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Verantwortliche geben exklusive Einblicke in Ruhrstadion-Umbau
#1
Die Sanierung des maroden Ruhrstadions geht in die nächste Phase. Der WAZ haben die Verantwortlichen nun Einblicke gegeben – mit Überraschungen. 

Das Ruhrstadion in Bochum wird für rund 90 Millionen Euro saniert. Drei Jahre soll der Umbau dauern, seit April steht fest, dass die Hellmich-Gruppe die Bauarbeiten koordinieren wird. Baunternehmer Walter Hellmich und Ralf Meyer von der Sportstättenbesitzgesellschaft der Stadt Bochum haben der WAZ exklusiv einen Einblick in den Stand der Planungen gegeben. 

Auf der Westtribüne sollen verteilt sogenannte Vario-Plätze entstehen. Was heißt das für die Fans mit Dauerkarten, die dort sitzen?
Im Bundesliga-Alltag werden die Vario-Plätze Stehplätze sein, nur so kommt das Stadion auf die 28.000 Plätze. Diese Plätze werden an der Tageskasse verfügbar sein. Das ist eine Bedingung der DFL, heißt es. Die betroffenen Fans müssen sich auf Veränderungen einstellen. Sorgen um ihre Dauerkarten müssen sie grundsätzlich aber nicht haben, so heißt es weiter. Wer eine Sitzplatzkarte hat, soll auch weiter sitzen können. Bei Junioren-Turnieren oder im Frauenfußball werden die Vario-Plätze Stehplätze sein. 

Wird sich für die Fans bei der Anreise zum Stadion etwas ändern? 
Ja. Für Heimfans wird es nur noch über den Osten – also über die neu gestaltete Plaza – Zugang zum Stadion geben. Es sind große, überdachte Eingangsbereiche geplant. Im Inneren soll ein Umlauf rund ums Stadion – abgesehen vom Gästebereich – möglich sein. Darüber sollen auch mehr Kioske erreichbar sein. 

Wird der sehr breite Bürgersteig an der Castroper Straße dem Stadion zugeschlagen?
Ja, dort wird der Bereich des Stadions wesentlich erweitert. Es wird dort nur Ausgänge, keine Eingänge mehr geben. Die Castroper Straße wird weiter zu den Spielen stadteinwärts gesperrt sein. Insgesamt wird sie umgebaut, danach wird sie nur noch einspurig sein. 

Was werden wir demnächst als Erstes vom Umbau des Ruhrstadions sehen können?
Die Baustelleneinrichtung kommt in der nächsten Woche, das wird zuerst sichtbar sein. Das Gebäude unter der Nordkurve, wo auch der Pressebereich ist, muss abgerissen werden. Dafür müssen die dort befindlichen Räume aber erst einmal ins Stadioncenter umziehen. Und dann schauen sich die Experten an, welche Tribüne für die Betonsanierung als Erstes dran ist. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen worden. 

Spielt der VfL Bochum jetzt über drei Jahre lang nur vor 18.000 Zuschauern?
Nein. Das ist das Minimum. Ralf Meyer und Walter Hellmich versichern, dass sie immer so viele Fans wie möglich im Stadion haben wollen. Der VfL Bochum – so sagt es Ralf Meyer – benötigt mindestens 18.000 Fans im Stadion, um finanziell zu überleben. Ziel sei es, dass der VfL Bochum immer vor möglichst vollem Haus spielen kann. 

Wird es einen Livestream von der Baustelle geben?
Ja, das ist geplant. 

Wo genau entstehen die neuen VIP-Plätze?
Dort, wo früher die Moritz-Fiege-Lounge gewesen ist, wird der neue VIP-Bereich entstehen. Der soll deutlich größer werden. Dort sollen 600 neue Plätze entstehen. Einzel-Logen wird es nicht geben, da sind sich die Verantwortlichen einig. 

Wird es an den Treppen Handläufe für Menschen mit Gehbehinderung geben?
Das geht aus Fluchtweggründen nicht. Es gebe Überlegungen, ob Menschen mit Gehbehinderungen bestimmte Plätze reservieren können, die sie mit möglichst wenig Treppen erreichen können. 

Zeiten, in denen Frauen eine Seltenheit auf der Tribüne waren, sind vorbei. Wird es nach dem Umbau mehr Damentoiletten geben?
Ja, das wird eine andere Welt. Es werden wesentlich mehr. Eine exakte Zahl haben die Verantwortlichen nicht genannt. 

Bleibt bei den Männern die traditionelle „Pissrinne“ erhalten?
Ja, bleibt sie. Aber nicht in der Form, wie sie jetzt im Stadion zu sehen ist. 

Sollte der VfL Bochum doch noch absteigen: Ändert das etwas an den Umbau-Plänen?
Nein, das soll keine Auswirkungen haben. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Dann mal abwarten, was heute Abend präsentiert wird
Einmal Bochumer, immer Bochumer
...und die Bayern kann ich immer noch nicht leiden!
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#3
Das Bochumer Ruhrstadion wird in den kommenden Jahren modernisiert – was Fans und Dauerkartenbesitzer jetzt erwartet, sorgt für Gesprächsstoff. 

Am Ende eines ruhig verlaufenen Informationsabends zur Stadionsanierung erhielt Dirk Michalowski mehrmals Szenenapplaus. Der Fanbeauftragte des VfL Bochum huldigte noch einmal dem Standort an der Castroper Straße, dem Ruhrstadion, und warb um Gemeinsamkeit in der schwierigen Bauphase. Drei Jahre lang wird das Stadion saniert. Moppel, so wird Michalowski genannt, lud die mehr als 1500 Fans im Ruhrcongress zur Abstimmung ein. Ein Motto für die Bauzeit wird gesucht. „#Stadionliebe“ lag vorn, es folgten die Schlagwörter „#DatWohnzimmerhübschmachen“ und „#Schmuckkästchenaufpolieren“. Jetzt sollen alle Fans online abstimmen, mit welchem Slogan man in die kommenden drei Spielzeiten geht beim VfL. 

Zuvor hatten Ilja Kaenzig, der VfL-Geschäftsführer, Knut Keymer, der Direktor Organisation, sowie Ralf Meyer von der Bochumer Sportstätten-Besitzgesellschaft und Walter Hellmich als Chef des Totalunternehmens über den Stand der Planungen informiert – und wann es wie viele Plätze gibt. Am Ende sollen es 28.000 sein, 2000 mehr als bisher. Eine Plaza entsteht vor der Ostkurve als Treffpunkt für alle VfL-Fans, ein Parkhaus, 600 zusätzliche VIP-Plätze. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Stadionsanierung 

Wie viele Kioske wird es geben?
Die Zahl der Kioske steigt von 17 auf 21, die Zahl der Kassensysteme verdoppelt sich fast auf 132, womit ein „zügiger Service“ hergestellt werden soll, sagte Keymer. „Zum ersten Mal werden wir Kioske realisieren, die sich nicht nur direkt unter den Tribünen befinden.“ Die Bewegungsfläche im Umlauf verdoppelt sich ebenfalls fast auf 9300 Quadratmeter, vor allem im Südbereich. 32 WC-Kabinen für Frauen werden errichtet in der Ostkurve in vier – ebenartigen – Toilettenanlagen im Ostbereich. Bisher waren es 21 (2). 

Wie laufen die Bauphasen ab?
Ab September 2026 sollen die ersten Tribünenteile gesperrt werden. Los geht es mit der Nordtribüne. Bis mindestens Sommer 2027 sollen alle öffentlichen Sitze in den Blöcken H2 bis N1 nicht mehr zur Verfügung stehen. Nur noch die VIP-Plätze und die Presseplätze werden dann auf dieser Tribüne zu finden sein. Ab Januar 2027 sollen auch auf der Südtribüne die Blöcke C und D betroffen sein, bevor im Sommer die Arbeiten in den restlichen Blöcken beginnen sollen. Im Fokus steht hier die Erweiterung des Umlaufs an der Castroper Straße, genauso wird es neue Kioske und WC-Anlagen geben. Die Bauausführung erfolgt in zwei Abschnitten, sodass möglichst viele Plätze zur Verfügung stehen.

Die Westtribüne soll ab Sommer 2028 saniert werden – für viele Fans ein wichtiger Bauabschnitt. Teile der Tribüne werden künftig mit Vario-Seats ausgestattet. Es kann also aus Stehplatzbereichen für etwa Länderspiele ein Sitzplatzbereich gemacht werden. Das betrifft den Block H2, der künftig nicht mehr den Familienblock beherbergen wird. „Wir wissen, dass diese Plätze in den 2000er-Jahren unbeliebt waren. Wir glauben aber, dass wir inzwischen eine Fanbasis gibt, die sich dort wohlfühlen wird“, sagte Keymer.

Besonders interessant für die meisten VfL-Fans ist der Umbau der Ostkurve, der großen Stehplatztribüne. Dies soll ab Sommer 2028 passieren – auch hier in zwei Abschnitten. Geplant ist, dass möglichst die Hälfte der Ostkurve immer offenbleiben kann. Möglicherweise können auch große Teile der Arbeiten in den Sommerpausen stattfinden, wenn ohnehin keine Spiele stattfinden. Hier entsteht auch eine große Plaza. Künftig sollen alle Fans über Einlasstore an der Ostkurve ins Stadion gelangen. Nur die Gästefans kommen wie gewohnt an der Südtribüne ins Stadion.

Die Verantwortlichen hoffen, dass während der gesamten Bauphase mindestens 18.000 Plätze zur Verfügung stehen. Dies entspreche einer Gesamtnutzung von 70 Prozent. Diese hohe Zahl hätte bislang kein Verein bieten können bei einer Stadionsanierung im laufenden Betrieb. 

Kann der Gästeblock verkleinert werden?
Ja. Dies war ein großes Anliegen der Verantwortlichen, weil immer wieder Fanszenen im Ruhrstadion gastieren, die den Gästeblock nicht annähernd füllen können. Künftig stehen den Gastvereinen etwa 3000 Eintrittskarten aufgrund der Zehn-Prozent-Regelung der DFL zu. Doch Greuther Fürth beispielsweise brachte am vergangenen Sonntag nur knapp 500 Fans mit. Große Teile des Sitzplatzblocks blieben ungenutzt. Das wird sich spätestens ab 2029, wenn das Stadion fertiggestellt werden soll, ändern. Der Block F2 wird mit Vario-Seats ausgestattet, genauso wie der normale Gäste-Sitzplatz-Bereich. Der Block F2 soll dann aber künftig für VfL-Fans zugänglich sein, wenn nicht genug Gästefans mitreisen. Das würde Platz für 920 VfL-Fans schaffen.

Wie viele Plätze stehen zur Verfügung?
Insgesamt wird das Ruhrstadion maximal 28.040 Zuschauer fassen. Das stellte Ralf Meyer noch einmal heraus. Die Baugenehmigung sei nur für diese Anzahl an Gästen zugelassen. Sollte sich die Kapazität ändern, würde die Baugenehmigung erlöschen. Im Ruhrstadion dürfte kein Stadionbetrieb mehr stattfinden. Auf die Nachfrage aus dem Plenum, warum in früheren Zeiten auch mal vor 40.000 Zuschauern gespielt wurde, verwies er auf veränderte Regularien. Diese Antwort stellte viele Fans allerdings nicht zufrieden.

Insgesamt sollen nach der Sanierung 1350 Plätze mehr für VfL-Fans zur Verfügung stehen. Hinzu kommen circa 600 Plätze für neue VIP-Gäste.

Warum verringert sich die Kapazität der Ostkurve?
Die Ostkurve wird künftig gut 1000 Stehplätze weniger umfassen. Das hängt damit zusammen, dass es eine Rochade geben wird. Der Familienblock wandert von der Westtribüne in N1. Dauerkartenbesitzern aus diesem Block sollen demnächst Dauerkarten in Q2 angeboten werden, der künftig zu einem Sitzplatzblock wird. Dieser neue Block soll künftig zwischen der Ostkurve und Block A zu finden sein. Wer Stehplatzdauerkarten in Q1 hat, soll dort auch weiter stehen können. Dadurch, dass aber ein zusätzlicher Sitzplatzblock entsteht, wird es in der Ostkurve weniger Stehplätze geben. Dafür gibt es in H2 künftig wieder Stehplätze.

Was passiert mit den Dauerkarten?
Für die meisten VFL-Fans war es am wichtigsten, zu erfahren, was mit ihren Dauerkarten passiert. Vorweg: Jeder Dauerkartenbesitzer soll nach Abschluss der Sanierung im Jahr 2029 seine Dauerkarte zurückerhalten. Bis dahin wird sie quasi eingefroren. Eine schlechte Nachricht gibt es aber auch. „So leid es uns tut, nicht jeder Dauerkartenbesitzer wird in den kommenden drei Jahren jedes Spiel sehen können“, sagte Keymer.

Auf der Ost-, der Süd- (A und B) und der Westtribüne (G und H1) soll es in der kommenden Saison normale Dauerkarten geben. In den Blöcken C und D gibt es ein persönliches Vorkaufsrecht zum rechnerischen Einzelkartenpreis bis zum 16. Spieltag. Auf der Nordtribüne gilt dieselbe Regelung. Auf der Nordtribüne werden 2402 Dauerkartenbesitzer betroffen sein. Im Laufe der Saison wird es 2495 Plätze zu wenig geben. Wie genau die Lösung für die Dauerkartenbesitzer dann aussehen wird, muss noch besprochen werden, so Keymer. 

Derweil verkündete Ilja Kaenzig, dass jeder Dauerkarteninhaber eines Sitzplatzes die Möglichkeit erhalten soll, seine eigene Sitzschale für zu Hause zu bekommen, wenn der entsprechende Block umgebaut wird. 

Gibt es Eintrittskarten für Nicht-Dauerkartenbesitzer?
Diese Frage stellen sich auch die Verantwortlichen des VfL Bochum. Es werde intensiv diskutiert, sagte Keymer. Man arbeite an einer Lösung. Im Fokus stehe aber, die treuesten Fans zu belohnen.

Was passiert rund um das Stadion?
„Es wird eine Schokoladenseite des Stadions geben: die Plaza“, sagte Meyer am Dienstagabend. Der Bereich vor der Ostkurve soll künftig zum Verweilen einladen. Hier sollen neben viel Platz auch diverse Kioske entstehen, damit VfL-Fans nicht wie bislang auf der Castroper Straße oder an der Tankstelle gegenüber des Stadions verweilen müssen. Auch sollen die Eingangsbereiche deutlich verbessert werden. Durch mehr Einlasskontrollen soll der Zufluss künftig besser vonstattengehen.

Zudem entstehen ein neues Parkhaus und ein Funktionsgebäude für den VfL. Beide Gebäude sollen in gut 16 Monaten errichtet werden. Das Parkhaus soll dann Platz für 350 PKW bieten. Die Zu- und Abfahrt solle dann besser in Richtung Stadionring funktionieren, so Meyer. 

Nicht nur an der Castroper Straße wird gebaut, auch an der Hiltroper Straße rollen die Bagger. Die Stadt hat ebenfalls Geld bereitgestellt, um das Talentwerk des VfL Bochum zu sanieren. Der Trainingsplatz H4 soll hier bereits zeitnah fertiggestellt werden. Künftig soll es auch möglich sein, dass die U19 oder die U21 Spiele am Nachwuchsleistungszentrum austragen kann. Deshalb entsteht hier künftig auch eine kleine Tribüne. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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