01-27-2026, 06:00 PM
Das Spiel zwischen Bochum und Schalke liefert mehr als Fußball: Wo liegen Bier, Bratwurst, Fanpower vorn – und wer gewinnt das etwas andere Duell?
Ob Straßenbahn-Derby, kleines Derby, Derby – oder eben kein Derby, aber Nachbarschaftsduell mit hoher Brisanz: Das Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 am Samstagmittag im Ruhrstadion wird die Fans beider Klubs in den Bann ziehen. Keiner will verlieren und sich am Montag bei der Arbeit von seinem Kollegen blöde Sprüche anhören müssen.
Sportlich ist ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten, wenngleich die Tabelle der 2. Liga etwas anderes sagt. Da thront der S04 ganz oben, während der VfL noch immer gegen den Abstieg kämpft. Allerdings: In der Rösler-Tabelle – also jener Zwischenauswertung, die die Ergebnisse zwischen den Spieltagen neun (als Uwe Rösler beim VfL erstmals auf der Bank saß) und 19 ausweist – trennen beide Klubs nur ein Punkt. Schalke holte in dieser Zeit 21 Punkte, Bochum 20.
Doch wie sind beide Klubs außerhalb des Rasens aufgestellt? Wir vergleichen Bochum und Schalke anhand von ein paar anderen Kriterien, die nichts mit dem Sport zu tun haben.
Bier-Frage: Fiege gegen Veltins
Ob Gelsenkirchen oder Bochum – die Anhänger beider Klubs gelten an Spieltagen als durchaus trinkfreudig. Das lässt die Kassen beider Vereine ordentlich klingeln. Und doch gibt es Unterschiede. Schalke und Veltins haben eine lange gemeinsame Geschichte. Wer an Veltins denkt, denkt wohl auch immer an die Knappen. Und andersherum. Noch mehr Tradition ist allerdings in Bochum zu finden. Fiege ist Bochum. Die Privatbrauerei kommt aus Bochum, ist im Familienbesitz und ein enger Begleiter des VfL. Regelmäßig wird das Bier von vermeintlichen Experten oder Fans zum besten Stadionbier erkoren. Zudem spielt die Marke in der Stadt eine große Rolle.
Fazit: Fiege auf die eins! 1:0 VfL.
Es geht um die Wurst: Dönninghaus gegen Böklunder
Ähnlich wie beim Bier steht es um die Bratwurst im Stadion. Die Schalker sind weniger stolz auf Böklunder als die Bochumer auf Dönninghaus. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass Böklunder zur Tönnies-Gruppe gehört. Und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 ist bekanntlich nicht mehr bei jedem Fan beliebt. Deshalb greift auch hier das Argument: aus der Stadt, für die Stadt. Dönnighaus ist Lokalpatriotismus pur. Ein echtes Stück Bochumer Esskultur.
Fazit: Der VfL bietet die vielleicht beste Wurst Deutschlands an, gefeiert auch mit Herbert Grönemeyers Kultsong. Dönninghaus siegt. 2:0 VfL.
Identifikation schlechthin: Trikots als Statement
Es ist das liebste Fan-Utensil: das Trikot. Gerade in dieser Woche konnte man wieder erleben, dass dieses Stück Stoff Emotionen hervorruft. Als der VfL Bochum ein schwarzes Sondertrikot für das Spiel gegen Schalke präsentierte, freuten sich einige über das Design, eine Vielzahl der Anhänger aber war wenig begeistert. Zu ähnlich sei es vom Design her zu den normalen Heimtrikots der vergangenen Jahre, noch dazu in „Wattenscheider Farben!“, wie einige User kommentierten.
Schalke-Trikots sind eindeutig ikonischer, der Ausrüster Adidas ist deutlich im Vorteil gegenüber Mizuno. In Bochum gab es wenig Abwechslung in den vergangenen Jahren. Zum Vergleich: Schalkes letztes Sondertrikot war innerhalb weniger Stunden ausverkauft.
Fazit: Dieser Punkt geht an Schalke! Der Anschluss zum 1:2.
Shirts und Schals: Liebe in verschiedenen Formen
Einige Fans beklagen, dass die Fanshop-Auswahl bei Schalke nachgelassen hat. Aber: Der Verein macht immer wieder Kollaborationen mit lokalen Künstlern wie Beni Veltum oder „This is Gelsen“. Der VfL Bochum versuchte es in der Vergangenheit hingegen in Zusammenarbeit mit Herbert Grönemeyer. Insgesamt macht es den Anschein, dass bei Schalke die Auflagen nicht hoch sind, das Sortiment kleiner geworden ist. In Bochum gibt es immer wieder Kritik an Designs einzelner Kleidungsstücke. Zweitligisten setzen einfach nicht mehr alles ab, es geht daher um Pragmatismus
Fazit: Beide tun sich nicht viel. Am Ende verkaufen sie doch genug Merchandising-Produkte, Schalke aufgrund seiner Größe natürlich deutlich mehr. Unterm Strich: ein Unentschieden. Spielstand: 3:2 für den VfL.
Feiern bis zum Umfallen: Bermuda-Dreieck oder Schalker Meile?
Keine Diskussion: Wer sich noch nicht im Bermuda-Dreieck verloren hat, ist kein echter Ruhrpottler. Oder hat schon mal jemand gehört, dass ein Auswärtsfan in die Kneipe nach Gelsenkirchen fährt? An Spieltagen ist auf der Schalke Meiler viel los, in Buer sind nette Kneipen. Aber die Dichte in Bochum ist unschlagbar – auch außerhalb des Bermuda-Dreiecks. Kultkneipen wie das Fiege Kläppken oder das Hufeisen locken viele Fans nach Spieltagen an die Tresen. Mehr Möglichkeiten gibt es in Bochum auch rund ums Stadion.
Fazit: Klare Sache: Bochum gewinnt und führt mit 4:2.
Choreos und Gesänge: Fans als Aushängeschild
Die Fans sind oft das Aushängeschild des Vereins. Mit Choreografien, lauten Gesängen oder massigen Auswärtsauftritten werben die Vereine gern für sich. Sie sind das Herz des Vereins, ohne sie würde es nicht gehen. Unumwunden muss an dieser Stelle festgestellt werden, dass die Fans des FC Schalke 04 mehrere Auswärtsfahrer-Rekorde innerhalb einer Saison aufstellen, regelmäßig prächtige Choreos präsentieren und schon allein aufgrund ihrer Vielzahl diesen Punkt gegenüber Bochum einfahren. Wenngleich Bochum sich wie ein kleines gallisches Dorf wehrt. Doch so richtig mithalten können die VfL-Fans gegen die Power der Knappen nicht.
Fazit: Klarer Punkt für Schalke. Neuer Spielstand: 4:3.
Größe oder Tradition: Die Stadion-Frage
Beim VfL Bochum sind sich alle bewusst: Der Standort Ruhrstadion ist Fluch und Segen zugleich. Kaum ein anderes Stadion sprüht so vor Tradition und „echtem“ Fußball. Unter Auswärtsfans ist es – abgesehen von der Einlasssituation – äußerst beliebt. Doch in Zeiten des modernen Fußballs ist das Ruhrstadion auch etwas aus der Zeit gefallen, begrenzt den Verein in seinen Möglichkeiten. Anders in Gelsenkirchen: Die Veltins-Arena hat den Verein auf ein anderes Level gehoben. Die Einnahmen sind hoch – schon allein durch die vielen VIP-Plätze in der hochmodernen Arena. Nicht jedem gefällt der Mehrzweckhallen-Flair, dennoch ist die Hütte bei jedem Spiel ausverkauft und „explodiert“, wenn es halbwegs läuft.
Fazit: Einen Gewinner in dieser Kategorie zu küren, fällt schwer. Unentschieden, weil absolut Geschmacksfrage!
Am Ende kann sich der VfL in diesem – auch nicht immer ganz ernst gemeinten – Vergleich knapp mit 5:4 durchsetzen. Wenngleich es in allen Kategorien immer eine Geschmackssache ist. Nur gut, dass es am Ende heißt: Entscheidend ist auf‘m Platz. Und da wird am Samstagmittag der Sieger ermittelt.
Quelle: WAZ.de
Ob Straßenbahn-Derby, kleines Derby, Derby – oder eben kein Derby, aber Nachbarschaftsduell mit hoher Brisanz: Das Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 am Samstagmittag im Ruhrstadion wird die Fans beider Klubs in den Bann ziehen. Keiner will verlieren und sich am Montag bei der Arbeit von seinem Kollegen blöde Sprüche anhören müssen.
Sportlich ist ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten, wenngleich die Tabelle der 2. Liga etwas anderes sagt. Da thront der S04 ganz oben, während der VfL noch immer gegen den Abstieg kämpft. Allerdings: In der Rösler-Tabelle – also jener Zwischenauswertung, die die Ergebnisse zwischen den Spieltagen neun (als Uwe Rösler beim VfL erstmals auf der Bank saß) und 19 ausweist – trennen beide Klubs nur ein Punkt. Schalke holte in dieser Zeit 21 Punkte, Bochum 20.
Doch wie sind beide Klubs außerhalb des Rasens aufgestellt? Wir vergleichen Bochum und Schalke anhand von ein paar anderen Kriterien, die nichts mit dem Sport zu tun haben.
Bier-Frage: Fiege gegen Veltins
Ob Gelsenkirchen oder Bochum – die Anhänger beider Klubs gelten an Spieltagen als durchaus trinkfreudig. Das lässt die Kassen beider Vereine ordentlich klingeln. Und doch gibt es Unterschiede. Schalke und Veltins haben eine lange gemeinsame Geschichte. Wer an Veltins denkt, denkt wohl auch immer an die Knappen. Und andersherum. Noch mehr Tradition ist allerdings in Bochum zu finden. Fiege ist Bochum. Die Privatbrauerei kommt aus Bochum, ist im Familienbesitz und ein enger Begleiter des VfL. Regelmäßig wird das Bier von vermeintlichen Experten oder Fans zum besten Stadionbier erkoren. Zudem spielt die Marke in der Stadt eine große Rolle.
Fazit: Fiege auf die eins! 1:0 VfL.
Es geht um die Wurst: Dönninghaus gegen Böklunder
Ähnlich wie beim Bier steht es um die Bratwurst im Stadion. Die Schalker sind weniger stolz auf Böklunder als die Bochumer auf Dönninghaus. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass Böklunder zur Tönnies-Gruppe gehört. Und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 ist bekanntlich nicht mehr bei jedem Fan beliebt. Deshalb greift auch hier das Argument: aus der Stadt, für die Stadt. Dönnighaus ist Lokalpatriotismus pur. Ein echtes Stück Bochumer Esskultur.
Fazit: Der VfL bietet die vielleicht beste Wurst Deutschlands an, gefeiert auch mit Herbert Grönemeyers Kultsong. Dönninghaus siegt. 2:0 VfL.
Identifikation schlechthin: Trikots als Statement
Es ist das liebste Fan-Utensil: das Trikot. Gerade in dieser Woche konnte man wieder erleben, dass dieses Stück Stoff Emotionen hervorruft. Als der VfL Bochum ein schwarzes Sondertrikot für das Spiel gegen Schalke präsentierte, freuten sich einige über das Design, eine Vielzahl der Anhänger aber war wenig begeistert. Zu ähnlich sei es vom Design her zu den normalen Heimtrikots der vergangenen Jahre, noch dazu in „Wattenscheider Farben!“, wie einige User kommentierten.
Schalke-Trikots sind eindeutig ikonischer, der Ausrüster Adidas ist deutlich im Vorteil gegenüber Mizuno. In Bochum gab es wenig Abwechslung in den vergangenen Jahren. Zum Vergleich: Schalkes letztes Sondertrikot war innerhalb weniger Stunden ausverkauft.
Fazit: Dieser Punkt geht an Schalke! Der Anschluss zum 1:2.
Shirts und Schals: Liebe in verschiedenen Formen
Einige Fans beklagen, dass die Fanshop-Auswahl bei Schalke nachgelassen hat. Aber: Der Verein macht immer wieder Kollaborationen mit lokalen Künstlern wie Beni Veltum oder „This is Gelsen“. Der VfL Bochum versuchte es in der Vergangenheit hingegen in Zusammenarbeit mit Herbert Grönemeyer. Insgesamt macht es den Anschein, dass bei Schalke die Auflagen nicht hoch sind, das Sortiment kleiner geworden ist. In Bochum gibt es immer wieder Kritik an Designs einzelner Kleidungsstücke. Zweitligisten setzen einfach nicht mehr alles ab, es geht daher um Pragmatismus
Fazit: Beide tun sich nicht viel. Am Ende verkaufen sie doch genug Merchandising-Produkte, Schalke aufgrund seiner Größe natürlich deutlich mehr. Unterm Strich: ein Unentschieden. Spielstand: 3:2 für den VfL.
Feiern bis zum Umfallen: Bermuda-Dreieck oder Schalker Meile?
Keine Diskussion: Wer sich noch nicht im Bermuda-Dreieck verloren hat, ist kein echter Ruhrpottler. Oder hat schon mal jemand gehört, dass ein Auswärtsfan in die Kneipe nach Gelsenkirchen fährt? An Spieltagen ist auf der Schalke Meiler viel los, in Buer sind nette Kneipen. Aber die Dichte in Bochum ist unschlagbar – auch außerhalb des Bermuda-Dreiecks. Kultkneipen wie das Fiege Kläppken oder das Hufeisen locken viele Fans nach Spieltagen an die Tresen. Mehr Möglichkeiten gibt es in Bochum auch rund ums Stadion.
Fazit: Klare Sache: Bochum gewinnt und führt mit 4:2.
Choreos und Gesänge: Fans als Aushängeschild
Die Fans sind oft das Aushängeschild des Vereins. Mit Choreografien, lauten Gesängen oder massigen Auswärtsauftritten werben die Vereine gern für sich. Sie sind das Herz des Vereins, ohne sie würde es nicht gehen. Unumwunden muss an dieser Stelle festgestellt werden, dass die Fans des FC Schalke 04 mehrere Auswärtsfahrer-Rekorde innerhalb einer Saison aufstellen, regelmäßig prächtige Choreos präsentieren und schon allein aufgrund ihrer Vielzahl diesen Punkt gegenüber Bochum einfahren. Wenngleich Bochum sich wie ein kleines gallisches Dorf wehrt. Doch so richtig mithalten können die VfL-Fans gegen die Power der Knappen nicht.
Fazit: Klarer Punkt für Schalke. Neuer Spielstand: 4:3.
Größe oder Tradition: Die Stadion-Frage
Beim VfL Bochum sind sich alle bewusst: Der Standort Ruhrstadion ist Fluch und Segen zugleich. Kaum ein anderes Stadion sprüht so vor Tradition und „echtem“ Fußball. Unter Auswärtsfans ist es – abgesehen von der Einlasssituation – äußerst beliebt. Doch in Zeiten des modernen Fußballs ist das Ruhrstadion auch etwas aus der Zeit gefallen, begrenzt den Verein in seinen Möglichkeiten. Anders in Gelsenkirchen: Die Veltins-Arena hat den Verein auf ein anderes Level gehoben. Die Einnahmen sind hoch – schon allein durch die vielen VIP-Plätze in der hochmodernen Arena. Nicht jedem gefällt der Mehrzweckhallen-Flair, dennoch ist die Hütte bei jedem Spiel ausverkauft und „explodiert“, wenn es halbwegs läuft.
Fazit: Einen Gewinner in dieser Kategorie zu küren, fällt schwer. Unentschieden, weil absolut Geschmacksfrage!
Am Ende kann sich der VfL in diesem – auch nicht immer ganz ernst gemeinten – Vergleich knapp mit 5:4 durchsetzen. Wenngleich es in allen Kategorien immer eine Geschmackssache ist. Nur gut, dass es am Ende heißt: Entscheidend ist auf‘m Platz. Und da wird am Samstagmittag der Sieger ermittelt.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
