der U19 ran. Er zählte beim 3:2 zu den Besten.
Keumo bereit für Doppeleinsatz: Fokus auf Hannover und Paderborn
Die DFB-Statuten lassen einen Doppeleinsatz zu. Vielleicht wird Keumo gegen Hannover auch eingewechselt, könnte dann in Paderborn für die A-Jugend auflaufen. Die Power dafür hat er. „Die Trainer entscheiden, wo und wann ich am Wochenende spiele. Aber klar, ich wäre bereit für das Spiel gegen Hannover. Ich spüre weniger Anspannung, sondern viel mehr Vorfreude, würde gerne vor unseren Fans im Vonovia Ruhrstadion gegen diesen guten Gegner spielen“, sagt Keumo und wirkt dabei so, wie er trainiert, wie er oft spielt: schon ziemlich cool, klar im Kopf, zugleich mit viel Elan. Auch mit der U19 würde er ja gerne einen historischen Sieg feiern: „So weit sind wir mit dieser Mannschaft noch nie gekommen. Wir haben uns das erarbeitet und wollen die große Chance nutzen, ins Halbfinale zu kommen.“
Klar ist: Keumo wird spielen. Am Samstag. Oder am Sonntag. Oder an beiden Tagen. Daher gilt Keumos Fokus ganz dem Hier und Jetzt. Im Sommer soll er erneut die Vorbereitung bei den Profis absolvieren. „Ich gucke nicht so weit voraus, sondern lieber von Woche zu Woche, um mich weiter zu verbessern“, sagt Keumo. „Natürlich versuche ich, mich zu empfehlen und nächste Saison auch bei den Profis eine größere Rolle zu spielen. Dafür werde ich alles geben.“
Quelle: WAZ.de
Der Wind zischt, der Regen peitscht. Und Darnell Keumo? Steht da wie ein Sonnenschein im trüben Bochum. Als der 18-Jährige zum Interview kommt nach dem Training am Mittwoch mit den Profis des VfL Bochum, spürt man förmlich, dass er am liebsten noch weitergeackert hätte auf dem tiefen Rasen. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, bei den Profis zu trainieren“, sagt der Linksverteidiger strahlend. „Ich lerne viele neue Sachen. Es ist nochmal intensiver als bei der U21 oder U19.“
U19. U21. Profis. Keumo ist für alle Teams da, schmeißt sich überall rein. Er ist, wenn er den großen Durchbruch schaffen sollte, ein Paradebeispiel für den neuen Weg des VfL Bochum seit der Wiedereinführung der U21: Talente Schritt für Schritt aufzubauen, zu fordern und zu fördern. Weil er zuhört, lernt, Gas gibt und „ein ruhiges Umfeld hat“, wie U21-Trainer Heiko Butscher weiß.
Keumo überzeugt beim VfL Bochum mit Tempo und Dribblings auf links
Der Teenager aus Essen, der seit der U13 alle Jugendteams des VfL durchlaufen und einen Profivertrag bis 2028 unterschrieben hat, sammelte bereits im Sommer Erfahrungen bei den Profis. Im Trainingslager etwa und bei seinem Zweitliga-Debüt im Ruhrstadion, als er unter Trainer Dieter Hecking eingewechselt wurde gegen Preußen Münster. Ein „unvergesslicher“ Tag, sagt Keumo, auch wenn das 1:2 die Freude etwas trübte.
Nach dem Trainerwechsel zu Uwe Rösler spielte Keumo überwiegend bei den A-Junioren von Trainer David Siebers, machte dort wie schon in der Vorsaison oft den Unterschied als linker Schienenspieler. Sein Antritt, seine Dribblings, sein Zug sind eine fußballerische Waffe. Ende November rückte das 1,72-Meter-Energiebündel in die U21 auf, erzielte gegen Düsseldorf II sein erstes Tor in der Regionalliga. In diesem Jahr trainierte und spielte er fast nur noch im Team von Trainer Heiko Butscher - und zwar als Linksverteidiger.
Butscher: „Erstmal das Verteidigen lernen“
Während die U19 mit einer Dreierkette agiert, spielt die U21 mit Viererkette. Wie die Profis seit Uwe Röslers Amtsübernahme im Oktober. Das soll auch in Zukunft so bleiben, Keumo wird daher ein Stück weit umgeschult. „Für mich ist es elementar wichtig, dass man erstmal das Verteidigen lernt. Die erste Mannschaft spielt mit Viererkette, also tun wir das auch, um da die Alternativen zu schaffen“, erklärt U21-Trainer Heiko Butscher.
Keumo nimmt das komplett an. „Ich bin ein sehr offensivfreudiger Spieler, aber in der Viererkette kommt es natürlich mehr darauf an, hinten abzusichern. Da muss ich mich offensiv etwas zügeln“, erklärt er. „Ich habe meine Zeit gebraucht, mich umzustellen auf die Viererkette, aber das gelingt mir mittlerweile immer besser. Da geht es ums Durchschieben, den Ball immer im Blick zu haben, eine offene Stellung, die richtige Positionierung. Ich verstehe die Abläufe immer besser und versuche einfach immer, mich von Tag zu Tag zu verbessern und das anzuwenden, was die Verantwortlichen mir mitgeben.“
Keumo überzeugt in der U21 mit starken Leistungen und Entwicklung
15 Mal spielte er mittlerweile von Beginn an bei der U21, er spielte fast immer durch. Keumo verpasste seit seinem Regionalliga-Debüt nur eine Partie, bereitete vier Treffer vor. „Für meine Entwicklung waren die Spiele in der Regionalliga sehr gut“, sagt er. Und: „Wir waren lange im Abstiegskampf, das ist auch eine neue Erfahrung, die ich so noch nicht hatte und mir weitergeholfen hat.“
U21-Trainer Butscher schwärmt geradezu von der Entwicklung des Teenagers. „Der Junge macht so viele gute Schritte, und das komplett in Ruhe“, sagt der erfahrene Coach. „Er trainiert mit uns, er spielt mit uns, das hilft ihm. Er ist extrem auffällig. Er lernt hier, gegen richtige Männer zu verteidigen. Und seine Offensivqualitäten kennen wir alle. Wir werden noch viel Spaß an ihm haben.“
Samstag Hannover, Sonntag Paderborn: Keumo vor Doppel-Einsatz?
Zunächst: am Wochenende. Es könnten die zwei Tage von Darnell Keumo werden. Am Samstag (13 Uhr) spielt der VfL gegen Hannover 96 im ausverkauften Ruhrstadion. Die Linksverteidiger Mikkel Rakneberg und Maximilian Wittek fallen verletzt aus. Keumo wird mit „hoher Wahrscheinlichkeit“, so Uwe Rösler, zum Kader gehören
Ob er spielt oder - wie zuletzt in Dresden und Bielefeld - Leandro Morgalla, ist offen. Zumal am Sonntag (12 Uhr) das nächste Highlight ansteht, wenn die U19 im Viertelfinale beim SC Paderborn seine Chance auf die Deutsche Meisterschaft wahren will. Im Achtelfinale durfte Keumo bei der U19 ran. Er zählte beim 3:2 zu den Besten.
Keumo bereit für Doppeleinsatz: Fokus auf Hannover und Paderborn
Die DFB-Statuten lassen einen Doppeleinsatz zu. Vielleicht wird Keumo gegen Hannover auch eingewechselt, könnte dann in Paderborn für die A-Jugend auflaufen. Die Power dafür hat er. „Die Trainer entscheiden, wo und wann ich am Wochenende spiele. Aber klar, ich wäre bereit für das Spiel gegen Hannover. Ich spüre weniger Anspannung, sondern viel mehr Vorfreude, würde gerne vor unseren Fans im Vonovia Ruhrstadion gegen diesen guten Gegner spielen“, sagt Keumo und wirkt dabei so, wie er trainiert, wie er oft spielt: schon ziemlich cool, klar im Kopf, zugleich mit viel Elan. Auch mit der U19 würde er ja gerne einen historischen Sieg feiern: „So weit sind wir mit dieser Mannschaft noch nie gekommen. Wir haben uns das erarbeitet und wollen die große Chance nutzen, ins Halbfinale zu kommen.“
Klar ist: Keumo wird spielen. Am Samstag. Oder am Sonntag. Oder an beiden Tagen. Daher gilt Keumos Fokus ganz dem Hier und Jetzt. Im Sommer soll er erneut die Vorbereitung bei den Profis absolvieren. „Ich gucke nicht so weit voraus, sondern lieber von Woche zu Woche, um mich weiter zu verbessern“, sagt Keumo. „Natürlich versuche ich, mich zu empfehlen und nächste Saison auch bei den Profis eine größere Rolle zu spielen. Dafür werde ich alles geben.“
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."