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Onyeka: Warum er Rösler auf der Sechs vor Probleme stellt - Herr Bert - 02-12-2026

Francis Onyeka überzeugt beim VfL Bochum auf verschiedenen Positionen und stellt Trainer Rösler vor eine schwierige Entscheidung. 

In manchen Belangen merkt man dann doch, dass Francis Onyeka eben noch ein junger Spieler ist, der beim VfL Bochum trotz seiner bislang starken Saison die Rolle eines Jugendspielers auch einnehmen muss. Während seine älteren Kollegen einfach vom Platz gehen können, müssen er und seine jungen Kollegen Ballnetze oder Wasserkisten tragen. So auch an diesem Nachmittag, als der 18-Jährige bepackt über den Parkplatz schlurft und eigentlich gar nicht reden möchte. Doch nach zuletzt zwei starken Leistungen gegen Schalke 04 und Preußen Münster auf ungewohnter Position herrscht Gesprächsbedarf. 

Was im Derby zunächst eine krankheitsbedingte Veränderung der Startelf durch Uwe Rösler war, ist inzwischen zu einem Luxusproblem geworden. Weil Mats Pannewig ausfiel, zog der VfL-Coach Onyeka aus der offensiveren Position auf die Doppelsechs neben Cajetan Lenz zurück, wo er genauso wie neben Philipp Hofmann im Angriff vollends überzeugte. „Ich habe früher in der U19 auf dieser Position auch schon gegen ältere Spieler gespielt“, sagte Onyeka nun. „Da habe ich eine Menge mitgenommen und deshalb das Spielverständnis, wie man sich als Sechser oder Achter verhalten soll. Daher fällt es mir leicht, diese Rolle anzunehmen. Auch das defensive Arbeiten kann ich gut und mache es gerne.“ 

Onyeka ist ein eiskalter Vollstrecker
Onyeka ist dieser Typ Fußballer, der einfach macht und mit seiner Spielintelligenz auf keine Position festgelegt ist. In den vergangenen Wochen trumpfte er in einer offensiven Rolle als Art hängende Spitze auf, war für Rösler der wichtigste Anläufer. Er machte Meter vor, am und im gegnerischen Strafraum, die für die Herangehensweise des Trainers so elementar wichtig sind. Und Onyeka war dabei auch noch torgefährlich. An nahezu allen guten Chancen war er irgendwie beteiligt. Ob als Initiator, als Vorlagengeber oder eiskalter Vollstrecker. Sieben Treffer erzielte er bereits, ist damit der gefährlichste Bochumer dieser Saison. Hinzu kommt eine direkte Vorlage.

Das müsste dann doch auch seine Lieblingsposition sein, oder? Ganz so einfach macht es sich der Leihspieler von Bayer Leverkusen allerdings nicht. „Auf der Zehner- oder Neuner-Position kann man etwas risikoreicher spielen, weil man mehr Mitspieler hinter sich hat. Dadurch bin ich auch torgefährlich. Als Sechser oder Achter muss man sicherer spielen, hat viele Ballkontakte und ist mehr der Spielmacher“, so der 18-Jährige. Beides Aufgaben, die ihm entgegenkommen. „Uwe Rösler wird mich da aufstellen, wo er meint, dass es am besten für die Mannschaft ist. Für mich persönlich gilt: Hauptsache, ich spiele“, so Onyeka. Wahrscheinlich wäre es ihm sogar egal, wenn er als Linksverteidiger auflaufen würde. 

Rösler lobt Onyeka
Und was sagt der Trainer? „Ich kann Francis überall spielen lassen. Er hat eine große Fußballintelligenz.“ Klare Aussage, die allerdings Vieles im Unklaren lässt. Auch für das Spiel gegen den SC Paderborn am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, Sky), für das Rösler seine Aufstellung laut eigener Aussage bereits im Kopf hat. Viel spricht aktuell dafür, dass Onyeka wieder die Doppelsechs mit Lenz bildet. „Caje und ich haben in der Vorbereitung häufig auf der Doppelsechs gespielt und ich bin der Meinung, dass das mit uns gut funktioniert, weil wir uns auch so super verstehen“, sagte der 18-Jährige. Warum also etwas ändern, was funktioniert?

Das dürfte sich auch Rösler denken, der von Onyeka ohnehin hellauf begeistert ist. „Wir können froh sein, diesen Spieler in den Reihen zu haben. Er identifiziert sich mit dieser Rolle total“, sagte er bereits nach dem 1:1 bei Preußen Münster. Allerdings sei auch der Konkurrenzkampf gerade im zentralen Mittelfeld groß. Pannewig, eigentlich eine Art Lieblingsspieler von Rösler, musste gegen Münster zunächst auf der Bank Platz nehmen. Auch Kjell Wätjen bekam auf seiner eigentlichen Stammposition schon vorher keine Einsatzzeiten mehr und die Rückkehr von Matus Bero macht es noch härter, eine Entscheidung zu treffen, wer wo spielt. 

Sicher scheint nur: Onyeka spielt immer. Egal auf welcher Position. Auch deshalb ist der gebürtige Gummersbacher froh, dass er im vergangenen Sommer leihweise an die Castroper Straße gekommen ist. „Der Schritt zum VfL war sehr hilfreich, um mich weiterzuentwickeln“, sagte er. „Ich merke auch, dass die Menschen mich alle unterstützen. Seien es die Fans oder Uwe (Rösler, Anm. d. Redaktion), der viel Vertrauen in mich hat. Das hilft mir sehr.“ Sicher auch am Sonntag wieder. 

Quelle: WAZ.de