Thomas Ernst Februar 2011

Dieses Thema im Forum "unserVfL.de im Gespräch mit..." wurde erstellt von Herr Bert, 26. September 2013.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

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    unserVfL.de.de:

    Guten Tag Herr Ernst, nach der Hinspiel-Niederlage gegen Ingolstadt stand der VfL auf dem zwölften Tabellenplatz, jetzt nach dem Rückspiel belegt der VfL Rang drei und hat es selbst in der Hand, mindestens die Relegation zu erreichen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Zwischenfazit

    Natürlich ärgern wir uns über die beiden Niederlagen gegen Hertha und in Ingolstadt. Es muss eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem letzten Auftritt her, damit wir gegen Paderborn zurück in die Erfolgsspur finden. Jedoch haben Sie es schon angedeutet: Wenn uns jemand nach dem 13. Spieltag gesagt hätte, dass wir vier Spiele vor dem Ende auf Rang drei stehen, dann hätten wir sofort unterschrieben. Die Serie von zwölf Siegen und drei Unentschieden war beeindruckend. Jetzt müssen wir zusehen, dass die Mannschaft wieder daran anknüpfen kann. Dass sie dazu in der Lage ist, das hat sie zum Ende der Hinserie bewiesen. Dort haben wir die letzten vier Spiele gewonnen.

    Die wurden noch ohne die Neuzugänge in der Winterpause geschafft. Dennoch: Mit Mimoun Azaouagh und Ümit Korkmaz wurde die Qualität in der Mannschaft wesentlich verstärkt. Wer hatte die Idee, den Österreicher auszuleihen, wie kam der Kontakt zu ihm zustande und waren die vor allem seitens der Medien gestreuten Gerüchte um Steinhöfer gezielte Nebelkerzen ihrerseits, die sie bewusst zündeten, um Korkmaz zum VfL zu lotsen?

    Das sind Gerüchte gewesen. Wir haben keine Nebelkerzen gezündet. Da wurde aus der Nähe von Friedhelm Funkel zur Eintracht viel konstruiert. Selbstverständlich sind solche Vermutungen manchmal aber auch ganz hilfreich, wenn die Transferaktivitäten tatsächlich in eine ganz andere Richtung gehen. Steinhöfer war zwar mal ein Kandidat, über den wir gesprochen haben. Aber das Thema war in erster Linie im Sommer aktuell.

    Zu Ümit Korkmaz lässt sich sagen, dass er ein Spieler ist, der aufgrund seiner Qualität und seines Leistungsvermögens grundsätzlich interessant war. Es hat sich zeitlich dann so ergeben, dass wir durch die langwierige Verletzung von Slawo Freier Bedarf auf der Position sahen. Es war aber auch bei Ümit Korkmaz so, dass es den ersten, losen Kontakt zu seinem Berater schon vor Weihnachten gab, wo aber nur erst mal diskutiert wurde, ob man sich so was vorstellen könnte. Ümit wollte sich bei der Eintracht durchsetzen. Als er aber nach einer in seinen Augen guten Vorbereitung merkte, dass seine Chancen, bei den Frankfurtern zu spielen, noch immer nicht sehr hoch waren, war er bereit, sich über einen Wechsel Gedanken zu machen. Danach mussten wir schnell handeln und haben das auch getan.

    Den Spieler Steinhöfer hatten Sie auf dem Zettel. Der Name stand relativ schnell in den Medien. Korkmaz hatten Sie auch auf dem Zettel. Doch der Name wurde erst publik, als die Verpflichtung schon sicher war. Wie passiert so was?

    Steinhöfer stand im Winter deshalb relativ schnell in der Zeitung, weil wir uns wie gesagt im Sommer schon mal mit ihm beschäftigt hatten. Da war der gedankliche Weg dann nicht mehr so weit.

    Uns ist eben aufgefallen, dass es beim VfL häufig zu beobachten ist, dass medial einige Namen gehandelt werden, letztlich aber die Spieler, die auch verpflichtet werden, maximal kurz vor Vertragsunterschrift öffentlich werden.

    Ich bin sicher, das fällt Ihnen in diesem Zusammenhang nur deshalb auf, weil Sie jetzt den VfL Bochum 1848 sehr genau beobachten. Letztlich ist es bei vielen Vereinen so, dass man Gerüchte auch gern unkommentiert laufen lässt und sich wirklich nur äußert, wenn die Verhandlungen gelaufen sind.

    Wir hatten ja auch den Fall mit dem Brasilianer Johnny im letzten Winter, wo eigentlich alles besprochen war und wir kein Geheimnis daraus gemacht haben, als er bei uns in der Geschäftsstelle aufgeschlagen ist. Dann wich aber der Text des Vertrages von den Details ab, die wir vorher mündlich und schriftlich vereinbart hatten. Also haben wir den Spieler wieder in den Flieger gesetzt. Folge: Wir kamen in der Öffentlichkeit schlecht weg, weil der Vertrag kurz vor Abschluss noch geplatzt ist. Hintergründe waren auf einmal zweitrangig.

    Grundsätzlich ist es immer von Vorteil, wenn man solche Sachen immer erst kommentiert, wenn alles wasserdicht ist und sich beide Seiten über eine Veröffentlichung des Wechsels abgesprochen haben. Das klappt natürlich nicht immer, weil die Journalisten natürlich ein Interesse daran haben, irgendwas schon frühzeitig zu wissen. Mal liegen sie dann richtig, häufig aber nicht.

    Wir vom Forum hatten ja intern mal Antonio Rukavina vom TSV 1860 München im Auge. Nachdem wir dann allerdings eine Quelle sahen, die uns aufzeigte, was der Spieler bei den „Löwen“ verdient, war uns eigentlich recht schnell klar, dass dieser Spieler sicher nicht ganz in das Gehaltsgefüge des VfL passen dürfte.

    Man wundert sich dann kaum mehr, warum der eine oder andere Verein wirtschaftliche Probleme hat.

    Auch wenn es aktuell sehr gut läuft bei uns, wissen Sie selbst, dass es seit Ihrem Amtsantritt 2008 überwiegend abwärts ging. Hinzu kommt die aus Sicht vieler Anhänger verspätete Entlassung von Trainer Marcel Koller, die unzureichende Verstärkung der Mannschaft zu Beginn der Saison 2009/2010 und die im Endeffekt falschen Verpflichtung des viel zu unerfahrenen und aus dem Verbandsfußball kommenden Heiko Herrlich. Wie bewerten Sie diese Entscheidungen im Nachhinein?

    Der Schritt, Heiko Herrlich zu verpflichten, entsprang einer wesentlichen Überzeugung des Vorstands. Seitdem ich beim VfL bin, ist es mir besonders wichtig, dass wir unseren eigenen Nachwuchs stärken, dass wir eine Verjüngung der Ersten Mannschaft einleiten, dass wir qualitativ gute Jugendspieler nach oben bringen. Da sind wir in einem Prozess und haben einen Anfang gemacht. Den Weg wollen wir kontinuierlich weitergehen, damit wir so viele Jugendspieler wie möglich oben heranführen.

    Das sollte durch den Schritt mit Heiko Herrlich dokumentiert und auch erleichtert werden, da er u.a. durch seine Verbandstätigkeit über gute Kontakte verfügt. Fachlich steht die Kompetenz von Heiko Herrlich ohnehin nicht in Frage. Er hatte es ja auch relativ schnell geschafft, die Fehler in der Mannschaft zu lokalisieren und anzugehen. Lange Zeit waren wir auf einem guten Weg. Dass es letztlich nicht funktioniert hat, lag an der Persönlichkeit von Heiko Herrlich.

    Sicherlich sind wir ein Risiko mit der Verpflichtung eines jungen Trainers ohne Erfahrungen im Seniorenbereich eingegangen, aber es gibt genug Beispiele in der Bundesliga, wo es funktioniert hat. Ein Thomas Tuchel in Mainz hat beispielsweise ebenso wenig Erfahrung gehabt. Er hat dort auch seine Chance bekommen und hat sie genutzt. Heiko Herrlich hatte anfangs nicht nur uns, sondern auch Journalisten, Mitarbeiter sowie VfL-Partner durch seine mitreißende Art begeistert. Wir waren uns zum Zeitpunkt seiner Einstellung sicher, dass es der richtige Weg für den VfL sei. Natürlich ist das Ganze bitter und ärgert uns mächtig, da wir natürlich an Kontinuität interessiert sind.

    Und nun Friedhelm Funkel, wo jeder behauptet, dass er das komplette Kontrastprogramm sei. Wenn man aber genauer hinschaut, dann sieht man, dass Friedhelm Funkel in seiner Karriere immer junge Spieler eingebaut hat und Mannschaften entwickelt hat. Er war immer bereit, eng mit der Nachwuchsabteilung zusammenzuarbeiten. Im Vergleich zu Heiko Herrlich verfügt Friedhelm Funkel zudem über Erfahrung und Gelassenheit.

    Damit schließlich zu der Frage, ob wir zu lange an Marcel Koller festgehalten hätten. Ich denke, dass es zum VfL passt, seine Trainer zu stützen. Zurückblickend muss man sagen, dass die Ära Koller sehr erfolgreich war. Er hat uns in die 1. Bundesliga zurückgeführt und mit der Mannschaft dreimal die Klasse gehalten. Das ist weder Klaus Toppmöller noch Peter Neururer gelungen. Im Sommer 2009 gab es kaum Anzeichen, dass er amtsmüde war, oder dass das Verhältnis nicht mehr intakt ist. Ganz im Gegenteil: Wir haben nicht zuletzt wegen Marcel Koller unser Trainingslager in seiner Heimat Schweiz absolviert. Der Trainer hat sich dort sehr persönlich präsentiert und wollte noch einmal richtig mit einem Team angreifen, das er über Jahre geformt hatte. Deshalb waren wir alle der Überzeugung, vor einer erfolgreichen Saison zu stehen.

    Viele haben beispielsweise den Wechsel von Neururer auf Marcel Koller damals als sehr frisch empfunden, da es - wie eben jetzt zur neuen Saison auch – ein kompletter Stilbruch war, denn die Art von Neururer und Koller ist höchst unterschiedlich. Das Bild, was aber bei der Beurlaubung Kollers entstand, war ja, dass die Ostkurve den Trainer vom Hof gejagt hat.

    Ich gebe Ihnen Recht. Die Stimmung war sehr explosiv. Aber unabhängig von den Ereignissen nach dem Mainz-Spiel hatten wir uns im Vorstand bereits Gedanken gemacht. Man entwirft Szenarien, macht sich ein Bild vom Innenverhältnis zwischen Trainer und Mannschaft. Dabei darf man sich nicht zu sehr von Emotionen leiten lassen. Man muss eher das Gesamtbild analysieren und nach der Maxime handeln: Unser Ziel ist es, mit diesem Schritt Folgendes zu erreichen.

    Dabei darf man sich auch nicht zu sehr von aktuellen Stimmungslagen leiten lassen. Klar freuen wir uns aktuell über den positiven Zuspruch unserer Fans und wollen diese Stimmung auch in der Stadt verbreiten. Die meisten unserer Fans kommen direkt aus der Stadt oder dem näheren Umkreis. Unser Herz schlägt in erster Linie in Bochum. Deshalb ist es für uns so unglaublich wichtig, wieder Identifikationsfiguren zu schaffen. Junge Spieler werden von Fans generell mehr akzeptiert. Denen wird dann auch schon mal mehr verziehen. Und wenn es dann noch heißt, dass der Spieler ein Bochumer Junge ist, dass er möglicherweise schon seit frühester Jugend beim VfL kickt, macht er den Leuten noch mehr Spaß. Da sind wir auf einem guten Weg. Es ist für uns eminent wichtig, dass die Stadt wieder blau-weiß wird.

    Glauben Sie denn, dass die Fans des VfL vielleicht generell zu kritisch sind?

    Gefährliche Frage… (lacht) Ich habe als Spieler schon immer einen engen Draht zu den Fans gehabt. Zu meiner Anfangszeit als Ersatztorwart hatte ich ein gutes Standing, weil ich meine persönlichen Ziele denen der Mannschaft untergeordnet habe. Dann habe ich gespielt und auch gut gespielt: Das kommt natürlich bei den Fans an. Wenn ein Spieler sich vorher schon mit dem Verein und der Mannschaft identifiziert hat und dann auch noch gut spielt, wenn er gebraucht wird, sind sie begeistert. In der Zeit war ich sicherlich ein Publikumsliebling. Doch durch die Misserfolge in der Abstiegssaison verlor natürlich die ganze Mannschaft viel an Kredit. Zudem habe ich mich auch zu einigen Äußerungen oder Gesten hinreißen lassen, die zwar nachvollziehbar, aber auch doppeldeutig und sicherlich taktisch unklug waren. Ich erinnere mich noch an ein Auswärtsspiel in der Abstiegssaison, da riefen die Fans: „Außer Gustl könnt ihr alle gehen.“ Daraufhin habe ich mich zu einem Scheibenwischer hinreißen lassen, weil ich gedacht habe: „Was soll denn der Quatsch jetzt?“ Das kam bei den Fans natürlich nicht so gut an, so was trugen sie einem nach. Fans sind in dem Zusammenhang sehr sensibel.

    Was unsere Anhänger besonders macht: Bochum ist eine Universitätsstadt, hat insgesamt neun Hochschulen und besitzt ein umfangreiches kulturelles Angebot. Das macht sich auch auf den Rängen unseres Stadions bemerkbar. Der Bochum-Fan nimmt Schwingungen schneller wahr. Er neigt nicht dazu, sich selbst zu feiern, wenn es nicht läuft. Er lässt seinen Unmut freien Lauf, wenn ihm was nicht passt. Daran kann ich grundsätzlich nichts Negatives finden.

    Was mir auf der anderen Seite nicht so gut gefällt: VfL-Fans sind aber auch sehr hartnäckig in der Beurteilung und Stigmatisierung von Spielern. Ich habe als Aktiver erlebt, dass einzelne Spieler rausgepickt wurden. Frank Fahrenhorst hatte es zum Beispiel eine Zeit lang sehr schwer, wurde zum „Gefahrenhorst“ und immer, wenn er den Ball hatte, ging ein Raunen durchs Publikum. Dennoch würde ich nicht sagen, dass die Fans überkritisch sind, denn umgekehrt geht es da genauso schnell. Philipp Bönig, Christoph Dabrowski und aktuell Marcel Maltritz waren ursprünglich keine Publikumslieblinge. Der VfL-Fan schätzt es aber, wenn sich ein Spieler durchbeißt und gegen diese Widerstände angeht. Das ist ein absolut positives Merkmal.

    Wenn es schlecht läuft, ist es überall schwer. Dazu darf man nicht vergessen, dass es in der Vereinsgeschichte viele sportliche Durststrecken gegeben hat und die Stimmung im Stadion auch nicht immer berauschend war. Von daher ist der Bochumer Fan schon sehr, sehr leidensfähig. Wenn die Mannschaft aber kämpft und zeigt, dass sie gewillt ist, ihre Leistung zu bringen, steht der Fan immer absolut hinter dem Team. In dieser Saison beispielsweise, in den Heimspielen gegen Oberhausen und Cottbus, hat die Mannschaft das Spiel nicht zuletzt deshalb gewonnen, weil die Fans bis zum Schluss hinter dem Team standen und nicht ungeduldig wurden.

    Es gab ja auch in der Vergangenheit immer wieder Kritik an Ihrer eigenen Person. Da wurde mehr als einmal Ihre Entlassung gefordert. Wir können uns vorstellen, dass das auch nicht ganz spurlos an Ihnen vorbei gegangen ist. Wie gehen Sie persönlich mit dieser Kritik um?

    Natürlich ist es nicht schön, derartige Kritik zu bekommen, zumal sie meist sehr polemisch ist und auf Vermutungen basiert. Ungeachtet dessen stelle ich mich sehr wohl dem Vorwurf, dass es von den Ergebnissen her seit 2008 in erster Linie abwärts gegangen ist. Dass diese Entwicklungen allerdings bereits vorher angefangen haben, wird dann gerne verschwiegen. Dass die Verpflichtungen in der Übergangsphase von Stefan Kuntz zu mir, bei denen der VfL für seine Verhältnisse mal richtig Geld in die Hand genommen hatte, von mir nur noch zur Kenntnis genommen werden konnten – wobei auch ich etlichen Transfers positiv gegenüber stand – sind eben Punkte, die man ohne Hintergrundinformationen nicht erkennen kann.

    Mit ist auch bewusst, dass Unzufriedenheit ein Ventil braucht. Ich bin jedoch gut beraten, mich nur mit den Dingen zu beschäftigen, die ich selbst beeinflussen kann und meine Entscheidungen mit voller Überzeugung und in Absprache mit dem Cheftrainer sowie meinem Vorstandskollegen zu treffen, damit sich der Verein in die richtige Richtung entwickelt. Ich werde weiterhin alles daran setzen, damit wir erfolgreich sind, damit wir die richtigen Spieler verpflichten, die uns weiterbringen, damit wir unseren Nachwuchs stärken, um eben mittelfristig weiterzukommen und dann auch wieder in der Bundesliga zu etablieren. 13 Spieler im Kader zu haben, die den eigenen Nachwuchsbereich durchlaufen haben, ist sicherlich ein guter Anfang; im Sommer in die 1. Bundesliga zurückzukehren, wäre ein nächster wichtiger Schritt.

    Unabhängig davon: Der Dialog mit den Fans – im Erfolgs- wie im Misserfolgsfall – ist absolut wichtig.

    Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang das 1. Mitgliederforum, das es in dieser Form unseres Wissens bisher beim VfL noch nicht gab?

    Eine solche Form des konstruktiven Meinungsaustausches gab es tatsächlich beim VfL noch nicht und unseres Wissens auch noch nicht in der Bundesliga. Es unterstreicht das Spezielle am VfL, der damit Pionierarbeit leistet und zeigt, dass er seine Fans in die Vereinsarbeit miteinbezieht und deren Expertise sucht. Wir sind immer im Dialog mit unseren Fans sowie Mitgliedern und wollten ihnen mit diesem Forum eine zusätzliche Möglichkeit geben, sich noch mehr einzubringen und mitzugestalten.

    Ein Grundgedanke ist, das Forum als weitere Veranstaltung zur Mitgliederversammlung jährlich stattfinden lassen zu können. Ich finde es klasse, dass der Aufsichtsrat das auch so gesehen hat und diesen Weg aktiv mitgeht. Die ersten Diskussionen in diese Richtung gab es jedoch schon im alten Aufsichtsrat unter Werner Altegoer. Das ist also keine Sache, die jetzt neu auf den Tisch gekommen ist.

    Und die Erfahrungen waren sehr positiv. Es wurde leidenschaftlich diskutiert, konstruktiv gearbeitet und wir haben viele Anregungen für unsere Vereinsarbeit bekommen. Derzeit werden die Protokolle mit den Ergebnissen erstellt, die dann den Mitgliedern zugeschickt werden. Zudem wurde ein interner Maßnahmenkatalog entwickelt, um möglichst viele Maßnahmen umsetzen zu können.

    Neben den „wirklichen“ Stammtischen sind ja auch Internetforen eine durchaus wichtige Diskussionsplattform geworden, um sich über den Verein auszutauschen. Haben sie dieses Medium selbst schon in Anspruch genommen, um nachlesen zu können, was über einen selbst geschrieben wird?

    Dazu eigentlich nicht. Das ist auch gefährlich. Ich habe zwar ein dickes Fell, aber letztlich ist man dann doch nur Mensch und wenn es dann mitunter auch unter die Gürtellinie geht, dann berührt einen das schon. Aber grundsätzlich nutze ich dieses Medium schon, um mir ein gewisses Meinungsbild zu machen. Nicht über meine Person, sondern über die Stimmung der Fans im Verhältnis zum Verein und zur Mannschaft. Es ist wichtig zu wissen, was die Fans bewegt und was gerade Thema ist. Aber auch wenn man in den Foren gewisse Stimmungen und Strömungen erkennen kann, ist es ja trotzdem nie so, dass man das als allgemeinverbindliche Fanmeinung nehmen kann. In Ihrem Forum sind etwa 1.700 User unterwegs. Insgesamt sind es vielleicht etwa 5.000 Leute, die dieses Medium nutzen, um sich auszutauschen oder zu informieren. Aber selbst da sind ja nie alle in eine Richtung unterwegs.

    Wenn wir da mal kurz auf unser eigenes Forum eingehen können: In unserem Forum ist es so, dass ein Großteil der aktiven User sich auch persönlich kennt. Und wir haben User bei uns vom Bodensee bis nach Hamburg. Da findet der Austausch dann meist auf einer etwas moderateren Ebene statt, weil man eben weiß, wer da am anderen Ende sitzt und man weiß, wie man dieses oder jenes aufzunehmen hat.

    Da ist ja jedes Forum anders. Es gibt ja auch genug User, die eben nur draufhauen und Stimmung machen, dabei aber anonym bleiben wollen. Letztlich ist es aber durch solche Foren eben möglich, die Leute grenzüberschreitend mit dem VfL zu verbinden. Es ist klar, dass es da immer verschiedene Ansichten und Meinungen gibt. Dazu ist der Fußball auch zu emotional. Es ist für uns aber wichtig, eine Stimmung zu kreieren, dass wir alle – Verein und Fans – an einem Strang ziehen. Zumindest solange die Mannschaft auf dem Platz steht und eine Chance hat.

    Blicken wir kurz auf ihre Anfänge als Sportvorstand beim VfL zurück: Wie lange überlegten Sie, den Posten als Nachfolger von Stefan Kuntz anzutreten?

    Da war ich sofort Feuer und Flamme. Ich habe hier fünfeinhalb Jahre als Spieler eine zumeist schöne Zeit erlebt. Ich habe die Menschen hier kennen und schätzen lernen dürfen. Ich mag diese offene und direkte Art der Leute hier. Wenn einer einen schlecht findet, dann sagt er das auch. Das finde ich wesentlich leichter, als wenn man es dann hintenrum mitbekommt. Seit meinem Antritt ist der VfL gewachsen, auch was die Geschäftsstelle angeht. Der Verein hat eine Seele, die sich auch in seinem Leitbild wiederfindet. Als ich den Anruf vom VfL bekam, habe ich mich noch mal genauer mit dem Verein auseinandergesetzt und habe mir das Leitbild durchgelesen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich als Spieler den Verein damals genauso wahrgenommen habe. Schließlich ist dieses Leitbild ja nichts, was sich eine Werbeagentur ausgedacht hat, sondern es ist die Quintessenz dessen, was Menschen über den VfL denken, die die diesen Verein prägen: Fans, Mitarbeiter, Trainer, Spieler, Partner, Journalisten usw.

    Und dementsprechend war das für mich – neben der Tatsache, zu einem Bundesligisten „aufsteigen“ zu können und beruflich selber einen Riesenschritt zu machen – gar keine Frage.

    Wie genau kam da der Kontakt zustande?

    Die Berufung des Vorstands ist Sache des Aufsichtsrates. Da Herr Altegoer und ich uns noch aus meiner aktiven Zeit beim VfL kannten und er den Vorsitz im Aufsichtsrat inne hatte, lief der Kontakt über ihn. Man hatte sich nie komplett aus den Augen verloren. Ich war z.B. zum Abschiedsspiel von Dariusz Wosz noch hier. Dann haben wir uns mal im Trainingslager in Spanien unterhalten. Es war also ständig ein loser Kontakt da. Außerdem hat man meinen Werdegang verfolgt und gesehen, dass ich mein Sportmanagementstudium erfolgreich abgeschlossen habe und beim FSV Frankfurt auf diesem Gebiet tätig war.

    Wie wichtig war es für Sie, dass Sie den VfL schon kannten, dass Sie – was man Ihnen im Nachhinein ja auch wieder negativ auslegte – einen gewissen „Stallgeruch“ mitbrachten.

    Es ist ja so, dass jede Medaille zwei Seiten hat – so verhält es sich auch beim „Stallgeruch“. Natürlich war es für mich hilfreich, dass ich beispielsweise Ansgar Schwenken schon kannte. Das machte und macht die Sache einfacher, wenn man einen Konsens in einer Angelegenheit finden will.

    Waren Sie sich damals darüber im Klaren, dass Ihr guter Ruf als ehemaliger VfL-Keeper so wenig Bedeutung haben würde, als sie Sportvorstand wurden?

    Das war ja in der Wahrnehmung der Fans immer unterschiedlich. Die einen haben mich als Publikumsliebling wahrgenommen, die anderen als Ersatzkeeper und eher kleines Licht. Solche Stereotypen sollten aber unerheblich für den eigenen Job sein. Mittel- und langfristig sollte immer die Qualität der Arbeit entscheiden. Und die zeigt sich in erster Linie im Verhältnis zwischen den Voraussetzungen und den Ergebnissen.

    Nun brachte auch gerade der Herbst 2010 nach dem Abstieg, dem Fehlstart in die 2. Bundesliga und der Jahreshauptversammlung mit dem Abgang von Werner Altegoer ebenfalls sehr unruhige Zeiten mit sich. Wie haben sie die Situation erlebt? Kamen sogar Gedankenspiele auf, vielleicht einfach hinzuwerfen?

    Ganz klar: nein! Ich war zu jedem Zeitpunkt davon überzeugt, dass wir die Kurve noch bekommen. Ich war vom Trainer und auch von der Qualität der Mannschaft überzeugt. Und es war ja nie so, dass der Verein führungslos war. Es war zu jedem Zeitpunkt so, dass wir beschlussfähig waren. Sowohl im Vorstand, als auch im Aufsichtsrat. Was meine eigene Position angeht, stand ich dann auch zu jedem Zeitpunkt zu meinen Entscheidungen. Und dann war auch der Ehrgeiz in mir so groß, dass da nie ein ernsthafter Gedanke aufkam, hinzuschmeißen.

    Mit der Wahl des neuen Aufsichtsrates wurde eine neue Ära eingeläutet. Was hat sich in der Zusammenarbeit im Vergleich zu der Zeit vorher für Sie verändert?

    Eigentlich recht wenig. Wir arbeiten mit den neuen Leuten genauso vertrauensvoll zusammen wie mit dem alten Aufsichtsrat. Wir sind in einem ständigen Dialog und reden miteinander, stimmen vor allem die grobe Richtung immer vorher miteinander ab. Das war bei den alten Aufsichtsratsmitgliedern so und das hat sich auch jetzt nicht geändert. Das Einzige, was vorher ein wenig anders war, war die Tatsache, dass Beschlüsse oder Themen in der Öffentlichkeit nur von einer Person kommuniziert wurden. Das war eben aufgrund seiner Vita, seines Charakters und vor allem aufgrund der Aufgabenteilung in dem Gremium immer Werner Altegoer als Vorsitzender. Das ist nun ein wenig anders. Das lässt den Aufsichtsrat offener wirken. Ein Frank Goosen tut uns in der Außenwirkung natürlich gut. Er ist in erster Linie immer Fan und hat aufgrund seines Berufes als Autor und Kabarettist eine Medienerfahrung, von der der ganze Verein profitiert. In der Tagesarbeit hat sich für mich als Vorstand aber nichts geändert. Die Geschäftsordnung ist die Gleiche. Der Vorstand stellt Dinge dem Aufsichtsrat vor und dann wird darüber gesprochen und entschieden. Das war immer so, wenngleich es dem Außenstehenden gegenüber oft anders gewirkt hat.

    Warum hat man den Vertrag mit Friedhelm Funkel modifiziert?

    Weil wir von der Qualität seiner Arbeit unabhängig vom letztendlichen Ausgang dieser Saison überzeugt sind. Friedhelm Funkel besitzt eine natürliche Autorität, ist absolut integer und hat die Mannschaft nach einem holprigen Start sehr gut entwickelt. Zudem setzt er die Vorgabe der Vereinsführung um, die Lizenzspielerabteilung eng mit dem Nachwuchsbereich zu verzahnen. Berücksichtigt man zudem seine Souveränität, seine Stressresistenz und seine authentische Art, dann ist er der ideale Trainer für unsere aktuelle Situation.

    Aktuell erinnert ja eigentlich auch nur noch das schlechte Torverhältnis an den schwachen Saisonstart.

    Umso ärgerlicher ist es, dass wir einen solchen Saisonverlauf hatten. Es ist ja nicht richtig, da von dem Saisonstart zu sprechen. Wir hatten insgesamt eine miserable Hinrunde. Und das wir diese dann trotzdem noch mit 28 Punkten beendet haben, war schon stark. Dass wir jetzt wieder da stehen, wo wir stehen, ist richtig klasse. Für mich persönlich war die Situation aus meiner aktiven Zeit nicht unbekannt. Ich weiß noch, wir standen damals mit Ernst Middendorp Mitte der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz und sind zwei Spieltage vor Saisonende aufgestiegen. Damals gab es u.a. ein 2:6 gegen TeBe Berlin. Aber auch das hatte seinen Wert in der Saison – ähnlich wie in dieser Saison das Ingolstadt-Spiel. Es sind eben meist auch Niederlagen, die ein Team dann zusammenschweißen und zu einem Umdenken bewegen. Die Siege sind dann nur die Folgeerscheinungen. Bayern München wurde auch deshalb 2001 Champions-League-Sieger, weil sie 1999 das traumatische Erlebnis gegen ManU in Barcelona hatten.

    Die Kaderplanungen selbst laufen ja wahrscheinlich auch seit geraumer Zeit bereits zweigleisig. Wie sehen diese Planungen aus, auch im Ausblick dessen, welche Spieler man beobachten lässt und welche Verträge verlängert werden im Fall des Aufstieg oder des Zweitligaverbleibs. Wurden beispielsweise schon Gespräche mit Marcel Maltritz geführt?

    Wir handeln nach einem klaren Grundsatz: Die Planungen laufen im Hintergrund, und wir diskutieren nichts öffentlich. Grundsätzlich müssen wir als VfL zusehen, nach ablösefreien Spielern Ausschau zu halten, Qualität auszuleihen oder Spieler mit einer geringen Transferentschädigung unter Vertrag zu nehmen. Alle Kandidaten sollten jedoch eine Gemeinsamkeit aufweisen: Wir müssen der Überzeugung sein, dass sie uns sportlich weiterhelfen. Gelingt uns das, werden wir auch in Zukunft über eine konkurrenzfähige Mannschaft verfügen, mit der wir unsere Ziele erreichen können.

    Wie genau läuft eine solche zweigleisige Planung ab?

    Im Normalfall ist es so, dass man viele Optionen schon geprüft hat, bevor klar ist, in welcher Liga man im nächsten Jahr spielt. Uns kommt sicherlich zugute, dass die meiste Dynamik in den Transfermarkt erst am Ende der Wechselperiode kommt. In diesem Geschäft muss man einen langen Atem und Geduld haben.

    In der Regel sollte ein Spieler, den wir für die 1. Bundesliga verpflichten, auch bereit sein, bei einem möglichen Abstieg auch in der 2. Bundesliga für uns aufzulaufen. Das ist eine Frage des Charakters. Das klappt zwar nicht immer, aber es gibt dafür einen Markt. Die Positionen, die wir besetzen wollen, sind klar. Man bekommt aber nicht jeden Spieler, den man gern haben möchte.

    Wie sieht es denn diesbezüglich mit unserer Scouting-Abteilung aus?

    Wir verfügen über ein ausgefeiltes Scouting-System auf Datenbank-Basis. Wir haben drei hauptamtliche Scouts, plus einen im Nachwuchsbereich. Wir haben aber auch noch einige Leute, die wir speziell losschicken, die dann möglicherweise auch keiner kennt. Es kommen aber auch regelmäßig Empfehlungen von Trainern oder Managern herein. Spielerberater schicken zudem Material, um ihre Spieler anzubieten. Insgesamt sind in dem Bereich zehn bis zwölf Leute aktiv.

    Auch bei den Leihen sei kurz nachgehakt: Wie sieht es aktuell aus mit den Spielern, die verliehen sind? Können Sie da einen kurzen Überblick geben? Bei Fuchs ist ja davon auszugehen, dass Mainz die Kaufoption ziehen wird, aber gerade bei Sestak läuft es ja nicht optimal mit Ankaragücü, zumal der Verein die Leihgebühr offenbar noch gar nicht bezahlt hat. Und auch Fernandes wurde weiterverliehen.

    Bei Fuchs gehen wir davon aus, dass Mainz die Option zieht, wobei wir bei einem Weiterverkauf mitverdienen würden. Aber die werden ihn behalten, Fuchs ist sportlich zu wertvoll für Mainz. Bei Sestak ist die Lage etwas ganz anders. Dort stehen noch vereinbarte Zahlungen seitens Ankaragücü aus. Uns steht das Geld vertraglich zu; die Summe, die in den Medien genannt wurde, ist jedoch falsch. Juristisch ausgedrückt: Wir werden über die wahre Summe einen so genannten Titel bekommen. Ob und wann wir das Geld dann aber erhalten, ist völlig offen. Wir werden deswegen zwar keine Probleme bei der Lizenzierung bekommen, aber schmerzhaft ist es für den VfL allemal.

    Daniel Fernandes steht bei uns noch bis 2012 unter Vertrag. Wir gehen davon aus, dass er nach seinem Wechsel nach Panserraikos jetzt Spielpraxis erhält und wir ihn dann im Sommer transferieren können. Bei uns sind seine Perspektiven eher schlecht, so dass für beide Seiten ein Wechsel Sinn macht. Immerhin ist Daniel immer noch die Nummer drei in der portugiesischen Nationalmannschaft.

    Ausrüstertechnisch wird ja ab dem 1.7. beim VfL wieder Nike einsteigen. Welche Vorteile bringt dies dem VfL generell? Bringt Nike beispielsweise auch finanziell Vorteile gegenüber Do You Football mit sich?

    Uns tut es persönlich sehr leid, dass DO YOU FOOTBALL Insolvenz anmelden musste. DYF war für uns in den vergangenen Jahren ein sehr guter Partner, der stark auf uns eingegangen ist, der eben auch die Trikot- und Ausrüstungskollektionen individuell entwickelt hat. Ärgerlich ist, dass durch die Insolvenz vertragliche Dinge nicht eingehalten werden konnten, die auch dort zu einem kleinen Minus führen werden, obwohl wir das durch Warenwerte einigermaßen auffangen konnten.

    Ungeachtet dessen freuen wir uns nun, dass wir wieder mit Nike zusammenarbeiten. Ein Partner, mit dem wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht haben. Nike ist eine Premium-Marke und zudem ein Unternehmen, das ein breiteres Sortiment anbieten kann als DYF. Zudem besitzt es bei den Fans ein höheres Ansehen, auf der anderen Seite ist sicherlich davon auszugehen, dass die Trikots wieder etwas teurer werden. Dennoch denke ich, dass die meisten Fans froh sind, mit Nike einen bekannten, qualitativ hochwertigen Ausrüster zu bekommen.

    Die Stadtwerke haben ja gerade ihren Vertrag für den Nutzung der Rechte des Stadionnamens um weitere 5 Jahre verlängert. Und nun wurde auch der Vertrag mit Netto bis 2013 verlängert. Was gab den Ausschlag?

    Natürlich ist bei uns der aktuelle Sponsor immer der erste Ansprechpartner. Auch in dieser Frage ist uns Konstanz natürlich sehr wichtig. Viel entscheidender war jedoch, dass Netto ein sehr guter Partner für uns ist. Gerade in dieser Zweitligasaison hat uns das Unternehmen sensationell zur Seite gestanden. Netto erreicht seine Kommunikations- und Marketing-Ziele durch uns, und wir haben einen starken Partner an unserer Seite, der sich mit dem VfL identifiziert und viel für unsere Fans tut. Nicht zu verachten: Wir arbeiten sehr vertrauensvoll zusammen.

    Stehen denn Pläne an, das Stadion bzw. das Stadionumfeld weiter zu modernisieren? Oder ist das auch wieder von der Ligenzugehörigkeit abhängig?

    Wir sind ja mittendrin. Es wird ein neuer Fitness- und Kraftraum für die Profis und die Nachwuchsmannschaft gebaut, die rewirpower-Lounge wird auf die gesamte Breite der Haupttribüne ausgedehnt, das Stadioncenter wird um 26 Meter verlängert. Im Stadionumfeld wird von der Stadt einiges gemacht werden. Die sanitären Einrichtungen werden modernisiert. Dazu sind noch einige „kosmetische Arbeiten“ am Stadion geplant, im Hinblick auf die WM.

    Wir haben mit unserem Stadion, mit seiner Nähe, mit seiner Architektur, ein echtes Schmuckstück, das unglaublich viel Flair besitzt. Wir müssen das Stadion jedoch weiterentwickeln: den Service für unsere Anhänger erhöhen, aber eben auch die Vermarktungsmöglichkeiten optimieren, zum Beispiel durch die Erweiterungen der Hospitality-Bereiche. Letztlich werden alle Zuschauer davon profitieren. Jedoch werden wir alles dafür tun, damit der Charakter dieses Stadions erhalten bleibt.

    Und wie sehen sie die Zukunft des VfL und auch ihre Zukunft im Verein?

    Ich bin ein Typ, der nicht darauf aus ist, sich hier so schnell wie möglich zu etablieren und dann den nächsten Schritt woanders zu machen. Mein Ziel ist es, hier mittel- und langfristig etwas zu gestalten. Ich habe als Spieler eine Verbindung zu diesem Verein aufgebaut, die heute noch intensiver ist. Ich identifiziere mich mit dem Verein und habe persönlich das Ziel, uns in der Bundesliga zu etablieren. Zudem wollen wir weiter an unserem Profil arbeiten: ein professionell arbeitender Verein zu sein, der sehr sympathisch rüberkommt. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, eine Mannschaft aufzubauen, die sich möglichst oft am Leitbild des Vereins messen lassen kann und die Fans wieder für den VfL begeistert. Denn Bochum ist blau-weiß.

    Eigentlich ein schönes Schlusswort, dennoch zum Abschluss noch einige kleinere Fragen: Werden Sie manchmal mit dem Journalisten und VfL-Fan Christoph Biermann verwechselt?

    Ich glaube, er hat umgekehrt eher das Problem. Mir ist das noch nie passiert. Aber eine Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen.

    Ergänzen Sie diesen Satz: „Alle Hesse sinn Väbräscha, denn ...“

    …sie klaue Aschäbescha. (lacht)

    Auf welchem Platz wird der VfL die Saison beenden?

    Auf einem Aufstiegsplatz!

    Das hoffen wir alle. Vielen Dank für dieses sehr gute Gespräch und Ihre Antworten.


    Sehr gerne, es hat mir auch viel Spaß gemacht.

    Mit dem damaligen Sportvorstand Thomas Ernst unterhielten sich BomS (Thorsten Amberge) und Herr Bert (Klaus Severin) im Februar 2011.

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