01-14-2026, 08:52 AM
Beim VfL Bochum sorgt effektives Standardtraining für mehr Torgefahr. Doch wie stabil ist die Defensive schon bei ruhenden Bällen wirklich?
Es war ein Paradebeispiel dafür, was Training wirklich bringt. Kjell Wätjen führte eine Ecke kurz auf Maximilian Wittek aus, der flankte von der linken Seite in den Strafraum. Dort legte Philipp Hofmann mustergültig auf Francis Onyeka ab, der kurz vor Weihnachten den Führungstreffer für den VfL Bochum gegen den Karlsruher SC erzielte. „Gegen den KSC haben wir die Variante so zwei Tage vorher Eins-zu-Eins einstudiert“, sagte Linksverteidiger Maximilian Wittek. Da es am Ende nur zu einem 2:2 gereicht hatte, war diese Entstehungsgeschichte des Führungstreffers nur eine Randnotiz. Zumal nach dem Spiel alle froh waren, dass es endlich in den kurzen Weihnachtsurlaub ging.
Mit ein wenig Abstand allerdings kann festgehalten werden, dass dieser Treffer viel darüber aussagt, was sich beim VfL Bochum seit Monaten bewegt. Woche für Woche werden vor allem die Standardsituationen deutlich besser, immer mehr Tore fallen nach dem ruhenden Ball. Diese Situationen seien in der Zweiten Liga besonders wichtig, verkündete Uwe Rösler schon rund um seinen Amtsantritt beim VfL Bochum im Oktober. Auch sein Vorgänger Dieter Hecking hatte dies eigentlich erkannt. Vermochte es aber nicht, seinen Spielern Varianten zu vermitteln, die vorn für Gefahr sorgten und hinten für Stabilität.
Wittek selbstbewusst als Standardschütze
Unter Rösler und dessen Trainerteam um den neu hinzugekommenen Alessandro Riedle und Marc-André Kruska hingegen gelingt es immer besser. „Dass wir besser geworden sind, bestätigt die Arbeit vom Trainerteam, aber auch von uns Spielern, die es umsetzen“, sagte Wittek nun im Trainingslager in Belek. Der Linksverteidiger ist der Standardschütze des VfL Bochum und erntete immer wieder viel Kritik. Mal kamen die Flanken nicht hoch genug und verhungerten auf Kniehöhe, mal flogen sie an Freund und Feind vorbei. „Ich habe nie an mir gezweifelt, so selbstbewusst bin ich“, sagte er.
Doch auch er hat sich gefangen – und ist inzwischen zu einem äußerst erfolgreichen Standardschützen geworden. „Ich habe in meiner Karriere viele Scorerpunkte über Assists beigesteuert. Ich weiß, was ich kann. Man sieht jetzt in den Spielen wieder, dass wir über Standards gefährlich sind“, so Wittek. Die Belege sind eindeutig: Immer mehr Torgefahr erzeugt der VfL Bochum nach Ecken und Freistößen, immer mehr Treffer fallen. Nicht nur das Tor gegen den KSC belegt das. Das alleinige Lob dafür will er aber nicht auf sich nehmen. „Daran sind immer mehrere beteiligt, in allererster Linie kommt es aber auch auf den Schützen an. Wenn der Ball nicht kommt, ist man der Buhmann. Aber auch die Spieler in der Mitte sind beteiligt. Da haben wir uns in den Laufwegen verbessert.“
Größe entscheidet
Vor allem Noah Loosli, Philipp Strompf und Philipp Hofmann leisten vor dem Torwart starke Arbeit, auch Cajetan Lenz reißt Räume auf oder blockt Spieler weg. Immer mehr Varianten kommen inzwischen hinzu. War es unter Hecking noch in der Regel der Fall, dass die Standards möglichst zentral vor das Tor gezogen wurden, hat unter Rösler mehr Varianz Einzug gehalten. „Varianten zu haben, ist wichtig, weil man sonst irgendwann berechenbar ist“, sagte Wittek. Es werde einfach gedacht, so der linke Verteidiger.
„Wir konzentrieren uns darauf, dass wir überhaupt erstmal in den Infight im Sechzehner kommen. Dafür ist beispielsweise die Variante mit der Besetzung des ersten Pfostens prädestiniert. Wir haben mit Pippo (Philipp Strompf, die Redaktion) einen Spieler in der Mannschaft, für den der Gegner zwei Mann zum Verteidigen braucht am kurzen Pfosten. Wir haben weitere Spieler wie Hoffi (Philipp Hofmann, die Red.), Noah (Loosli) und Mats (Pannewig), die Größe mitbringen. Gegen diese Größe kann ein Gegner dann irgendwann nicht mehr genug entgegensetzen“, so Wittek.
Defensive Standards noch ausbaufähig
Im Trainingslager im türkischen Belek allerdings lag der Fokus nicht auf den Standardsituationen. Eine einzelne Einheit nur für Ecken und Freistöße wie noch im Sommer in Scheffau gab es dieses Mal nicht. Ecken wurden meist ins normale Training integriert, geschossen wurden sie von Wittek, Moritz Kwarteng oder Farid Alfa-Ruprecht.
Was von inzwischen gut funktioniert, soll aber auch hinten immer besser werden. Gegen Alemannia Aachen im Testspiel (2:1) musste der VfL selbst viele Situationen entschärfen. Nicht immer war Rösler zufrieden – wie schon im Ligabetrieb gegen Ende der Hinrunde. Die Box-Verteidigung sei nicht gut gewesen, der Ball sei nicht weit genug geklärt worden. Am Ende der Entwicklung bei Standards ist der VfL Bochum daher noch lange nicht. Wenngleich es zumindest vor dem gegnerischen Tor immer besser funktioniert.
Quelle: WAZ.de
Es war ein Paradebeispiel dafür, was Training wirklich bringt. Kjell Wätjen führte eine Ecke kurz auf Maximilian Wittek aus, der flankte von der linken Seite in den Strafraum. Dort legte Philipp Hofmann mustergültig auf Francis Onyeka ab, der kurz vor Weihnachten den Führungstreffer für den VfL Bochum gegen den Karlsruher SC erzielte. „Gegen den KSC haben wir die Variante so zwei Tage vorher Eins-zu-Eins einstudiert“, sagte Linksverteidiger Maximilian Wittek. Da es am Ende nur zu einem 2:2 gereicht hatte, war diese Entstehungsgeschichte des Führungstreffers nur eine Randnotiz. Zumal nach dem Spiel alle froh waren, dass es endlich in den kurzen Weihnachtsurlaub ging.
Mit ein wenig Abstand allerdings kann festgehalten werden, dass dieser Treffer viel darüber aussagt, was sich beim VfL Bochum seit Monaten bewegt. Woche für Woche werden vor allem die Standardsituationen deutlich besser, immer mehr Tore fallen nach dem ruhenden Ball. Diese Situationen seien in der Zweiten Liga besonders wichtig, verkündete Uwe Rösler schon rund um seinen Amtsantritt beim VfL Bochum im Oktober. Auch sein Vorgänger Dieter Hecking hatte dies eigentlich erkannt. Vermochte es aber nicht, seinen Spielern Varianten zu vermitteln, die vorn für Gefahr sorgten und hinten für Stabilität.
Wittek selbstbewusst als Standardschütze
Unter Rösler und dessen Trainerteam um den neu hinzugekommenen Alessandro Riedle und Marc-André Kruska hingegen gelingt es immer besser. „Dass wir besser geworden sind, bestätigt die Arbeit vom Trainerteam, aber auch von uns Spielern, die es umsetzen“, sagte Wittek nun im Trainingslager in Belek. Der Linksverteidiger ist der Standardschütze des VfL Bochum und erntete immer wieder viel Kritik. Mal kamen die Flanken nicht hoch genug und verhungerten auf Kniehöhe, mal flogen sie an Freund und Feind vorbei. „Ich habe nie an mir gezweifelt, so selbstbewusst bin ich“, sagte er.
Doch auch er hat sich gefangen – und ist inzwischen zu einem äußerst erfolgreichen Standardschützen geworden. „Ich habe in meiner Karriere viele Scorerpunkte über Assists beigesteuert. Ich weiß, was ich kann. Man sieht jetzt in den Spielen wieder, dass wir über Standards gefährlich sind“, so Wittek. Die Belege sind eindeutig: Immer mehr Torgefahr erzeugt der VfL Bochum nach Ecken und Freistößen, immer mehr Treffer fallen. Nicht nur das Tor gegen den KSC belegt das. Das alleinige Lob dafür will er aber nicht auf sich nehmen. „Daran sind immer mehrere beteiligt, in allererster Linie kommt es aber auch auf den Schützen an. Wenn der Ball nicht kommt, ist man der Buhmann. Aber auch die Spieler in der Mitte sind beteiligt. Da haben wir uns in den Laufwegen verbessert.“
Größe entscheidet
Vor allem Noah Loosli, Philipp Strompf und Philipp Hofmann leisten vor dem Torwart starke Arbeit, auch Cajetan Lenz reißt Räume auf oder blockt Spieler weg. Immer mehr Varianten kommen inzwischen hinzu. War es unter Hecking noch in der Regel der Fall, dass die Standards möglichst zentral vor das Tor gezogen wurden, hat unter Rösler mehr Varianz Einzug gehalten. „Varianten zu haben, ist wichtig, weil man sonst irgendwann berechenbar ist“, sagte Wittek. Es werde einfach gedacht, so der linke Verteidiger.
„Wir konzentrieren uns darauf, dass wir überhaupt erstmal in den Infight im Sechzehner kommen. Dafür ist beispielsweise die Variante mit der Besetzung des ersten Pfostens prädestiniert. Wir haben mit Pippo (Philipp Strompf, die Redaktion) einen Spieler in der Mannschaft, für den der Gegner zwei Mann zum Verteidigen braucht am kurzen Pfosten. Wir haben weitere Spieler wie Hoffi (Philipp Hofmann, die Red.), Noah (Loosli) und Mats (Pannewig), die Größe mitbringen. Gegen diese Größe kann ein Gegner dann irgendwann nicht mehr genug entgegensetzen“, so Wittek.
Defensive Standards noch ausbaufähig
Im Trainingslager im türkischen Belek allerdings lag der Fokus nicht auf den Standardsituationen. Eine einzelne Einheit nur für Ecken und Freistöße wie noch im Sommer in Scheffau gab es dieses Mal nicht. Ecken wurden meist ins normale Training integriert, geschossen wurden sie von Wittek, Moritz Kwarteng oder Farid Alfa-Ruprecht.
Was von inzwischen gut funktioniert, soll aber auch hinten immer besser werden. Gegen Alemannia Aachen im Testspiel (2:1) musste der VfL selbst viele Situationen entschärfen. Nicht immer war Rösler zufrieden – wie schon im Ligabetrieb gegen Ende der Hinrunde. Die Box-Verteidigung sei nicht gut gewesen, der Ball sei nicht weit genug geklärt worden. Am Ende der Entwicklung bei Standards ist der VfL Bochum daher noch lange nicht. Wenngleich es zumindest vor dem gegnerischen Tor immer besser funktioniert.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."