unserVfL.de
Wahre Stärke des VfL zeigt sich erst nach Länderspielpause - Druckversion

+- unserVfL.de (https://unservfl.de)
+-- Forum: Unser VfL Bochum (https://unservfl.de/forum-134.html)
+--- Forum: VfL Bochum - Pressespiegel (https://unservfl.de/forum-142.html)
+--- Thema: Wahre Stärke des VfL zeigt sich erst nach Länderspielpause (/thread-17076.html)



Wahre Stärke des VfL zeigt sich erst nach Länderspielpause - Herr Bert - 09-13-2026

Der VfL Bochum kämpft noch mit einer gewissen Inkonstanz in seinen Spielen. Doch die Entwicklung sollte Mut machen. Ein Kommentar. 

Es ist heutzutage in Mode, alles nur noch in Schwarz oder Weiß einzuteilen. Entweder ist alles gut, oder alles schlecht. Einen Graubereich gibt es nur noch selten. Schon gar nicht, wenn es um den lieben Volkssport Fußball geht. Dann bewegen sich Meinungen besonders intensiv an den beiden Enden einer Stimmungsskala. Kurios wird es, wenn unter Anhängern eines Klubs konträre Meinungen zu einem Spiel herrschen. Wie nach dem 1:1 gegen Greuther Fürth unter den Fans des VfL Bochum: Die einen sahen über weite Strecken eine ordentliche Partie, in der die Fortschritte sichtbar wurden. Die anderen sahen einen künftigen Absteiger. 

Wie so häufig liegt die Wahrheit in der Mitte. Nach verschlafenen ersten Minuten fand der VfL Bochum besser ins Spiel, und dominierte es gegen die Fürther bis circa zur 70. Spielminute. Vor allem Christian Rasmussen erwischte einen guten Tag, initiierte mehrfach Chancen und sorgte selbst für Gefahr. Dass er allerdings im System von Trainer Uwe Rösler auch gegen den Ball arbeiten muss, vernachlässigte er dann im zweiten Durchgang das eine oder andere Mal zu häufig, weshalb er ausgewechselt wurde. Im Nachgang ein Fehler, weil der eingewechselte Alessandro Crimaldi mit seinem Auftritt negativer Natur eindrucksvoll unter Beweis stellte, warum er noch nicht Woche für Woche in der Zweiten Liga in der Startelf steht. 

Personelle Probleme nehmen zu
Auch die Auswechslung von Sean Klaiber erzeugte einen Bruch im Bochumer Spiel. Allerdings war dieser Wechsel auch dem Zustand des Niederländers geschuldet. Klaiber war auf gut Deutsch platt, er musste vom Feld. Weil aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Oliver Olsen aber kein zweiter Rechtsverteidiger zur Verfügung stand, kam der gelernte Innenverteidiger Yigit Karademir ins Spiel. Bochum fand – gesamtmannschaftlich – kaum mehr Zugriff und konnte wenig für Entlastung sorgen, wozu auch der Platzverweis von Mats Pannewig beitrug.

Allerdings darf die Schlussphase, in der man Glück hatte, dass Fürth das Spiel nicht gänzlich drehte, nicht die guten Momente vergessen lassen. Bochum ließ die Spielvereinigung „am Leben“, wie es Gästetrainer Heiko Vogel ausdrückte. Mit ähnlicher Effizienz wie in den Auswärtsspielen dieser Saison hätte der VfL das Spiel haushoch gewinnen können. Den Bochumern ging der Killerinstinkt ab. „Solche Spiele müssen wir für uns entscheiden, wenn wir ganz oben anklopfen möchten“, sagte Torwart Timo Horn am Samstagnachmittag und fügte einen wichtigen Satz hinzu: „Ich glaube aber, dass das ein Prozess ist.“ 

VfL Bochum befindet sich in einem Prozess
Auch nach fünf Spieltagen befindet sich der VfL Bochum mittendrin. Nach fast 40 Kaderbewegungen dauert es, bis jeder Spieler verinnerlicht hat, was für den Rösler-Fußball elementar ist. Zudem kamen viele Spieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichem (Fußball-)Fitnesslevel. Neuzugänge wie Jarne Steuckers müssen sich noch an die Liga und die Bedingungen gewöhnen. Die Mannschaft befindet sich auch nach fünf Spielen noch im Aufbau, und hat zudem aktuell verletzungsbedingt größere Probleme, sich zu finden. 

Immer wieder musste Rösler seine Startelf verändern, auf Zustände seiner Spieler während der Partien reagieren. Die dreiwöchige Länderspielpause wird für den VfL elementar sein, um alle Spieler auf ein ähnliches Level zu hieven, Verletzte wieder fit zu bekommen, und die Spielidee weiter zu implementieren. Erst danach wird sich beurteilen lassen, was der VfL Bochum wirklich imstande ist, zu leisten 

Auch Konkurrenten haben Startschwierigkeiten
Mut machen sollte daher die Entwicklung der Mannschaft, die seit dem Saisonauftakt zu erkennen ist. Der VfL schafft es, immer länger Mann-gegen-Mann zu verteidigen, und die Viererkette hochzuschieben, das Spielfeld kleinzuhalten. Nicht umsonst stellt die Rösler-Mannschaft neben Kaiserslautern die beste Defensive der Liga. Auch fußballerisch entwickelt sich etwas, der Plan ist häufiger zu erkennen. Chancen nehmen zu – wenngleich die Kaltschnäuzigkeit gegen Fürth fehlte, weshalb der VfL bislang gleichauf mit Darmstadt 98 die schwächste Offensive der Liga hat.

Trotzdem haben die Bochumer derzeit sieben Zähler auf dem Konto und befinden sich genau in dem Tabellenbereich, in dem sie sich vor der Saison auch verortet hätten. Das Ziel von zehn Punkten bis zur Länderspielpause wäre durch einen Sieg bei Hannover 96 am kommenden Sonntag zu erfüllen. Im DFB‑Pokal stehen sie zudem in der zweiten Runde. Hochgelobte Konkurrenten wie Hannover, Darmstadt oder Dresden tun sich noch schwerer. Selbst Aufstiegs-Topfavorit Wolfsburg kommt bisher nicht ins Rollen. 

Quelle: WAZ.de