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Kader: Das sind die wichtigsten Kriterien
#1
Der VfL Bochum plant einen großen Kaderumbruch im Sommer und setzt dabei unter anderem auf Charakter, Mentalität und eigene Talente – doch wer bleibt? 

Es war ein fußballreiches Osterwochenende für Simon Zoller. Am Karsamstag musste er an der Seitenlinie machtlos mitansehen, wie der VfL Bochum beim 1. FC Magdeburg bei der 1:4-Niederlage vorgeführt wurde. Einen Tag darauf saß er am Abend des Ostersonntags schon bei der Drei-Tore-Show von Mika Schroers, den der VfL auf dem Zettel hat, auf der Tribüne. Zoller allerdings beteuerte, dass er seinem Kumpel Manuel Riemann einen Besuch abstattete, der inzwischen das Tor von Alemannia Aachen hütet. Zur Kenntnis genommen wird er trotzdem haben, was Schroers und auch der eine oder andere Spieler da am Tivoli geleistet haben. 

„Wir treiben die Kaderplanung in dieser Phase intensiv voran“, sagte Zoller nämlich bei seinem Besuch in der Zentrale der Funke Mediengruppe. Im April und Mai wird der Kader für die kommende Spielzeit gemacht. Er und seine Direktoren-Kollegen Markus Brunnschneider und Jonas Schlevogt führen dieser Tage viele Gespräche – untereinander, mit Beratern, mit möglichen Neuzugängen. Die aktuelle sportliche Lage, mit der Unsicherheit der Liga-Zugehörigkeit in der kommenden Saison, bereitet dabei allerdings noch Kopfzerbrechen. Auch deswegen ist ein Sieg am kommenden Sonntag gegen Eintracht Braunschweig (13.30 Uhr, Sky) elementar. 

Kaderumbruch XXL steht an
Klar ist schon jetzt, dass es einen XXL-Umbruch geben wird. „Der Kader soll kleiner werden – weg von 28 Spielern und mehr“, sagte Zoller. „Die Spielzeit soll zwischen den ersten elf bis 16 Spielern besser verteilt werden. Es wird einen Mix aus Alt und Jung geben, aus ein, zwei Leihspielern mit unseren eigenen Spielern.“ Die Viererkette wird bestehen bleiben, genauso wie der Rest des Systems. 4-2-3-1 oder 4-3-3 lautet die Zukunft beim VfL. Schnelle Flügel sind daher genauso gefragt, wie Verteidiger, die diesen Rollen gerecht werden.

Besonderer Wert soll zudem auf menschliche Eigenschaften gelegt werden. „Wir möchten für Spieler stehen, die die Werte des VfL Bochum bedienen. Sie sollen Charakter haben. Leidenschaft haben, für den Verein zu spielen. Sie brauchen eine gewisse Mentalität“, so der Ex-Stürmer. 

Im Winter kam bereits Oliver Olsen als Vorgriff auf die kommende Saison. Er verkörpert eben jene Attribute. In der kommenden Transferphase stehen vor allem deutschsprachige Spieler im Fokus. Möglichst ablösefrei sollen sie sein. Doch der VfL sei auch bereit, ein kalkuliertes Risiko einzugehen und gewisse Summen in die Hand zu nehmen, um Spieler zu verpflichten, von denen die Verantwortlichen glauben, sie würden in der kommenden Saison eine gute Rolle spielen können. „Es wird ein Mix aus Spielern, die uns ein Gerüst geben, die eine Achse bilden. Wir wollen wieder dahinkommen, dass wir eine Bochum-Achse, eine stabile Achse mit Leadern haben. Drumherum wollen wir Charakterspieler, die zu uns passen. Sie sollen die Mentalität haben, sollen verstehen, was der VfL Bochum bedeutet. Zuletzt haben wir uns außerhalb dieser Leitplanken bewegt“, sagte Zoller. 

VfL Bochum sucht Spieler mit Führungsqualitäten
Dabei sei es wichtig, Spieler mit Führungsqualitäten im Kader zu haben. Davon gibt es aktuell mit Timo Horn, Maximilian Wittek und Philipp Hofmann ein paar. Doch es brauche mehr Akteure, die in schwierigen Situationen auch den Mund aufmachen. „Das bedeutet nicht, dass ein gewachsener Spieler immer alt sein muss“, sagte Zoller. Er selbst sieht sich in der Lage, diese Entscheidungen zu treffen: „Ich habe die Erfahrung, um einschätzen zu können, was für den VfL Bochum Sinn ergibt.“ 

An oberster Stelle stehe, endlich Kaderwerte zu schaffen. Das habe der VfL Bochum in den vergangenen zehn, zwölf Jahren nicht geschafft, sagte Zoller. Zwar habe der Verein einzelne Spieler wie Armel Bella-Kotchap teuer transferieren können, aber nachhaltig sei die Entwicklung nicht gewesen. „Andere Vereine machen es uns vor, sie schaffen sich Werte und Puffer, um Kader zu entwickeln“, sagte Zoller. „Wir haben eine herausragende Jugendarbeit und hochinteressante eigene Spieler. Wir müssen das gesunde Maß finden, die Jungs zu integrieren.“ 

Tom Meyer soll Sommer-Vorbereitung mitmachen
Mittelfeldmann Tom Meyer soll in der Sommer-Vorbereitung auf die kommende Saison sicher dabei sein; Stürmer Luis Pick, ebenfalls aus der U19, habe eine Chance. „Wir haben ein gutes Gerüst an 16-, 17-, 18-Jährigen. Sie können sich alle präsentieren“, sagte Zoller. Doch anders als in der Vergangenheit sollen diesmal klare Pläne für jeden einzelnen Jugendspieler vorgelegt werden. „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, dass wir mit Weitsicht handeln müssen. Wir möchten nicht die Verträge herausschmeißen. Jeder Spieler wird genau betrachtet und bekommt von uns individuelle Pläne vorgelegt“, sagte er. Dies gelte zum Beispiel auch für U19-Kapitän Daryl Tschoumy-Nana. Dem Verteidiger habe man eine klare Strategie vorgelegt.

Bei der Gestaltung der kommenden Saison sollen aber nicht nur Talente aus der eigenen Jugend im Fokus stehen, sondern auch Spieler, die an der Castroper Straße den nächsten Schritt gehen könnten. Spieler wie Schroers oder Kaito Mizuta von Rot-Weiss Essen zum Beispiel. „Es ist ein Key-Faktor für uns. Wir beschäftigen uns ausschließlich mit solchen Spielern“, sagte Zoller. 

Gespräche mit aktuellen Spielern werden geführt
In den kommenden Wochen muss zudem die Zukunft der Profis geklärt werden, deren Verträge im Sommer auslaufen. Noah Loosli, Erhan Masovic und Matus Bero sind solche Akteure. „Wir sind mit jedem Spieler auf Augenhöhe im Austausch. Es gibt bei keinem Spieler eine endgültige Entscheidung“, sagte Zoller. Der VfL Bochum sei momentan in einer Situation, in der er „an der Grenze zum Worst-Case-Szenario“ stehe. Da hätten Zukunftsfragen nicht die allerhöchste Priorität. Er versicherte aber: „Die Entscheidung muss getroffen werden, ob sie unangenehm ist oder nicht.“ Zeitnah soll das passieren.

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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