01-22-2026, 01:06 PM
Callum Marshall kam, flog, traf. Der Nordire des VfL Bochum spricht über seine Gefühle, Ziele, Fankulturen und wie der VfL ihn überzeugte.
Gerrit Holtmann flankte, der Ball rauschte ins Aus. „Gerrit, gut!“ rief Uwe Rösler beim Training des VfL Bochum am Mittwoch, doch der Flügelstürmer schien nicht amüsiert zu sein. „Gerrit, gut!“, rief Rösler noch einmal. „Wenn er weiß, dass du den Ball an den langen Pfosten schlägst, dann ist er da, hält den Fuß rein. Dann ist das ein Tor.“
Er, das ist Callum Marshall. Der neue Stürmer des VfL Bochum, ausgeliehen bis zum Saisonende vom Premier-League-Klub West Ham United aus London. Der 21-Jährige, der noch im Kennenlern-Modus ist. Der trotzdem sofort stach beim Zweitliga-Auftakt gegen Darmstadt 98. Acht Minuten nach seiner Einwechslung flog er in die abgefälschte Flanke von Maxi Wittek, hechtete den Ball mit seinem Kopf ins Tor. 3:3.
Traumstart für Marshall: Nordire trifft bei VfL-Debüt und rettet Punkt
Das Ruhrstadion tobte. Und Marshall? Drehte ab, schaute umher, schien nicht so recht zu wissen, was da passiert war. Fand irgendwann Farid Alfa-Ruprecht zum Abklatschen, eilte zur Mitte.
Erstes Spiel. Erstes Tor. Punkt gerettet. „Es war ein unglaubliches Gefühl“, erzählt der erste Nordire im VfL-Trikot drei Tage später und lächelt. „Ich bin glücklich, dass ich gleich richtig stand und im ersten Spiel ein Tor erzielt habe“, sagt Marshall, der allein schon mit seinem irischen Dialekt aus der Heimat Belfast eine spezielle Note mitbringt. „Wir wollten unbedingt noch gewinnen, deshalb haben wir nicht so lange gefeiert, sondern wollten schnell weiterspielen.“
Callum Marshall will mit Energie und Toren beim VfL Bochum überzeugen
Callum Marshall. Ein Winner-Typ. Einer, an dessen Mentalität in Bochum niemand zweifelt. Deshalb hat der VfL ihn vor zwei Wochen geholt als spielstarken, beweglichen Stürmer, der mit seinen nur 1,74 Metern Körpergröße den VfL im Umschaltspiel, mit Intensität, technischer Klasse und Abschluss-Stärke auf ein höheres Niveau hieven soll. „Ich möchte meine hohe Energie, mein Tempo einbringen, will Tore schießen und vorbereiten. Das erwartet der VfL auch von mir. Ich möchte ein wichtiger Spieler sein für den VfL und hoffe, dass ich das in den kommenden Wochen zeigen kann.“ Am liebsten: von Beginn an.
Dies stellt ihm Trainer Uwe Rösler auch in Aussicht im Gespräch mit dieser Redaktion, womöglich aber noch nicht beim Auswärtsspiel in Elversberg am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky). Denn Routinier Philipp Hofmann, der ganz andere Stürmertyp, und Edeltalent Francis Onyeka, der Sieben-Tore-Mann des VfL, machten ihre Sache gegen Darmstadt ebenfalls blendend, erzielten ebenfalls ein Tor. Und Rösler sieht Marshall als einen von jetzt „drei guten Stürmern“, also zentral auf Hofmanns ganz vorne oder Onyekas Position dahinter. Und eher nicht auf dem Flügel, wo aktuell ohnehin ein Überangebot besteht.
Rösler lobt auch Hofmann und Onyeka
„Francis trifft über Strecke, Hoffi jetzt auch“, sagte Rösler. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel von Hoffi. Auch damit, was er physisch im Anlaufen gebracht hat, das war eine richtige Steigerung.“ Viel spricht also dafür, dass Onyeka/Hofmann in Elversberg loslegen, Marshall von der Bank kommt. Rösler: „Callum macht auch Hoffi und Francis Druck. Druck erzeugt Gegendruck, das ist manchmal gut.“
Etliche deutsche Klubs wollten Marshall holen
Coach Rösler spielte eine zentrale Rolle dafür, dass der Angreifer für Bochum aufläuft. Es gab mehrere interessierte Klubs aus Deutschland, verrät Marshall. „Es war eine schwierige Entscheidung, aber Uwe hat mir gezeigt, dass er mich unbedingt in seinem Team haben wollte. Als Profi willst du immer spielen, aber das gilt natürlich noch mehr als Leihspieler. Der Trainer hat mir vermittelt, dass er hinter mir stehen wird. Das war für mich entscheidend, nach Bochum zu kommen.“
Es gab ein Zoom-Meeting mit England-Spezialist Rösler, mit weiteren Verantwortlichen des VfL. „Sie haben mir sehr konkret gesagt, wo sie mich sehen im Team, wie sie mit mir planen, wie ich helfen kann. Sie haben mir auch von der tollen Atmosphäre im Stadion erzählt, vom Klub. Das hat mich beeindruckt“, erklärt Marshall. Weiterer Pluspunkt: „In Bochum gibt es viele junge Spieler, die auch zum Einsatz kommen. Das war für mich auch wichtig. Es ist auch für meine Integration gut, dass wir viele Spieler haben, die ungefähr in meinem Alter sind.“
Marshall findet beim VfL Bochum schnell Anschluss im neuen Team
Erstmals hat Marshall Großbritannien verlassen. Das Leben fern von Heimat und Familie kennt er aber schon, seit er 17 ist. Im Januar 2022 wechselte Marshall von Glenford FC (Belfast) in die Jugendschmiede von West Ham. „Insofern war ich es früh gewohnt, auf mich gestellt zu sein. Ich hatte natürlich ein bisschen Respekt vor der fremden Sprache und Kultur. Aber ich bin hier gut angekommen und ich fühle mich sehr wohl. So kann es gerne weitergehen.“ Nicht selbstverständlich, denn er kannte ja niemand im neuen Team, sagt Marshall und lacht, als er sich korrigiert: „Nur Timo Horn kannte ich vom FIFA-Spielen als ich jünger war.“
Nervös, räumt er ein, war der smarte Nordire daher durchaus, als er im Trainingslager des VfL Bochum im türkischen Belek eintraf. „Ich war mir nicht sicher, ob meine Mitspieler auch englisch sprechen, was sie zum Glück alle tun, auch wenn mein irisches Englisch hart zu verstehen ist“, sagt er lächelnd. „Sie haben mich super aufgenommen. Jetzt lernen wir uns auch auf dem Platz immer besser kennen. Wir wollen unser Level weiter erhöhen und eine gute Saison spielen.“
Stimmung im Ruhrstadion beeindruckt Marshall
Und die Fans zur Ekstase bringen. Die Stimmung im Ruhrstadion jedenfalls, spätestens nach dem 3:3 hat Marshall sofort imponiert. „Hier kommen nur echte Fans ins Stadion, die ihren Klub lieben. Das Olympiastadion in London, wo West Ham spielt, ist viel größer und weitläufiger mit der Laufbahn. Da herrscht eine andere Atmosphäre. In Bochum ist das Stadion eng, da kann man richtig Lärm machen, und das machen die Fans fantastisch.“
Quelle: WAZ.de
Gerrit Holtmann flankte, der Ball rauschte ins Aus. „Gerrit, gut!“ rief Uwe Rösler beim Training des VfL Bochum am Mittwoch, doch der Flügelstürmer schien nicht amüsiert zu sein. „Gerrit, gut!“, rief Rösler noch einmal. „Wenn er weiß, dass du den Ball an den langen Pfosten schlägst, dann ist er da, hält den Fuß rein. Dann ist das ein Tor.“
Er, das ist Callum Marshall. Der neue Stürmer des VfL Bochum, ausgeliehen bis zum Saisonende vom Premier-League-Klub West Ham United aus London. Der 21-Jährige, der noch im Kennenlern-Modus ist. Der trotzdem sofort stach beim Zweitliga-Auftakt gegen Darmstadt 98. Acht Minuten nach seiner Einwechslung flog er in die abgefälschte Flanke von Maxi Wittek, hechtete den Ball mit seinem Kopf ins Tor. 3:3.
Traumstart für Marshall: Nordire trifft bei VfL-Debüt und rettet Punkt
Das Ruhrstadion tobte. Und Marshall? Drehte ab, schaute umher, schien nicht so recht zu wissen, was da passiert war. Fand irgendwann Farid Alfa-Ruprecht zum Abklatschen, eilte zur Mitte.
Erstes Spiel. Erstes Tor. Punkt gerettet. „Es war ein unglaubliches Gefühl“, erzählt der erste Nordire im VfL-Trikot drei Tage später und lächelt. „Ich bin glücklich, dass ich gleich richtig stand und im ersten Spiel ein Tor erzielt habe“, sagt Marshall, der allein schon mit seinem irischen Dialekt aus der Heimat Belfast eine spezielle Note mitbringt. „Wir wollten unbedingt noch gewinnen, deshalb haben wir nicht so lange gefeiert, sondern wollten schnell weiterspielen.“
Callum Marshall will mit Energie und Toren beim VfL Bochum überzeugen
Callum Marshall. Ein Winner-Typ. Einer, an dessen Mentalität in Bochum niemand zweifelt. Deshalb hat der VfL ihn vor zwei Wochen geholt als spielstarken, beweglichen Stürmer, der mit seinen nur 1,74 Metern Körpergröße den VfL im Umschaltspiel, mit Intensität, technischer Klasse und Abschluss-Stärke auf ein höheres Niveau hieven soll. „Ich möchte meine hohe Energie, mein Tempo einbringen, will Tore schießen und vorbereiten. Das erwartet der VfL auch von mir. Ich möchte ein wichtiger Spieler sein für den VfL und hoffe, dass ich das in den kommenden Wochen zeigen kann.“ Am liebsten: von Beginn an.
Dies stellt ihm Trainer Uwe Rösler auch in Aussicht im Gespräch mit dieser Redaktion, womöglich aber noch nicht beim Auswärtsspiel in Elversberg am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Sky). Denn Routinier Philipp Hofmann, der ganz andere Stürmertyp, und Edeltalent Francis Onyeka, der Sieben-Tore-Mann des VfL, machten ihre Sache gegen Darmstadt ebenfalls blendend, erzielten ebenfalls ein Tor. Und Rösler sieht Marshall als einen von jetzt „drei guten Stürmern“, also zentral auf Hofmanns ganz vorne oder Onyekas Position dahinter. Und eher nicht auf dem Flügel, wo aktuell ohnehin ein Überangebot besteht.
Rösler lobt auch Hofmann und Onyeka
„Francis trifft über Strecke, Hoffi jetzt auch“, sagte Rösler. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel von Hoffi. Auch damit, was er physisch im Anlaufen gebracht hat, das war eine richtige Steigerung.“ Viel spricht also dafür, dass Onyeka/Hofmann in Elversberg loslegen, Marshall von der Bank kommt. Rösler: „Callum macht auch Hoffi und Francis Druck. Druck erzeugt Gegendruck, das ist manchmal gut.“
Etliche deutsche Klubs wollten Marshall holen
Coach Rösler spielte eine zentrale Rolle dafür, dass der Angreifer für Bochum aufläuft. Es gab mehrere interessierte Klubs aus Deutschland, verrät Marshall. „Es war eine schwierige Entscheidung, aber Uwe hat mir gezeigt, dass er mich unbedingt in seinem Team haben wollte. Als Profi willst du immer spielen, aber das gilt natürlich noch mehr als Leihspieler. Der Trainer hat mir vermittelt, dass er hinter mir stehen wird. Das war für mich entscheidend, nach Bochum zu kommen.“
Es gab ein Zoom-Meeting mit England-Spezialist Rösler, mit weiteren Verantwortlichen des VfL. „Sie haben mir sehr konkret gesagt, wo sie mich sehen im Team, wie sie mit mir planen, wie ich helfen kann. Sie haben mir auch von der tollen Atmosphäre im Stadion erzählt, vom Klub. Das hat mich beeindruckt“, erklärt Marshall. Weiterer Pluspunkt: „In Bochum gibt es viele junge Spieler, die auch zum Einsatz kommen. Das war für mich auch wichtig. Es ist auch für meine Integration gut, dass wir viele Spieler haben, die ungefähr in meinem Alter sind.“
Marshall findet beim VfL Bochum schnell Anschluss im neuen Team
Erstmals hat Marshall Großbritannien verlassen. Das Leben fern von Heimat und Familie kennt er aber schon, seit er 17 ist. Im Januar 2022 wechselte Marshall von Glenford FC (Belfast) in die Jugendschmiede von West Ham. „Insofern war ich es früh gewohnt, auf mich gestellt zu sein. Ich hatte natürlich ein bisschen Respekt vor der fremden Sprache und Kultur. Aber ich bin hier gut angekommen und ich fühle mich sehr wohl. So kann es gerne weitergehen.“ Nicht selbstverständlich, denn er kannte ja niemand im neuen Team, sagt Marshall und lacht, als er sich korrigiert: „Nur Timo Horn kannte ich vom FIFA-Spielen als ich jünger war.“
Nervös, räumt er ein, war der smarte Nordire daher durchaus, als er im Trainingslager des VfL Bochum im türkischen Belek eintraf. „Ich war mir nicht sicher, ob meine Mitspieler auch englisch sprechen, was sie zum Glück alle tun, auch wenn mein irisches Englisch hart zu verstehen ist“, sagt er lächelnd. „Sie haben mich super aufgenommen. Jetzt lernen wir uns auch auf dem Platz immer besser kennen. Wir wollen unser Level weiter erhöhen und eine gute Saison spielen.“
Stimmung im Ruhrstadion beeindruckt Marshall
Und die Fans zur Ekstase bringen. Die Stimmung im Ruhrstadion jedenfalls, spätestens nach dem 3:3 hat Marshall sofort imponiert. „Hier kommen nur echte Fans ins Stadion, die ihren Klub lieben. Das Olympiastadion in London, wo West Ham spielt, ist viel größer und weitläufiger mit der Laufbahn. Da herrscht eine andere Atmosphäre. In Bochum ist das Stadion eng, da kann man richtig Lärm machen, und das machen die Fans fantastisch.“
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."