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Das große Transfer-Zeugnis
#2
VfL Bochum hat die Offensive im Transfersommer mit vielversprechenden Neuzugängen verstärkt. Nun wächst die Konkurrenz um die Startelf. 

Das mögliche Meisterstück in einem verrückten Transfersommer gelang den Verantwortlichen des VfL Bochum kurz vor dem Ende der Transferperiode. In Jarne Steuckers kam ein technisch versierter Offensivspieler auf Leihbasis an die Castroper Straße, dem viele Experten sogar Bundesliga-Niveau zutrauen. Kann der Belgier nur ansatzweise die Leistungen bringen, die er in seiner bis dato besten Saison 2024/2025 beim KRC Genk aufs Feld zauberte, könnte er einer der besten Spieler der gesamten Liga werden. Wenn. 

Der VfL Bochum verpflichtete in diesem Sommer vor allem für die Offensive einige hochtalentierte Spieler, die allerdings nicht alle zuletzt auf dem allerhöchsten Niveau spielten. Entsprechend besteht auch ein gewisses Risiko. Die Gedanken hinter allen Neuzugängen werden allerdings schnell deutlich: Spielerisch stark, variabel einsetzbar und möglicherweise mit großem Wiederkaufspotenzial. Ein Überblick über die Offensive, nachdem wir im ersten Teil schon auf die Defensive geschaut haben

Berkan Taz: Der Mittelfeldspieler war heiß umworben, nachdem er in den vergangenen beiden Jahren in der Dritten Liga für den SC Verl zahlreiche Scorer auf den Rasen zauberte. Der VfL Bochum überzeugte den gebürtigen Berliner, nachdem sich die Verantwortlichen mehrfach mit ihm getroffen hatten. Er soll mit seinen herausragenden fußballerischen Qualitäten das vom Ballbesitz dominierte Spiel von Trainer Uwe Rösler lenken und offensiv für Akzente sorgen. Bislang allerdings gelingt Taz nicht die Anpassung in der Zweiten Liga. Zu schnell ist der Ball weg, zu wenig gelingt dem klassischen Zehner, obwohl er in der Vorbereitung durchaus seine Mitspieler immer wieder glänzend in Szene setzte. Dass er es draufhat, konnten die VfL-Fans in Braunschweig sehen, als Taz gedankenschnell und punktgenau einen Freistoß ausführte und somit den Siegtreffer einleitete. Zur Wahrheit gehört auch, dass Taz zu wenige Räume und Bälle bekommt, er noch nicht vollends mit Mats Pannewig hinter ihm harmoniert. Es war zu erwarten, dass der 27-Jährige noch Anlaufzeit benötigt. Er dürfte von den Last-minute-Neuzugängen profitieren. 

Daniel Hanslik: Der ehemalige Lauterer kam als sogenannter Charakterspieler, der die Mannschaft mit seiner Art zusammenhalten soll. Ferner haben die Verantwortlichen bei der Verpflichtung gedacht, einen Ersatz für Taz und Stürmer Philipp Hofmann in Personalunion verpflichtet zu haben. Dies kann der 29-Jährige allerdings bisher nicht nachweisen. Nach Informationen dieser Redaktion kommt „Hansi“ in der Mannschaft ausgezeichnet an, und gilt als Kleber zwischen allen Akteuren. Er kommuniziert viel, baut seine Kollegen auf. Doch auf dem Feld tut er sich noch schwer, ist bislang nicht in Schwung gekommen. Gegen Osnabrück kam er erst gar nicht zum Einsatz, Trainer Uwe Rösler soll unzufrieden mit den Leistungen des variablen Offensivmannes gewesen sein. Allerdings: Nach seinen Einwechslungen musste Hanslik vor allem defensive Aufgaben übernehmen, Löcher zulaufen und gegen den Ball arbeiten. Einfluss aufs Offensivspiel hat er bislang nicht nehmen können. 

Christian Rasmussen: Dass das Potenzial des Dänen riesig ist, darin sind sich alle Fußball-Experten einig. Dass er dennoch beim VfL Bochum spielt und nicht bei einem „größeren“ Klub untergekommen ist, hat allerdings Gründe. Die vergangene Saison bei Fortuna Düsseldorf lief für ihn alles andere als optimal. In diesem Sommer kam er erst kurz vor dem Trainingslager zum VfL, musste entsprechend noch an seiner Fitness und vor allem seiner Spielfitness arbeiten. Langsam, aber sicher kommt er in Schwung, stand gegen Greuther Fürth erstmals von Beginn an auf dem Feld, traf direkt. Nach seiner Einwechslung gegen Osnabrück wurde das Offensivspiel zielstrebiger. Ein fitter Rasmussen sollte definitiv den Unterschied in der Zweiten Liga machen können. Fraglich ist nur, ob auch Rösler ihm den Platz in der Elf gibt. Denn auf der von Rasmussen favorisierten rechten Seite setzt der Cheftrainer auf den für ihn weiterhin unersetzbaren Koji Miyoshi. Pluspunkt für Rasmussen: Er kann in der Offensive auf vielen Positionen spielen. 

Babis Drakas: Der Supersprinter kam aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund und stand gegen Eintracht Braunschweig kurz vor seinem ersten Einsatz beim VfL Bochum, nachdem er sich in der Vorbereitung ordentlich präsentiert hatte. Weil andere Wechsel nötig wurden und die Führung verteidigt werden sollte, musste er noch warten. Dann der Schock im Training: Ohne Gegnereinwirkung verletzte sich der 23-Jährige schwer am Knie, fällt mehrere Monate aus. Dabei hätte er durchaus gute Chancen auf Einsatzzeiten gehabt. Anders als viele Spieler im Kader des VfL bringt er nämlich enormes Tempo mit, attackiert die Tiefe und gäbe dem Spiel des VfL ein bislang noch häufig vermisstes Element. Der Ausfall schmerzt den VfL im Saisonverlauf sicherlich. 

Manour Ouro-Tagba: Nach Informationen dieser Redaktion sollen sich einige Klubs gewundert haben, dass der VfL Bochum den Stürmer vom 1. FC Köln für eine sehr geringe Ablöse verpflichten konnte. Der VfL nutzte die sich bietende Chance und holte einen Spieler mit einer beeindruckenden Körperlichkeit. Allerdings: Offenbar entschied in diesem Fall die sportliche Leitung über den Kopf des Trainers hinweg. Gegen Osnabrück kam der 21-Jährige erstmals bei den Profis zum Einsatz, nachdem er sich ohne Trainingseinheiten in der Woche zuvor direkt seinen ersten Assist auf das Konto bei seinem U21-Debüt schreiben konnte. Er soll perspektivisch eine echte Alternative zu Stürmer Hofmann werden, kann aber auch mit Tempo über den Flügel kommen. Offen ist, welche Rolle er in dieser Saison wirklich spielen kann. 

Charlie Patino: Einst galt er als größtes Talent, das je die Akademie des FC Arsenal durchlaufen hat, dann geriet seine Karriere ins Stocken. Für die Chance beim VfL Bochum verzichtete der Brite auf viel Geld, gilt als hochgradig fußballintelligent und soll mit seiner Ballsicherheit und seiner Übersicht das Offensivspiel des VfL verbessern, dabei aber die Entwicklung von Mats Pannewig nicht blockieren. Beide dürften sich um die Spielzeit duellieren. In den ersten Einheiten deutete der 22-jährige Patino bereits an, dass er am Ball exzellente Fähigkeiten besitzt. 

Jarne Steuckers: Kurz vor Schluss mussten die Verantwortlichen des VfL Bochum noch einmal um den Transfer, dem wochenlange Verhandlungen vorausgingen, zittern. Schlussendlich klappte es aber, den „Unterschiedsspieler“, wie ihn Lizenz-Direktor Simon Zoller nannte, zu verpflichten. Fußballerisch bekommt Rösler einen für Zweitliga-Verhältnisse herausragenden Akteur, der dem Trainer viele Möglichkeiten in der Offensive verschafft. Man muss allerdings abwarten, ob er sein Potenzial auf den Platz bringen kann. Die ersten Live-Eindrücke im Training jedenfalls sind positiv. 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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Das große Transfer-Zeugnis - von Herr Bert - 09-02-2026, 11:34 AM
RE: Das große Transfer-Zeugnis - von Herr Bert - 09-03-2026, 08:12 AM

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