03-10-2026, 08:05 PM
Kevin Vogt galt als Königstransfer beim VfL Bochum, unter Uwe Rösler aber spielt er keine Rolle. Trainer und Sportchef Simon Zoller äußern sich.
Es gibt viele Spieler beim VfL Bochum, die vom Trainerwechsel profitiert haben. Und es gibt Verlierer. Allen voran: Kevin Vogt. Unter Uwe Rösler hat der 34-jährige Verteidiger in 17 Zweitliga- und zwei DFB-Pokalspielen noch nicht eine Sekunde gespielt. Vielleicht noch schwerwiegender für den gebürtigen Wittener: Er stand erst zwei Mal im Kader. Einmal gegen Nürnberg, weil Philipp Strompf gesperrt fehlte. Zuletzt gegen Kaiserslautern. Für Vogt musste Sechser Marcel Sobottka auf die Tribüne.
Nach dem 1:2 gegen Düsseldorf hatte Rösler angekündigt, dass der Bonus der bisher Bevorzugten aufgebraucht sei. Doch auch beim 3:2 gegen Kaiserslautern war für den vermeintlichen Königstransfer des vergangenen Sommers kein Platz auf dem Rasen. Vogt schaffte es zwar in den Kader, eingewechselt wurde er aber nicht.
Vogt verpasst Rösler-Start wegen Knieverletzung
Unter Ex-Trainer Dieter Hecking als Chef der Dreierkette noch gesetzt und damit natürlich auch am Saisonfehlstart direkt beteiligt, verpasste Vogt den fulminanten Rösler-Auftakt. Ab Ende September zwang ihn eine Verletzung am Knie samt kleiner Operation zur zweimonatigen Pause.
Rösler stellte um auf Viererkette, der VfL feierte anfangs Sieg um Sieg, holte 29 Punkte aus 17 Partien. Für eine Viererkette aber hatte der Klub Vogt, der in seiner Karriere meistens in der Dreierkette agierte, nicht verpflichtet. Noah Loosli und Philipp Strompf bildeten in fast allen Partien das Innenverteidiger-Duo. Erhan Masovic ist erster Ersatz.
Vogt „ist fitter geworden“
Dabei ist Vogt seit Dezember wieder im Training, hat Rückstände aufgeholt, wirkt in den Einheiten bereit. „Kevin ist fitter geworden und scharrt mit den Hufen“, sagte Rösler vergangene Woche vor dem Lautern-Spiel im Gespräch mit dieser Redaktion. Zudem zeigt der erfahrenste VfL-Spieler (353 Bundesligaspiele) im Training immer wieder seine Qualität am Ball, seinen guten Pass. Vogt ist der spielstärkste Innenverteidiger des VfL, der ja verstärkt das Spiel von hinten heraus aufziehen will.
Das sieht auch der Coach so. Für ihn überwiegen aber offenbar Schwächen im In-Fight, in der robusten Zweikampfführung in der gefährlichen Zone, auch im Tempo, wobei Vogts‘ Konkurrenten Strompf, Loosli und Masovic auch keine Geschwindigkeitsmonster sind. Insbesondere Strompf, der im Zweikampf in der Box, bei Standards und in der Luft seine Stärken hat, leistet sich im Aufbau weiterhin viele Fehlpässe.
Warum Bochums Rösler auf Strompf, Loosli, Masovic setzt
„Natürlich will Kevin spielen, das hat er auch klar kommuniziert. Deshalb machen wir in den Trainingseinheiten die Box-Verteidigungsübungen. Damit er und ich das Gefühl bekommen, dass er da reinwachsen kann“, erklärte Rösler. Vogt indes hatte zuletzt im Trainingslager Anfang Januar im WAZ-Interview betont, dass er keine Probleme sehe, auch in der Viererkette zu spielen.
„Er hat in seiner Karriere wenig Viererkette gespielt. In jüngeren Jahren hat er sehr erfolgreich auf der Sechs gespielt, unter Julian Nagelsmann im Zentrum einer Dreierkette – das sind Unterschiede“, sagte der Trainer nun mit dem Blick auf Vogts Paradezeit bei der TSG Hoffenheim. „Das war ein Faktor, weshalb wir auf die gesetzt haben zuletzt, die es auch gut gemacht haben. Erhan Masovic hat es gegen Nürnberg gegen den Ball auch sehr, sehr gut gemacht.“
Loosli, Strompf, Masovic haben die Nase weiterhin vor, zumal Vogt die hohe Trainingsbelastung immer mal wieder spürt im Knie. Nicht dramatisch, nicht ständig, aber etwas. Und: Tatsächlich hat sich die gesamte Defensive ja unter Rösler deutlich stabilisiert.
Vogt macht kein Theater, sondern „führt das Team“
Zufrieden kann der Routinier, der in den letzten Wochen kein Interview geben wollte, mit seiner Tribünen-Rolle nicht sein. Für miese Stimmung im Team aber sorgt er deshalb nicht. Im Gegenteil, so hört man es von vielen Seiten, so wirkt es auch in den öffentlichen Trainingseinheiten.
Simon Zoller, der als Direktor Lizenz viele Einheiten beobachtet und oft in der Kabine ist, bestätigte im Gespräch mit dieser Redaktion in der Vorwoche den Eindruck: „Er ist ein extrem guter Führungsspieler von seinem Auftreten und seiner Körpersprache.“ Auch der beim VfL groß gewordene und zum Profi gereifte Vogt selbst hatte bereits im Januar betont, dass für ihn der Erfolg seines Jugend- und „Herzensvereins“ über allem stehe.
Verhätnis zwischen Vogt und Rösler: „auf Augenhöhe“
Auch zwischen dem Trainer und dem Spieler gilt das Verhältnis als vernünftig, belastbar und professionell, nicht als zerstritten. „Wir haben einen regelmäßigen Austausch, und bis jetzt hat Kevin es sehr realistisch gesehen. Ich bin absolut bestrebt, dass er hier eine gute Zeit hat und seine Meriten bewahrt, die er sich in seiner langen Karriere verdient hat“, sagte Rösler und betonte: „Er ist absolut professionell und macht weder mir noch der Mannschaft irgendwelche Probleme.“
Simon Zoller äußerte sich ähnlich: „Ich kenne Kevin noch als ehemaligen Spieler und als Mitspieler. Sein Anspruch an Spielminuten und Kaderplätze ist viel, viel höher. Das wissen wir alle“, sagte er. „Trotzdem ist der Austausch zwischen ihm und dem Trainer auf hohem Niveau und auf Augenhöhe. Die Absprache erfolgt immer zwischen beiden.“
Zoller: Richtige Balance finden
Zoller ist optimistisch, dass Vogt doch nochmal wichtig wird in dieser Saison. „Man merkt ihm jetzt an, dass er auch leistungstechnisch wieder dahinkommt, wo er vor seiner Verletzung war. Er wird uns so weiterhelfen. Er war mit sich auch sehr kritisch und sagt selbst, dass er fit sein muss, um zu spielen. Als erfahrener Führungsspieler hat man aber einen Anspruch, auch zu spielen. Da müssen wir in den kommenden Wochen eine Balance finden. Das wird entscheidend sein.“
Entscheidend vielleicht auch für die nahe Zukunft. Röslers Kontrakt gilt auch für die kommende Saison, dann will der VfL wieder weiter oben angreifen, auch: mit mehr Tempo in der Innenverteidigung. Ein schneller, spielstarker neuer Abwehrchef soll kommen.
Die Verträge von Erhan Masovic und Noah Loosli laufen aus. Bei Masovic stehen die Zeichen auf Trennung, bei Loosli laufen Gespräche. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Der Vertrag mit Strompf läuft noch bis 2028, der mit Vogt bis zum Sommer 2027.
Auch Trennung denkbar
Sollte Vogt aber weiterhin keine Rolle spielen und der VfL, wovon auszugehen ist, auch kommende Spielzeit mit einer Viererkette agieren, ist die Situation für beide Seiten extrem unbefriedigend. Der 34-Jährige ist einer der Topverdiener im Kader. Umgekehrt ist er kein Typ, der einen Vertrag nur aussitzen will. Bei allen Klubs in seiner Karriere war er, bis auf die Schlussphase bei Union Berlin vor seinem Wechsel zum VfL, Stammkraft. Nicht ausgeschlossen, dass sich die Wege zwischen dem VfL und Vogt im Sommer vorzeitig trennen, wenn es für den Routinier sportlich keine reelle Perspektive gibt.
Quelle: WAZ.de
Es gibt viele Spieler beim VfL Bochum, die vom Trainerwechsel profitiert haben. Und es gibt Verlierer. Allen voran: Kevin Vogt. Unter Uwe Rösler hat der 34-jährige Verteidiger in 17 Zweitliga- und zwei DFB-Pokalspielen noch nicht eine Sekunde gespielt. Vielleicht noch schwerwiegender für den gebürtigen Wittener: Er stand erst zwei Mal im Kader. Einmal gegen Nürnberg, weil Philipp Strompf gesperrt fehlte. Zuletzt gegen Kaiserslautern. Für Vogt musste Sechser Marcel Sobottka auf die Tribüne.
Nach dem 1:2 gegen Düsseldorf hatte Rösler angekündigt, dass der Bonus der bisher Bevorzugten aufgebraucht sei. Doch auch beim 3:2 gegen Kaiserslautern war für den vermeintlichen Königstransfer des vergangenen Sommers kein Platz auf dem Rasen. Vogt schaffte es zwar in den Kader, eingewechselt wurde er aber nicht.
Vogt verpasst Rösler-Start wegen Knieverletzung
Unter Ex-Trainer Dieter Hecking als Chef der Dreierkette noch gesetzt und damit natürlich auch am Saisonfehlstart direkt beteiligt, verpasste Vogt den fulminanten Rösler-Auftakt. Ab Ende September zwang ihn eine Verletzung am Knie samt kleiner Operation zur zweimonatigen Pause.
Rösler stellte um auf Viererkette, der VfL feierte anfangs Sieg um Sieg, holte 29 Punkte aus 17 Partien. Für eine Viererkette aber hatte der Klub Vogt, der in seiner Karriere meistens in der Dreierkette agierte, nicht verpflichtet. Noah Loosli und Philipp Strompf bildeten in fast allen Partien das Innenverteidiger-Duo. Erhan Masovic ist erster Ersatz.
Vogt „ist fitter geworden“
Dabei ist Vogt seit Dezember wieder im Training, hat Rückstände aufgeholt, wirkt in den Einheiten bereit. „Kevin ist fitter geworden und scharrt mit den Hufen“, sagte Rösler vergangene Woche vor dem Lautern-Spiel im Gespräch mit dieser Redaktion. Zudem zeigt der erfahrenste VfL-Spieler (353 Bundesligaspiele) im Training immer wieder seine Qualität am Ball, seinen guten Pass. Vogt ist der spielstärkste Innenverteidiger des VfL, der ja verstärkt das Spiel von hinten heraus aufziehen will.
Das sieht auch der Coach so. Für ihn überwiegen aber offenbar Schwächen im In-Fight, in der robusten Zweikampfführung in der gefährlichen Zone, auch im Tempo, wobei Vogts‘ Konkurrenten Strompf, Loosli und Masovic auch keine Geschwindigkeitsmonster sind. Insbesondere Strompf, der im Zweikampf in der Box, bei Standards und in der Luft seine Stärken hat, leistet sich im Aufbau weiterhin viele Fehlpässe.
Warum Bochums Rösler auf Strompf, Loosli, Masovic setzt
„Natürlich will Kevin spielen, das hat er auch klar kommuniziert. Deshalb machen wir in den Trainingseinheiten die Box-Verteidigungsübungen. Damit er und ich das Gefühl bekommen, dass er da reinwachsen kann“, erklärte Rösler. Vogt indes hatte zuletzt im Trainingslager Anfang Januar im WAZ-Interview betont, dass er keine Probleme sehe, auch in der Viererkette zu spielen.
„Er hat in seiner Karriere wenig Viererkette gespielt. In jüngeren Jahren hat er sehr erfolgreich auf der Sechs gespielt, unter Julian Nagelsmann im Zentrum einer Dreierkette – das sind Unterschiede“, sagte der Trainer nun mit dem Blick auf Vogts Paradezeit bei der TSG Hoffenheim. „Das war ein Faktor, weshalb wir auf die gesetzt haben zuletzt, die es auch gut gemacht haben. Erhan Masovic hat es gegen Nürnberg gegen den Ball auch sehr, sehr gut gemacht.“
Loosli, Strompf, Masovic haben die Nase weiterhin vor, zumal Vogt die hohe Trainingsbelastung immer mal wieder spürt im Knie. Nicht dramatisch, nicht ständig, aber etwas. Und: Tatsächlich hat sich die gesamte Defensive ja unter Rösler deutlich stabilisiert.
Vogt macht kein Theater, sondern „führt das Team“
Zufrieden kann der Routinier, der in den letzten Wochen kein Interview geben wollte, mit seiner Tribünen-Rolle nicht sein. Für miese Stimmung im Team aber sorgt er deshalb nicht. Im Gegenteil, so hört man es von vielen Seiten, so wirkt es auch in den öffentlichen Trainingseinheiten.
Simon Zoller, der als Direktor Lizenz viele Einheiten beobachtet und oft in der Kabine ist, bestätigte im Gespräch mit dieser Redaktion in der Vorwoche den Eindruck: „Er ist ein extrem guter Führungsspieler von seinem Auftreten und seiner Körpersprache.“ Auch der beim VfL groß gewordene und zum Profi gereifte Vogt selbst hatte bereits im Januar betont, dass für ihn der Erfolg seines Jugend- und „Herzensvereins“ über allem stehe.
Verhätnis zwischen Vogt und Rösler: „auf Augenhöhe“
Auch zwischen dem Trainer und dem Spieler gilt das Verhältnis als vernünftig, belastbar und professionell, nicht als zerstritten. „Wir haben einen regelmäßigen Austausch, und bis jetzt hat Kevin es sehr realistisch gesehen. Ich bin absolut bestrebt, dass er hier eine gute Zeit hat und seine Meriten bewahrt, die er sich in seiner langen Karriere verdient hat“, sagte Rösler und betonte: „Er ist absolut professionell und macht weder mir noch der Mannschaft irgendwelche Probleme.“
Simon Zoller äußerte sich ähnlich: „Ich kenne Kevin noch als ehemaligen Spieler und als Mitspieler. Sein Anspruch an Spielminuten und Kaderplätze ist viel, viel höher. Das wissen wir alle“, sagte er. „Trotzdem ist der Austausch zwischen ihm und dem Trainer auf hohem Niveau und auf Augenhöhe. Die Absprache erfolgt immer zwischen beiden.“
Zoller: Richtige Balance finden
Zoller ist optimistisch, dass Vogt doch nochmal wichtig wird in dieser Saison. „Man merkt ihm jetzt an, dass er auch leistungstechnisch wieder dahinkommt, wo er vor seiner Verletzung war. Er wird uns so weiterhelfen. Er war mit sich auch sehr kritisch und sagt selbst, dass er fit sein muss, um zu spielen. Als erfahrener Führungsspieler hat man aber einen Anspruch, auch zu spielen. Da müssen wir in den kommenden Wochen eine Balance finden. Das wird entscheidend sein.“
Entscheidend vielleicht auch für die nahe Zukunft. Röslers Kontrakt gilt auch für die kommende Saison, dann will der VfL wieder weiter oben angreifen, auch: mit mehr Tempo in der Innenverteidigung. Ein schneller, spielstarker neuer Abwehrchef soll kommen.
Die Verträge von Erhan Masovic und Noah Loosli laufen aus. Bei Masovic stehen die Zeichen auf Trennung, bei Loosli laufen Gespräche. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Der Vertrag mit Strompf läuft noch bis 2028, der mit Vogt bis zum Sommer 2027.
Auch Trennung denkbar
Sollte Vogt aber weiterhin keine Rolle spielen und der VfL, wovon auszugehen ist, auch kommende Spielzeit mit einer Viererkette agieren, ist die Situation für beide Seiten extrem unbefriedigend. Der 34-Jährige ist einer der Topverdiener im Kader. Umgekehrt ist er kein Typ, der einen Vertrag nur aussitzen will. Bei allen Klubs in seiner Karriere war er, bis auf die Schlussphase bei Union Berlin vor seinem Wechsel zum VfL, Stammkraft. Nicht ausgeschlossen, dass sich die Wege zwischen dem VfL und Vogt im Sommer vorzeitig trennen, wenn es für den Routinier sportlich keine reelle Perspektive gibt.
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."