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Presseberichte zum 6. Spieltag Hannover - VfL
#3
Gerrit Holtmann sieht sich bereit für das Spiel in Hannover. Der Linksaußen erklärt sein frühes Aus im Fürth-Spiel und wie es weitergehen soll. 

Gerrit Holtmann betrat am sonnigen Dienstag als erster Profi des VfL Bochum den Trainingsplatz. Eine gute Nachricht: Nach dem Ausfall von fünf noch länger verletzten Profis starteten alle übrigen 19 Feldspieler und Torhüter in die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Hannover 96 am Sonntag (13.30 Uhr/Sky). 

Holtmann machte das Warm-Up mit, arbeitete dann individuell mit Athletik-Trainer Björn Kadlubowski. Er umkurvte Stangen, passte, stoppte den Ball - und gab hinterher „vorsichtig“ Entwarnung, so der 31-Jährige: „Es sieht so aus, dass ich dank der intensiven Behandlung unserer medizinischen Abteilung in Hannover wieder dabei sein kann.“ 

Holtmann über Adduktorenprobleme und viele Behandlungen
Beim 1:1 gegen Fürth hatte es den verletzungsanfälligen Flügelstürmer, auf dessen Tempo und Geradlinigkeit Trainer Uwe Rösler kaum verzichten kann und will, mal wieder erwischt. Nach seinem Torschuss in der 25. Minute ging nicht mehr viel, kurz darauf verließ Holtmann den Platz. „Am Samstag hatte ich Adduktorenprobleme. Es hat sich einfach angefühlt, als ob beide Seiten gleichzeitig dicht machen, die Muskulatur verhärtet war. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es sich schnell wieder lösen kann“, erklärt Holtmann. „Wir haben jetzt alles gegeben, es gab viele Behandlungen nach dem Fürth-Spiel, damit sich alles wieder löst. Das hat geklappt, ich konnte heute schon wieder leicht mit trainieren.“

Holtmann kämpft in seiner Karriere immer wieder mit kleineren und größeren Verletzungen. In der Vorsaison unterzog er sich Ende November einer Knie-Operation, kehrte mit einer grandiosen Leistung gegen Schalke Ende Januar zurück, aber verpasste bis zum Saisonende drei weitere Partien. Er spielte in der gesamten Saison nur dreimal über 90 Minuten. 

Holtmann widerspricht Kritikern und erklärt seine Belastungsprobleme
In der Sommerpause gab es erneut einen kleinen operativen Eingriff, Holtmann wurde hernach besonders behutsam wieder aufgebaut, stieg erst im Trainingslager komplett in die Vorbereitung ein – mit dem Ziel, dass er in der Saison nicht mehr so oft ausfällt, länger durchhält. Zum Saisonstart gegen Hertha wechselte ihn Rösler nach der Pause ein, danach fehlte er im Pokalspiel in Fürth, für 90 Minuten reichte es aber noch nicht. Vorwürfe in sozialen Medien, er könne kaum noch 45 Minuten durchspielen, weist er von sich: „Bleiben wir bei den Fakten: Ich habe 82 Minuten gegen Osnabrück, 62 gegen Dresden, 56 gegen Braunschweig gespielt“, so Holtmann.

Dennoch: Die Anfälligkeit ist da. „Mein Spiel ist halt anders als bei anderen Spielerprofilen. Ich muss die Tiefenläufe machen, muss nach hinten mitmachen, mehr und lange Sprints anziehen“, sagt Holtmann. „Unser Anforderungsprofil für die Außenstürmer sieht eine hohe Intensität offensiv wie defensiv vor. Das belastet natürlich auch die Muskulatur, aber nicht nur. Wir checken alles, versuchen vieles“, so der Routinier. Zum Beispiel gegen Fürth: „Da hatte ich die größten Eisenstollen an, damit ich nicht wegrutsche. Daran lag es also nicht. Diese Saison ist es das zweite Mal, dass sich die Muskulatur meldet, ironischerweise beide Male zu den Fürth-Spielen. Aber ich fokussiere mich ganz auf das nächste Spiel. Ich habe keine strukturelle Verletzung, jetzt geht’s weiter.“ 

In sechs Jahren hat der dienstälteste VfL-Spieler 147 Partien für Bochum absolviert (19 Tore, 19 Torvorlagen). Er ist ein Typ, der auf jeden Fan zugeht, gerne quatscht, auch deshalb bei den meisten Anhängern beliebt ist. Nach seiner Auswechslung munterte ihn die Ostkurve mit Applaus und Sprechchören auf. „Ich war stinksauer, dass ich ausfalle, und wusste im ersten Moment nicht, warum es Applaus gab, habe dann nur kurz zu den Fans gewunken. Es war eine Aufmunterung, das tut immer gut“, sagt er und lächelt. „Nach sechs Jahren beim VfL wissen die Fans mit mir umzugehen.“ 

Idealerweise feiern sie ihn und den VfL am Sonntag in Hannover deutlich ausgelassener. Nach nur einem Punkt aus drei Heimspielen soll es in Hannover besser klappen. In der Liga und im Pokal hat der VfL alle drei Auswärtsspiele gewonnen, ist in der Fremde saisonübergreifend seit fünf Partien ungeschlagen. Dass Hannover sich von Trainer Christian Titz getrennt hat sieht der Flügelspieler nicht als Problem an. „Im Endeffekt müssen wir nur auf uns schauen, wieder alles geben. Hannover zählt zu den Aufstiegsfavoriten, hat aber erst vier Punkte. Wir sind auswärts in guter Form, haben bisher alle Spiele gewonnen, wollen unser Spiel durchziehen und wieder drei Punkte mit nach Hause nehmen.“ 

Entwicklung macht Holtmann Mut: „Abläufe immer klarer“
Dabei macht ihm die Entwicklung durchaus Mut, auch wenn der VfL daheim erst einen Punkt aus drei Partien holte, was „natürlich viel zu wenig“ sei, so Holtmann. Aber: „Unsere Abläufe werden immer klarer. Wir haben gegen spielstarke Gegner wie Dresden und Fürth gewonnen oder gepunktet. Die Spiele gegen Fürth sind dabei ein guter Indikator: In Fürth haben wir so agiert, dass wir sie zu Fehlern gezwungen haben. Jetzt im Heimspiel haben wir über weite Strecken das Spiel dominiert und kamen auch zu Chancen. In meinen Augen ist das der richtige Weg. Wir müssen dranbleiben, unser System verfeinern, müssen überzeugt sein.“

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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RE: Presseberichte zum 6. Spieltag Hannover - VfL - von Herr Bert - 09-15-2026, 04:20 PM

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