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Warum sich Holtmann in Geduld üben muss
#1
Gerrit Holtmann arbeitet beim VfL Bochum hart an seinem Comeback, muss sich aber in Geduld üben. Wie er damit umgeht. 

Mit zwei Bällen unter den Armen wechselt Gerrit Holtmann vom einen Trainingsplatz auf den anderen. Während seine Kollegen beim VfL Bochum dieser Tage in den Einheiten in die Spielformen wechseln, schiebt der Flügelspieler zusammen mit Maximilian Wittek und Mats Pannewig Sonderschichten nebenan. Laufen, laufen, laufen ist bei den drei Spielern angesagt, die in der Sommerpause und den ersten beiden Wochen der Vorbereitung aufgrund unterschiedlicher Faktoren, Verletzungen und Eingriffe nicht das Programm abspulen konnten, das die Mitspieler geleistet haben. 

Alle drei nehmen derzeit im Training daher eine Sonderstellung ein, wenngleich Holtmann am Dienstag als sogenannter freier Mann auch wieder im Kreisspiel dabei war. Doch Körperkontakt und echtes Spieltraining kommen noch zu früh für den 31-Jährigen. Deshalb spielt er wie Pannewig und Wittek auch am Samstag im dritten Testspiel der Vorbereitung gegen Royal Antwerpen (14 Uhr) noch keine Rolle. „Man täte ihnen keinen Gefallen, wenn man sie zu früh reinwirft“, sagte Trainer Uwe Rösler gegenüber dieser Redaktion. „Wir müssen geduldig sein und sie langsam heranführen. Gerrit war es zuletzt nicht gewohnt, sich wirklich voll fit zu bekommen. Er war verletzt oder angeschlagen, hat nur kurz hochgefahren und im Prinzip sofort wieder gespielt, fiel dann aber wieder relativ schnell aus. Diesen Teufelskreis können und wollen wir jetzt durchbrechen.“ 

Holtmann muss sich in Geduld üben
Holtmann, der nicht zu den Geduldigsten seiner Zunft gehört, geht den Weg mit und arbeitet mit den Reha- und Fitnesstrainern intensiv an sich und seinem Körper. „Ich konnte heute Teile des Mannschaftstrainings mitmachen, muss bei meinen Läufen aber noch aufholen“, sagte er selbst im Gespräch mit dieser Redaktion, nachdem er im Sommer eine kleine Operation vornehmen ließ. „Wenn ich bei 100 Prozent bin, kann ich das Mannschaftstraining komplett mitmachen. Bis dahin gilt es, nichts zu überstürzen. Ich gebe alles, dass es nicht mehr so lange dauert.“

Die kommende Woche, also ein paar Tage bevor es ins Trainingslager nach Bramberg am Wildkogel geht, gilt als realistisches Ziel dafür. Schon jetzt aber merkt Holtmann, der in Bochum unter mehreren Trainern Sommervorbereitungen erlebte, dass Rösler viel fordert. „Jede Vorbereitung bedeutet, dass wir uns als Spieler quälen müssen. Das war unter jedem Trainer, den ich hier beim VfL Bochum erlebt habe, so“, sagt er. „Aber unter Uwe Rösler legen wir in der Vorbereitung nochmal eine Schippe drauf.“ Die Läufe seien „extrem fordernd“, sagt er. „Die Jungs im Training gehen wirklich an ihre Grenzen und darüberhinaus. Ich freue mich drauf, wenn ich das auch bald tun kann. Diese Pendelläufe knallen rein!“ 

Holtmann schwärmt vom Zusammenhalt 
Und noch eine Sache hat sich offenbar zum Positiven verändert. „Der Zusammenhalt ist derzeit wirklich beeindruckend. Wenn wir zum Beispiel in Gruppen im Kraftraum Bankdrücken machen, pushen wir uns gegenseitig bis zum letzten Versuch und jeder drückt dadurch mehr, als er eigentlich im Tank hat“, sagt Holtmann. „Dieses Coaching in den Gruppen ist noch einmal ausgeprägter als in den vergangenen Jahren. Das spornt jeden Einzelnen an.“

Rösler betonte zuletzt mehrfach, dass seine Mannschaft topfit in die Saison gehen solle. „Wir waren in vielen Werten im vergangenen Jahr im Ligavergleich im Mittelfeld – und waren das am Ende auch in der Tabelle. Wenn wir da weiter oben rauskommen wollen in der neuen Saison, müssen wir also auch bei den entsprechenden Fitnesswerten weiter vorn sein. Daran arbeiten wir derzeit“, sagte er. 

Das gilt auch für Holtmann, der in der Vergangenheit immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatte und auch in der Vorsaison mehrfach ausfiel. „Ich hatte mit den Verletzungen in der vergangenen Saison viel Pech – zu einem Zeitpunkt, zu dem ich gut drauf war“, sagt er. „Nach meiner Ausfallzeit kam ich zurück, habe 45 Minuten gegen Schalke gespielt, 60 gegen Münster und 90 gegen Paderborn. Ich habe aber überall leichte Wehwehchen gemerkt.“ 

Holtmann will mindestens 30 Spiele machen
Mitunter ging er über den Punkt hinaus, der gesundheitlich noch zu akzeptieren war. „Ich wollte aber immer so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen, der Mannschaft und dem Klub helfen. Wir waren in einer Situation, in der es auch in die andere Richtung hätte gehen können. Ich wollte in dieser schweren Situation helfen, wenngleich ich dadurch muskuläre Probleme hatte“, offenbarte er. „Das haben wir in der Saison aber gut in den Griff bekommen und ich habe 27 von 37 möglichen Spielen gemacht. Ich will in der kommenden Saison aber mindestens wieder über 30 Spiele pro Saison kommen. An diesem Ziel arbeiten wir derzeit gemeinsam.“

Das bestätigt auch Rösler, der auch um die Vertragssituation des Flügelflitzers weiß. Im kommenden Sommer läuft der Kontrakt von Holtmann in Bochum aus. Spielt er eine Saison fit durch, dann dürfte er als Unterschiedsspieler gute Karten haben, sich einen neuen Vertrag beim VfL zu erspielen. „Wir wollen ihm helfen, in den besten gesundheitlichen Zustand zu kommen, damit er uns in der gesamten Saison zur Verfügung stehen kann. Wir wollen es schaffen, dass er robuster wird und uns noch mehr Höhepunkte bescheren kann als bislang ohnehin“, sagte Rösler. „Es geht darum, dass alle die Belastung in einer gesamten Saison verkraften.“ 

Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der  VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."
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Warum sich Holtmann in Geduld üben muss - von Herr Bert - 07-08-2026, 09:30 AM

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