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Das ist die „Flop five“ des VfL
#1
 Ibrahim Sissoko wurde vom VfL Bochum ein Wechsel im Sommer nahegelegt. Er reiht sich ein in teure Missverständnisse der letzten Jahre. 

Ibrahim Sissoko hat beim VfL Bochum noch einen Vertrag bis zum Sommer 2027. Zum Einsatz kommen wird er aber wohl nicht mehr. „Nach der Länderspielpause haben wir uns mit ihm und Simon Zoller (Direktor Lizenzfußball beim VfL Bochum, Anm. d. Red.) zusammengesetzt. Wir haben ihm erklärt, dass es sehr, sehr schwer wird, hier Spielzeit zu bekommen. Wir wollten es tun, um ihm und seinem Berater zu signalisieren, dass es andere Optionen als den VfL Bochum gibt“, sagte Trainer Uwe Rösler bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Dresden unmissverständlich. 

Sissoko soll möglichst schnell einen neuen Klub finden. Möglich, dass der VfL den Vertrag mit dem Angreifer vor der kommenden Spielzeit auflöst, auf eine etwaige Ablösesumme also verzichten wird. So lief es jedenfalls auch bei anderen teuren Missverständnissen der jüngeren Vergangenheit. 

Sissoko enttäuscht als Topverdiener und könnte VfL im Sommer verlassen
Angreifer Sissoko galt als einer der Schlüsseltransfers im vergangenen Sommer, auch wenn er keine Ablöse kostete. Dafür zählt er zu den Topverdienern beim VfL und belastet entsprechend den Etat. Seine Gegenleistung in Zahlen: sechs Joker-Einsätze, ein Elfmetertor. Unter Trainer Uwe Rösler und damit seit über sechs Monaten stand der 30-Jährige, der zweimal für längere Zeit verletzt ausfiel, nicht einmal im Kader. Das Trainingslager im Winter verließ er wegen Patellasehnen-Problemen, konnte sich auch danach nicht empfehlen.

Verlässt Sissoko im Sommer ablösefrei den VfL, reiht er sich ein in die Liste der Transferflops von Topverdienern in den letzten sechs Jahren, deren Verträge vorzeitig aufgelöst wurden. Spieler, die nicht nur ausgeliehen wurden wie zum Beispiel der nach einem für alle Seiten verlorenen halben Jahr wieder weggeschickte Michael Obafemi, sondern die fest verpflichtet wurden. Die als Stammkräfte geholt und entsprechend entlohnt wurden, die Erwartungen aber nur bedingt oder nicht einmal im Ansatz erfüllen konnten. 

Lys Mousset: Millionen-Gehalt, kein Einsatz
Der größte Fehlgriff war die Verpflichtung von Lys Mousset. Der Stürmer kam im Sommer 2022 als 26-Jähriger mit der Empfehlung von 99 Einsätzen in der Premier League zum VfL, sein Gehalt: siebenstellig. Der Franzose bestritt bis zum Januar 2024 nicht ein einziges Pflichtspiel für den VfL. 

Er war nicht fit, leistete sich Undiszipliniertheiten, integrierte sich nicht. Nach gut einem halben Jahr schmissen ihn Sport-Geschäftsführer Patrick Fabian und Trainer Thomas Letsch Anfang 2023 während des Trainingslagers in Spanien aus dem Kader. „Die sportliche Qualität, die wir uns von ihm erhofft haben, hat er nicht gezeigt. Darüber hinaus legte er nicht das Verhalten an den Tag, das es braucht, um Teil einer Gruppe zu sein“, sagte Fabian damals in Jerez de la Frontera. 

Mousset spielt jetzt in Kanada
Kurz vor Transferschluss lieh Olympique Nimes den französischen Stürmer bis zum Saisonende aus. Mit einer Verletzung der Achillessehne kehrte er im Sommer 2023 nach Bochum zurück, rein formal betrachtet. Ein halbes Jahr vor Vertragsende, im Januar 2024, lösten Klub und Spieler den Vertrag auf. Aktuell spielt Mousset für den kanadischen Klub Vancouver FC.

Dani de Wit: Schlüsselspieler funktioniert nicht
Ein ganz anderer Fall war Dani de Wit. In puncto Mentalität und Einsatz konnte man dem im Sommer 2024 ablösefrei vom AZ Alkmaar geholten Niederländer nie einen Vorwurf machen. Charakterlich passte er gut zum VfL, war im Team angesehen. Die Trainer Peter Zeidler und Dieter Hecking schätzten seine Einstellung und Art, fanden aber keine passende Rolle für ihn. 

De Wit sollte das Team führen im Zentrum, diese Rolle füllte er nie aus. Bochum stieg ab. Um sein Gehalt zu sparen und Klarheit beim Kader-Budget zu haben, löste der VfL den Vertrag mit de Wit kurz nach dem Abstieg im vergangenen Sommer auf. Der 28-Jährige ist nun Stammkraft beim FC Utrecht. 

Raman Chibsah: Nur elf Spiele in anderthalb Jahren
Ebenfalls zur Vertragsauflösung kam es im Januar 2022 und damit ein halbes Jahr vor dem geplanten Ende mit Raman Chibsah, der allerdings im Vergleich zu Sissoko und Co. deutlich günstiger war, zumal er in der 2. Liga in Bochum begann. Der in Italien und der Türkei teils erfolgreiche Mittelfeldmann sollte für mehr Tempo und Dynamik sorgen. Das gelang nie. 

Er kam ablösefrei im September 2020 zum VfL, der unter Trainer Thomas Reis die Zweitliga-Meisterschaft holte. Der Sechser war durchaus beliebt, kam aber an VfL-Größen wie Anthony Losilla nicht im Ansatz vorbei. Er blieb nach elf meist nur kurzen Einsätzen in der 2. Liga dann in der Bundesliga komplett ohne Spielzeit. Mittlerweile spielt Chibsah (33) für den rumänischen Zweitligisten CSM Slatina. 

Moritz Kwarteng: Hohe Ablöse, viele Verletzungen
Zu den fünf größten Transferflops der letzten Jahre gehört auch – Stand jetzt – ein weiterer Spieler, der noch aktiv ist für den VfL, und zuletzt in Dresden auch wieder eingewechselt wurde. Für Moritz-Broni Kwarteng zahlte Bochum im Sommer 2023 rund 1,1 Millionen Euro an den FC Magdeburg und damit mehr als für jeden anderen in den letzten 15 Jahren, in denen Bochum überwiegend ablösefreie Spieler holte. 

Beim VfL konnte der Magdeburger Zehner und Bochumer Flügelstürmer nie an seine starken FCM-Leistungen anknüpfen. Er fiel oft verletzt aus, war zwischenzeitlich an Düsseldorf verliehen, verletzte sich auch bei der Fortuna. Kwarteng kämpfte sich immer wieder zurück, mangelnden Willen kann man ihm nicht vorwerfen. Für die Startelf reichte es bisher aber in dieser Zweitliga-Saison nur einmal (14 Einwechslungen). Insgesamt kommt der 27-Jährige auf 35 Einsätze für den VfL. Er bereitete nur zwei Treffer vor, erzielte selbst noch kein Tor. Sein Vertrag gilt noch bis zum Sommer 2027. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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