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Rösler rechnet mit noch zwei Neuzugängen - Herr Bert - 08-13-2026

Die Transferaktivitäten beim VfL Bochum sind noch nicht abgeschlossen. Trainer Uwe Rösler spricht auch von Leihen. Klappt das? Das ist der Stand. 

Drei Trainingseinheiten hat Mansour Ouro-Tagba mit dem VfL Bochum absolviert. Der vom 1. FC Köln geholte Angreifer ist Bochums elfter Zugang in diesem Sommer, stolze 19 Abgänge stehen dem gegenüber. Beim ersten Auswärtsspiel des Zweitligisten in Braunschweig am Freitag (18.30 Uhr/Sky) spielt der 1,91-Meter-Mann aber noch keine Rolle. 

Der 21-jährige Stürmer, der in der Vorsaison für den VfB Stuttgart II in der 3. Liga neun Tore erzielte und beim VfL einen Vertrag bis 2030 unterschrieb, habe in den letzten Wochen „Einzeltraining in Köln gemacht. Er ist noch nicht in der Verfassung, sofort helfen zu können“, sagte Trainer Uwe Rösler am Donnerstag. „Die fußballspezifische Fitness kommt über Training und Spiele. Sobald er diese über längere Strecken zeigt, wird er eine Option sein.“ 

Rösler hofft auf zwei weitere Qualitätsspieler
Der Coach äußerte sich bei der Pressekonferenz eher zurückhaltend zu Ouro-Tagba. Hohe Erwartungen für die ersten Wochen schürte er jedenfalls nicht. Er sei eine „mittel- bis langfristig angedachte Verpflichtung. Er hat in der 3. Liga nachgewiesen, dass er Tore schießen kann, spielt sehr körperlich“, so Rösler. Er sieht ihn klar als „Neuner“, also als Ergänzung und Herausforderer für Philipp Hofmann.

Simon Zoller, Direktor Lizenz beim VfL, hatte in der Pressemitteilung erklärt, dass Ouro-Tagba in der Offensive „flexibel einsetzbar ist. Sei es als wuchtiger Spieler im Zentrum oder mit Tempo über außen.“ Rösler erklärte: „Ich habe dieser Verpflichtung zugestimmt. Mir wurde aber zugesichert, dass es keinen Einfluss auf die zwei Spieler hat, die noch geplant sind.“ 

Rösler setzt also noch auf zwei Neue bis zum Transferschluss am 1. September. Auf die Nachfrage dieser Redaktion, ob er sich noch einen zentralen Mittelfeldspieler und einen Linksaußen wünsche, sagte Rösler kurz und knapp: „Qualitätsspieler“. 

Ob das klappt? „Ich habe bis jetzt Vertrauen und Verständnis gezeigt, dass es Zeit braucht“, sagte er in Richtung sportliche Führung. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die guten Deals, die den Unterschied machen können, sehr spät kommen können.“ Man habe noch keinen Leihspieler unter Vertrag und deshalb „noch zwei Leihen offen. Von daher bin ich sehr optimistisch“, erklärte der Trainer. 

Bochum kämpft mit Budgetgrenzen bei Kaderverstärkungen
Nach Informationen dieser Redaktion arbeitet der Klub längst daran, diese zwei Positionen noch zu verstärken. Klare Priorität hat ein Mittelfeldspieler, auch Leihen sind eine Option. Im Verein sprachen sie stets von bis zu zwei Leihen in diesem Sommer. Aktuell ist aber noch kein Vollzug absehbar. Dies nicht nur, weil die Bundesliga erst in gut einer Woche in die Pflichtspielsaison startet, sondern auch, weil manche Kandidaten noch auf ihre Chance hoffen.

Zudem gibt es finanzielle Hürden, um die Wünsche des Trainers erfüllen zu können. Das Budget für den Kader soll nach Informationen dieser Redaktion weitgehend aufgebraucht sein. Auch, weil der sportlich aussortierte, aber noch bis 2027 vertraglich gebundene Ibrahim Sissoko, der derzeit Individualtraining beim VfL erhält, weiterhin ein Topverdiener beim VfL ist und das Gehaltsbudget enorm belastet. Zudem hat Bochum die zweite Runde im DFB-Pokal nicht einkalkuliert. Sollte sich der VfL am 23. August in Fürth durchsetzen oder Sissoko noch einen neuen Klub finden, würde das den finanziellen Spielraum deutlich erhöhen für Neuzugänge. 

Rösler steht hinter der Koscierski-Leihe - einen Haken gibt‘s
Klar ist: Einen neuen Rechtsverteidiger sucht der VfL nach dem absehbaren Abgang von Kacper Koscierski nicht. Der 19-Jährige wurde an Drittligist Alemannia Aachen ausgeliehen, soll dort Spielpraxis sammeln, die er beim VfL kaum oder gar nicht erhalten hätte. Das galt auch für Darnell Keumo (19). Der Linksverteidiger wurde eine Woche zuvor an Waldhof Mannheim ausgeliehen.

Beide trumpften in der U19 des VfL als Schienenspieler auf. Koscierski könnte in Aachen – die Alemannia spielt mit Dreierkette – mit seinen offensiven Qualitäten wieder aufblühen, sich in den Fokus spielen, seinen Marktwert steigern. Rösler hätte sich für ihn einen Klub gewünscht, der mit Viererkette agiert, hält die Leihe aber dennoch für absolut sinnvoll. 

Quelle: WAZ.de