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Rösler zählt seine Spieler an - Herr Bert - 02-28-2026

Nach der enttäuschenden Niederlage des VfL Bochum bei Fortuna Düsseldorf übt Trainer Uwe Rösler deutliche Kritik an seinem Team. Was folgt jetzt? 

Uwe Rösler war sichtlich angefasst. Die schlechteste Leistung des VfL Bochum unter ihm während der 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf hatte Spuren hinterlassen. Die Stimme ruhig, die Aussagen bedacht, die Augen leicht gerötet. In dem 57-Jährigen brodelte es. Den verbalen Rundumschlag vermied er noch, erklärte aber, dass er seine Mannschaft mental nicht wiedererkannt hätte. 

„Nach dem Spiel kann man sich nur in Probleme reden“, sagte der erfahrene Trainer, der sich seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ganz anders vorgestellt hatte. Er wollte gierige Spieler sehen, die mit dem Messer zwischen den Zähnen agieren sollten. Was ihm und den rund 10.000 mitgereisten VfL-Fans dann aber auf dem Acker in der Düsseldorfer Arena über knapp 70 Minuten geboten wurde, war alles – nur das nicht. „Wir waren mutlos, kraftlos, energielos“, so Rösler. „Wir sind nicht richtig hingekommen, hatten nicht die Energie, nicht die läuferische Stärke.“ 

Rösler übernimmt Verantwortung für Leistung
Wie das zustande kam, diese Frage wird sich Rösler an diesem Wochenende wohl das eine oder andere Mal noch stellen. Bis er eine Antwort hat, stellt er sich vor seine Spieler. „Ich muss mich das erste Mal, seitdem ich beim VfL bin, bei den Fans entschuldigen. Ich habe die Mannschaft selektiert und eingestellt. Ich übernehme die Verantwortung“, sagte er selbstkritisch.

Erstmals zum Beispiel hatte er in seiner Amtszeit Francis Onyeka auf der Bank gelassen. Möglicherweise ein Fehler, da das sonst so vernünftige Pressing überhaupt nicht ausgelöst wurde. „Wir haben in der ersten Halbzeit und auch zu Beginn der zweiten Halbzeit viel zu viele Fehlpässe und laufen dann nur hinterher. Die spielen es auch clever. Die locken uns“, sagte sein Mittelstürmer Philipp Hofmann, der selbst nur selten ins Spiel eingebunden war und ohne seinen Partner Onyeka seine Probleme hatte. 

Alles auf dem Prüfstand?
Jene Worte, die Rösler am Freitagabend in den Katakomben jenes Ortes des größten Bochumer Fußball-Wunders wählte, waren eine desaströse Beschreibung seiner Mannschaft, die nun im schlimmsten Fall an diesem Wochenende wieder bis auf drei Punkte an einen Abstiegsplatz heranzurutschen droht. Die guten Leistungen in den vergangenen Wochen, die vielen Remis – sie sind nach Freitagabend nicht mehr viel wert. Wenngleich es zu früh wäre, den Stab über die Mannschaft zu brechen, die schließlich die Spitzenteams dieser Liga streckenweise sogar dominierte. 

Dennoch steht den Profis des VfL Bochum ein Samstag an der Castroper Straße bevor, der anders aussehen wird als sonst. Die obligatorische Videoanalyse am Vormittag wird länger dauern. „Wir werden eine Videosession haben und das gesamte Spiel angucken“, sagte Rösler auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Jeder Einzelne hat die Chance und Pflicht, sich dazu zu äußern. Intern.“ Rumms. 

Jeder Spieler muss sich hinterfragen
Jeder Spieler muss sich hinterfragen, wie auch Hofmann am Freitag erklärte. Als gesetzt ansehen darf sich wohl keiner mehr – trotz bislang anständiger Auftritte. So waren es die Einwechselspieler wie Onyeka, Oliver Olsen, Matus Bero, oder Torschütze Farid Alfa-Ruprecht, die überzeugten. „Die Wechsel haben uns mehr Drive, Power und Directness gegeben. Das Tor war sehr gut herausgespielt, wir sind permanent angelaufen, haben den Gegner gestresst“, sagte Rösler. Zum Ausgleich reichte es aber trotzdem nicht, er wäre „auch nicht verdient gewesen“, meinte Torwart Timo Horn, der den VfL mit einigen Paraden überhaupt „im Spiel gehalten hat“, wie Rösler sagte.

Und so steht nach zehn Spielen in Serie ohne Pleite wieder eine Niederlage zu Buche, die mächtig schmerzt. Weil in den Wochen zuvor schon beste Chancen auf wichtige Siege liegengelassen wurden. „Wir sind im Abstiegskampf. Ich wusste, dass es mal eine Durststrecke gibt“, sagte Rösler und machte eine deutliche Ansage an seine Akteure: „Der Bonus ist jetzt aufgebraucht, der Kader wird durchgemischt, die Karten werden neu gemischt. Zurück zu den Basics!“ Sicher soll sich - bis auf Torwart Timo Horn - niemand mehr sein, beim nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am kommenden Samstag (7. März, 20.30 Uhr) in der Startelf zu stehen. 

Quelle: WAZ.de