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Transfers auf gutem Weg – aber es gibt noch ein paar Haken - Herr Bert - 06-23-2026

Sieben neue Spieler hat der VfL Bochum verpflichtet vor dem Trainingsauftakt nach 13 Abgängen. Reicht das? Was auffällt, was fehlt: ein Kommentar. 

Knüppelhart soll die Vorbereitung werden für die Spieler des VfL Bochum. Das hat Trainer Uwe Rösler bereits angekündigt. Und dies wird auch zwingend nötig sein, wenn der VfL in der kommenden Saison nach dem großen Umbruch eine ordentliche Rolle spielen will: Er muss fitter sein als viele Konkurrenten. 

Intensität, Einsatzwillen, Laufstärke, eine starke Arbeit gegen den Ball und nicht zuletzt ein guter Teamgeist mit starken Charakteren, die sich pushen und Widerstände überwinden, werden für Bochum unabdingbar sein. Genau in dieses Profil passen die bisherigen Transfers: Mentalität und Physis bringen die bisher sieben Zugänge zweifellos mit. Ob sie das spielerische Niveau am Ende heben, was auch ein erklärtes Ziel ist, wird sich zeigen. 

Wolfsburg kauft Topspieler, Bochum muss kreativ sein
Bochum kann es sich nicht leisten, gestandene, für die 2. Liga herausragende Profis zu kaufen, wie allen voran der mit Millionen um sich wütende VfL Wolfsburg. Der VfL Bochum muss kreativer sein. Die Mischung aus Datenanalysen, Video- und Vor-Ort-Scouting und intensiven Gesprächen mit Spielern und Umfeld trägt hier offensichtlich erste Früchte.

Schnellschüsse sind alle Zugänge nicht, sondern das Ergebnis eines langen Prozesses, der bei den meisten Spielern schon im Winter konkret begann, als der Umbruch eingeläutet wurde, etwa mit der Verpflichtung von Oliver Olsen. Die neue Sportführung um die Direktoren Markus Brunnschneider, Simon Zoller und Jonas Schlevogt arbeitet nach einem klaren, strukturierten Plan. Klingt selbstverständlich, war aber nicht immer so beim VfL. 

Sechs der sieben Zugänge sind bisher ablösefrei, nur Michael Steinwender kostete eine Ablöse. Das ist kein Zufall, sondern ist einerseits dem wirtschaftlichen Zwang, andererseits der Logik des Marktes geschuldet. Der dritte Verhandlungspartner, der abgebende Verein, entfällt. Und wer noch einen Vertrag hat, muss ja auch nicht möglichst früh einen neuen Klub finden. 

Österreicher soll Tempodefizit der Innenverteidigung beheben
Jean-Manuel Mbom, der aus Dänemark kommt, hatte kaum einer auf dem Schirm, ebenso wenig Verteidiger Steinwender, einen Spätstarter, der via Schweden nach Schottland kam und bei den Hearts aufblühte. Hält der Österreicher, was er verspricht, ist der VfL auf einem guten Weg, ein Problem der Vorsaison zu beheben: mit mehr Tempo und Spielstärke in der Innenverteidigung. Ein Abwehrchef soll und muss dafür noch kommen.

Davor soll Enis Cokaj, zuletzt für Levadiakos in Griechenland am Ball, als Sechser abräumen, auch der albanische Nationalspieler lief eher unter dem Radar des deutschen Marktes. Anders als Angreifer Daniel Hanslik, der überall als Typ gilt, der einer Mannschaft nur guttun kann. Aus der 3. Liga kommen Kreativgeist Berkan Taz, in der Vorsaison beim SC Verl überragend, und Yigit Karademir als Back-Up in der Innenverteidigung. Ein Herausforderer ist zudem Babis Drakas, der vor allem Tempo mitbringt, zuletzt allerdings nur in der Regionalliga spielte. Vereine wie Paderborn oder Elversberg aber haben längst bewiesen, dass man mit mutigen Transfers aus unteren Klassen erfolgreich sein kann. 

Bochum setzt auf Teamgeist und flexible Spieler für die 2. Liga
Natürlich müssen die Spieler erst zeigen, dass sie ihre Qualitäten auf den Platz bringen in der 2. Liga, die für die meisten Neuland ist. Das gilt auch für Babis Drakas, den der VfL aus der zweiten Mannschaft des BVB ablösefrei geholt hat. Lediglich Hanslik bringt viel und Mbom ein wenig Zweitliga-Erfahrung mit. Ein Risiko, das Bochum auch aus Kostengründen in Kauf nehmen muss. Individuell werden etliche Konkurrenten besser besetzt sein. Letztlich muss der VfL als Team funktionieren und harmonieren. Auch deshalb soll der Kader kompakter sein als zuletzt, die Zahl der Unzufriedenen reduziert, die Zahl der flexibler einsetzbaren Spieler erhöht werden. Hanslik etwa kann offensiv alle Positionen einnehmen, Mbom ist im zentralen Mittelfeld eingeplant, kann aber auch als Rechtsverteidiger auflaufen. Steinwender ist zentral in der Abwehr zu Hause, zudem außen einsetzbar.

Bochum schließt Alterslücke
Mit den bisherigen Transfers schließt der VfL zudem eine in der Vorsaison eklatante Lücke: Fünf der bisher sieben Zugänge sind Mitte 20 und damit gemeinhin im besten Fußballalter, zugleich aber noch entwicklungsfähig. 2025/26 gab es viele Routiniers, die größtenteils weiterhin vorangehen sollen, wie Timo Horn, Maxi Wittek oder Philipp Hofmann, und viele ganz junge Spieler, die überwiegend ausgeliehen waren. Der Mittelbau fehlte weitgehend.

Leihspieler sollen diesmal die absolute Ausnahme bleiben. Vielmehr setzt der VfL bei den Jungen verstärkt auf eigene Talente. Ob es Lasse Isbruch, Tom Meyer, Alessandro Crimaldi oder Darnell Keumo in den Stammkader schaffen oder Kacper Koscierski den großen Durchbruch feiert, dürfte sich spätestens im August zeigen. Kalkulierbar ist das nicht, aber vor dem Trainingsstart vor einem Jahr hätte auch keiner darauf gewettet, dass Cajetan Lenz nun für 10 Millionen Euro plus Boni zur TSG Hoffenheim wechselt. 

Transfersommer 2027 muss im Blick sein
Dennoch: Mit Mats Pannewig, der vorerst verletzt ausfällt, gibt der Kader aktuell nur einen jüngeren Spieler her, der schon bewiesen hat, dass er dem VfL höhere Transfererlöse bescheren kann. Auf die wird Bochum auch kommenden Sommer dringend angewiesen sein. Von den meisten Neuzugängen sind die ganz großen Preissprünge – acht bis zehn Millionen Euro Transfereinnahmen pro Saison sind Pflicht – eher nicht zu erwarten, allein schon aus Altersgründen, wobei die Entwicklung von Karademir und Drakas abzuwarten ist. Noch jüngere Talente, die aufs Thema Kaderwertmanagement einzahlen, hat der VfL bisher nicht verpflichtet. Je nach Entwicklung ist hier noch Nachholbedarf.

Überhaupt gilt: Natürlich ist der Kader längst nicht komplett nach bisher 13 Abgängen. Bei den Zugängen steht der Klub in etwa bei der Hälfte der geplanten Transferaktivitäten. In der Innenverteidigung fehlt die Nummer eins, im noch zu dünn besetzten Zentrum eine weitere Alternative, zudem ein weiterer Tempomann auf den Flügeln. Hektisch muss deshalb aber niemand werden. Im Gegenteil. 

Bochum ist bereits konkurrenzfähig aufgestellt
Das Transferfenster ist noch über zwei Monate geöffnet, die WM verzögert die Aktivitäten der höherklassigen Vereine. Zudem sollen und müssen Spieler noch gehen, die sportlich nicht eingeplant sind, wie Stürmer Ibrahim Sissoko. Zum einen, um Mittel freizumachen für neue Spieler; zum anderen, um die Teamchemie nicht zu gefährden.

Der VfL ist gut beraten, Geduld zu bewahren und das Budget vor August nicht voll auszureizen, um am Ende noch handlungsfähig zu sein, wenn sich neue Optionen für ein, zwei, vielleicht auch drei Positionen ergeben. Spiel- und auch konkurrenzfähig aufgestellt für den Start ist er bereits, auf die gesamte Saison gesehen klaffen noch Lücken. Wie bei allen Klubs im Juni. 

Quelle: WAZ.de


RE: Transfers auf gutem Weg – aber es gibt noch ein paar Haken - Herr Bert - 06-23-2026

Bisher können wir, glaube ich, mit den Transfers zufrieden sein. Wann hat der VfL vor dem 01.07. zum Trainingsauftakt sieben Verpflichtungen verkündet ?  Ob die Spieler die erhofften Positionen spielen, und Rösler eine Mannschaft formen kann, wird allerdings erst die Zukunft zeigen. 

Nach allem was so geschrieben wird, sieht es aber wohl nicht schlecht aus. Ich hoffe jedenfalls, dass wir die 1. Pokalrunde überstehen, und nach 8 Spieltagen deutlich mehr als drei Punkte auf dem Konto haben.