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Mehr Spitzenteam als Schalke
#1
Auf und neben dem Platz hat der VfL Bochum in diesem Winter bislang eine spannende Entwicklung genommen. Den Trend gilt es fortzuführen. Ein Kommentar. 

Endlich! Der VfL Bochum hat ein Spitzenteam geschlagen und sich mit fünf Punkten aus den ersten drei Spielen des Jahres 2026 gegen die drei Top-Teams der Liga in eine sehr gute Position für die Rückrunde gebracht. Dass der Sieg ausgerechnet gegen den FC Schalke gefeiert werden konnte, setzt dem Ganzen aus Bochumer Sicht sicherlich noch die Krone auf. Stichwort: Derbysieg. Zudem zeigte sich im Spielverlauf, dass der VfL mit dem Ansatz unter Uwe Rösler – wenn wirklich alles aufgeht – in einzelnen Spielen eher wie ein Topteam der Liga auftritt, als der bisherige Tabellenführer. 

Nachdem sich die Mannschaft in der vergangenen Woche bei der SV Elversberg – dem wohl spielerisch besten Team der Zweiten Bundesliga – sehr schwer tat, dominierte der VfL zwar nicht beim Ballbesitz gegen Schalke. Aber aufgrund der taktischen Herangehensweise. Mit vertikalem und temporeichem Spiel schraubten unter anderem Callum Marshall und Gerrit Holtmann das Viererketten-Experiment von Schalke-Trainer Miron Muslic gnadenlos auseinander. Die 2:0-Pausenführung, die die Bochumer im zweiten Durchgang mehr oder weniger problemlos über die Bühne brachten, hätte noch höher ausfallen können. Möglicherweise müssen. 

VfL Bochum entwickelt sich spielerisch immer weiter
Immer deutlicher zeigt sich seit Jahresbeginn, in welche Richtung der VfL Bochum unter Rösler marschieren soll: Lieber mal eine Passstation auslassen, dafür das Spiel in die Tiefe beschleunigen. Defensiv aber die Prinzipien umsetzen und mit Leidenschaft verteidigen. Nicht immer gelingt das, weshalb der VfL nicht die großen Sprünge in der Tabelle macht. 

In den Heimspielen allerdings setzten die Spieler die Vorgaben zuletzt gut um. Schon gegen Darmstadt überzeugten die Bochumer offensiv, kassierten aber zu leicht die Gegentreffer. Ein Sieg in dieser Partie – und wer weiß, ob der VfL sich des Abstiegskampfes nicht inzwischen (zumindest vorerst) entledigt hätte und doch noch mal nach oben schielen würde? 

Auch auf dem Transfermarkt erfolgreich
So bleibt der Vorsprung auf die Abstiegsränge trotz des Derbysieges gegen den FC Schalke 04 relativ gering. Und das, obwohl Rösler mit seiner Mannschaft erst ein Spiel seit Mitte Oktober verloren hat. Entsprechend wichtig wird es am Freitag sein, bei Preußen Münster auch in einem Auswärtsspiel wieder mal einen Dreier mitzunehmen, bevor dann mit dem SC Paderborn das nächste Spitzenteam im Ruhrstadion gastiert. 

Der Sieg gegen Schalke sollte allen Beteiligten so viel Selbstvertrauen geben, dass dies möglich sein sollte. Alles andere entspräche auch nicht der immer vorwärtsgerichteten Entwicklung unter Rösler. Die übrigens auf dem Transfermarkt auch dank Markus Brunnschneider und dem gesamten Kompetenzteam in diesem Winter ebenso umgesetzt wurde. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Nach einem mitreißenden 3:3 gegen Darmstadt schöpft der VfL Bochum neue Hoffnung – doch wie stabil ist die Mannschaft wirklich? 

Das Spiel war ein paar Minuten beendet, die Mannschaft holte sich noch den verdienten Applaus ab nach einem über weite Strecken spektakulären Hin und Her gegen Darmstadt 98. Der spielerische Auftritt des VfL Bochum beim 3:3 hatte Eindruck hinterlassen, macht Hoffnung, und so ging der Blick vieler Fans schon zwei Wochen voraus. Das Derby gegen den FC Schalke 04, das nächste Heimspiel an der Castroper Straße, warf seine Schatten voraus. Laute Schmähgesänge schallten durch das Stadion. Offenbar schöpft man in Bochum aus dem Jahresauftakt eine Menge Hoffnung für die kommenden Wochen gegen die aktuellen Spitzenteams der Liga. 

Dass der VfL den aktuellen Tabellendritten aus Darmstadt vor allem in der zweiten Halbzeit über weite Strecken dominierte und das Spiel durchaus hätte gewinnen können, war auch tatsächlich ein Fingerzeig an die Konkurrenz. In der kurzen Winterpause haben die Bochumer offenbar einen Schritt in der spielerischen Weiterentwicklung gemacht, und auch der Kader gibt nach der Umstrukturierung im Winter und der Rückkehr einzelner Offensivakteure wie Moritz-Broni Kwarteng und Koji Miyoshi wieder mehr her. 

Rösler war vor dem Spiel unsicher
„Ich wusste nicht genau, wo wir stehen, was wir im Tank haben, wie die Adaptionszeit war“, sagte Trainer Uwe Rösler offen. Zuvor hatte er beklagt, dass es in der kurzen Vorbereitungszeit nur ein Testspiel gab, um seinen Spielern Spielzeit zu geben. Ein wenig Blindflug also vor dem schweren Auftakt zum Jahresstart 2026. Doch seine Mannschaft setzte das gut um, was er ihnen eingebläut hatte. Viel Arbeit in das Spiel gegen den Ball hatte Rösler investiert, aber auch mit dem Ball will er mit seiner Mannschaft in der Rückrunde deutlich mehr bestimmen. Die Zeiten, in denen der VfL nur 40 Prozent Ballbesitz im Spiel hat, sollen möglichst der Vergangenheit angehören.

Wie am Sonntag gegen Darmstadt. 57 Prozent Ballbesitz hatte der VfL am Ende der Partie. Allerdings wohl eher ungeplant, wie Rösler im Nachgang zugab. Er habe die Darmstädter anders erwartet, sagte er. Doch anders als gewohnt pressten die Gäste nicht so intensiv, waren eher auf das Umschaltspiel bedacht, das zugegebenermaßen immer wieder extrem gefährlich war. In der ersten Halbzeit bekam der VfL etwa die linke Abwehrseite kaum dicht, immer wieder konnte sich Sergio Lopez durchsetzen und wurde mit seinen Hereingaben gefährlich. In der Halbzeit aber stellte Rösler etwas um – und fortan dominierte der VfL den Gast. 

Rösler sieht sein Team bei 80 Prozent
„Wir waren die bessere Mannschaft, ich habe 80 Prozent davon gesehen, was wir machen wollen“, sagte Rösler zufrieden. Dass er nach zehn Liga-Spielen mit dem VfL sicher noch nicht da ist, wo er hinmöchte, ist einleuchtend. Ging es in den ersten Wochen vor allem darum, die Mannschaft zu stabilisieren, muss nun die Weiterentwicklung Woche für Woche vonstattengehen. Die Partie gegen Darmstadt war sicher ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der nächste muss sein, solche Spiele für sich zu entscheiden. 

In nahezu allen wichtigen Parametern, die über ein Spiel gesammelt werden, kauften die Bochumer ihren Gegnern den Schneid ab. Mehr Torgefahr, mehr x-Goals, mehr gelaufene Kilometer, mehr Ballbesitz, die bessere Passquote, mehr und erfolgreichere Dribblings – die Statistik liest sich aus Bochumer Sicht durchaus zufriedenstellend. Vor allem das zuletzt lahmende Offensivspiel funktionierte. „Wir haben gute Chancen kreiert“, sagte Rösler. Einzig die Zweikampfwerte ließen zu wünschen übrig. 

Fehler in der Defensive werden zum Problem
Alles gut ist in Bochum daher noch lange nicht. Die Defensive befand sich mehrfach im kollektiven Tiefschlaf. Das dritte Gegentor, das aus dem Nichts und nach einer 60-Meter-Flanke fiel, ärgerte Rösler massiv. „Wir schlafen beim dritten Tor. Das ist brutal“, klagte er, nachdem Noah Loosli und Leandro Morgalla Luca Marseiller vollkommen aus dem Blick ließen. Allerdings fielen auch die ersten beiden Gegentore schon aus Situationen, in denen vor allem die Abwehrreihe nicht gut aussah. Die Schwachstelle im Bochumer Kader allerdings ist erkannt, spätestens im Sommer dürfte an der Innenverteidiger-Gruppe geschraubt werden. Zumal die Verträge von Loosli und Erhan Masovic auslaufen.

Und dennoch: Der VfL scheint für den Moment auf einem guten Weg zu sein, um das Saisonziel nach dem Fehlstart unter Dieter Hecking zu erreichen. „Wir sind voll im Abstiegskampf. Ich habe ein Ziel: die Liga halten. Wir dürfen nicht träumen und so schnell wie möglich 40 Punkte holen“, sagte Rösler deutlich. Alles andere wäre Zusatz. Mit Leistungen wie Sonntag und möglichen Siegen in den kommenden Wochen sollte das Ziel durchaus erreichbar sein. 

Quelle: WAZ.de
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