Weltklasse-Weilandt! 2:1 gegen Aue!

Dieses Thema im Forum "Anpfiff" wurde erstellt von Herr Bert, 24. November 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Was für ein Finish im Vonovia Ruhrstadion! Der VfL Bochum 1848 sorgte am Samstagmittag mal wieder für ein ordentliches Spektakel anne Castroper. Vom Start weg war die Dutt-Elf den Gästen haushoch überlegen. Doch lange Zeit führten die Veilchen durch das frühe Tor von Testroet (2.). Die Blau-Weißen haben aber jemanden in ihren Reihen, der sich aktuell in unfassbarer Form befindet. Tom Weilandt sorgte in der 73. Minute zunächst für den hochverdienten Ausgleich, ehe er in der letzten Sekunde der Nachspielzeit per Traumtor für den Heimsieg sorgte! Der Jubel beim Großteil der 17.021 Zuschauer kannte keine Grenzen!

    Spieltag 14 im Unterhaus, nach zwei Montagabendpartien empfing der VfL Bochum 1848 diesmal vor 17.012 Zuschauern am Samstagmittag den Tabellendreizehnten FC Erzgebirge Aue anne Castroper. VfL-Cheftrainer Robin Dutt änderte seine Formation im Vergleich zum Erfolg über den SV Darmstadt 98 auf einer Position und beorderte Görkem Saglam, der sein Startelfdebüt in dieser Spielzeit feierte, in die erste Elf. Für ihn musste Robbie Kruse passen, der mit einer Adduktorenverletzung von der Länderspielreise zurückkehrte. Chung Yong Lee nahm den freigewordenen Bankplatz ein, ansonsten war der blau-weiße 18er-Kader unverändert. Dutts Pendant Daniel Meyer tauschte doppelt. Martin Männel kehrte nach überstandener Knieblessur zwischen die Pfosten zurück, zudem feierte Florian Krüger (für Dimitrij Nazarov) seine Profi-Premiere. In Malcolm Cacutalua stand ein ehemaliger Bochumer in Aues Anfangsaufgebot, zudem nahm Dominik Wydra auf der Reservebank Platz.

    Die beiden Kontrahenten ließen dann vom Anpfiff weg keine Zeit verstreichen, es ging gleich munter zur Sache. Nach knapp 20 Sekunden setzte Debütant Saglam Tom Weilandt in Szene, der Aues Schlussmann Männel gleich zur ersten Glanztat zwang (1.). Effektiver waren auf der Gegenseite die Veilchen, die ihren ersten Angriff durch Pascal Testroet, der von Florian Krüger bedient wurde, gleich zur frühen Führung vollenden konnten (2.). Das passte dem Gast aus dem Erzgebirge natürlich bestens in den Kram, fortan konnten sich die Erzgebirgler einer kompakten Defensive und schnellen Gegenstößen widmen. Doch davon ließen sich die Hausherren natürlich nicht entmutigen, Saglam versuchte es per Flachschuss, Robert Tesche hämmerte im Nachschuss aus der Distanz drauf – zu zentral Männel konnte die Kugel über die Latte lenken (8.). Der VfL beherrschte den Ball, musste gegen die engmaschige Hintermannschaft Aues aber reichlich Geduld aufbringen. Anthony Losilla, Weilandt und Sidney Sam hatten bis Minute 20 noch Gelegenheiten, kamen aber entweder nicht zu klaren Abschlüssen oder verfehlten das Ziel. Gäste-Akteur Steve Breitkreuz musste dann verletzungsbedingt ersetzt werden, nachdem er es nach einem Crash mit Tesche noch einige Minuten versuchte. Wydra rückte rein (22.).

    Mitte des ersten Abschnitts ergab sich eine aussichtsreiche Freistoßposition für Sam, nachdem Dennis Kempe Weilandt umgesenst hatte und den die erste Verwarnung kassierte (25.), dieser verpuffte jedoch genau wie der folgende Eckstoß. Die Veilchen verstanden es, die Räume geschickt zu verengen und dem VfL dabei den Großteil des Ballbesitzes zu überlassen. Den konnten Dutts Mannen aber nicht in zwingende Gelegenheiten ummünzen, auch weil Weilandt und Lukas Hinterseer eine blendende Konterchance, wo sich einmal Platz bot, nicht ausspielen konnten (36.). Die Partie fand gefühlt nur in Aues Hälfte statt, Flanke um Flanke segelte in den Strafraum, Abschlüsse oder gar Gefahr blieben jedoch Mangelware. So plätscherte die Partie dem Pausentee entgegen, womit der Gast logischerweise bestens leben konnte. Hinterseer bekam dann nach einer theatralischen Einlage Jan Hochscheidts auch den ersten Gelben Karton der Bochumer verpasst (41.). Trotz dreiminütiger Nachspielzeit, Aue ließ sich häufig aufreizend viel Zeit, ging es mit dem Rückstand in den Kabinentrakt.

    Aus diesem kam der VfL unverändert, Aues Coach Meyer hingegen ersetzte den Torschützen Testroet durch Fabian Kalig. Wieder dauerte es dann nicht lange, ehe es laut im Vonovia Ruhrstadion wurde. Sam ließ kurz nach Wiederbeginn den ersten Schuss los, der aber zur Ecke abgefälscht wurde (47.). Ex-Bochumer Wydra holte sich dann für ein rüdes Einsteigen gegen Tesche eine Gelbe Karte ab (50.) und hatte kurz darauf Glück, dass er für ein weiteres Foul an Saglam nicht vorzeitig zum Duschen musste (53.). In der Zwischenzeit hatte Hinterseer eine gute Kopfballchance, die Kugel rauschte jedoch knapp vorbei (52.). Nach einem weiteren Standard zappelte das Spielgerät dann im Auer Netz, Tesche hatte ihn hineinbefördert. Ärgerlicherweise stand Vorlagengeber Hinterseer zuvor im Abseits – der Treffer zählte nicht (54.). 57 Minuten waren absolviert, ehe Dutt seinen ersten Joker zog, Lee ersetzte den bemühten Saglam. Aue sammelte derweil weiter Verwarnungen, Clemens Fandich war nach Foul an Lee der nächste (59.). In der nächsten Aktion folgte ein weiteres Foul, diesmal im Strafraum. Kempe hatte Weilandt gelegt, den fälligen Strafstoß wollte Hinterseer jedoch zu genau machen und setzte das Leder an den Pfosten (61.). Der Österreicher erhielt dann Unterstützung im Sturmzentrum, Silvère Ganvoula nahm Sams Stelle ein (63.).

    Es blieb zunächst wie verhext für den VfL. Weilandt wollte nach einem weiteren Freistoß Hinterseer in Szene setzen statt es selbst zu versuchen, Aue konnte klären. Die folgende Flanke setzte Hinterseer dann am langen Pfosten vorbei (66.). Die Gastgeber machten und taten, angefeuert vom nimmermüden Publikum, die Belohnung sollte endlich kommen. Abermals flog das Leder in den Strafraum Aues und landete über Umwegen vor den Füßen Weilandts, der aus zentraler Position abzog und Männel überwinden konnte (72.) – 1:1 und es war noch reichlich Zeit auf der Uhr, um die Partie noch komplett umzubiegen. Der Gast meldete sich nach einiger Zeit auch mal wieder offensiv an, Kempe prüfte den bis dahin fast beschäftigungslosen Manuel Riemann (76.). Auf der Gegenseite steckte Weilandt dann für Losilla durch, der aber gerade noch abgedrängt werden konnte (77.). Meyer wechselte ein drittes Ml und verstärkte wieder den Angriff, Emmanuel Iyoha kam für Krüger auf den Rasen (79.).

    In der Schlussphase wurde es zunehmend hektischer. Losilla wurde im Strafraum grenzwertig von Kalig bearbeitet, diesmal blieb Dr. Robert Kampkas Pfeife stumm (81.), kurz darauf gab es auch Gelb für Torschütze Weilandt (82.). Auch Tim Hoogland holte sich nach einem Luftzweikampf seine vierte Verwarnung dieser Saison ab (86.). Die Dutt-Elf setzte den Gästen weiter zu und es ergab sich noch eine große Gelegenheit für Tesche, der den Ball per Kopf jedoch nicht richtig traf und daher freistehend danebensetzte (88.). Bochum rannte an, Aue unterband viel mit kleinen Fouls. Es musste also kombiniert werden, was über Ganvoula und Lee auch klappte. In guter Schussposition verzog der Blaue Drache aber deutlich (90.). Nachdem die Nachspielzeit in jüngster Vergangenheit kein Freund des VfL war, änderte sich das in dieser Partie: Langer, letzter Versuch, Ganvoula brachte die Kopfballverlängerung zu, selbstverständlich, Weilandt und Hille verarbeitete den Ball auf technisch höchstem Niveau und versenkte es traumhaft in den Winkel zum 2:1 – die letzte Aktion des Spiels und der Siegtreffer durch Hilles siebten Saisontreffer. Geil!
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2018

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