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Wie Farid Alfa-Ruprecht Uwe Rösler überzeugt
#1
Farid Alfa-Ruprecht feierte sein erstes Heimtor für den VfL Bochum. Er spricht über seine Gefühle und die Entwicklung, von der Uwe Rösler angetan ist. 

Callum Marshall steckte den Ball durch nach seiner Grätsche, Farid Alfa-Ruprecht hatte freie Bahn. Nur Torwart Ron-Thorben Hoffmann stand seinem großen Moment noch im Weg. Ein Blick, ein präziser Schuss ins rechte Eck. Lärm auf den Rängen, Jubel auf dem Rasen: Farid Alfa-Ruprecht drehte ab, ließ sich herzen von seinen Kollegen des VfL Bochum. Der 20-Jährige feierte nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Tor im Ruhrstadion, das zwischenzeitliche 3:0 beim 4:1 gegen Eintracht Braunschweig. 

„Ich war einfach glücklich. Vor allem auch, weil die Mannschaft happy mit mir war“, sagte der Flügelstürmer nach der ersten Trainingseinheit vor dem Auswärtsspiel in Dresden (Samstag, 13 Uhr, Sky). „Ich habe gespürt, wie sie alle hinter mir standen, mit mir gejubelt und mir gratuliert haben“, meinte der pfeilschnelle Außenangreifer und legte selbstbewusst nach: „Ich versuche jetzt, in den letzten fünf Spielen noch mehr Tore zu machen.“ 

Alfa-Ruprecht nutzt Chancen zu selten – Trainer Rösler hält trotzdem an ihm fest
Nach seinem Premieren-Tor für den VfL beim 1:2 in Düsseldorf, als er ebenfalls als Joker für frischen Wind gesorgt hatte, war es Alfa-Ruprechts zweiter Volltreffer in dieser Saison bei seinem 21. Einsatz, davon zwölf von Beginn an. Es hätten einige mehr Tore sein können. Doch zu oft vertändelte er im Abschluss. Auch seinen Flanken fehlte häufig die Präzision, und in etlichen Spielen konnte er sein Tempo nur selten gewinnbringend einsetzen. Zum einen, weil er den Ball zu leichtfertig verlor. Zum anderen, weil er seine Aktionen nicht durchzog, oft zu früh abbrach oder lieber kleine Kunststücke probierte, statt beherzt zu marschieren.

Trainer Uwe Rösler aber stärkte ihn stets. Auch, als die Kritik von Fans und Medien an Alfa-Ruprecht lauter und lauter wurde. Nicht zuletzt, weil Gerrit Holtmann oft ausfiel oder angeschlagen war, setzte der Coach immer wieder auf das von Bayer Leverkusen ausgeliehene Talent. Holtmann und Alfa-Ruprecht sind die einzigen Spielertypen im VfL-Kader, die für das von Rösler bevorzugte geradlinige Flügelspiel über die offensiven Außen stehen. 

Alfa-Ruprecht macht Schritt nach vorne beim VfL Bochum
Der Lohn: In den letzten Wochen hat Alfa-Ruprecht einen ordentlichen Schritt nach vorn gemacht. „Uwe und sein Trainerteam geben mir viel Vertrauen. Ich glaube, ich habe mich ganz gut weiterentwickelt“, meint der junge Angreifer. Vor allem „in der Klarheit in meinen Aktionen“ habe er sich verbessert. „Ich versuche immer, mental stark zu bleiben, ins Eins gegen Eins zu gehen, meinen Gegenspieler zu dominieren. Wenn es mal nicht funktioniert, hilft es mir sehr, dass mir meine Teamkollegen Mut zusprechen, dass ich es wieder versuchen soll.“

Trainer Rösler sieht das genauso: „Er ist zielstrebiger geworden“, sagte er gegenüber dieser Redaktion. „Ich habe ihn immer geschützt. Der Junge zeigt eine eindeutige Entwicklung in seiner Karriere“, lobte Rösler. Alfa-Ruprechts Spiel ist „erwachsener“ geworden, wie es im Fußball gerne heißt. 

„Ohne Übersteiger“: Bochums Rösler lobt Entwicklung des Talentes
„Ich habe ihm heute zwei Szenen vor der Mannschaft gezeigt, in denen er nur das Ziel hat, den Verteidiger zu umspielen. Ähnlich wie Gerrit“, erklärte Rösler. „Ohne Übersteiger, ohne abzubrechen, ohne abzustoppen. Das gibt es heute nicht mehr häufig. Er kann diese Situationen mit seiner Schnelligkeit lösen. Jetzt kommt auch das finale Produkt zustande.“ Und damit Applaus von den Rängen, zur Freude auch des Trainers: „Unser Publikum ist sehr leidenschaftlich. Farid war nicht immer der populärste Spieler. Aber jetzt bin ich glücklich, dass die Zuschauer die Entwicklung auch sehen und honorieren.“

Zumal sich Alfa-Ruprecht auch in der Rückwärtsbewegung gesteigert hat. Dabei profitiert der Linksaußen, der bis zum Jahreswechsel noch rechts unterwegs war, auch von Maximilian Wittek, wie Alfa-Ruprecht sagt: Defensiv „hilft mir das Coaching von Maxi sehr“, sagt er. „Aber die gesamte Mannschaft hilft mir sehr.“ 

Zukunft offen: Alfa-Ruprecht hat langfristigen Vertrag bei Leverkusen
Trainer Rösler betont, dass Alfa-Ruprecht dranbleiben muss. „Er muss seine Leistungen bestätigen, sich weiterentwickeln. Wie er mit dieser Drucksituation gegen Braunschweig jetzt umgegangen ist, ist super. Er kam rein und hat abgeliefert. Es gibt Spieler, die daran wachsen. Diese brauchen wir nächste Saison, um auch als Mannschaft zu wachsen.“

Allerdings endet der Leihvertrag nach dieser Saison. Die Zukunft von Alfa-Ruprecht ist noch offen. Eine entscheidende Rolle spielen die Planungen seines Stammvereins Bayer Leverkusen, der ihn im vergangenen Sommer für rund 1,3 Millionen Euro von Manchester City U21 holte und mit einem langfristigen Vertrag bis 2030 ausstattete. Alfa-Ruprecht wollte sich zu seiner Zukunft noch nicht äußern. Auch Rösler winkte auf die konkrete Nachfrage, ob er ihn auch kommende Saison gerne in Bochum trainieren würde, vor dem nächsten Abstiegskracher in Dresden erstmal ab: „Lasst uns das“, sagte er, „alles am Ende der Saison entscheiden.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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