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Rösler feiert Derbysieg mit Fans - Herr Bert - 02-01-2026

Der VfL Bochum hat nach vier Remis in Serie den Tabellenführer FC Schalke geschlagen. Der Trainer feiert das mit einigen Fans in der Kneipe. 

Der eine oder andere Fan des VfL Bochum dürfte am Samstagabend ein wenig ungläubig geguckt haben, als er in der Ritterburg direkt neben dem Ruhrstadion den Derbysieg gegen den FC Schalke 04 gefeiert hat. Ein paar Stunden nach dem 2:0-Erfolg über den Tabellenführer, der nicht wie ein solcher spielte, bahnte sich auf einmal ein glatzköpfiger Mann seinen Weg zum Tresen. Es war niemand Geringeres als Uwe Rösler. Der Mann, der sein Gegenüber Miron Muslic am Mittag zuvor regelrecht ausgecoacht und mit seiner Mannschaft einen für den restlichen Saisonverlauf sehr wertvollen Sieg gefeiert hatte. 

Das eine oder andere Siegerbierchen, er hatte es sich verdient, und es dürfte an diesem Abend besonders gut geschmeckt haben. In beeindruckender Manier nämlich spielte der VfL Bochum den Reviernachbarn vor allem in den ersten 45 Minuten an die Wand. Und der Trainer hatte daran einen großen Anteil. Besser gesagt: Ein Informant, der im Nachgang der Partie von Rösler vielleicht mehr als nur ein, zwei Bier bekommen hat. Denn schon am Freitag wusste der 57-Jährige, dass der FC Schalke im Ruhrstadion mit einer Viererkette auftreten würde. Eine Tatsache, die selbst die engsten Beobachter des Vereins bis zum Anpfiff nicht wirklich glaubten. 

„Goldkniff“ mit Marshall
Rösler aber tat es – und fand die Optimallösung. Mithilfe seiner Co-Trainer. Nach der „Hiobsbotschaft“ am Morgen, wie es Rösler nannte, dem krankheitsbedingten Ausfall von Mats Pannewig, beorderte er nach Hinweis seines Staffs den nordirischen Neuzugang Callum Marshall in die Startelf. Gerrit Holtmann auf dem linken und Koji Miyoshi auf dem rechten Flügel standen schon vorher parat. Ein „Goldkniff“, sagte Stürmer Philipp Hofmann nach dem Spiel. Alle drei nämlich schraubten die Schalker Abwehr bereits nach 44 Sekunden das erste Mal auseinander. Marshall spielte einen Spitzenball auf den linken Flügel, wo Gerrit Holtmann keinerlei Probleme hatte, Nikola Katic wegzusprinten. Im Strafraum setzte sich Miyoshi rechtzeitig ab und traf zur frühen Führung. Welch ein Start.

Und Bochum hörte nicht auf. Zwar überließen sie überraschend dem FC Schalke weitgehend den Ball, doch gefährlich wurden nur die Hausherren. Weil Marshall einen Steilpass nach dem anderen spielte, Holtmann sich in 45 Minuten komplett verausgabte und die Schalker Abwehrreihe mit dem Tempo überhaupt nicht klarkam. „Es war die vielleicht beste erste Halbzeit, seitdem ich hier bin“, sagte Rösler nach dem Spiel. Einzig: Zur Halbzeit stand es „nur“ 2:0, nachdem Hofmann eine weitere Holtmann-Hereingabe voller Wucht und mit einer guten Portion Risiko unter die Latte knallte (43.). „Wir hätten noch höher führen können und müssen“, gab auch der Cheftrainer zu. 

Felix Passlack verlässt den VfL Bochum
Dass es nach 90 Minuten beim selben Ergebnis blieb, war zum einen der Schalker Ideenlosigkeit geschuldet, zum anderen ein wenig Bochumer Glück bei einer Schiedsrichter-Entscheidung und Pech beim eigenen Abschluss. Nach der Auswechslung von Holtmann für Farid Alfa-Ruprecht schlief das Spiel aus Bochumer Sicht etwas ein. Der Leihspieler von Bayer Leverkusen erwischte wieder einmal einen schwachen Tag und konnte für keine Gefahr sorgen. Das 3:0 hatte hingegen Felix Passlack auf dem Schlappen, der nach einem Konter allein auf Loris Karius zulief. Aber vergab. Ein Torschusstraining wird er in Bochum aber nicht mehr bekommen. Bereits am Sonntagmorgen saß er im Flugzeug nach Schottland, wo er bei Hibernian in Edinburgh einen Vertrag über dreieinhalb Jahre unterzeichnete.

Glück hatte Bochum zudem, dass der vermeintliche Anschlusstreffer von Katic aufgrund eines Fouls an Timo Horn zurückgepfiffen wurde, was bei den Gästen zu Wutanfällen führte. „Wir hatten Glück in der Situation. Wenn man die Bilder im TV sieht, kann man darüber diskutieren“, gab auch Rösler zu. Der Anschlusstreffer, er hätte vielleicht noch einmal für Spannung gesorgt. Aber so verteidigten die Bochumer Edin Dzeko und Co. souverän weg und feierten einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen den Abstieg. „Wenn du die Ergebnisse siehst: Wir kommen einfach nicht weg“, sagte Rösler. 

Der Sieg würde nun Selbstvertrauen geben, weil man endlich wieder ein Spitzenteam geschlagen habe. Fünf Punkte aus den ersten drei Partien des Jahres gegen das Top-Trio der Liga sprechen zudem die deutliche Sprache, dass sich der VfL unter Rösler immer weiter stabilisiert. Diesen Trend gilt es nun auch gegen die direkte Konkurrenz fortzuführen. Schon am Freitag geht es nach Münster. 

Quelle: WAZ.de