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VAR-Änderungen
#1
Der Video-Assistent bekommt mehr Befugnisse. Das bedeutet eine Abkehr von den Versprechungen bei der Einführung des "Hilfsmittels" - die Maschine übernimmt weiter.

Zwei Änderungen zum Vorgehen des Video-Assistenten stehen auf der Tagesordnung bei der Generalversammlung des Regelgremiums IFAB, das die Regeln im Fußball bestimmt. Ab Sommer soll der Video-Assistent Eckbälle und zweite Gelbe Karten, die zu einem Platzverweis führen, auf ihre Korrektheit überprüfen und Fehler melden. 

Die Argumentation klingt logisch, Eckbälle und Gelb-Rote Karten können großen Einfluss auf den Ausgang eines Spiels haben. Doch die Änderungen sind ein kompletter Bruch mit der eigentlichen Idee des Video-Assistenten. 

Das Versprechen war: ein Hilfsmittel bei "klaren und offensichtlichen Fehlern"
Zur Erinnerung: Bei seiner Einführung 2017 sollte der Video-Assistent nur ganz selten bei sogenannten "spielentscheidenden Situationen" und "klaren, offensichtlichen Fehlern" als "Hilfsmittel" eingreifen dürfen, um bei Toren, Strafstößen und Roten Karten die allerschlimmsten Fehler zu verhindern. Das war das Versprechen. Die neuen Eingriffsmöglichkeiten für den Video-Assistenten bei Eckbällen und Gelb-Roten Karte bedeuten die Abkehr von diesem Versprechen.

Der Verlauf der Diskussion in den kommenden Jahren ist vorhersehbar: Eckbälle gehören bald in die Zuständigkeit des Video-Assistenten. Aber können nicht auch Einwürfe eine "spielentscheidende Situation" sein? Und wenn man ab Sommer die zweite Gelbe Karten prüft - warum dann nicht auch die erste? Die macht doch schließlich die Hälfte des Platzverweises aus, der eine "spielentscheidende Situation" ist. 

Die Zukunft: der "Field Assistant Referee"
Der Weg ist klar: In Zukunft wird fast alles eine "spielentscheidende Situation" sein und damit Sache des sogenannten Video-Assistenten. Die Sitzung des IFAB in Wales am Samstag wird weitreichende Folgen haben: Der wahre Assistent steht in Zukunft auf dem Platz. Der Field Assistant Referee (FAR) sozusagen, wird in zahlreichen Situationen zum menschlichen Verkündungsorgan des Video-Assistenten.

Vorangetrieben vom Weltverband FIFA wird die Technik immer mehr Teile des Schirijobs übernehmen. Dem Menschen auf dem Platz bleibt wohl nur noch die Moderation zwischen den Spielern. "Hohe Eingriffsschwelle"? "Spielentscheidende Situationen"? Solche Begriffe klingen schon heute nach einer antiquierten Fachsimpelei aus den 10er-Jahren, als Abseitslinien noch ohne KI-Erkennung von Menschenhand mit der Maus im Kölner Keller angelegt wurden - die gute, alte Zeit 

Acht Fußballfunktionäre - vier von der FIFA und vier von den britischen Verbänden - werden am Samstag in Hensol Castle, einem Schloss in Wales, die Änderungen beschließen. Für den Fußball ist das definitiv eine "spielentscheidende Situation". 

Quelle: Sportschau.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Zur neuen Saison müssen sich Fußballer und Fans auf zahlreiche neue Regeln einstellen. Am Samstag beschloss das zuständige IFAB umfassende Änderungen im Kampf gegen Zeitspiel - und eine umstrittene VAR-Neuerung. 

Das Fußball-Regelwerk ändert sich - wie erwartet - an entscheidenden Stellen. Am Samstag beschloss die internationale Fußball-Regelbehörde IFAB bei ihrer Jahreshauptversammlung im walisischen Hensol mehrere Neuheiten. Die Änderungen treten bereits ab der WM 2026 in Kraft. 

Allen voran dem Zeitspiel sagt das Gremium, dem die vier britischen Fußballverbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland sowie die FIFA angehören, weiter den Kampf an. Aber auch der VAR erhält neue Befugnisse. Die neuen Regeln im Überblick: 

1. Countdowns auch bei Abstößen und Einwürfen
Bei Torhüter-Abschlägen oder -Abwürfen gilt bereits die Acht-Sekunden-Regel, wobei die Schiedsrichter die letzten fünf Sekunden öffentlich herunterzählen. Künftig sollen sie dies auch bei Abstößen und Einwürfen tun. Dabei liegt es in ihrem Ermessen, wann sie den Countdown starten. Dauert es bei Abstößen zu lange, erhält das gegnerische Team - wie jetzt bereits bei Abschlägen und Abwürfen - einen Eckball. Bei Einwurf-Verstößen darf der Gegner einwerfen. 

2. Zeitbegrenzung bei Auswechslungen
Ab der neuen Saison haben ausgewechselte Spieler nur noch zehn Sekunden Zeit, um bei einer angezeigten Auswechslung das Feld zu verlassen. Hält sich dieser nicht daran, darf der für ihn vorgesehene Einwechselspieler erst auf den Platz, sobald es nach mindestens einer Minute eine weitere Spielunterbrechung gibt. 

3. Behandelte Spieler müssen eine Minute draußen bleiben
Weiterhin müssen Feldspieler bei Verletzungen außerhalb des Spielfeldes behandelt werden, damit das Spiel nicht zu lange unterbrochen ist. Neu ist: Ab dem Verlassen des Spielfeldes muss der betroffene Spieler unabhängig von der Dauer seiner Behandlung mindestens eine Minute pausieren, ehe er wieder mitwirken darf. Damit wollen die Regelhüter verhindern, dass ein Spieler sich nur behandeln lässt, um das Spiel zu unterbrechen. Außerdem soll so gewährleistet werden, dass sich Spieler ohne Zeitdruck behandeln lassen. 

4. Der VAR kann Gelb-Rote Karten korrigieren
Der VAR darf künftig auch eingreifen, wenn die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte klar und offensichtlich falsch war. Hat der Referee eine Gelb-Rote Karte verpasst, darf sich der VAR indes wie bisher nicht melden. 

5. Der VAR kann falsche Eckball-Entscheidungen korrigieren
Eindeutig falsche Eckstoßentscheidungen darf der VAR künftig korrigieren - vorausgesetzt, der falsch gegebene Eckball wird direkt vom VAR erkannt und vom Schiedsrichter korrigiert, ohne dass eine wesentliche Verzögerung entsteht. Der VAR soll also nicht jeden Eckstoß detektivisch überprüfen. Die Eckball-Korrektur ist aber vorerst nur eine Option, sodass jeder Wettbewerb selbst entscheiden kann, ob er das zusätzlich ins VAR-Protokoll aufnimmt. 

6. Der VAR hat mehr Befugnisse bei einer Spielerverwechslung
Bisher zählte die Spielerverwechslung neben Torerzielung, (potenzieller) Roter Karte und (möglichem) Strafstoß bereits zu den vier grundsätzlichen Themen, bei denen der VAR eingreifen darf. Das war bisher allerdings nur zulässig, wenn Spieler aus derselben Mannschaft bei der Bestrafung verwechselt wurden. Künftig darf der VAR auch eingreifen, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft versehentlich mit Gelb oder einem Platzverweis sanktioniert wurde. 

Vor allem die neuen VAR-Befugnisse stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Auch beim DFB hält man diese für "nicht konsequent durchdacht" und sieht im Schiedsrichter den Leidtragenden

Quelle: Kicker.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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