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„Ich will mehr Tore schießen!“
#1
Koji Miyoshi ist ein Gewinner der Vorbereitung des VfL Bochum. Er spricht über seine Fitness und Spielweise, Probleme und die Kultur im Revier. 

Uwe Rösler riss beide Arme Richtung Himmel, stellte die Daumen senkrecht, rief: „Koji! Sehr gut!“ Koji Miyoshi hatte soeben mit einem gefühlvollen Volley-Heber aus 20 Metern über alle Alemannen hinweg das 2:1-Siegtor erzielt für den VfL Bochum im Testspiel gegen Drittligist Aachen

Der 28-Jährige krönte damit seinen klaren Aufwärtstrend, den der Japaner bereits bei den Einheiten im Trainingslager des VfL im türkischen Belek, das am Sonntag endete, immer wieder zeigte. Mit Dynamik und Dribblings, Steckpässen und Torschüssen. 

Miyoshi fühlt sich topfit: Gefühlt bei 100 Prozent
„Ich bin wieder fit, vom Gefühl bei 100 Prozent“, sagte Miyoshi im Gespräch mit dieser Redaktion noch vor dem Aachen-Test in Belek, nachdem er seit August wegen einer Syndesmoseband-Verletzung lange ausgefallen war und danach Rückschläge erlitten hatte. In der Lobby des Teamhotels machte er einen ähnlich aufgeräumten Eindruck wie auf dem Rasen. „Aber“, sagte Miyoshi, „das Wichtigste ist natürlich, dass ich das auch im Spiel zeigen kann.“

Ende August 2024 wechselte er für rund 400.000 Euro Ablöse vom englischen Zweitligisten Birmingham City zum VfL. Er kam mit großen Hoffnungen. Viele Japaner spielen seit Jahren erfolgreich in den höchsten Ligen Deutschlands. Das Bochumer Trikot etwa trugen Spieler wie Shinji Ono, Takashi Inui und Takuma Asano. 

Miyoshi spricht über seine japanischen Idole und schwierige Zeit in Bochum
„Shinji Kagawa war mein Idol, als ich jung war“, schwärmt Miyoshi vom Ex-Dortmunder. „Shinji Ono ist ein großer Star in Japan. Ich trage in Bochum die Rückennummer 23, wie damals Shinji, das ist eine Ehre. Das hat er mir nach meinem Wechsel auch geschrieben.“ Und mit Takuma Asano „habe ich telefoniert, als das Angebot von Bochum kam. Er hat nur Gutes erzählt, deshalb bin ich zum VfL gewechselt.“

Doch das Glück war Miyoshi, der 2022/23 einen Kreuzbandriss erlitten hatte, in Bochum nicht hold. 15 Mal spielte er nur in der Bundesliga für Bochum, in der 2. Liga bringt er es erst auf sieben Einsätze. Insgesamt stand der Kumpel vom Ex-Gladbacher Ko Itakura (Ajax), mit dem er jahrelang in Japan in der Jugend zusammenspielte, nur sieben Mal in der Startelf, erzielte nur ein Tor, bereitete nur einen Treffer vor. „In Bochum habe ich oft nur zwei-, dreimal gespielt und war dann leider wieder verletzt, mal leichter, mal schwerer“, hadert Miyoshi. 

Miyoshi über Kulturwechsel: Ist nicht immer einfach
Woran es liegt? Sicher: Schnelle, eher schmächtige Flügelstürmer mit vielen kurzen Antritten sind grundsätzlich anfälliger. Miyoshi: „Um ehrlich zu sein, ich kann es mir auch nicht genau erklären. Ich denke oft darüber nach. Bevor ich nach Bochum kam, hatte ich ein gutes Jahr in England bei Birmingham City, war nicht verletzt.“

Womöglich hinterließ auch der Kulturwechsel Spuren. „Wenn du in ein anderes Land wechselst, ist alles um dich herum anders. Das Essen, die Mentalität. Die Umstellung ist nicht immer einfach. Vielleicht hat das auch eine Rolle gespielt, war aber sicherlich nicht entscheidend.“ 

Restart 2026? „Es ist mein Ziel, gesund zu bleiben, das ist das Wichtigste“, sagt er. „Ich gebe alles, um viel zu spielen, auch mehr Tore zu schießen. Dafür muss ich fit sein und spielen, dafür arbeite ich hart.“ 

So sieht es auch sein Coach. „Ich hoffe einfach nur, dass er gesund bleibt. Wir brauchen ihn zu 110 Prozent. Je nachdem, wie viele Körner er hat, von Anfang an oder von der Bank“, erklärte Uwe Rösler in Belek. „Er ist technisch und taktisch sehr gut ausgebildet, beweglich, kann sich aus engen Räumen befreien, deutet die Tiefe an, hat eine super Einstellung“, so Rösler. „Er kommt zu Chancen. Aber der nächste Schritt für ihn ist es, dass er Tore vorbereitet und Tore macht.“ 

Der Trainerwechsel von Dieter Hecking zu Uwe Rösler, die Systemumstellung auf ein 4-3-3 mit klaren Flügeln kommt Miyoshi entgegen. „Unsere Taktik beim VfL war nicht darauf ausgelegt, das Spiel zu dominieren, besonders in der Bundesliga, was aufgrund der individuellen Klasse der Gegner verständlich ist“, erklärt der Offensivdribbler. 

„Ich bin ein Spieler, der immer den Ball am Fuß haben will. Aber wir spielen mehr im Raum, deutlich defensiver. Bisher hatten wir auch in der 2. Liga vergleichsweise wenig Ballbesitz. Wir arbeiten unter Trainer Uwe Rösler daran, mehr Fußball zu spielen, den Ball zu haben“, sagt Miyoshi. „Ich spiele am liebsten auf dem rechten Flügel, besetze die Halbräume und ziehe nach innen, oder auch als Zehner. Als wir mit Fünferkette gespielt haben, gab es keinen Flügelstürmer, das war schwierig für mich. Das hat sich unter Uwe geändert, das ist gut für mich.“ 

Systemumstellung auf 4-3-3 spielt Miyoshi in die Karten
Zum Jahresauftakt geht es am Sonntag im Ruhrstadion gegen den Tabellendritten Darmstadt 98 (13.30 Uhr/Ruhrstadion/Sky). Miyoshi hat gute Karten, von Beginn an zu spielen. Nach der guten Serie unter Rösler ist der Japaner, für den der Klassenerhalt oberste Priorität hat, optimistisch: „Wir haben jetzt mehr Selbstvertrauen bekommen, weil wir unter Uwe viele Spiele gewonnen und nur einmal verloren haben. Das Selbstvertrauen ist besonders wichtig, wenn man selbst den Ball hat.“

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#2
Wollen ist ja schon mal gut. Aber das wollen viele. Schauen wir mal, wie es mit dem machen klappt. Bei 8hm bin ich skeptisch.
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#3
Hofmann erklärt auch gebetsmühlenartik er will mehr Tore schießen, klappt auch nicht. Jetzt sind es halt zwei die wollen, das erhöht die Chancen um 100%  Wink
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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#4
Null um 100% steigern wäre dann ja doppelt Null… Wink
Nur wer die Bitternis der Niederlage geschmeckt, weiß die Süße des Sieges zu schätzen!(M.F.B.Schneider)
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