Villis: Der VfL wird professionell geführt

Dieses Thema im Forum "Der Verein" wurde erstellt von Herr Bert, 5. Januar 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Es liegen turbulente Wochen hinter dem VfL. Nun ist es an der Zeit, um einige Dinge klar zu stellen. Deshalb haben wir Hans-Peter Villis, den Aufsichtsratsvorsitzenden des VfL, zum Gespräch gebeten. Im Interview erklärt der 59-Jährige den Stand der Dinge.


    Hallo, Herr Villis! Es liegen turbulente Tage hinter Ihnen, das Weihnachtsfest 2017 und auch der Jahreswechsel waren von Unruhe um den VfL geprägt. Wie haben Sie die Nachricht vom Rückzug der Aufsichtsratsmitglieder Frank Goosen und Matthias Knälmann aufgenommen sowie die Entscheidung von Wilken Engelbracht, seinen Vertrag als kaufmännischer Vorstand vorzeitig beenden zu wollen?
    Zunächst einmal ist es bedauerlich, dass sich die Herren gegen eine weitere bzw. längerfristige Zusammenarbeit beim VfL entschieden haben. Allerdings sind das Entscheidungen, die innerhalb eines Vereins- und auch Berufslebens mitunter getroffen werden und mit denen man professionell umgehen muss. Der Rückzug zweier Aufsichtsratsmitglieder hat keine Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit des Gremiums. Der VfL wird nach wie vor professionell geführt.

    Und die Personalie Engelbracht?
    Ich kann mich erinnern, dass wir schon einmal vor einer vergleichbaren Situation standen. Das war, als sich Wilken Engelbrachts Vorgänger entschieden hat, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Damals mussten wir also einen geeigneten Nachfolger für Ansgar Schwenken finden. Wir haben ihn gefunden. Nun müssen wir wieder einen geeigneten Nachfolger finden. Und wir werden ihn finden.

    Das heißt, die Suche läuft bereits?
    Selbstverständlich. Die Suche hat bereits unmittelbar nach der Bekanntgabe des kaufmännischen Vorstands, den VfL verlassen zu wollen, begonnen.

    Nun werden bereits erste Namen gehandelt.
    Wir haben einige geeignete Kandidaten, die wir uns in Ruhe anschauen werden. Aber ich muss um Verständnis bitten, dass wir als Aufsichtsrat zu keinem Namen Stellung beziehen werden. Weder bestätigen wir Namen, noch dementieren wir sie.

    Können Sie verstehen, dass aufgrund der Turbulenzen der jüngsten Zeit einige VfL-Mitglieder unruhig werden?
    Natürlich kann ich das nachvollziehen, es waren ja außergewöhnliche Wochen, die hinter uns liegen. Beginnend mit der größten Mitgliederversammlung der Vereinsgeschichte, auf der wir als Aufsichtsrat mit großer Mehrheit bestätigt worden sind und die in ihrem Diskussionsverlauf ein Musterbeispiel für Transparenz und offenen Meinungsaustausch war. Die Mitglieder haben uns ermutigt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Die anschließende Trainerentlassung und das Theater um Felix Bastians haben uns sicher in puncto öffentliche Wahrnehmung nicht gut getan, auch wenn die Entscheidungen an sich nachvollziehbar waren. An der Stelle haben wir allerdings Fehler in der Kommunikation gemacht, das gebe ich offen zu. Aber wir haben diese Dinge intern angesprochen und aufgearbeitet. Zudem sind wir bereits mit Fans, Sponsoren und Mitgliedern in den Dialog getreten und werden ihn fortsetzen.

    Ist jetzt die Suche nach potenziellen Investoren erschwert?

    Wilken Engelbracht war sicher derjenige, der beim Ausgliederungsprozess in der Öffentlichkeit im Vordergrund stand. Aber: Die Suche nach strategischen Partnern ist keine Einzelleistung, sondern die eines gesamten Teams. Dazu sind viele Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich. Und deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir nun, nachdem die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Ausgliederung geschaffen worden sind, die Gespräche intensivieren können.

    Gibt es einen konkreten Zeitrahmen, den sich die Vereinsführung gesteckt hat?
    Es wäre unseriös hier zu sagen, dass bis zum Zeitpunkt X eine Entscheidung herbeigeführt werden soll oder muss. Gespräche und Verhandlungen entwickeln immer eine gewisse Eigendynamik, sodass sich der zeitliche Rahmen verändern kann. Aber dass wir möglichst zeitnah Ergebnisse erzielen wollen, dürfte jedem klar sein.

    Wie sieht es mit der sportlichen Performance aus?
    Die meisten werden es gar nicht wahrgenommen haben, dass der VfL die zweitbeste Hinrunde seit der Saison 2010/11 gespielt hat. Auch etwas, das medial dann untergeht. Nur 2015/16 waren wir um einen Punkt besser als in dieser Spielzeit, damals hatten wir 24 Punkte, nun sind es 23. Und wenn ich jetzt überall lese, dass hier Chaos herrschen soll, frage ich mich, ob das eine faire Bewertung ist oder eher schlagzeilengetriebene Berichterstattung. Es herrscht beim VfL kein Chaos! Was nicht heißt, dass wir mit dem Erreichten zufrieden wären. Wir haben sicherlich etliche Punkte liegen gelassen, zuletzt bei der unglücklichen Niederlage in St. Pauli. Aber wir haben unter Jens Rasiejewski auch zu einer Stabilität zurückgefunden, die wir vorher nicht hatten. Und deshalb wollen wir schon in den kommenden Derbys gegen Duisburg und Bielefeld unseren Fans erneut zeigen, dass beim VfL erfolgreich gearbeitet wird.

    VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter steht im Zentrum der Kritik. Können Sie das nachvollziehen?
    Sie ist meiner Ansicht nach nicht gerechtfertigt. Und dies ist auch die Meinung des Aufsichtsrates. Vieles hängt sicher mit den Erwartungen zusammen. Wenn diese enttäuscht werden, macht sich Unmut breit. Angesichts des Kaders und der namhaften Neuzugänge waren ja nicht nur wir von der Vereinsführung im Sommer der Meinung, dass der VfL zum Kreis der Aufstiegskandidaten zu zählen sei. Diese Meinung wurde von vielen geteilt. Nun wird kritisiert, dass wir als Ziel ausgegeben haben, oben mitspielen zu wollen. In den Jahren zuvor hingegen wurde uns zum Vorwurf gemacht, wir wären nicht konkret genug bei der Zielbestimmung. Man sieht: In einem hochemotionalen Geschäft wie dem Fußball wird es zunehmend schwieriger, vielen gerecht zu werden und sie zufrieden zu stellen. Natürlich ließe sich im Rückblick nun leicht sagen, dass das Thema Aufstieg zu ambitioniert gewesen sei. In der gründlichen Analyse der bisherigen Spiele berücksichtigen wir aber auch die Umstände, zum Beispiel das Fehlen von Schlüsselspielern in einigen Partien. Noch einmal: Dass wir sportlich trotz der 23-Punkte-Ausbeute nicht zufrieden sind, wird jeder verstehen. Aber deshalb die grundsätzliche Konzeption und ihre Umsetzung infrage zu stellen, von der erfolgreichen Jugendarbeit bis hin zu den Bedingungen für die Profis, halte ich für falsch.
  2. Hubert Bruns

    Hubert Bruns unserVfL.de User

    Wenig oder gar nichts Neues, viel Allgemeines, ich hatte aber inzwischen sowieso nicht mehr mit konkreteren Informationen gerechnet. Ich halte es weiterhin für sehr gefährlich, darauf zu hoffen, dass Erfolge in den ersten Spielen nach der Winterpause die Stimmung beruhigen. Das kann klappen, aber auch ganz schnell schiefgehen. Den Negativfall möchte ich mir nicht vorstellen. Bezüglich der Kritik an Christian Hochstätter habe ich eine andere Wahrnehmung, nämlich dass die Formulierung des Aufstiegszieles nur ein Teil dessen ist, was ihm von seinen Kritikern vorgeworfen wird.
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  3. Scheffkoch

    Scheffkoch unserVfL.de User

    Nö, bei ihm geht es ausschliesslich um sein Verhältnis zur Presse bzw. umgekehrt. :cool:
  4. VfLDiaspora

    VfLDiaspora unserVfL.de User

    Umgekehrt wird eher ein Schuh draus. Ich werfe ihm Kaderplanung und die Aufstiegszielsetzung eben nicht vor.

    Die Platzierung von Verwandten ersten Grades in der direkten Hierarchielinie werfe ich ihm vor. Sowas gibt es nur bei inhabergeführten Familienunternehmen. Und auch dort sorgt dies regelmäßig für Unmut.

    Zumal beim VfL in der Vergangenheit einige Stellen aus Kostengründen gestrichen wurden, der Sohn jedoch auf eine neugeschaffene Position mit völlig unklarem Aufgabenfeld gehievt wurde. Offenbar war er weder für Reiseplanungen, noch für die Ernährung verantwortlich.

    Daß so etwas für Unruhe in der Mannschaft sorgt, ist kein Wunder.

    DAS ist mein Hauptkritikpunkt an CH. Aus dieser Geschichte läßt sich eine gewisse Attitüde gepaart mit mangelder sozialer Intelligenz ablesen.
  5. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Nur zur Relativierung des Sachverhaltes:

    Schindzielorz ist auf Hochstätter, mit der Bitte um Entlastung, zugegangen. Erst darauf hin wurde der Junior , mangels Alternativen, eingestellt. Das war vor der Saison 2016/2017. Offensichtlich gab es über ein Jahr keine Probleme. Nach Beendigung der Saison ist Verbeek auf Engelbracht und Hochstätter zugegangen und hat um Verlängerung des Vertrages mit dem Junior gebeten. Das hätte Verbeek sicher nicht getan wenn es in irgendeiner Art und Weise Probleme gegeben hätte.
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  6. Hubert Bruns

    Hubert Bruns unserVfL.de User

    So hatte ich das von der ominösen Pressekonferenz in Erinnerung. Allerdings ist das so offensichtlich nicht bei allen angekommen und daher wäre es ja kein Problem gewesen, dies noch einmal zumindest mit einem Verweis auf die PK anzusprechen. So stelle ich mir beispielsweise eine Verbesserung der Kommunikation vor: Wenn ich bemerke, dass etwas von vielen nicht verstanden oder registriert wurde -die PK war ja nicht kurz-, wiederhole ich es halt. Intern war es ja sowieso nicht mehr.
    Die Einstellung von CH junior halte ich übrigens unabhängig davon, wer sie zu verantworten hat, für unglücklich, aber diese Einsicht ist inzwischen ja auch bei den Entscheidern vorhanden.
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  7. Scheffkoch

    Scheffkoch unserVfL.de User

    Diese "Affaire" wird allein durch die Bochumer Presse zum Schaden fes VfL zu einer solchen aufgebauscht und war wohl niemals eine.
  8. VfLDiaspora

    VfLDiaspora unserVfL.de User

    Mangels Alternativen? Was ist denn die genaue und unglaublich komplexe Aufgabenstellung eines Teambetreuers? Die hätte niemand ausfüllen können?
    Bis zum Sommer war CH jn. nur Paraktikant. Erst danach folgte die Festanstellung. Es ist also nur wenige Wochen "gutgegangen".

    Und ich wiederhole mich. Platzierung von direkten Verwandten in der Hierarchilinie geht nicht. Egal was Verbeek angeblich gesagt hat. Minimal spricht dies für mangelde soziale Intelligenz.
  9. Lufi

    Lufi Fanclub-Mitglied

    Festanstellung? Also im "Hauptberuf" ist CHjun Student, der nebenbei beim VfL einen Hilfsjob gemacht hat. Von Festanstellung kann doch gar keine Rede sein. Am Ende aber auch egal, da er weder für das Essen noch für die Anreise im Regionalzug verantwortlich war, ist CHjun nur ein Nebenschauplatz, der zu einer weiteren "Affäre" aufgebauscht wurde.
    Und das ist für mich das Hauptproblem zur Zeit: Normale Vorgänge wie eine Trainerentlassung oder die Bestrafung eines Spielers wegen Fehlverhalten werden zu Skandalen aufgebauscht, und da ist die Presse ganz vorne mit dabei, gefolgt von allen möglichen Facebook-Trollen, die Stimmung machen gegen Vorstand und Aufsichtsrat, weil ihr primäres Ziel, die Verhinderung der Ausgliederung, nicht geklappt hat.
    Gerade in dieser Situation ist es wichtig, jetzt Ruhe zu bewahren und dem (verhassten) Sportvorstand CH den Rücken zu stärken, denn der leistet nach wie vor gute Arbeit.
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  10. VfLDiaspora

    VfLDiaspora unserVfL.de User

    in der Tat hat sich die Presse im Zuge der Bastians-Geschichte einseitig vor den Karren des Spielers spannen lassen.
    Und die Atalan-Entlassung war unumgänglich. Nur über den Zeitpunkt kann man diskutieren.

    Zu CH jnr:
    Wenns nur ein Hilfsjob war, kann die Dringlichkeit zur Anstellung allerdings nicht sehr hoch gewesen sein. Unter diesen Umständen kann mir erst recht keiner erzählen, daß es keine anderen Kandidaten gab.

    Ich bleibe dabei :

    In einem vernüftig geführten Betrieb darf es so etwas nicht geben.
  11. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Anhand dieser Dinge, kann man meiner Meinung nach sehen wie unterschiedlich die gleichen Dinge interpretiert werden.

    So wie ich das verstanden habe, war der Junior Mitglied einer Gruppe die an einem Tisch saß und Bastians die gesamte Gruppe angepflaumt hat. Er sprach ja auch von "Ihr" könnt nichts.

    Das der Junior am Tisch saß, wurde zunächst gar nicht erwähnt. Das Thema hat ein gewisser Herr Rentsch zum Thema in der PK gemacht.
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  12. VfLDiaspora

    VfLDiaspora unserVfL.de User

    Das stelle ich auch nicht Zweifel. Herr Bastians spielt sowieso sein ganz eigenes Spiel.

    Vetternwirtschaft ist, zurecht!, ein gefundenes Fressen für die Presse. Schon während der Praktikumsphase letztes Frühjahr wurde in dieser Hinsicht kritisch nachgebohrt. Warum dann ein Vorstand für Kommunikation denoch, auch nach Abschluß des Praktikums, seinen Sohn im Umfeld der Mannschaft platziert, kann ich mir nur mit einer gewissen Hybris erklären.

    Ohne Sohn im Reisetross und anschliessende Verteidigungsrede ("muß meinen Sohn schützen"),wär da kein so großes Ding draus geworden.
  13. Scheffkoch

    Scheffkoch unserVfL.de User

    Es tut mir wohl, wenn endlich mal wieder nüchterne Fakten und nicht nur Unterstellungen gepostet werden.
  14. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Meine Interpretation sieht diesbezüglich auch etwas anders aus. Ich beziehe dieses "muß meinen Sohn schützen" auf die Fragen diverser Medienvertreter, nachdem der Senior gesagt hat, dass sein Sohn nicht mehr tätig ist.

    Wehalb stürzen sich die Medien nicht auf Hochstätter`s Sekretärin, die ja diese Reise nach Nürnberg gebucht hat ?
    Weil man mit dieser Dame keine Schlagzeilen generieren kann ?
  15. Scheffkoch

    Scheffkoch unserVfL.de User

    Eben! Es geht der Presse ausschliesslich darum, CH aus dem Amt zu mobben, notfalls dabei auch den AR zu demontieren. Das Wohl des VfL hat von denen keiner im Sinn.
  16. VfLDiaspora

    VfLDiaspora unserVfL.de User

    Die Dame dürfte nicht in einem verwandschaftlichen Verhältnis mit CH stehen. Wäre der Teambetreuer nicht CH jnr., sondern Herr Maier gewesen, wär nicht viel passiert.
    Dann hätte das Fehlverhalten von FB deutlich mehr im Vordergrund gestanden.
  17. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Mal ehrlich Dia, verrennst Du Dich da nicht ein wenig und ziehst Dich an dem verwandtschaftlichen Verhältnis hoch ? Z.B. in Aue war bis vor kurzem der Schwiegersohn des Präsidenten als Trainer beschäftigt.

    Ich möchte nicht wissen, bei wie viel Vereinen verwandtschaftliche Verhältnisse unter den Angestellten existieren. Ich bleibe dabei, hätte Rentsch den Junior - aus welchen Gründen auch immer - nicht zum Thema gemacht, wäre die ganze Blase nur ein ganz kleiner Luftballon geblieben.
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  18. Scheffkoch

    Scheffkoch unserVfL.de User

    Dann hätte man sich an etwas anderem hochgezogen
  19. MarWiBo

    MarWiBo Moderator

    Im Internet sagt man gewöhnlich: "Don't feed the trolls."
    Will man nun die heimische Presse als Trolle bezeichnen, muss man einräumen, dass der VfL eben diesen auch immer wieder Futter liefert.

    Und dieses ständige Herumgehacke auf der ach so bösen Presse einerseits , ist mindestens genauso eindimensional wie das ständige Fördern von Demissionen andererseits.
  20. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Ich denke es macht schon sinn, einfach mal auseinander zu klamüsern warum, wieso und weshalb welche These wann und wo entstanden ist. Zumindest dann, wenn noch belegbare Videodokumente verfügbar sind.
    Hoffi65 und Scheffkoch gefällt das.

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