03-10-2026, 04:58 PM
Bochums Callum Marshall spielte gegen Kaiserslautern mit Blut im Schuh. Noch ist er nicht im Training, auch Holtmann fehlt. Reicht es für Hertha?
Als Trainer Uwe Rösler 26 Profis nach dem 3:2-Fight gegen Kaiserslautern zur ersten Einheit auf dem unteren Trainingsplatz versammelte am Dienstagvormittag, arbeiteten zwei Offensivspieler des VfL Bochum im Kraftraum. Flügelstürmer Gerrit Holtmann und Angriffs-Terrier Callum Marshall strampelten auf dem Fahrrad.
Drohen sie auszufallen beim schweren Auswärtsspiel bei Hertha BSC am kommenden Samstag, erneut zur Topspiel-Zeit um 20.30 Uhr? „Bei Gerrit wird es schwierig. Er ist nicht auf dem Platz, es geht nicht“, sagte Rösler nach der Einheit. Der Linksaußen hatte sich beim Spiel in Düsseldorf einen – wie es zunächst hieß – kleineren Muskelfaserriss zugezogen, der aber mehr Probleme macht als zunächst erhofft. Der 30-Jährige ist nun bereits seit elf Tagen nicht im Mannschaftstraining. Mit Holtmann ist in Berlin einmal mehr nicht zu rechnen. Für ihn könnten wie gegen Kaiserslautern Farid Alfa-Ruprecht oder der für ihn eingewechselte Kjell Wätjen starten.
Steckpuppe schlitzt den Zeh auf
Anders ist die Stimmlage von Rösler bei der Frage nach Callum Marshall. „Ich bin frohen Mutes, dass Callum es mit Hilfsmitteln schaffen wird“, sagte der Trainer. „Er kann läuferisch arbeiten, mit Ball noch nicht.“
Rückblick. Am vergangenen Donnerstag verletzte sich der 21-jährige Nordire, ausgeliehen von West Ham United aus der englischen Premier League, auf kuriose Art. Er sei gegen eine Steckpuppe gerannt, die man etwa zur Bildung einer Mauer in den Rasen sticht, erläuterte Rösler. Mit so viel Energie und Wucht, „dass sie umgefallen ist“, erklärte der 57-Jährige den Unfall. „Im Nachholschritt ist er gegen die spitzen Kanten gekommen und hat sich am Zeh verletzt.“ Der wurde quasi aufgeschlitzt. „Es war eine ganz unglückliche Situation, das habe ich in meinen Jahren so noch nicht erlebt.“
Marshall trifft und feiert mit blutigen Socken
Der Fuß war dick geschwollen, Marshall aber biss sprichwörtlich auf die Zähne. Lange vor dem Anpfiff testete er, ob er spielen kann gegen Kaiserslautern, gab dann sein Okay. Auch dank starker Schmerzmittel. Nach 58 Minuten wechselte ihn Rösler ein. Marshall rudelte nach dem Schubser gegen Olsen giftig mit, vollstreckte kurz darauf mit Wucht und Willen zum 2:2. Nach dem Abpfiff sah man ihn auf blutigen Socken feiern.
Kein Wunder, dass Marshall am Dienstag noch individuell arbeitete. Doch der Angreifer, den sie in Bochum so gerne über das Leihende im Sommer hinaus halten würden, weil er zu Bochum und Rösler passt wie kaum ein Zweiter, lässt sich weiterhin nicht kleinkriegen. Im Zweifel will er auch in Berlin mit Schmerzmitteln angreifen.
Das ist der Trainingsplan für Bochums Marshall
Am Dienstag sollte er sich morgens wie nachmittags auf dem Fahrrad fithalten. „Morgen läuft er. Callum wird die Sprints ohne Ball machen. Dann hoffen wir, dass er am Donnerstag und Freitag mit Ball voll einsteigen kann“, sagte Rösler. „Wegen dieser Mentalität haben wir ihn geholt.“
Mentalität, die zeigte das gesamte Team des VfL auch gegen Kaiserslautern, wie Rösler auch drei Tage später nochmal hervorhob. Zwei Beispiele: In Minute 85 wechselte Rösler gleich beide Außenverteidiger aus, die zu den besten Bochumern zählten. Maxi Wittek „hatte Krämpfe“, und der gefühlt dauersprintende Oliver Olsen „hat mehrmals angezeigt, dass er absolut fertig war“, erklärte der Trainer die Zwangswechsel.
Rösler mahnt: „Wir haben noch nichts erreicht“
Es war ein Fight bis zum „Geht-Nicht-Mehr“ eben. Dank der totalen Energie habe man auch „das Spielglück“ erzwungen, sonst wäre der Schuss von Nataan Skyttä in der Nachspielzeit wohl reingegangen, meinte Rösler. „So ist Fußball: Es geht oft nur um ein paar Zentimeter. Wenn man die sich erarbeitet auf Strecke, wird man Erfolg haben.“
Und diesen Biss erwartet der Coach auch jetzt, nachdem seine Mannschaft nach dem 1:2 in Düsseldorf im Training wie im Spiel eine starke Reaktion gezeigt hatte. „Wir haben noch gar nichts erreicht, sind immer noch in Abstiegsgefahr, im Abstiegskampf“, mahnte Rösler. „Wir können uns nicht ausruhen, das sieht man an den anderen Ergebnissen“, fügte er etwa mit Blick auf das 2:1 von Fürth in Hannover an.
Sechs Punkte beträgt der Vorsprung des VfL auf den Relegationsrang, sieben auf einen Abstiegsplatz. Gegen die Hertha, gegen die Röslers VfL-Zeit beim 3:2 im Hinspiel mit einer ähnlichen Willensleistung wie nun gegen Lautern begonnen hatte, soll ein weiterer Schritt gelingen. „Ich habe den Jungs gesagt: Wir hatten eine gute Energie letzte Woche beim Training. Wir müssen das Gleiche wieder diese Woche abliefern, vom ersten Tag an und dann im Spiel bei Hertha.“
Quelle: WAZ.de
Als Trainer Uwe Rösler 26 Profis nach dem 3:2-Fight gegen Kaiserslautern zur ersten Einheit auf dem unteren Trainingsplatz versammelte am Dienstagvormittag, arbeiteten zwei Offensivspieler des VfL Bochum im Kraftraum. Flügelstürmer Gerrit Holtmann und Angriffs-Terrier Callum Marshall strampelten auf dem Fahrrad.
Drohen sie auszufallen beim schweren Auswärtsspiel bei Hertha BSC am kommenden Samstag, erneut zur Topspiel-Zeit um 20.30 Uhr? „Bei Gerrit wird es schwierig. Er ist nicht auf dem Platz, es geht nicht“, sagte Rösler nach der Einheit. Der Linksaußen hatte sich beim Spiel in Düsseldorf einen – wie es zunächst hieß – kleineren Muskelfaserriss zugezogen, der aber mehr Probleme macht als zunächst erhofft. Der 30-Jährige ist nun bereits seit elf Tagen nicht im Mannschaftstraining. Mit Holtmann ist in Berlin einmal mehr nicht zu rechnen. Für ihn könnten wie gegen Kaiserslautern Farid Alfa-Ruprecht oder der für ihn eingewechselte Kjell Wätjen starten.
Steckpuppe schlitzt den Zeh auf
Anders ist die Stimmlage von Rösler bei der Frage nach Callum Marshall. „Ich bin frohen Mutes, dass Callum es mit Hilfsmitteln schaffen wird“, sagte der Trainer. „Er kann läuferisch arbeiten, mit Ball noch nicht.“
Rückblick. Am vergangenen Donnerstag verletzte sich der 21-jährige Nordire, ausgeliehen von West Ham United aus der englischen Premier League, auf kuriose Art. Er sei gegen eine Steckpuppe gerannt, die man etwa zur Bildung einer Mauer in den Rasen sticht, erläuterte Rösler. Mit so viel Energie und Wucht, „dass sie umgefallen ist“, erklärte der 57-Jährige den Unfall. „Im Nachholschritt ist er gegen die spitzen Kanten gekommen und hat sich am Zeh verletzt.“ Der wurde quasi aufgeschlitzt. „Es war eine ganz unglückliche Situation, das habe ich in meinen Jahren so noch nicht erlebt.“
Marshall trifft und feiert mit blutigen Socken
Der Fuß war dick geschwollen, Marshall aber biss sprichwörtlich auf die Zähne. Lange vor dem Anpfiff testete er, ob er spielen kann gegen Kaiserslautern, gab dann sein Okay. Auch dank starker Schmerzmittel. Nach 58 Minuten wechselte ihn Rösler ein. Marshall rudelte nach dem Schubser gegen Olsen giftig mit, vollstreckte kurz darauf mit Wucht und Willen zum 2:2. Nach dem Abpfiff sah man ihn auf blutigen Socken feiern.
Kein Wunder, dass Marshall am Dienstag noch individuell arbeitete. Doch der Angreifer, den sie in Bochum so gerne über das Leihende im Sommer hinaus halten würden, weil er zu Bochum und Rösler passt wie kaum ein Zweiter, lässt sich weiterhin nicht kleinkriegen. Im Zweifel will er auch in Berlin mit Schmerzmitteln angreifen.
Das ist der Trainingsplan für Bochums Marshall
Am Dienstag sollte er sich morgens wie nachmittags auf dem Fahrrad fithalten. „Morgen läuft er. Callum wird die Sprints ohne Ball machen. Dann hoffen wir, dass er am Donnerstag und Freitag mit Ball voll einsteigen kann“, sagte Rösler. „Wegen dieser Mentalität haben wir ihn geholt.“
Mentalität, die zeigte das gesamte Team des VfL auch gegen Kaiserslautern, wie Rösler auch drei Tage später nochmal hervorhob. Zwei Beispiele: In Minute 85 wechselte Rösler gleich beide Außenverteidiger aus, die zu den besten Bochumern zählten. Maxi Wittek „hatte Krämpfe“, und der gefühlt dauersprintende Oliver Olsen „hat mehrmals angezeigt, dass er absolut fertig war“, erklärte der Trainer die Zwangswechsel.
Rösler mahnt: „Wir haben noch nichts erreicht“
Es war ein Fight bis zum „Geht-Nicht-Mehr“ eben. Dank der totalen Energie habe man auch „das Spielglück“ erzwungen, sonst wäre der Schuss von Nataan Skyttä in der Nachspielzeit wohl reingegangen, meinte Rösler. „So ist Fußball: Es geht oft nur um ein paar Zentimeter. Wenn man die sich erarbeitet auf Strecke, wird man Erfolg haben.“
Und diesen Biss erwartet der Coach auch jetzt, nachdem seine Mannschaft nach dem 1:2 in Düsseldorf im Training wie im Spiel eine starke Reaktion gezeigt hatte. „Wir haben noch gar nichts erreicht, sind immer noch in Abstiegsgefahr, im Abstiegskampf“, mahnte Rösler. „Wir können uns nicht ausruhen, das sieht man an den anderen Ergebnissen“, fügte er etwa mit Blick auf das 2:1 von Fürth in Hannover an.
Sechs Punkte beträgt der Vorsprung des VfL auf den Relegationsrang, sieben auf einen Abstiegsplatz. Gegen die Hertha, gegen die Röslers VfL-Zeit beim 3:2 im Hinspiel mit einer ähnlichen Willensleistung wie nun gegen Lautern begonnen hatte, soll ein weiterer Schritt gelingen. „Ich habe den Jungs gesagt: Wir hatten eine gute Energie letzte Woche beim Training. Wir müssen das Gleiche wieder diese Woche abliefern, vom ersten Tag an und dann im Spiel bei Hertha.“
Quelle: WAZ.de
Tradition ist nicht die Aufbewahrung von Asche, sondern die Weitergabe des Feuers
" Der VfL kommt von der Castroper Strasse, und hier soll er auch bleiben."