Gestern, 02:52 PM
Beim VfL Bochum brodelt es nach der Niederlage gegen Düsseldorf. Wie reagiert das Team auf die drohende Krise und was plant Simon Zoller?
Bislang hat sich Simon Zoller im Hintergrund bedeckt gehalten. Er wolle und solle erst gar nicht groß in den Fokus rücken – so lautete auch die Devise des VfL Bochum. Vielmehr solle die Mannschaft auf und neben dem Platz vorangehen und überzeugen. Den Rest, den würde schon der erfahrene Trainer Uwe Rösler erledigen, der auch kommunikativ ein Gewinn für den Verein ist, nachdem er die Mannschaft spielerisch in den vergangenen Wochen und Monaten durchaus weiterentwickelt hat.
Am Dienstagvormittag aber war es nicht Rösler, der nach der ersten Trainingseinheit der Woche zu den drei Medienvertretern sprach, es war Zoller. Der Direktor Performance Lizenzfußball beim VfL, der sein Amt seit dem vergangenen Oktober innehat, wählte nach dem schwachen Spiel der Mannschaft während der 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf selbst den Weg in die Offensive. Das Krisengerede im Umfeld solle erst gar nicht vertieft werden.
Zoller ehrlich: Das Spiel des VfL Bochum in Düsseldorf war schlecht
„Der Auftritt bei der Fortuna war überraschend und wir waren sehr enttäuscht“, sagte Zoller im strahlenden Sonnenschein an der Castroper Straße. „Die Umsetzung war nicht gut. Wir haben Mentalität, Laufbereitschaft, Aggressivität vermissen lassen.“ In den Tagen danach habe eine Aufarbeitung der Partie stattgefunden – und darüber hinaus. „Wir haben versucht, Erklärungen dafür zu finden, dass wir die nötigen Attribute nicht auf den Platz bekommen haben.“ In einer langen Videoanalyse schon am Samstagvormittag wurde der Mannschaft aufgezeigt, woran es genau haperte. Aber auch das Trainerteam habe sich hinterfragt, ob in der Vorbereitung alles richtig gelaufen sei und welche Parameter möglicherweise in Zukunft angepasst werden müssen.
Schon am Freitagabend gab Rösler zu, dass seine Mannschaft quasi Wasser getreten habe, nicht von der Stelle gekommen sei. Die Frische in den Köpfen und Beinen habe gefehlt, sagte der 57-Jährige. Zoller mahnte nun am Dienstag, dass diese Partie nicht überbewertet werden dürfe. „Das Spiel war schlecht – aber es war nur ein Spiel“, sagte der Ex-Spieler. „Die letzten Wochen waren gut, stimmungstechnisch und auch aufgrund dessen, dass wir nicht verloren haben.“ Diese Stimmungslage gelte es jetzt wieder zu erzeugen.
Holtmann fehlt im Training
Am Dienstag schien es dem Trainerteam um Rösler und Vereinslegende Anthony Losilla bereits gelungen zu sein. Es herrschte eine Art Aufbruchsstimmung, der Wille zur Wiedergutmachung war in der kurzen, aber knackigen Einheit am Vormittag durchaus zu erkennen, bevor es am Nachmittag noch einmal auf den Platz ging. Bis auf Gerrit Holtmann, der im Kraftraum mit Wadenproblemen auf dem Fahrrad saß, mischten alle Akteure voll mit, während Kacper Koscierski auf dem Leichtathletikplatz das Abschlusstraining mit der U21 vor dem Nachholspiel gegen Velbert (Mittwoch, 19.30 Uhr) bestritt.
Die Blickrichtung gilt also bereits voll dem nächsten Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am kommenden Wochenende (20.30 Uhr, Sky und RTL), um dort möglichst auch im Ruhrstadion die richtige Reaktion zu zeigen – und endlich einmal wieder zu gewinnen. Dies gelang dem VfL Bochum nämlich trotz einer langen ungeschlagenen Serie viel zu selten. „Wir waren intern selbstkritisch, weil wir wenige Siege geholt haben. Das war nicht so, wie wir es vorhatten – uns schnellstmöglich von den unteren Tabellenregionen abzusetzen“, sagte Zoller. Aber: „Spielerisch haben wir uns gegenüber dem Start enorm unter Uwe Rösler weiterentwickelt und haben einen enorm hohen eigenen Anspruch entwickelt.“
Zoller baut auf positive Entwicklung
Diesem gilt es nun gerecht zu werden, weil der VfL Bochum spätestens seit dem vergangenen Spieltag wieder mitten im Abstiegskampf steckt, aus dem sich die Mannschaft noch überhaupt nicht verabschiedet hatte. Intern sei dies immer Konsens gewesen, betonte Zoller, weshalb er auch keine Probleme in den Köpfen der Spieler erkennt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir uns bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf befinden. Das Wunschdenken nach den Leistungen in den vergangenen Wochen war ein anderes. Aber dafür haben wir zu wenige Punkte geholt.“ Die Tabellenkonstellation würde daher keinen Spaß machen. „Wir wussten, dass es eine harte Saison wird – bei aller positiver Entwicklung. Wir sind uns genauso wie vor der Winterpause des Ernstes der Lage bewusst.“
Ein Heimsieg gegen den 1. Kaiserslautern – oder zumindest ein Anknüpfen an die guten Leistungen etwa gegen den FC Schalke 04 und den SC Paderborn – würde aber auch die Stimmung im Umfeld sicherlich positiv beeinflussen, bevor aus dem kleinen Rückschlag doch noch eine handfeste Krise entwächst.
Quelle: WAZ.de
Bislang hat sich Simon Zoller im Hintergrund bedeckt gehalten. Er wolle und solle erst gar nicht groß in den Fokus rücken – so lautete auch die Devise des VfL Bochum. Vielmehr solle die Mannschaft auf und neben dem Platz vorangehen und überzeugen. Den Rest, den würde schon der erfahrene Trainer Uwe Rösler erledigen, der auch kommunikativ ein Gewinn für den Verein ist, nachdem er die Mannschaft spielerisch in den vergangenen Wochen und Monaten durchaus weiterentwickelt hat.
Am Dienstagvormittag aber war es nicht Rösler, der nach der ersten Trainingseinheit der Woche zu den drei Medienvertretern sprach, es war Zoller. Der Direktor Performance Lizenzfußball beim VfL, der sein Amt seit dem vergangenen Oktober innehat, wählte nach dem schwachen Spiel der Mannschaft während der 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf selbst den Weg in die Offensive. Das Krisengerede im Umfeld solle erst gar nicht vertieft werden.
Zoller ehrlich: Das Spiel des VfL Bochum in Düsseldorf war schlecht
„Der Auftritt bei der Fortuna war überraschend und wir waren sehr enttäuscht“, sagte Zoller im strahlenden Sonnenschein an der Castroper Straße. „Die Umsetzung war nicht gut. Wir haben Mentalität, Laufbereitschaft, Aggressivität vermissen lassen.“ In den Tagen danach habe eine Aufarbeitung der Partie stattgefunden – und darüber hinaus. „Wir haben versucht, Erklärungen dafür zu finden, dass wir die nötigen Attribute nicht auf den Platz bekommen haben.“ In einer langen Videoanalyse schon am Samstagvormittag wurde der Mannschaft aufgezeigt, woran es genau haperte. Aber auch das Trainerteam habe sich hinterfragt, ob in der Vorbereitung alles richtig gelaufen sei und welche Parameter möglicherweise in Zukunft angepasst werden müssen.
Schon am Freitagabend gab Rösler zu, dass seine Mannschaft quasi Wasser getreten habe, nicht von der Stelle gekommen sei. Die Frische in den Köpfen und Beinen habe gefehlt, sagte der 57-Jährige. Zoller mahnte nun am Dienstag, dass diese Partie nicht überbewertet werden dürfe. „Das Spiel war schlecht – aber es war nur ein Spiel“, sagte der Ex-Spieler. „Die letzten Wochen waren gut, stimmungstechnisch und auch aufgrund dessen, dass wir nicht verloren haben.“ Diese Stimmungslage gelte es jetzt wieder zu erzeugen.
Holtmann fehlt im Training
Am Dienstag schien es dem Trainerteam um Rösler und Vereinslegende Anthony Losilla bereits gelungen zu sein. Es herrschte eine Art Aufbruchsstimmung, der Wille zur Wiedergutmachung war in der kurzen, aber knackigen Einheit am Vormittag durchaus zu erkennen, bevor es am Nachmittag noch einmal auf den Platz ging. Bis auf Gerrit Holtmann, der im Kraftraum mit Wadenproblemen auf dem Fahrrad saß, mischten alle Akteure voll mit, während Kacper Koscierski auf dem Leichtathletikplatz das Abschlusstraining mit der U21 vor dem Nachholspiel gegen Velbert (Mittwoch, 19.30 Uhr) bestritt.
Die Blickrichtung gilt also bereits voll dem nächsten Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am kommenden Wochenende (20.30 Uhr, Sky und RTL), um dort möglichst auch im Ruhrstadion die richtige Reaktion zu zeigen – und endlich einmal wieder zu gewinnen. Dies gelang dem VfL Bochum nämlich trotz einer langen ungeschlagenen Serie viel zu selten. „Wir waren intern selbstkritisch, weil wir wenige Siege geholt haben. Das war nicht so, wie wir es vorhatten – uns schnellstmöglich von den unteren Tabellenregionen abzusetzen“, sagte Zoller. Aber: „Spielerisch haben wir uns gegenüber dem Start enorm unter Uwe Rösler weiterentwickelt und haben einen enorm hohen eigenen Anspruch entwickelt.“
Zoller baut auf positive Entwicklung
Diesem gilt es nun gerecht zu werden, weil der VfL Bochum spätestens seit dem vergangenen Spieltag wieder mitten im Abstiegskampf steckt, aus dem sich die Mannschaft noch überhaupt nicht verabschiedet hatte. Intern sei dies immer Konsens gewesen, betonte Zoller, weshalb er auch keine Probleme in den Köpfen der Spieler erkennt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir uns bis zum letzten Spieltag im Abstiegskampf befinden. Das Wunschdenken nach den Leistungen in den vergangenen Wochen war ein anderes. Aber dafür haben wir zu wenige Punkte geholt.“ Die Tabellenkonstellation würde daher keinen Spaß machen. „Wir wussten, dass es eine harte Saison wird – bei aller positiver Entwicklung. Wir sind uns genauso wie vor der Winterpause des Ernstes der Lage bewusst.“
Ein Heimsieg gegen den 1. Kaiserslautern – oder zumindest ein Anknüpfen an die guten Leistungen etwa gegen den FC Schalke 04 und den SC Paderborn – würde aber auch die Stimmung im Umfeld sicherlich positiv beeinflussen, bevor aus dem kleinen Rückschlag doch noch eine handfeste Krise entwächst.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."