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Herangehensweise – Röslers Anpassungen wirken - Herr Bert - 10-28-2026 Nach einem geheimen Treffen zwischen Fans und Mannschaft setzt der VfL Bochum auf neue Taktik und Zusammenhalt – mit sichtbarem Erfolg auf dem Platz. Was genau am vergangenen Mittwoch besprochen wurde, möchte Uwe Rösler nicht preisgeben. „Geheimmeetings sind dafür da, dass sie geheim bleiben“, sagte der Cheftrainer des VfL Bochum nach dem 2:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Mainz 05 süffisant. Allemal feststeht aber, dass dieses von ihm initiierte Treffen mit mehreren Fanvertretern und dem Mannschaftsrat etwas bewirkt und neue Kräfte freigesetzt hat. Bereits vor und nach dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Freitag lobte Rösler den neuen Zusammenhalt zwischen allen Beteiligten, sprach mehrfach davon, dass die Reihen geschlossen worden seien. Die beiden Auftritte seiner Mannschaft seitdem sprechen dafür. „Das Treffen mit den Fans hat uns gutgetan, weil so ein Austausch wichtig ist. Wir haben darüber gesprochen, was die Fans denken, was wir denken, was wir besser machen können. Die haben uns gesagt, was sie von uns erwarten. Dasselbe haben wir auch getan. Danach haben wir so ein Spiel gegen Wolfsburg gezeigt und das hat enorme Kräfte freigesetzt“, sagte Philipp Hofmann, der als Teil des Mannschaftsrats und Vize-Kapitän an dem Gespräch teilgenommen hat. „Jetzt müssen wir den Schwung mitnehmen in die nächsten Spiele positiv gestalten.“ Rösler passt System an Nach Informationen dieser Redaktion soll es bei dem Gespräch, an dem aus Fankreisen Mitglieder der beiden Ultragruppen „Ultras Bochum 99“ und vom „Ruhrstadtkollektiv“ sowie zwei Vertreter des Fangremiums teilgenommen haben, auch deutliche Worte gegeben haben. Die Meinung soll sich gegeigt worden sein, wie ein reinigendes Gewitter hat es offenbar gewirkt. Allerdings nicht nur, auch intern haben in den vergangenen Wochen viele Gespräche stattgefunden, es wurde intensiv über Aufstellungen und Taktiken diskutiert. Schon vor dem Wolfsburg-Spiel passte Rösler, zugegeben auch unter enormem Druck aufgrund der Ergebnis- und Torkrise, seine Spielweise und sein System an. Im 4-2-2-2 überraschte er Wölfe-Trainer Tobias Strobl und auch Urs Fischer fand mit seinem FSV Mainz 05 im DFB-Pokal keine Antwort auf die ungewohnte Spielweise der Bochumer, die erneut aus einer kompakten Defensive heraus agierten und ihre Umschaltmomente in der zweiten Halbzeit gut nutzten. In der ersten Halbzeit taten sich VfL-Profis indes noch schwer, die Räume zu finden. Dennoch lässt sich nach zwei Spielen festhalten, dass die Trainer-Entscheidung hilft. Defensive bildet das Fundament „Das Entscheidende ist, dass wir taktisch ein bisschen was geändert haben“, sagte Hofmann. „Wir laufen nicht mehr so oft Eins-gegen-Eins vorne an. „Das tut uns ganz gut, wenn wir kompakt stehen und dann umschalten. Und trotzdem haben wir noch Ballbesitzphasen“, sagte der Vize-Kapitän. „Durch die neue Struktur haben wir viele Anspielstationen, sind nicht so berechenbar, dass wir dann über außen spielen. Die zwei Zehner in den Halbräumen tun uns extrem gut. So laufen wir auch besser die Ketten zu. Wir müssen variabel sein und das haben wir in den letzten beiden Spielen gezeigt.“ Auch Rösler ist der Ansicht, dass die Anpassungen in der Spielweise wirken. „Wir haben die letzten zwei Spiele einen besseren Ansatz gewählt. Der tut uns gut“, sagte er. Als Kritik an sich selbst will er es aber nicht zwangsläufig verstanden wissen. Auch in den Spielen zuvor sei „viel Ordentliches dabei" gewesen, sagte er. „Wir haben aber die Tore nicht gemacht.“ Absprechen konnte man den Bochumer in der bisherigen Saison nicht, dass sie ein Fundament gelegt haben, auf das sich etwas aufbauen lässt. Rösler hat es geschafft, eine kompakte Defensive zu bilden, die allein durch die beiden neuen Innenverteidiger Karol Mets und Michael Steinwender viel mehr Sicherheit ausstrahlt. Dennoch war in jedem Spiel mindestens ein grober Patzer der Mannschaft dabei, der schlussendlich ein Gegentor begünstigte. Auf der anderen Seite des Spielfeldes blieb dieses Glück hingegen häufiger aus – bis zum 2:0-Sieg gegen Mainz 05. Der Schuss von Christian Rasmussen, der überraschend für Philipp Hofmann startete, wurde so stark von Kaishu Sano abgefälscht, dass Alexander Schwolow im Kasten der Gäste keine Chance mehr hatte. „Ein Kompliment an die Mannschaft“, sagte Rösler nach dem Einzug ins Achtelfinale und war vor allem froh, dass seine Spieler die Kritik der letzten Wochen so gut verkraftet hatten. „Meine Spieler lesen das jeden Tag, dass sie sich so der Fußballidee, dem Spirit und der Taktik verschreiben – absoluten Respekt. Mein Staff hat absolut in die richtige Richtung gepullt – und natürlich die Fans. Wir haben die Reihen geschlossen.“ Was ein Austausch alles bewirken kann. Quelle: WAZ.de |