04-02-2026, 07:16 AM
Moritz-Broni Kwarteng kämpft beim VfL Bochum gegen Kritik und will beim Duell mit Ex-Klub Magdeburg beweisen, wie viel in ihm steckt. Gelingt ihm die Wende?
Moritz-Broni Kwarteng bekommt den Ball schön in den Lauf gespielt und er schließt direkt ab. Ein nahezu perfekter Abschluss in einer Trainingsübung am Mittwochmittag, doch Timo Horn im Tor hatte etwas dagegen, dass der 27-Jährige trifft, und bekam noch seine Finger dazwischen. Der Ball klatschte gegen die Latte und Kwarteng warf den Kopf in den Nacken. Wieder nichts, hat er vielleicht gedacht. Wie so häufig auch in Pflichtspielen, wenn er sich zeigen durfte.
Immer wieder fehlten ein paar Zentimeter oder das Timing stimmte nicht. Sonst hätte er zu diesem Zeitpunkt der Saison deutlich mehr als nur den einen Scorerpunkt nach einer Vorlage beim 1:0-Sieg über Arminia Bielefeld im vergangenen Dezember auf dem Konto. Sonst hätte er möglicherweise auch mehr als die 301 Spielminuten in dieser Saison gesammelt. Wenn der Ball nicht hereingeht, seinen Mitspieler nicht erreicht, ärgert sich Kwarteng auch gern auf dem Platz, winkt ab. Einige Fans werfen ihm deshalb eine Lustlos-Haltung vor.
Kwarteng beim VfL Bochum sein größter Kritiker
Dagegen wehrt sich der Offensivspieler entschieden. „Ich versuche immer, mein Bestes zu geben. Meine Mitspieler und der Trainer wissen das auch. Manchmal vermittelt Unzufriedenheit aus Ehrgeiz für Außenstehende vielleicht einen falschen Eindruck“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion. „Ich habe keine leichten Jahre hinter mir und lechze nach Erfolgserlebnissen, wofür ich jeden Tag arbeite. Ich versuche, aus meinem Rhythmus heraus gute Ergebnisse zu erzielen, und bin mein größter Kritiker, wenn es nicht wie erhofft funktioniert.“
Mitunter wird Kwarteng in Bochum besonders kritisch gesehen. Das Preisschild von gut einer Million Euro, die der VfL vor rund drei Jahren an den kommenden Gegner 1. FC Magdeburg überwies, wiegt schwer. „An meine Person gibt es eine gewisse Erwartung und das kann ich auch nachvollziehen. Von meinen Fähigkeiten und mir verspricht man sich mehr – ich selbst natürlich auch“, sagte er ehrlich und weiß um den Druck, der auf ihm lastet. Er könne sich gut in die Menschen hineinversetzen, sei selbst mal Fan gewesen und wisse, was man fühle, wenn ein Spieler nicht das abruft, was er eigentlich kann. „Als Fußballspieler muss ich damit umgehen können. Wenn ich performe und an Toren beteiligt bin, gibt es weniger Kritik. Sie wird lauter, wenn es eben nicht so gut läuft. Daran gewöhnt man sich im Laufe der Jahre.“
Kwarteng könnte Chance auf Startelfeinsatz bekommen
Kwarteng findet in solch schwierigen Phasen Halt im Glauben, reflektiert sich und prüft, was er besser machen kann. Erstmals seit langer Zeit ist er über einen längeren Zeitraum wieder richtig fit, findet immer besser zu sich und zum Spiel des VfL Bochum. Nachdem er zuletzt immer mal wieder zu Kurzeinsätzen kam, winkt ausgerechnet bei seinem Ex-Klub sogar ein Startelf-Einsatz. Francis Onyeka, der im Zentrum hinter Philipp Hofmann über weite Strecken der Saison gesetzt war, kommt angeschlagen von der U19-Nationalmannschaft zurück. Auch Callum Marshall verpasste die Trainingseinheiten an der Castroper Straße, weil er mit Nordirland unterwegs war.
„Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft“, sagte Kwarteng. „Der Trainer weiß, dass er auf mich zählen kann, und ich versuche, mein Bestes zu geben. Ich möchte meinen Einfluss geben, unabhängig davon, wie viele Minuten es am Ende sind. Es geht um die Mannschaft und den Zusammenhalt. Ich werde versuchen, den nötigen Input zu geben.“ Am Mittwoch im Training lief er in einem 5-3-2-System neben Stürmer Philipp Hofmann auf. Eine Rolle, die ihm durchaus zupasskommen könnte gegen Magdeburg. „Ich bin nicht der klassische Flügelspieler, eher frei in meinem Spiel und etwas zwischen den Linien. Dabei lasse ich mich gern von der Mitte auf die Außenposition fallen. Das sind meine Stärken“, so Kwarteng.
Diese Stärken besitzt Kwarteng
Einen Anspruch auf eine Position wolle er aber nicht äußern. Er sei froh, wenn er überhaupt auf dem Feld stehe. Abr: „Ich denke, ich kann aus der Mitte heraus der Mannschaft etwas geben. Ich habe ein gutes Auge für meine Mitspieler und kann daraus Torraumszenen initiieren, wenn ich den vorletzten oder letzten Pass spiele.“ Genau diese Attribute gingen dem VfL Bochum zuletzt etwas ab. Zwar war man häufig feldüberlegen, kam auch ins letzte Drittel. Doch der letzte Pass kam zu selten, die Abschlüsse gelangen nicht.
Im Sechs-Punkte-Spiel gegen Magdeburg wird dies aber umso wichtiger. Der FCM setzt auf Ballbesitz und kann blitzschnell umschalten. Der VfL hingegen ist oft anfällig in solchen Situationen gewesen – zumindest in den vergangenen Wochen. Dreh- und Angelpunkt des Magdeburger Spiels ist Baris Atik. Ein Spieler, den Kwarteng besonders gut kennt aus gemeinsamen Zeiten in Sachsen-Anhalt. Erst in dieser Woche hätten beide noch miteinander telefoniert. Sie hätten zusammen auf und neben dem Platz gut harmoniert.
VfL Bochum muss auf Magdeburgs Baris Atik aufpassen
Noch heute lenkt Atik das Magdeburger Spiel. „Er ist unglaublich ehrgeizig, liebt den Verein und ist dort über Jahre hinweg eine prägende Figur“, sagte Kwarteng. „Wir müssen versuchen, ihn möglichst aus dem Spiel zu nehmen, dürfen uns aber auch nicht nur auf ihn konzentrieren. Dann haben wir eine gute Chance, erfolgreich zu sein. Es steht aber fest, dass es ein ganz schwieriges Spiel wird.“
Eines, in dem Kwarteng, den alle nur Momo nennen, mit seinen Qualitäten den Unterschied machen könnte. Und vielleicht schreibt er ja eine der im Fußball so beliebten „Ausgerechnet“-Geschichten und trifft an alter Wirkungsstätte. In Bochum hätte sicher niemand etwas dagegen.
Quelle: WAZ.de
Moritz-Broni Kwarteng bekommt den Ball schön in den Lauf gespielt und er schließt direkt ab. Ein nahezu perfekter Abschluss in einer Trainingsübung am Mittwochmittag, doch Timo Horn im Tor hatte etwas dagegen, dass der 27-Jährige trifft, und bekam noch seine Finger dazwischen. Der Ball klatschte gegen die Latte und Kwarteng warf den Kopf in den Nacken. Wieder nichts, hat er vielleicht gedacht. Wie so häufig auch in Pflichtspielen, wenn er sich zeigen durfte.
Immer wieder fehlten ein paar Zentimeter oder das Timing stimmte nicht. Sonst hätte er zu diesem Zeitpunkt der Saison deutlich mehr als nur den einen Scorerpunkt nach einer Vorlage beim 1:0-Sieg über Arminia Bielefeld im vergangenen Dezember auf dem Konto. Sonst hätte er möglicherweise auch mehr als die 301 Spielminuten in dieser Saison gesammelt. Wenn der Ball nicht hereingeht, seinen Mitspieler nicht erreicht, ärgert sich Kwarteng auch gern auf dem Platz, winkt ab. Einige Fans werfen ihm deshalb eine Lustlos-Haltung vor.
Kwarteng beim VfL Bochum sein größter Kritiker
Dagegen wehrt sich der Offensivspieler entschieden. „Ich versuche immer, mein Bestes zu geben. Meine Mitspieler und der Trainer wissen das auch. Manchmal vermittelt Unzufriedenheit aus Ehrgeiz für Außenstehende vielleicht einen falschen Eindruck“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion. „Ich habe keine leichten Jahre hinter mir und lechze nach Erfolgserlebnissen, wofür ich jeden Tag arbeite. Ich versuche, aus meinem Rhythmus heraus gute Ergebnisse zu erzielen, und bin mein größter Kritiker, wenn es nicht wie erhofft funktioniert.“
Mitunter wird Kwarteng in Bochum besonders kritisch gesehen. Das Preisschild von gut einer Million Euro, die der VfL vor rund drei Jahren an den kommenden Gegner 1. FC Magdeburg überwies, wiegt schwer. „An meine Person gibt es eine gewisse Erwartung und das kann ich auch nachvollziehen. Von meinen Fähigkeiten und mir verspricht man sich mehr – ich selbst natürlich auch“, sagte er ehrlich und weiß um den Druck, der auf ihm lastet. Er könne sich gut in die Menschen hineinversetzen, sei selbst mal Fan gewesen und wisse, was man fühle, wenn ein Spieler nicht das abruft, was er eigentlich kann. „Als Fußballspieler muss ich damit umgehen können. Wenn ich performe und an Toren beteiligt bin, gibt es weniger Kritik. Sie wird lauter, wenn es eben nicht so gut läuft. Daran gewöhnt man sich im Laufe der Jahre.“
Kwarteng könnte Chance auf Startelfeinsatz bekommen
Kwarteng findet in solch schwierigen Phasen Halt im Glauben, reflektiert sich und prüft, was er besser machen kann. Erstmals seit langer Zeit ist er über einen längeren Zeitraum wieder richtig fit, findet immer besser zu sich und zum Spiel des VfL Bochum. Nachdem er zuletzt immer mal wieder zu Kurzeinsätzen kam, winkt ausgerechnet bei seinem Ex-Klub sogar ein Startelf-Einsatz. Francis Onyeka, der im Zentrum hinter Philipp Hofmann über weite Strecken der Saison gesetzt war, kommt angeschlagen von der U19-Nationalmannschaft zurück. Auch Callum Marshall verpasste die Trainingseinheiten an der Castroper Straße, weil er mit Nordirland unterwegs war.
„Ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft“, sagte Kwarteng. „Der Trainer weiß, dass er auf mich zählen kann, und ich versuche, mein Bestes zu geben. Ich möchte meinen Einfluss geben, unabhängig davon, wie viele Minuten es am Ende sind. Es geht um die Mannschaft und den Zusammenhalt. Ich werde versuchen, den nötigen Input zu geben.“ Am Mittwoch im Training lief er in einem 5-3-2-System neben Stürmer Philipp Hofmann auf. Eine Rolle, die ihm durchaus zupasskommen könnte gegen Magdeburg. „Ich bin nicht der klassische Flügelspieler, eher frei in meinem Spiel und etwas zwischen den Linien. Dabei lasse ich mich gern von der Mitte auf die Außenposition fallen. Das sind meine Stärken“, so Kwarteng.
Diese Stärken besitzt Kwarteng
Einen Anspruch auf eine Position wolle er aber nicht äußern. Er sei froh, wenn er überhaupt auf dem Feld stehe. Abr: „Ich denke, ich kann aus der Mitte heraus der Mannschaft etwas geben. Ich habe ein gutes Auge für meine Mitspieler und kann daraus Torraumszenen initiieren, wenn ich den vorletzten oder letzten Pass spiele.“ Genau diese Attribute gingen dem VfL Bochum zuletzt etwas ab. Zwar war man häufig feldüberlegen, kam auch ins letzte Drittel. Doch der letzte Pass kam zu selten, die Abschlüsse gelangen nicht.
Im Sechs-Punkte-Spiel gegen Magdeburg wird dies aber umso wichtiger. Der FCM setzt auf Ballbesitz und kann blitzschnell umschalten. Der VfL hingegen ist oft anfällig in solchen Situationen gewesen – zumindest in den vergangenen Wochen. Dreh- und Angelpunkt des Magdeburger Spiels ist Baris Atik. Ein Spieler, den Kwarteng besonders gut kennt aus gemeinsamen Zeiten in Sachsen-Anhalt. Erst in dieser Woche hätten beide noch miteinander telefoniert. Sie hätten zusammen auf und neben dem Platz gut harmoniert.
VfL Bochum muss auf Magdeburgs Baris Atik aufpassen
Noch heute lenkt Atik das Magdeburger Spiel. „Er ist unglaublich ehrgeizig, liebt den Verein und ist dort über Jahre hinweg eine prägende Figur“, sagte Kwarteng. „Wir müssen versuchen, ihn möglichst aus dem Spiel zu nehmen, dürfen uns aber auch nicht nur auf ihn konzentrieren. Dann haben wir eine gute Chance, erfolgreich zu sein. Es steht aber fest, dass es ein ganz schwieriges Spiel wird.“
Eines, in dem Kwarteng, den alle nur Momo nennen, mit seinen Qualitäten den Unterschied machen könnte. Und vielleicht schreibt er ja eine der im Fußball so beliebten „Ausgerechnet“-Geschichten und trifft an alter Wirkungsstätte. In Bochum hätte sicher niemand etwas dagegen.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."