02-12-2026, 09:11 PM
Gerrit Holtmann kehrte nach seiner Verletzung stark zurück. Der Stürmer des VfL Bochum spricht über Mentalcoaching und sein Ziel gegen Paderborn.
Uwe Rösler hatte sich kurz nach seiner Ankunft beim VfL Bochum schnell festgelegt. Gerrit Holtmann sei ein „Unterschiedsspieler“, sagte der Trainer über seinen Stammspieler auf dem linken Flügel. Rösler setzte auch im Derby gegen Schalke 04 auf ihn. In der Startelf – und das, obwohl Holtmann gut sechs Wochen lang das Mannschaftstraining verpasst hatte nach einer kleinen Knie-OP. Holtmann lieferte, überragte in der ersten Halbzeit.
„Ich habe mich hier während meiner Reha gut auf mein Comeback vorbereitet. Dabei hat mich unser Reha-Trainer Matse (Mathis Beckmann, die Red.) überragend unterstützt“, erklärte Holtmann diese Woche im Gespräch mit dieser Redaktion sein starkes Comeback. „Ich habe vor der Halbzeit dann aber doch gemerkt, dass mir die Körner langsam ausgingen“, so der Angreifer, der sich nach zwei Torvorlagen und 16 Sprints selbst auswechselte zur Pause.
Holtmann fühlt sich vor Duell gegen Paderborn wieder topfit
Beim 1:1 in Münster hatte er schon mehr Kraft. „75 Minuten waren ganz ordentlich“, so Holtmann, der sich vor dem Heimspiel gegen seinen Ex-Klub SC Paderborn am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) wieder komplett fit fühlt: „Gegen Paderborn wäre ich bereit, über die volle Distanz zu gehen.“
Dabei löste die jüngste Knieproblematik durchaus Sorge aus beim 30-Jährigen. Er war in guter Form, es ging steil aufwärts unter Uwe Rösler, dessen Spielidee Holtmann ebenso beflügelt wie sein Vertrauen ihn stärkt. Dann die Verletzung nach dem Spiel in Fürth. Der operative Eingriff im Dezember. „Ich hatte die Sorge, dass ich nicht so zurückkomme wie ich vorher unterwegs war“, räumt Holtmann offen ein.
Mentalcoach hilft Holtmann, Verletzungsphase mental zu überwinden
Sein Mentalcoach Sven Schimmel spielte dann eine wichtige Rolle: „Sven hat mir die Sorge in dieser Zeit komplett genommen. Er hat mich darin bestärkt, dass ich voll im Saft bin, erst 30 Jahre jung, noch viel vor mir habe, die Verletzung am Ende mich nicht hemmt oder bremst“, sagt Holtmann. „Bei einer längeren Verletzung brauchst du immer jemand, der dir Mut zuredet. Es war in den sechs, sieben Wochen der Reha ganz wichtig für mich, dass ich nicht nur meinen Körper wieder in Form bringe, sondern auch mein Kopf mitspielt.“
Holtmann hat in seiner Karriere einige Höhen, aber auch Tiefen erlebt. Und entschied sich im Sommer vor zwei Jahren, als er 28 Jahre alt war, zu einem für ihn wichtigen Schritt. „Sven habe ich bei einer Tagung kennengelernt. Er hat mich so von seinem Konzept überzeugt, dass ich gesagt habe, ich verändere etwas, ich probiere das Mentalcoaching für mich aus“, erklärt Holtmann. „Im Nachhinein denke ich, ich hätte solch ein Angebot schon viel eher nutzen sollen. Rene Adler (Ex-Nationaltorwart, die Red.) hatte mir dazu schon in unserer gemeinsamen Zeit in Mainz geraten, als ich noch 21 war: „Gerrit, je höher du kommst, desto wichtiger ist es, dass du einen hast, der mit Dir Tacheles spricht, dass Du bei dir bleiben sollst.“ Er hatte Recht.“
Holtmann hält Mentalcoaching im Fußball für „unterrepräsentiert“
Einmal pro Woche tauschen sich Holtmann und Schimmel aus, meist über ein Internet-Meeting. Auch die mentale Komponente des letzten Spiels, Verhaltensweisen werden thematisiert. „Es geht zum Beispiel darum, dass du in schwierigen Situationen nicht den Kopf hängen lässt, dass du weitermachst, dass du an dich glaubst. Dafür gibt es Techniken“, erklärt Holtmann. „Ich bin auch im Spiel klarer im Kopf. Es sind oft Kleinigkeiten im Fußball, die viel bewirken können.“
Dennoch gibt es, anders als in den Individualsportarten, vergleichsweise wenige Fußballer, die auf externe Mentaltrainer setzen und noch weniger, die damit offen umgehen. „Mentalcoaching ist im Fußball leider immer noch unterrepräsentiert, finde ich. Vielleicht meinen manche, sie würden damit Schwäche zeigen“, meint Holtmann.
Dabei könne ein Mentalcoach im Profifußball „gerade in der heutigen Zeit, mit dem Druck von außen, mit den Erwartungen der Fans, mit Social Media, sehr helfen“, betont der VfL-Führungsspieler. „Die Zusammenarbeit mit Sven hat mir in den letzten zwei Jahren wahnsinnig viel gebracht.“
Holtmann vor Heimspiel gegen „hungrigen“ SC Paderborn: „Wir können jeden schlagen“
Holtmann ist gereift. Auch sportlich. In Bochum ist der Fan-Liebling längst wieder unumstritten. Auf seine Leistung wird es auch gegen Paderborn wieder ankommen. Im Hinspiel war der VfL mit dem 0:1 gut bedient, es war die letzte Partie unter Dieter Hecking. Mit Rösler kam im Oktober die Wende. In 13 Zweitliga-Partien gab es nur eine Niederlage, seit acht Spielen ist der VfL unbesiegt.
„Paderborn hat eine junge, hungrige Mannschaft. Die haben viel Geschwindigkeit, einen guten Lauf“, sagt Holtmann, der 2019/20 für den SCP in der Bundesliga spielte. Vom damaligen Team ist nur noch Routinier Sven Michel in Paderborn aktiv. Mit dem Stürmer hat Holtmann noch Kontakt, der Trikottausch am Sonntag ist fest vereinbart. Geht es nach Holtmann, erhält Michel nach dem Abpfiff ein Siegershirt. „Gerade zuhause können wir jeden schlagen“, sagt er. „Wir werden anders auftreten als im Hinspiel, davon bin ich überzeugt.“
Quelle: WAZ.de
Uwe Rösler hatte sich kurz nach seiner Ankunft beim VfL Bochum schnell festgelegt. Gerrit Holtmann sei ein „Unterschiedsspieler“, sagte der Trainer über seinen Stammspieler auf dem linken Flügel. Rösler setzte auch im Derby gegen Schalke 04 auf ihn. In der Startelf – und das, obwohl Holtmann gut sechs Wochen lang das Mannschaftstraining verpasst hatte nach einer kleinen Knie-OP. Holtmann lieferte, überragte in der ersten Halbzeit.
„Ich habe mich hier während meiner Reha gut auf mein Comeback vorbereitet. Dabei hat mich unser Reha-Trainer Matse (Mathis Beckmann, die Red.) überragend unterstützt“, erklärte Holtmann diese Woche im Gespräch mit dieser Redaktion sein starkes Comeback. „Ich habe vor der Halbzeit dann aber doch gemerkt, dass mir die Körner langsam ausgingen“, so der Angreifer, der sich nach zwei Torvorlagen und 16 Sprints selbst auswechselte zur Pause.
Holtmann fühlt sich vor Duell gegen Paderborn wieder topfit
Beim 1:1 in Münster hatte er schon mehr Kraft. „75 Minuten waren ganz ordentlich“, so Holtmann, der sich vor dem Heimspiel gegen seinen Ex-Klub SC Paderborn am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) wieder komplett fit fühlt: „Gegen Paderborn wäre ich bereit, über die volle Distanz zu gehen.“
Dabei löste die jüngste Knieproblematik durchaus Sorge aus beim 30-Jährigen. Er war in guter Form, es ging steil aufwärts unter Uwe Rösler, dessen Spielidee Holtmann ebenso beflügelt wie sein Vertrauen ihn stärkt. Dann die Verletzung nach dem Spiel in Fürth. Der operative Eingriff im Dezember. „Ich hatte die Sorge, dass ich nicht so zurückkomme wie ich vorher unterwegs war“, räumt Holtmann offen ein.
Mentalcoach hilft Holtmann, Verletzungsphase mental zu überwinden
Sein Mentalcoach Sven Schimmel spielte dann eine wichtige Rolle: „Sven hat mir die Sorge in dieser Zeit komplett genommen. Er hat mich darin bestärkt, dass ich voll im Saft bin, erst 30 Jahre jung, noch viel vor mir habe, die Verletzung am Ende mich nicht hemmt oder bremst“, sagt Holtmann. „Bei einer längeren Verletzung brauchst du immer jemand, der dir Mut zuredet. Es war in den sechs, sieben Wochen der Reha ganz wichtig für mich, dass ich nicht nur meinen Körper wieder in Form bringe, sondern auch mein Kopf mitspielt.“
Holtmann hat in seiner Karriere einige Höhen, aber auch Tiefen erlebt. Und entschied sich im Sommer vor zwei Jahren, als er 28 Jahre alt war, zu einem für ihn wichtigen Schritt. „Sven habe ich bei einer Tagung kennengelernt. Er hat mich so von seinem Konzept überzeugt, dass ich gesagt habe, ich verändere etwas, ich probiere das Mentalcoaching für mich aus“, erklärt Holtmann. „Im Nachhinein denke ich, ich hätte solch ein Angebot schon viel eher nutzen sollen. Rene Adler (Ex-Nationaltorwart, die Red.) hatte mir dazu schon in unserer gemeinsamen Zeit in Mainz geraten, als ich noch 21 war: „Gerrit, je höher du kommst, desto wichtiger ist es, dass du einen hast, der mit Dir Tacheles spricht, dass Du bei dir bleiben sollst.“ Er hatte Recht.“
Holtmann hält Mentalcoaching im Fußball für „unterrepräsentiert“
Einmal pro Woche tauschen sich Holtmann und Schimmel aus, meist über ein Internet-Meeting. Auch die mentale Komponente des letzten Spiels, Verhaltensweisen werden thematisiert. „Es geht zum Beispiel darum, dass du in schwierigen Situationen nicht den Kopf hängen lässt, dass du weitermachst, dass du an dich glaubst. Dafür gibt es Techniken“, erklärt Holtmann. „Ich bin auch im Spiel klarer im Kopf. Es sind oft Kleinigkeiten im Fußball, die viel bewirken können.“
Dennoch gibt es, anders als in den Individualsportarten, vergleichsweise wenige Fußballer, die auf externe Mentaltrainer setzen und noch weniger, die damit offen umgehen. „Mentalcoaching ist im Fußball leider immer noch unterrepräsentiert, finde ich. Vielleicht meinen manche, sie würden damit Schwäche zeigen“, meint Holtmann.
Dabei könne ein Mentalcoach im Profifußball „gerade in der heutigen Zeit, mit dem Druck von außen, mit den Erwartungen der Fans, mit Social Media, sehr helfen“, betont der VfL-Führungsspieler. „Die Zusammenarbeit mit Sven hat mir in den letzten zwei Jahren wahnsinnig viel gebracht.“
Holtmann vor Heimspiel gegen „hungrigen“ SC Paderborn: „Wir können jeden schlagen“
Holtmann ist gereift. Auch sportlich. In Bochum ist der Fan-Liebling längst wieder unumstritten. Auf seine Leistung wird es auch gegen Paderborn wieder ankommen. Im Hinspiel war der VfL mit dem 0:1 gut bedient, es war die letzte Partie unter Dieter Hecking. Mit Rösler kam im Oktober die Wende. In 13 Zweitliga-Partien gab es nur eine Niederlage, seit acht Spielen ist der VfL unbesiegt.
„Paderborn hat eine junge, hungrige Mannschaft. Die haben viel Geschwindigkeit, einen guten Lauf“, sagt Holtmann, der 2019/20 für den SCP in der Bundesliga spielte. Vom damaligen Team ist nur noch Routinier Sven Michel in Paderborn aktiv. Mit dem Stürmer hat Holtmann noch Kontakt, der Trikottausch am Sonntag ist fest vereinbart. Geht es nach Holtmann, erhält Michel nach dem Abpfiff ein Siegershirt. „Gerade zuhause können wir jeden schlagen“, sagt er. „Wir werden anders auftreten als im Hinspiel, davon bin ich überzeugt.“
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
