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Vogt wird emotional - Herr Bert - 05-10-2026 Kevin Vogt wurde nach dem 1:1 gegen Hannover 96 gefeiert. Der Bochumer beendet seine Karriere und gab tiefe Einblicke in seine Gefühle. Beinahe wäre der Samstagnachmittag für Kevin Vogt noch emotionaler geworden, als er ohnehin schon war. Doch als er in der Nachspielzeit nach einer Ecke noch das Bein hochbekam, hatte das Zielwasser offenbar nicht gewirkt. Der Ball flog knapp am Kasten von Nahuel Noll vorbei. Um wenige Zentimeter verpasste der 34-Jährige damit den perfekten Abschluss seiner langen Karriere und den letzten Höhepunkt als Torschütze vor der Bochumer Ostkurve. Und dennoch wird dieser Tag dem Blondschopf auf ewig in Erinnerung bleiben. Zum allerletzten Mal durfte er nach 527 Karrierespielen noch einmal im blauen Trikot in „seinem“ Stadion auflaufen. Trainer Uwe Rösler brachte Vogt in der 76. Minute für Kjell Wätjen und setzte damit sein Unterfangen in die Tat um, dem verdienten Spieler vor Heimpublikum den Ausstand zu ermöglichen. Zum Schaulaufen verkam der Einsatz allerdings nicht, Vogt musste als zentraler Innenverteidiger einer Fünferkette noch richtig ackern und trug am Ende mit dazu bei, dass das 1:1 gegen den Aufstiegsaspiranten Hannover 96 über die Zeit gebracht werden konnte. Kevin Vogt wird emotional „Hannover ist spielerisch für mich die beste Mannschaft der Liga. Wir haben ihnen alles abverlangt, waren in der ersten Halbzeit auch die bessere Mannschaft“, sagte der Routinier zufrieden. „Wir hatten mehr Torchancen. Der Punkt geht in Ordnung.“ Für ihn persönlich dürfte es allerdings nur eine Randnotiz sein, wie das Spiel schlussendlich verlief. Für Vogt war es das letzte Heimspiel seiner Karriere. Das verkündete er am Donnerstag bereits. „Tränen sind nicht geflossen, es war trotzdem emotional“, sagte er entsprechend nach dem Schlusspfiff mit freiem Oberkörper in der Mixed Zone. Das Trikot hatte er zu diesem Zeitpunkt schon abgegeben. „Man kommt als kleiner Junge her und jetzt stehe ich hier mit meiner Tochter“, sagte Vogt, der kurzzeitig doch ein wenig angefasst wirkte. „Ich bin dankbar dafür, dass ich selbst die Entscheidung treffen durfte.“ Vogt ist glücklich, Karriereende selbst bestimmt zu haben Entsprechend seien die letzten Tage für den 34-Jährigen auch nicht leicht gewesen. „Mir ging eine Menge durch den Kopf“, sagte er im Gespräch. „Das hätte ich auch nicht gedacht. Ich habe mir lange Gedanken gemacht, ob ich aufhöre oder noch ein Jahr spielen möchte. Dann kam der Entschluss, und als es verkündet wurde, machte es boom“, sagte Vogt und schob lachend nach: „Geburtstag ist nichts dagegen.“ Erst nach und nach habe er realisiert, welch weitreichende Entscheidung er nach gut 19 Jahren Profidasein getroffen hatte. Von all seinen Stationen und aus allen Zeiten hätten sich Wegbegleiter gemeldet, sagte er. „Das war krass und es arbeitet die ganze Zeit in mir. Einem Außenstehenden kann man es kaum erklären“, sagte er. „Aber wenn man hier als kleiner Junge angefangen hat, die Bälle reinzuschmeißen, und dann durfte ich noch einmal wiederkommen – das ist der perfekte Abschluss. Ich bin total glücklich und ich werde in ein paar Jahren demütig darauf zurückschauen, dass ich meine Karriere hier beenden durfte“, so ein emotionaler Vogt. Bereits am Freitag auf der Pressekonferenz würdigte Trainer Rösler seinen Führungsspieler, der aufgrund von Verletzungen und Krankheiten in dieser Spielzeit nur auf insgesamt zehn Spiele. Unter Rösler selbst waren es gar drei Kurzeinsätze. „Man hat an den bundesweiten Reaktionen gesehen, dass er mit diesem Kaliber und einer langjährigen Karriere, die ein Gütezeichen ist, eine starke Karriere hatte“, so Rösler. „Dass es in dieser Saison nicht so geklappt hat, hat mehrere Gründe. Er hat sich aber immer zum Wohle der Mannschaft verhalten und immer den Dialog gesucht“, sagte der 57-Jährige. Als Führungsspieler habe er auch in den Momenten, in denen es ihm körperlich schwergefallen ist, immer die jungen Talente unterstützt. Eines davon: Kacper Koscierski, mit dem er am Samstag gemeinsam eingewechselt wurde. „Ich wünsche Kacper, dass er die Zukunft des Vereins ist. Er bringt alles mit und ist ein interessanter Spieler. Dass ich Vergangenheit bin, steht fest. Ich hoffe, dass er die Zukunft ist.“ Die dann allerdings ohne ihn vonstatten gehen wird. Die Knie, so der Veteran, hätten sicher nicht mehr mitgemacht. „Spätestens in der siebenwöchigen Vorbereitung hätten sich die Knie aufgelöst“, sagte er mit einem Schmunzeln. „Ich bin mit mir im Reinen, alle anderen auch. Ich, wir alle, hätten es uns anders vorgestellt. Ich muss dem Tribut zollen: Mein Körper wollte nicht mehr, wie es der Geist wollte. Ich habe ein paar Wochen gebraucht, das zu akzeptieren. Das habe ich jetzt – und deshalb haben wir eine gute Lösung gefunden.“ Quelle: WAZ.de |