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Kader-Umbruch: Viele Abgänge und klare Prioritäten - Herr Bert - 03-12-2026

Der VfL Bochum kämpft noch gegen den Abstieg, parallel läuft die Kaderplanung für 2026/27 auf Hochtouren. Zehn Verträge laufen aus. Der Stand. 

Callum Marshall spielte gegen Kaiserslautern mit Blut im Schuh, nachdem sich der Nordire im Training den Zeh aufgeritzt hatte. Der Stürmer des VfL Bochum erzielte das 2:2 beim 3:2-Sieg, ließ das Ruhrstadion explodieren. Der 21-Jährige hat sich rasant in die Herzen der VfL-Fans gekämpft als Typ, der für den unter Trainer Uwe Rösler wiederentdeckten intensiven „Bochum-Fußball“ steht. 

Marshall will auch bei Hertha BSC am Samstag (20.30 Uhr) den Schmerzpunkt überwinden. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellenneunten auf einen Relegationsrang, mit einem Sieg wäre der Klassenerhalt ganz nah – und die Planungen für die kommende Saison könnten an Fahrt aufnehmen. Dann will der VfL mit Trainer Rösler und einem zur aktuellen Spielzeit vergleichbaren Etat (rund 22 Millionen Euro) oben angreifen. 

Zehn Verträge laufen im Sommer aus
Klar ist: Es wird wieder einen Umbruch geben. Die Verträge von zehn Spielern laufen aus. Bis auf Romario Rösch und Marcel Sobottka zählen sie zum festen Stamm unter Rösler, der den VfL aus dem Schlamassel gezogen hat mit 29 Punkten in 17 Partien. An Callum Marshall lässt sich das Dilemma festmachen, in dem der VfL steckt. Er wurde als Soforthilfe im Winter von Premier-League-Klub West Ham ausgeliehen. Bochum würde ihn liebend gerne halten, stößt aktuell aber an finanzielle Grenzen. 

Auch der offensive Mittelfeldmann und Bochumer Toptorschütze Francis Onyeka (Bayer Leverkusen) und Stamm-Rechtsverteidiger Leandro Morgalla (RB Salzburg) streben nach Höherem. Sie sind ebenfalls nur ausgeliehen, ebenso wie Mittelfeldtalent Kjell Wätjen (BVB) und Flügelstürmer Farid Alfa-Ruprecht (Leverkusen). Talente zwischen 18 und 21, die beim VfL reifen, aber wohl nicht bleiben, wobei das letzte Wort bei Wätjen und Alfa-Ruprecht noch nicht gesprochen ist. 

„Bochum-like-Spieler“ gesucht: Das ist das Kernziel
Das gilt auch bei Noah Loosli, der sich in der Innenverteidigung festgespielt hat und dessen Vertrag endet. Die Gespräche über eine Verlängerung laufen, Ausgang offen. Dagegen stehen die Zeichen bei Erhan Masovic und Kapitän Matus Bero auf Trennung. Entsprechend gibt es viele Kader-Baustellen.

„Wir möchten ‚Bochum-like-Spieler‘ haben, die die VfL-DNA, Mentalität, Leidenschaft, Vorwärtsdenken, Dynamik verkörpern. Die VfL-DNA wieder so zu etablieren, wie es im Verein und im Umfeld gerne gesehen wird – das ist unser Ziel“, erklärte Simon Zoller, Direktor Lizenz, im Gespräch mit dieser Redaktion. Zoller arbeitet seit Wochen mit Direktor Markus Brunnschneider, dem Datenexperten des VfL, und Rösler am Kader der Zukunft. Teure Fehlgriffe wie die bereits abgebrochene Leihe von Michael Obafemi oder Stürrmer Ibrahim Sissoko (Vertrag bis 2027) sollen sich nicht wiederholen. 

Eine Führungsachse steht beim VfL Bochum
Längst gibt es lange Listen für die neue Aufstiegs-Offensive 2026/27. Erste Vorgriffe hat der VfL im Winter vollzogen. Mit Oliver Olsen (25) und Mikkel Rakneberg (24) kamen zwei Außenverteidiger aus Dänemark und Norwegen, erhielten langfristige Verträge. Mit Torwart Timo Horn (32), Linksverteidiger Maximilian Wittek (30) und Angreifer Philipp Hofmann (32) steht eine Achse an Führungskräften. 

Auch auf Stammkraft Mats Pannewig (21) im zentralen Mittelfeld setzt der Klub. Als hoffnungsvolles Talent für diese Position bereits verpflichtet wurde Moritz Göttlicher (17/Vertrag bis 2031) von den A-Junioren des FC Bayern. Eigenen Talenten wie etwa Flügelstürmer Alessandro Crimaldi, Rechtsverteidiger Kacper Koscierski oder U19-Talent Tom Meyer, das bleibt ein unerlässliches Kernziel, soll der Weg nicht komplett verbaut werden. 

Viel hängt von weiteren Abgängen ab
26 Spieler umfasst der Profikader nach jetzigem Stand für 2026/27. Klingt stattlich. Mitgezählt sind aber Jungprofis, deren Durchbruch offen ist, und Spieler, die keine reelle Perspektive mehr haben. Daher gilt es auch, weiteren Platz zu schaffen. Was passiert etwa mit Verteidiger Kevin Vogt (34), der unter Rösler noch keine Sekunde gespielt hat?

Viel hängt davon ab, wer den Klub noch verlässt. Zum einen, um dringend benötigte Transfererlöse zu erzielen. Das größte Pfund ist Cajetan Lenz. Spitzenklubs wie Frankfurt, Leverkusen, Leipzig haben den 19-jährigen Sechser im Visier, gehandelt wird der bis 2029 ohne Ausstiegsklausel gebundene Lenz mit rund zehn Millionen Euro Ablöse. Andere wie vor allem Sissoko, wie Vogt ein Topverdiener beim VfL, oder die Leih-Rückkehrer Samuel Bamba und Mathis Clairicia würde der Klub gerne abgeben. 

Spielstarker, schneller Abwehrchef ist gesucht
Rösler hat den VfL auf ein 4-2-3-1 umgestellt, setzt auf aggressives Attackieren, Intensität, Tempo. Letzteres fehlt der Innenverteidigung um den zweikampfstarken, aber fußballerisch limitierten Philipp Strompf. Mindestens ein spielstarker, schneller Abwehrmann steht ganz oben auf der Wunschliste. Während im Tor und auf den defensiven Außenbahnen der Bedarf vorerst gedeckt ist, gibt es Lücken im Zentrum, sowohl defensiv als auch offensiv, wobei die zuletzt auf Außen eingesetzten Koji Miyoshi und Moritz-Broni Kwarteng auch auf die Zehn rücken könnten.

Akuter Bedarf herrscht beim Rösler-Fußball auf den Flügeln. Einzig Gerrit Holtmann, der oft verletzt ausfällt, bringt Geradlinigkeit und Geschwindigkeit mit. Und: Für Wandstürmer Hofmann muss der VfL eine echte Alternative finden. Wie seit Jahren schon. 

Bochums Abgänge im Sommer 2026 (Stand 12. März)
Erhan Masovic, Noah Loosli, Matus Bero, Romario Rösch, Marcel Sobottka. Nach Leihende: Leandro Morgalla, Kjell Wätjen, Francis Onyeka, Farid Alfa-Ruprecht, Callum Marshall

Diese Spieler stehen noch länger unter Vertrag
Torhüter: Timo Horn (2027), Niclas Thiede (2027), Hugo Rölleke (2029)

Innenverteidiger: Philipp Strompf (2028), Kevin Vogt (2027), Colin Kleine-Bekel (2028/nach Leihe von FC St. Gallen)

Außenverteidiger rechts: Oliver Olsen (2030), Kacper Koscierski (2028)

Außenverteidiger links: Maximilian Wittek (2028), Mikkel Rakneberg (2030), Darnell Keumo (2028/aktuell noch U19/U21)

Defensives Mittelfeld (Sechser/Achter): Cajetan Lenz (2029), Mats Pannewig (2028), Niklas Jahn (2027), Moritz Göttlicher (2031/aktuell noch U19), Tom Meyer (langfristig/aktuell noch U19)

Offensives Mittelfeld/Flügelstürmer: Koji Miyoshi (2028), Gerrit Holtmann (2027), Moritz-Broni Kwarteng (2027), Alessandro Crimaldi (2029), Lirim Jashari (nach Leihe zurück von MVV Maastricht, 2028), Samuel Bamba (nach Leihe zurück von Willem II Tilburg, 2027)

Angriff: Philipp Hofmann (2028), Ibrahim Sissoko (2027), Mathis Clairicia (2028/nach Leihe von FC Alverca zurück), Luis Pick (2028/aktuell noch U19)

Trainer: Uwe Rösler, Vertrag bis 2027