"Unsere Fans können den Unterschied ausmachen"

Dieses Thema im Forum "Profis" wurde erstellt von Herr Bert, 30. März 2018.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    Knappe sieben Wochen sind seit dem Amtsantritt von Robin Dutt vergangen. Und es hat sich einiges getan anne Castroper. Der VfL ist zurück in der Spur, hat in den vergangenen sechs Partien elf Zähler gesammelt. Bitter nur: Auch die Konkurrenz hat kräftig gepunktet. Dennoch sind die ersten Schritte in die richtige Richtung kaum zu übersehen. In unserem Echo-Interview erklärt der Chefcoach, an welchen Stellschrauben er und sein Trainerteam zunächst gedreht haben. Dabei stellt Dutt auch nochmal die Wichtigkeit der Personalie Heiko Butscher heraus. Wichtig, gar mitentscheidend ist aber auch die Unterstützung seitens der blau-weißen Fans. Und die hat den erfahrenen Trainer in den letzten Partien überaus beeindruckt.


    Hallo Robin. Die ersten Wochen VfL liegen hinter dir. Wie fällt, rein sportlich betrachtet, ein erstes Fazit deinerseits aus?
    Die Punkteausbeute ist in Ordnung, auch wenn wir durchaus noch mehr Punkte hätten holen können. Ich denke da insbesondere an unser erstes Spiel in Heidenheim. Die Mannschaft setzt die inhaltlichen Themen immer besser um, dennoch haben wir noch jede Menge Arbeit vor uns.

    Und auf persönlicher Ebene? Wie bist du in Bochum aufgenommen worden?

    Das ging alles sehr schnell und angenehm über die Bühne. Wir hatten ja kaum Zeit für eine Kennenlernphase, weil wir sofort in den Punktspielmodus schalten mussten. Daher bin ich dankbar, dass es mir die Mitarbeiter im Verein sehr einfach gemacht haben hier anzukommen.

    Konntest du denn überhaupt schon ein bisschen was von Bochum und dem Ruhrpott sehen?
    Um ehrlich zu sein, habe ich tatsächlich bisher nicht viel gesehen. Eigentlich pendle ich nur zwischen meiner Wohnung und der Castroper Straße. Zumindest habe ich die Bochumer Gastronomie schon zum Teil genießen dürfen. Auf das Bergbaumuseum beispielsweise freue mich aber schon sehr. Leider wird der aktuelle Umbau noch einige Monate dauern, aber ich durfte immerhin schon zu einem Interviewtermin dorthin.

    Mit Heiko Butscher hattest du von Beginn an eine Vertrauensperson an deiner Seite, die das Umfeld bestens kennt. Wie wichtig war das für deinen Start hier, und wie wichtig ist die Personalie Butscher für deine tägliche Arbeit?
    Sein Wissen rund um die Mannschaft und den Verein war natürlich gerade am Beginn unserer Arbeit sehr wertvoll. Er ist für mich mehr als nur ein Co-Trainer. Auch wenn ich am Ende des Tages die Entscheidungen treffen und verantworten muss, sehe ich ihn als Partner auf Augenhöhe. Die Mannschaft weiß, wenn er etwas sagt, dann hat das die gleiche Gültigkeit, als wenn ich es gesagt hätte.

    Du hast den VfL in einer schwierigen Phase übernommen. Was waren die ersten Stellschrauben, an denen du und dein Trainerteam drehen mussten?

    Wir wollten eine klare Grundordnung und eine stabile Struktur, an der sich die Mannschaft orientieren kann, aufbauen. Inhaltlich war es wichtig, lieber vier, fünf Themen zu 100 Prozent einzufordern, als viele Themen nur anzureißen. Daher haben wir klare Prinzipien bei eigenem Ballbesitz und alle wissen auch, wie wir gegen den Ball arbeiten wollen. Und wir arbeiten seit dem ersten Tag an der Verbesserung unseres Spiels im und um den Strafraum mit dem Ziel, qualitativ bessere Abschlussaktionen zu erspielen.

    Aktuell setzt ihr auf die erfahrenen Akteure im Kader. Eher Zufall, oder ist in dieser „heißen Phase“ der Saison Erfahrung durch nichts zu ersetzen?

    Letztlich geht es nicht um das Alter, sondern um Qualität. Aktuell schafft es vielleicht der ein oder andere Spieler mit seiner Erfahrung besser mit der Drucksituation umzugehen und somit mehr Qualität auf den Platz zu bringen. Wir haben aber viele junge Spieler im Kader, die noch eine sehr wichtige Rolle spielen werden.

    Beachtlich war der wichtige 3:2-Auswärtssieg zuletzt in Sandhausen. Einen zwei Tore-Rückstand gedreht, das konnte man sich vor einigen Wochen noch nicht wirklich vorstellen. Wie ist das blau-weiße Selbstvertrauen zurückgekehrt?
    Vor der Freude, das Spiel gedreht zu haben, steht bei mir die Mahnung, erst gar nicht in einen solchen Rückstand zu kommen. Aber natürlich ist mir wichtig, der Mannschaft mit auf den Weg zu geben, dass sie die Qualität hat, auch Widerstände wie etwa Rückstände zu überwinden. Die Ergebnisse der vergangenen Wochen helfen natürlich das Selbstvertrauen zu stärken.

    Eine wichtige Rolle spielen in dieser Phase die Fans. 1000 Anhänger in Sandhausen, auch in Düsseldorf werden wir einen starken Gästeblock sehen. Wie nimmst du die Unterstützung aktuell wahr?
    Es ist natürlich klasse, wenn die eigenen Fans auswärts lauter sind als die der Heimmannschaft. Die Mannschaft muss sich aber bewusst sein, dass sie sich die Unterstützung in jedem Spiel aufs Neue erarbeiten muss. Das hat viel mit kämpferischer Körpersprache und konsequenten Handlungen mit und gegen den Ball zu tun. Die Unterstützung durch die Fans kann den Unterschied ausmachen. Daher sind wir sehr froh, wie die Fans das Team derzeit begleiten.

    Siege in Ingolstadt und Sandhausen, Unentschieden gegen die Topteams Nürnberg und Kiel. Und dennoch beträgt der Abstand auf den Relegationsrang nur ein Pünktchen. Das Abstiegsgespenst geistert noch bei gut zwei Dritteln aller Teams herum. Schon mal so eine verrückte Konstellation erlebt?
    Nein, habe ich noch nicht. Als ich hier angefangen habe, umfasste die Abstiegszone alle Mannschaften ab Platz zehn. Nun hat sich diese bis Platz fünf erweitert. Wir dürfen aber nur auf unsere Ergebnisse und Leistungen schauen. Die 40 Punkte-Marke muss in diesem Jahr nicht unbedingt für den Ligaverbleib reichen.

    Auch Eintracht Braunschweig steckt noch da unten drin. Auf was für ein Spiel können wir uns am Ostersonntag einstellen?

    Sie haben in den letzten sechs Spielen, so wie wir auch, elf Punkte geholt. Daher wird es einmal mehr ein Duell auf Augenhöhe. Welche Art von Spiel es genau wird, ist aber schwer vorauszusagen.
    Hoffi65 und aniger60 gefällt das.

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