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Spielerische Armut beim VfL ? - Herr Bert - 03-17-2026

Seit Uwe Rösler das Team übernommen hat, stabilisierte sich der VfL Bochum. Doch spielerische Probleme bleiben. Können die Trainer diese bald lösen? 

Seitdem Uwe Rösler im Oktober 2025 den VfL Bochum übernommen hat, ist ihm das Wichtigste gelungen. Er hat die Mannschaft stabilisiert – vor allem in der Defensive – und dafür gesorgt, dass sich der Klub möglicherweise schon in ein, zwei Wochen keine Sorgen mehr um den zweiten Abstieg in zwei aufeinanderfolgenden Saisons machen muss. Nach dem katastrophalen Start unter Dieter Hecking in die Saison wahrlich ein Erfolg. 

Spätestens seit dem Wintertrainingslager im türkischen Belek arbeitet Rösler zudem an der Weiterentwicklung seiner Mannschaft. Er versucht, seinen Spielern seine Idee vom Fußball einzuimpfen: mehr Ballbesitz, häufiger selbst das Spiel gestalten, nicht passiv sein, den Gegner dominieren. Die Ansätze sind mitunter zu sehen – wie etwa beim 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Oder bei den Unentschieden gegen Darmstadt 98 (3:3) und den SC Paderborn (0:0), bei denen der VfL Bochum die Gegner teilweise an die Wand spielte. 

Immer wieder große Probleme im Spielaufbau
Doch in den letzten Wochen waren immer wieder größere Probleme zu erkennen, die Idee vom Fußball auch umzusetzen. Wie zuletzt im Auswärtsspiel bei Hertha BSC am vergangenen Samstag (1:1). „Wir hatten Riesenprobleme im Spielaufbau“, sagte Trainer Uwe Rösler ehrlich nach der Partie. „Wir haben uns in schwierige Situationen gespielt, die Unsicherheit ist eingezogen. Wir konnten das Spiel nicht beruhigen und sind nicht in unsere Abläufe gekommen.“

70 Minuten lang fand der VfL Bochum kaum bis gar keine Lösungen im Spiel nach vorn und leistete sich zu viele Fehler im Spielaufbau. Vor allem in der ersten Halbzeit fiel auf, dass die Innenverteidiger Noah Loosli und Philipp Strompf gerade im Spiel mit dem Ball ihre Probleme haben, wenn die erste Idee nicht aufgeht. Eine generelle Schwäche im Spiel mit dem Ball möchten sich die Profis des VfL Bochum aber nicht attestieren lassen. 

Wittek wehrt sich gegen Generalkritik
„Es sind von Spiel zu Spiel unterschiedliche Faktoren. Manchmal finden Spieler nicht sofort die beste Lösung, dann ist der Gegner im Pressing da. Und so wie heute haben wir die falschen Entscheidungen getroffen“, analysierte Maximilian Wittek den über weite Strecken schwachen Auftritt im Berliner Olympiastadion, der nahtlos an das Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf zwei Wochen zuvor anknüpfte. „Wir haben zu häufig den langen Ball als Lösung gefunden und waren in den technischen Aspekten zu unsauber. So kommen wir nicht in unser Spiel.“

Für die Idee vom Rösler‘schen Fußball ist der Aufbau von hinten heraus enorm wichtig. Den Innenverteidigern kommt eine wichtige Rolle zu. Doch dafür braucht es spielstarke Akteure. „Wir waren nicht in der Lage, Ballbesitz in der letzten Kette zu haben“, klagte der Trainer nach der Partie und verwies darauf, dass es nach der Einwechslung von Kevin Vogt zur Halbzeit besser wurde. Der erfahrene Innenverteidiger strahlte Ruhe aus und fand regelmäßig seine Mitspieler, eröffnete das Spiel. Erschwerend kam in Berlin hinzu, dass Cajetan Lenz momentan in einem kleinen Formtief steckt und Mats Pannewig, dessen Wert für das Spiel oft erst auffällt, wenn er nicht dabei ist, fehlte. 

Entsprechend zuversichtlich sind die Bochumer, dass das eigene Spiel mit dem Ball schon gegen Holstein Kiel am Sonntag (13.30 Uhr, Sky) wieder besser aussehen wird. Denn dann kehrt Pannewig zurück – und eine weitere Trainingswoche steckt in den Köpfen der Akteure. „Im Training klappt es schon sehr gut. Wir nehmen uns die Abläufe vor, im Elf gegen Elf klappt es dann auch gut“, sagte Leandro Morgalla und verwies auf die Anpassungsprobleme während der 90 Minuten am Wochenende. „Im Spiel ist es gegnerabhängig. Machen die das, was wir im Vorfeld analysiert haben, oder stellen die um? Da müssen wir im Spiel switchen. Unser Ziel ist es, dass wir uns jede Woche mit Ball verbessern, das ist eine Baustelle. In Phasen sieht man auch, dass wir einen Plan haben.“ 

Der soll gegen Kiel wieder 90 Minuten zu sehen sein. 

Quelle: WAZ.de