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Ist Marshall eine Soforthilfe?
#1
Callum Marshall steht vor dem Debüt für Bochum. Eine Datenanalyse zeigt, welchen Spielern er Druck macht und was ihn an Broschinski erinnert. 

Callum Marshall fackelte nicht lange. Beim einzigen Testspiel der Vorbereitung des VfL Bochum ballerte er den Ball aufs Tor von Alemannia Aachen, der Keeper lenkte den Schuss an den Pfosten. Debüt-Treffer verschoben? Der neue Stürmer des abstiegsbedrohten Tabellenzehnten der 2. Liga steht beim Heimspiel gegen den Dritten SV Darmstadt 98 am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Ruhrstadion vor seiner Deutschland-Premiere. 

Der VfL hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte einen Nordiren verpflichtet, hat den 21-Jährigen von West Ham United bis zum Saisonende ausgeliehen. Beim englischen Premier-League-Klub kam Marshall nur zu zwei Einsätzen. In der Saison zuvor war der Nationalspieler beim englischen Drittligisten Huddersfield gesetzt (neun Treffer/drei Torvorlagen). Die Spitzenteams der „League One“ sind im Niveau vergleichbar mit deutschen Zweitligisten wie dem VfL. Herausragende Werte lieferte Marshall in der Jugend von West Ham und in der U21 des Traditionsklubs (37 Scorerpunkte in 39 Partien). 

Marshall überzeugt im Pressing – Kein Konkurrent für Hofmann
Aber hat er das Zeug, in der 2. Liga durchzustarten? Mithilfe einer Datenanalyse von „F30 football insights“ erklärt diese Redaktion die Stärken und Schwächen und warum er kein direkter Konkurrent für Stoßstürmer Philipp Hofmann ist.

Wichtig war VfL-Trainer Uwe Rösler, einen „anderen Spielertypen“ hinzuzubekommen, der als Offensivmann auch defensiv stark ist. Marshall fängt mit seinem starken Pressing viele Bälle ab und war in Huddersfield einer der im Gegenpressing besten Balleroberer der League One. Er ist zweikampfstark, widerstandsfähig, die britische Härte gewohnt, gibt Kommandos. „Er ist enthusiastisch unterwegs, stark im Pressing und schnell“, schildert Uwe Rösler seine Eindrücke nach gut einer „Marshall-Woche“ beim VfL.

Marshall überzeugt mit starken Pässen und linkem Fuß
Dabei punktet Marshall offensiv vor allem mit seiner Dynamik, seinem direkten Abschluss und starken Pässen in den Raum sowie von außen in den Strafraum. Marshall kreierte die drittmeisten Torschüsse aller League-One-Stürmer (1,2 pro 90 Minuten). Er lässt sich dafür häufiger ins Mittelfeld fallen, bewegt sich viel in den Halbräumen zwischen den Linien. Zudem „hat er einen guten Abschluss mit seinem linken Fuß“, sagt Rösler.

Dagegen sind sein Dribbling, sein Pass-Spiel unter Gegnerdruck und seine Chancenverwertung ausbaufähig, auch wenn er die Bälle oft aufs Tor bringt (starke drei Abschlüsse pro Spiel). Im Kopfballspiel sind mit seinen nur 1,72 Metern Größe indes kaum noch große Sprünge zu erwarten. 

Rösler: Marshall kann mit und für Hofmann spielen
Auch deshalb ist der agile Nordire kein Pendant zum 1,95-Meter-Wandstürmer und Kopfballspezialist Philipp Hofmann, dem einzigen Neuner im Kader des VfL, nachdem der unter Rösler ohnehin durchgefallene Sommerzugang Ibrahim Sissoko noch länger ausfällt (Sprunggelenksverletzung). „Er ist ein anderer Spielertyp als Hoffi“, sagt Trainer Rösler. „Er kann mit ihm oder für ihn spielen.“ 

Eine Doppelspitze ist denkbar. Zudem wäre Marshall eine Option als Zehner oder hängender Stürmer, wenn etwa der mit sechs Treffern beste Torschütze des VfL, Leverkusen-Leihgabe Francis Onyeka (18), schwächeln oder ausfallen sollte. Und: Marshall kann auch den Flügel besetzen, vor allem für der rechten Seite. Dort tritt er in Konkurrenz mit dem aufblühenden Japaner Koji Miyoshi (28), der ebenfalls die Halbräume bedient, und dem klassischen, noch schnelleren Farid Alfa-Ruprecht (19). 

Neuer Bochum-Stürmer: Was ihn mit Broschinski (nicht) verbindet
„Der laufstarke 21-Jährige weicht häufig auf die Außenbahnen oder die Halbräume aus, um von dort aus häufiger für Impact zu sorgen“, so „football insights“. Daher erinnere Marshall auch an den seit Sommer für Basel spielenden Moritz Broschinski, sei aber „weniger schlaksig und kopfballstark“ als der viel größere Broschinski und technisch deutlich stärker.

Eine weitere Option: Setzte der Trainer nicht auf Hofmann als klaren Zielstürmer, schickte er stets sein offensives, zentrales Mittelfeld-Juwel Onyeka in die Spitze im 4-2-3-1-System. Diese Rolle kann auch Marshall übernehmen. Rösler: „Wir wollten unterschiedliche Optionen für unterschiedliche Gegner. Callum gibt uns was.“ 

Legt der Nordire gegen Darmstadt gleich los? Die offensivstarken Lilien sind seit sieben Partien unbesiegt, haben im Schnitt deutlich mehr Ballbesitz als Röslers VfL (41 Prozent). Marshall liefert mit seiner Defensivstärke, seinen progressiven Pässen und direktem Spiel gute Argumente, den zuletzt auf Umschaltspiel spezialisierten Bochumern sofort zu helfen. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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