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Herzlichen Glückwunsch, Heinz Knüwe!
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Eine echte VfL-Legende feiert am 16. Januar runden Geburtstag: Heinz Knüwe wird 70 Jahre alt, und der VfL Bochum 1848 gratuliert seinem ehemaligen Spieler und Sportvorstand aufs Herzlichste! 
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Wer weiß schon, wo Wadersloh liegt. Die Familie Knüwe weiß es genau, schließlich kam ihr Sohn Heinz dort zur Welt. Dort, das heißt: südöstlicher Kreis Warendorf, an der Grenze zu Lippstadt. Ländliches Gebiet also, Kern-Westfalen. Kein Wunder, dass Heinz Knüwe später den Spitznamen „Bauer“ verpasst bekam. 
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Beim SV Westfalen Liesborn 21 nahm die Karriere des vielseitig einsetzbaren Defensivallrounders ihren Anfang. Von 1964 bis 1972 spielte Knüwe für die Westfalen, von 1972 an zwei Jahre im A-Jugendbereich für den VfL Geseke. Sein Talent fiel sogar Spähern aus dem Süden der Republik auf, für die Saison 1974/75 wurde er vom TSV 1860 München für die 2.Bundesliga verpflichtet. Wohl etwas zu früh, denn unter der Regie des ehemaligen Meistertrainers Max Merkel, Sternzeichen: Harter Hund, konnte sich das Talent nicht wie gewünscht entfalten. 
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Also zurück zur Basis, in diesem Falle: Borussia Lippstadt, Landesliga. Nach einem Jahr in der Viertklassigkeit klopfte der frischgebackene Zweitliga-Aufsteiger SC Herford an, Heinz Knüwe schnürte fortan für zwei Spielzeiten die Töppen für die Ostwestfalen. Im zweiten Anlauf gelang also der Sprung in den Profifußball, allerdings musste der SC – mit Knüwe – am Ende der Saison 1977/78 den Gang in die Drittklassigkeit antreten. „Bauer“ Heinz blieb und weckte mit seinen Leistungen das Interesse aus der Beletage: Der VfL Bochum wurde vorstellig und erhielt den Zuschlag. Ab 1979 war Heinz Knüwe somit ein Blau-Weißer. 
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Er sollte es sieben Jahre lang bleiben, umgerechnet 219 Pflichtspiele für den VfL, in denen er – körperlich wuchtig und sowohl in der Abwehr wie auch im Mittelfeld zuhause – immerhin 22 Tore erzielen konnte. 197 Partien in der Bundesliga, sogar drei Spiele im internationalen Wettbewerb, dem so genannten Intertoto-Cup, einem Sommerwettbewerb der UEFA, ein Vorläufer des UI-Cups. Beim VfL gehörte Knüwe jenen Generationen an, für die das Wort „unabsteigbar“ noch nicht erfunden war, sie es aber mit jeder Faser lebten. 
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Für rund 50.000 D-Mark wechselte Knüwe 1986 zu Hannover 96 und durfte prompt im ersten Jahr bei den Niedersachsen als einer der Leistungsträger den Gewinn der Zweitligameisterschaft feiern. Knüwe zurück in der Bundesliga, wo er allerdings nicht mehr so oft zum Einsatz kam. Folgerichtig heuerte er 1988 beim SC Verl an, beim damaligen Oberligisten fungierte er auch als Spieletrainer. 1990 hängte Knüwe die Fußballschuhe an den berühmten Nagel. Bilanz: 210 Bundesligaspiele (19 Tore), 94 Zweitligaspiele (sieben Treffer). 
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Der ausgebildete Landwirt (vgl. Spitzname…) hatte zudem in Bielefeld und Münster Betriebswirtschaft studiert. Eine Ausbildung, die ihm später zupasskommen sollte. Dem Fußball blieb er als Trainer verbunden, nach der Station in Verl coachte er die SpVg Beckum (1990-92), den SV Lippstadt 08 (1997-99) sowie den 1.SC Göttingen 05 (2000-01). 
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Im neuen Jahrtausend meldete sich dann auch sein alter Arbeitgeber wieder, der Kontakt zum VfL war nie abgerissen. In einer neu strukturierten deutschen Fußballlandschaft – die DFL wurde ein knappes Jahr zuvor aus der Taufe gehoben – wurden auch die Vereine umstrukturiert. Der VfL bekam eine neue sportliche Führung, Heinz Knüwe wurde der Sportliche Leiter des Bundes- bzw. Zweitligisten. Von 2001 bis 2003 hatte er dieses Amt inne. 
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Und er sollte noch einmal zum VfL zurückkehren, ein gutes Jahrzehnt später. Als die Blau-Weißen im Frühjahr 2013 der 3. Liga verdammt nahe waren und auf einen Schlag sowohl den Trainer als auch den Sportvorstand freigestellt hatten, brauchte es jemand mit Sachverstand und blau-weißem Herz, der die Herausforderung annehmen wollte. Heinz Knüwe, von Haus aus handfest, stellte sich ihr und übernahm kommissarisch den Vorstandsposten, an der Seite des neuen Cheftrainers Peter Neururer, mit dem er schon zuvor beim VfL zusammengearbeitet hatte. Die Mission Rettung gelang, es waren turbulente zwei Monate zwischen April und Juni, ehe sich Knüwe wieder in Richtung Bauernhof verabschiedete. 
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Seine Engagements als Sportchef bei den Sportfreunden Siegen (2007-08) sowie erneut dem SV Lippstadt 08 (Saison 2015/16) sollen natürlich auch noch erwähnt werden. Seitdem verfolgt er den Fußball aus der Beobachterrolle, ist beim VfL ein gern gesehener Gast. 
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Der gesamte VfL wünscht Heinz Knüwe viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit fürs kommende Jahrzehnt, zuvorderst natürlich eine anständige Feier anlässlich des persönlichen Jubiläums. Herzlichen Glückwunsch! 
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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