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Wätjen spricht über neue Kraft, den BVB und seine Zukunft - Herr Bert - 03-11-2026

Kjell Wätjen hat sich gegen Kaiserslautern aus einer Formkrise befreit. Er kämpft auch um seine Zukunft. Der Stand. 

Es war ein Sieg des Willens, mit dem der VfL Bochum beim 3:2 gegen Kaiserslautern die Fans mitriss, einen wichtigen Befreiungsschlag landete vor der schweren Partie bei Hertha BSC am Samstag (20.30 Uhr). Mittendrin: Kjell Wätjen. Endlich mal wieder, muss man sagen. 

In der 58. Minute wurde der 20-Jährige eingewechselt für Farid Alfa-Ruprecht beim Stand von 1:2. Wätjen brachte neuen Schwung über die linke Seite, arbeitete intensiv nach vorn und hinten, sorgte mit dem zeitgleich ins Spiel gekommenen Callum Marshall und Co. mit für die Wende. „Das tat auf jeden Fall gut. Die letzten Wochen laufen wieder besser“, sagte Wätjen ein paar Tage später im Gespräch mit dieser Redaktion und lächelte zufrieden. 

Zentral und außen: Wätjen zeigt Flexibilität
Es war ruhiger geworden um den Leihspieler des BVB. 20 Mal kam der U20-Nationalspieler zum Einsatz in dieser Saison, zwölfmal von Beginn an, Spielzeit: 1018 Minuten. Durchaus ordentlich. Ein Tor erzielte er und erwies sich als flexibel. Wätjen rackerte zentral, in seiner eigentlichen Paraderolle, für die er ausgebildet wurde. Da Bochum im Mittelfeldzentrum aber stark besetzt ist, schickte ihn Rösler in den letzten Monaten oft auf den Flügel. Mal rechts, zuletzt bevorzugt links.

Doch zu Jahresbeginn gab es einen Bruch. Vor dem Lautern-Fight kam der fußballerisch Hochbegabte in fünf Partien nur gegen Paderborn zum Zug, für 16 Minuten. Zu wenig auch für die eigenen Ansprüche. Aber erklärbar. 

Wätjen tankt neue Kraft und steigert seine Leistung im Training
Trainer Uwe Rösler, der seine Anlagen schätzt und immer wieder Einzelgespräche direkt auf dem Trainingsplatz mit Wätjen führt, sah ihn auch in einem körperlichen Tief. „Da kann ich zustimmen. Nach der U19-EM hatte ich im Sommer nur eine Woche frei“, erklärte Wätjen, der mit der deutschen U-Nationalmannschaft bis zum Halbfinale gegen Spanien (5:6 nach Verlängerung) aktiv war. „Daher war die Hinrunde schon anstrengend, gerade auf den letzten Metern hat man das gemerkt. Jetzt fühle ich mich wieder gut, habe Kraft getankt und bin bereit.“ Der Akku ist wieder geladen: Unabdingbar für einen Spieler wie Wätjen, der über seine Laufstärke und Intensität kommt.

Das ist in den Einheiten zu sehen. „Es geht auch im Training wieder nach oben mit der Leistung. Ein paar Themen haben wir noch, da geht es vor allem um defensive Aspekte“, sagte Wätjen. „In den letzten Wochen haben der Trainer und ich klare Themen besprochen. Daran habe ich gearbeitet und ich glaube, das hat er gesehen. Das Feedback ist wieder positiver, es geht nach oben.“ 

Wätjen bietet sich (auch) auf dem linken Flügel an
Sein nächstes Ziel sei nun die Startelf. Möglichst bei der Hertha. Mats Pannewig fällt gesperrt aus, für ihn dürfte allerdings Cajetan Lenz wieder von Beginn an spielen. Rechtsaußen ist Koji Miyoshi gesetzt. Links könnte Wätjen Alfa-Ruprecht ersetzen. „Ich habe mich an die Rolle auf dem linken Flügel gewöhnt“, sagt der Gevelsberger, der von dort immer wieder nach innen zieht, mit seinem starken rechten Fuß den Abschluss sucht. „Ich habe in der Hinrunde auf der linken Seite auch ein paar gute Spiele gemacht. Im Training kriege ich immer wieder Input, was ich besser machen kann, wo ich stehen muss.“

Dennoch: Als Achter ausgebildet, ist Wätjen von seiner Anlage zentral besser aufgehoben als außen. Ein Aspekt, der für seine Zukunft eine Rolle spielen dürfte. Wätjen ist ja nur ausgeliehen vom BVB bis zum Saisonende. Eine Kaufoption hat der VfL nicht, sein Vertrag beim Champions-League-Klub läuft noch bis 2028. 

BVB plant mit Top-Talenten, Wätjens Name fällt nicht
Der BVB arbeitet nicht erst seit Julian Brandts feststehendem Wechsel im Sommer an einem Umbruch. Wätjens Chancen, beim Spitzenklub durchzustarten, darf man aber als äußerst gering einstufen. Andere, noch jüngere Talente wie der kommende Sommerzugang Justin Lerma (17) sowie eigene Kräfte wie Samuele Inacio (17) oder Mathis Albert (16) sind fest eingeplant. Wätjens Name fällt nicht. 

Der VfL Bochum wäre nach unseren Informationen nicht abgeneigt, mit Wätjen weiterzuarbeiten, entschieden ist aber noch nichts. Im Zentrum aber wird Bedarf herrschen für die kommende Saison: Die Verträge von Matus Bero und Francis Onyeka laufen aus, Cajetan Lenz gilt als hochpreisiger Verkaufskandidat. 

Wätjen: Gucke nicht, was gerade beim BVB passiert
Was passiert im Sommer mit ihm? „Das beschäftigt mich im Moment überhaupt nicht“, versichert Wätjen. „Ich bin gerade hier. Ich kämpfe, um wieder in die Startelf zu kommen. Da gucke ich nicht, was gerade beim BVB passiert.“ Ob er sich vorstellen kann, auch kommende Saison für den VfL Bochum zu spielen? „Durchaus“, sagt Wätjen. „Aber da ist noch nichts geklärt, auch was die Dortmunder Seite angeht. Der BVB hat am Ende das Heft in der Hand. Wir werden sehen, was passiert.“

Klar ist: Wätjen will jetzt wieder durchstarten. „Ich werde auf jeden Fall alles geben, um zum Einsatz zu kommen“, sagte er vor der Hertha-Partie und erinnert sich gerne ans Hinspiel, als Wätjen auf dem rechten Flügel auf- und abrannte. Es war ein ähnlicher 3:2-Energiesieg wie beim letzten Heimspiel. „Gegen Kaiserslautern hat die Moral gestimmt. Gerade nach der Niederlage in Düsseldorf tat der Sieg gut“, so Wätjen. „In dieser Intensität muss es jetzt aber weitergehen. Weniger geht nicht.“ 

Quelle: WAZ.de