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Warum die SV Elversberg zum Vorbild geworden ist
#1
Beim VfL Bochum erhalten junge Talente immer mehr Spielzeit und Verantwortung. Das Talentwerk soll gestärkt, mit Leihspielern aber weitergearbeitet werden. 

Cajetan Lenz, Mats Pannewig, Leandro Morgalla, Francis Onyeka, Farid Alfa-Ruprecht, Callum Marshall und Kjell Wätjen – keiner von ihnen ist älter als 21 Jahre und trotzdem spielen sie in diesen Tagen beim VfL Bochum eine Hauptrolle. Die meisten sogar als Stammspieler unter Uwe Rösler. Zufall ist das nicht, längst hat sich der VfL auf die Fahnen geschrieben, ein Entwicklungsverein für Talente zu sein. „Wenn ein jüngerer Spieler leistungsmäßig auf Augenhöhe mit einem älteren ist, dann bekommt bei uns der Jüngere den Vorzug. Das ist kein Bonus, sondern Teil unseres Weges“, sagt Simon Zoller, Direktor Performance Lizenzfußball. 

Ein Weg, den der Gegner am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, Sky) seit Jahren konsequent beschreitet. Die SV Elversberg schafft es sogar, jährlich die Abgänge der besten Spieler zu kompensieren, weil viel mit Leihen von Top-Talenten anderer Vereine gearbeitet wird. Nick Woltemade, Fisnik Asllani und Younes Ebnoutalib schafften hier etwa ihren Durchbruch. Trotzdem mischen sie Jahr für Jahr oben mit. Ruhiges Arbeiten, kurze Entscheidungswege – der Standortvorteil im Saarland ist groß. Es gibt wenig Störgeräusche. Hinzu kommt eine Philosophie, die der Verein mit Kontinuität umsetzt. Der aktuelle Sportvorstand Nils-Ole Book ist bereits seit 2018 in leitender Funktion bei der ELV, wie der Klub sich selbst nennt. 

Elversberg als Vorbild für den VfL Bochum und andere Klubs
Book setzt auf Spieler zwischen 21 und 25 Jahren, die Entwicklungsschritte vor sich und mindestens Regionalliga gespielt haben, in ihrer ersten Saison im Profifußball aber nicht klarkamen. „Wir wollten den Fokus darauf legen, junge Spieler zu entwickeln“, sagte er kürzlich dem ZDF. „Wir können ihnen einen Platz bieten, wo sie sich entwickeln können, wo sie Fußball spielen können. Wir sind dadurch für die verleihenden Vereine interessant.“ 

Diese Arbeitsweise hat längst Vorbildcharakter für viele deutsche Klubs. Auch der VfL Bochum orientiert sich an dem Dorfverein. „Elversberg zeigt, wie man sich mit Kontinuität und guter Arbeit stark nach oben arbeitet. Viele reden darüber, die machen es“, sagt Rösler. Im vergangenen Sommer versuchten der Sportvorstand Dirk Dufner und der Direktor Kadermanagement Johannes Waigand ein entsprechendes Klima an der Castroper Straße zu schaffen. Bei all der berechtigten Kritik für die Transferperiode: Sie haben es geschafft, talentierte Spieler aus dem Talentwerk, aber auch von anderen Klubs für den VfL-Weg zu überzeugen. 

Junge Spieler werden häufiger angeboten
Die Früchte erntet seit einigen Wochen Rösler auf dem Feld – und der Klub in Gesprächen. Nur so konnte im Winter Marshall davon überzeugt werden, die Rückrunde in Bochum zu spielen. „Hier gibt es viele junge Spieler, die auch zum Einsatz kommen. Das war für mich wichtig“, sagt der Nordire, der von West Ham United ausgeliehen ist.

Die Arbeit, die sie in Bochum leisten, hat sich herumgesprochen. „Wir bekommen schon Anrufe von anderen Vereinen, die uns junge Spieler anbieten“, sagt Rösler. Für die Sommer-Transferphase sollte das Hoffnung machen, zumindest mit vielen talentierten Spielern ins Gespräch zu kommen. Daher ist auch Zoller zufrieden: „Wir merken in aktuellen Gesprächen, dass der VfL sich ein gutes Standing erarbeitet hat, bekommen das auch von unseren Spielern im Kader als Feedback. Die Jungs fühlen sich total wohl.“ 

Talentwerk steht voll im Fokus
Das will der VfL für sich nutzen und versucht, die sechs Leihspieler und deren Stammvereine davon zu überzeugen, dass der VfL für sie auch in der kommenden Saison der richtige Ort für den nächsten Entwicklungsschritt sei. „Momentan geht es nicht anders. Wir versuchen, mit Qualitätsspielern den Ansprüchen gerecht zu werden. Wenn man die nicht kaufen kann, muss man sie leihen“, sagt Rösler.

Weit mehr als die Elversberger setzt der VfL Bochum auf die eigene Jugend, will vor allem die Spieler aus dem Talentwerk bei den Profis etablieren. „Wir wollen die Jungs aus unserem Talentwerk nicht nur dabei haben, sondern sie wirklich fordern und fördern. Das funktioniert in dieser Saison sehr gut“, sagt Zoller. Schon in der Vergangenheit brachte der VfL Talente durch, verkaufte sie gewinnbringend. Armel-Bella Kotchap oder Maxim Leitsch waren solche Spieler. 

„Aktuell sind es Cajetan Lenz und Mats Pannewig, die eine richtig gute Entwicklung nehmen. Sie nutzen ihre Chancen und machen konstant Schritte nach vorn“, freut sich Zoller. Mit Kacper Koscierski, Alessandro Crimaldi, Darnell Keumo und Tom Meyer stehen die nächsten Talente parat. „Unser Fokus bleibt klar: Entwicklung, Vertrauen und Einsatzzeiten für junge Spieler, aus den eigenen Reihen, gezielt von außen ergänzt“, sagt Zoller. Darin liegt der Unterschied zu Elversberg. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Ob das ein erfolgversprechendes Zukunftsmodell ist,, bezweifel ich. Wie soll sich eine erfolgreiche Mannschaft kontinuierlich entwickeln, wenn amSaisonende drei/vier oder gar fünf Leistungsträger verabschieden ? 

Morgalla, Onyeka, Alfa-Ruprecht, Marshall und  Wätjen, sind voraussichtlich am 30.06. Geschichte bei uns. Die gehen als, mehr oder weniger, als ferige Spieler zu ihren Heimatvereinen,oder werden an Erstligisten verliehen, und der VfL kuckt in die Röhre. 

Ob es dann ab 01.07. gleiche Qualität gibt, steht in den Sternen. Fünf Spieler weg, und keinen Cent Ablöse. Eigene Nachwuchsspieler ausbilden und nach zwei/drei Jahren gewinnbringend abgeben, aber für andere Vereine Spieler ausbilden, und das Risiko von Ausfällen tragen, kann auf Dauer nicht erfolgreich sein. 

Ein negativer Nebeneffekt, die Identifikation mit dem VfL wird geringer, wenn sich Spieler nach relativ kurzer Zeit verabschieden. Auserdem befürchte ich wir können uns, wenn das die langfristige Ausrichtung wird, für länger von der 1. Liga verabschieden.
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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