Notfallplan der DFL: Zwei Absteiger, keine Aufstockung

Dieses Thema im Forum "Die Lage in den Ligen" wurde erstellt von Herr Bert, 13. Mai 2020.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Die Bundesliga wagt den Neustart am Samstag - soweit der Plan. Doch was geschieht, wenn wieder unerwartete Dinge eintreten und die Saison doch nicht zu Ende gebracht werden kann? Die Antwort darauf könnte ein Notfallplan liefern, der am Donnerstag abgesegnet werden soll.

    Wie die "Bild" berichtet, möchte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Donnerstag bei der letzten Mitgliederversammlung der Klubs eine entscheidende Frage klären. Was passiert bei Saison-Abbruch? Ein solches Szenario ist nicht undenkbar, da staatliche Maßnahmen wie Quarantäne-Anordnungen oder Verbot von Kontaktsportarten bei einer Verschlechterung der Infektionszahlen im Rahmen der Corona-Pandemie im Bereich des Möglichen liegen.

    Für diesen Fall plant die DFL dem Bericht zufolge, dass bei Abbruch die dann gültige Tabelle gewertet wird. Auch soll es auf jeden Fall zwei Absteiger und einen Meister geben. Außerdem heißt es, dass es keine Aufstockung der 1. und 2. Bundesliga auf 20 Vereine geben wird.

    Die DFL hofft, so viele Klubs wie möglich von ihrem Plan zu überzeugen und damit zugleich auch eine breite Unterstützung zu erhalten. So soll auch gewährleistet werden, dass alle 36 Vereine alles dafür tun, um die Spielzeit regulär zu Ende zu bringen.

    Abgesehen davon möchte die DFL auch die Zustimmung der Klubs, dass die Saison notfalls auch über den 30. Juni hinaus abgeschlossen werden könne. Damit würde sich die Liga juristisch absichern und verhindern, "dass einzelne Vereine wegen am 30. Juni auslaufender Verträge Protest gegen spätere Spiele einlegen können".

    Quelle: Kicker.de
  2. aniger60

    aniger60 Moderatorin

    Also keine Relegation?!
  3. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Verstehe ich so.
  4. MarWiBo

    MarWiBo Moderator

    Ist aber nur bei Abbruch relevant. Wird die Saison zu Ende gespielt - was ja das primäre Ziel ist - soll es wird auch die Relegation als Teil der Saison gespielt. So sah es zumindest das Konzept vor.
  5. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Liga bereitet sich auf verschiedene Szenarien vor

    Bereits an diesem Mittwoch kommt es zu getrennten Videokonferenzen der Profiligen über sogenannte Teilversammlungen der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Am Donnerstag soll es dann zu gemeinsamen Beschlüssen der 36 Profivereine am Ende ihrer gemeinsamen Videokonferenz kommen. Dem kicker liegt die Tagesordnung dieser Konferenzen vor.

    Das DFL-Präsidium hat die folgenden beiden Beschlussentwürfe (im Wortlaut) erarbeitet:

    1. Die Teilversammlungen sollen bestätigen, alle 34 Spieltage bis zum 30. Juni - falls notwendig, auch im Juli - sowie die Relegationsspiele vollständig austragen zu wollen, soweit dies rechtlich zulässig möglich ist.

    2. Sollte die vollständige Beendigung der Spielzeit unmöglich werden, soll dennoch am Grundprinzip eines sportlichen Auf- und Abstiegs zwischen der Bundesliga und der 2. Bundesliga und zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga unter Beibehaltung der Anzahl von jeweils 18 Klubs festgehalten werden; im Verhältnis zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga soll das gelten, wenn auch die 3. Liga die Spielzeit in vergleichbarem Umfang wie die 2. Bundesliga absolviert hat.

    Folgende Satzungsänderungen (im Wortlaut) sollen die Mitgliederversammlungen beschließen:

    1. In der Spielzeit 2019/20 kann der DFL e.V. aus übergeordneten zwingenden rechtlichen, organisatorische und/oder sicherheitstechnischen Gründen kurzfristig anordnen, dass ein Spiel in einem anderen Stadion auszutragen ist. Sofern keinen der beteiligten Klubs ein Verschulden an dem Wechsel des Stadions trifft, trägt der DFL e.V. die durch den Stadionwechsel entstandenen Mehrkosten für die Austragung des Spiels.

    2. Beschließt das Präsidium des DFL e.V. abweichende Zeiträume für das Ende des Spieljahres in der Spielzeit 2019/20 und für den Beginn des Spieljahres in der Spielzeit 2020/21, tritt anstelle des 1. 7. und des 30.6. der jeweils erste und letzte Tag des gemäß § 5 Spielordnung festgelegten Spieljahres.

    Diese Satzungsänderung betrifft ebenso die Bestimmungen für Spielerlaubnis und Vereinswechsel (Anm. der Redaktion). Voraussetzung: Die DFL legt abweichende Wechselperioden fest, die bisher für die Zeiträume 1. Juli bis 31. August (Transferperiode I) und 1. Januar bis 31. Januar (Transferperiode II) gelten.

    Zustimmen müssen die Klubs auch einer Satzungsänderung, die ab dem 26. Spieltag dieser Saison bis zu deren Abpfiff ausnahmsweise den Austausch von fünf Spielern zulässt. Dabei stehen jedem Klub während eines Spiels drei Gelegenheiten und zusätzlich die Halbzeitpause zur Verfügung. Kommt es in Relegationsspielen zu Verlängerungen, kann vor deren Anpfiff und in deren Halbzeitpause erneut gewechselt werden.

    Quelle: Kicker.de
  6. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Bundesliga uneins in Auf- und Abstiegsfrage

    Die Vereine der Bundesliga kamen nach zeitweise heftiger Debatte auf einer Videokonferenz am Mittwochvormittag zu dem Ergebnis, die Entscheidung in der Frage des Ab- und des Aufstiegs an den Schnittstellen Bundesliga / 2. Liga und 2. Liga / 3. Liga im Falle eines Abbruchs der Saison 2019/20 um eine Woche zu vertagen und nicht auf der Videokonferenz der 36 Profiklubs am Donnerstag zur Abstimmung zu stellen.

    Dem folgenden Antrag der DFL-Präsidiums stimmten 10 Vereine zu, 8 Vereine votierten dagegen. "Sollte die vollständige Beendigung der Spielzeit unmöglich werden, soll dennoch am Grundprinzip eines sportlichen Auf- und Abstiegs zwischen der Bundesliga und der 2. Bundesliga und zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga unter Beibehaltung der Anzahl von jeweils 18 Klubs festgehalten werden; im Verhältnis zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga soll das gelten, wenn auch die 3.Liga die Spielzeit in vergleichbarem Umfang wie die 2. Bundesliga absolviert hat."

    Selbst in der Frage der Fortsetzung der Saison gab es innerhalb der Bundesliga eine Gegenstimme. 17 Vereine votierten für den Re-Start am Samstag dieser Woche.

    Die Teilkonferenz der 18 Zweitligavereine findet am Mittwochnachmittag statt.

    Kritik an Antrag: "Notlösung nicht einseitig" verteilen


    Momentan wären Paderborn und Bremen in der Bundesliga, Dresden und Karlsruhe in der 2. Liga die Absteiger. Doch bei den Klubs regt sich Widerstand.

    "Wir befinden uns in einer Situation, in der es ganz selbstverständlich ist, sich mit Notfallszenarien auseinander zu setzen. Dennoch sollten Werte wie Solidarität und Fairness im sportlichen Wettbewerb nicht an Bedeutung einbüßen. Es muss alles getan werden, damit die Konsequenzen selbst einer Notlösung nicht einseitig verteilt werden", betont Paderborns Sport-Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth. Bremen nimmt nach kicker-Informationen einen ähnlichen Standpunkt ein. Dresdens Sportchef Ralf Minge will sich am Mittwochnachmittag in einer virtuellen Pressekonferenz äußern.
  7. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Die fünf Beschlüsse der DFL-Konferenz

    Was bei einem Saisonabbruch passiert, steht noch nicht fest. Dennoch gab es auf der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag teils weitreichende Entscheidungen. Ein Überblick

    1. Die Saison soll vollständig zu Ende gespielt werden - notfalls im Juli

    Darauf einigten sich die 36 Klubs in ihrer Video-Konferenz "einstimmig mit einer Enthaltung". Die Spielzeit soll inklusive Relegation vollständig ausgetragen werden, selbst wenn dies nicht bis zum 30. Juni zu bewältigen sein sollte. Mit den Folgen eines möglichen Abbruchs will sich die DFL wie vom kicker berichtet erst in den kommenden zwei Wochen befassen.

    2. Das DFL-Hygienekonzept ist nun rechtlich verbindlich


    Das medizinisch-organisatorische Konzept der "Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" wird ebenso wie das sogenannte "Informationshandbuch Diagnostik und Monitoring für den Trainings- und Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga" als Anhang in die DFL-Spielordnung aufgenommen.

    3. Künftig sind fünf Wechsel pro Spiel möglich

    Die DFL hat den Vorschlag des IFAB wie erwartet angenommen, um die Spieler zu entlasten. Für die fünf Wechsel stehen jedem Klub "während einer Partie insgesamt drei Gelegenheiten einschließlich der Halbzeitpause zur Verfügung", schreibt die DFL.

    4. Das DFL-Präsidium bekommt weitere Befugnisse

    Das DFL-Präsidium kann das Saisonende der Saison 2019/20 und den Beginn der Saison 2020/21 "unter Berücksichtigung der Vorgaben der FIFA und des DFB" bestimmen und die Transferfenster im Sommer und Winter verändern, sofern sie zum von der FIFA vorgegebenen Rahmen passen.

    5. Die DFL kann Spiele an einen anderen Ort verlegen


    Sollte ein Erst- oder Zweitligaspiel wegen der Coronavirus-Pandemie am vorgesehenen Spielort nicht durchgeführt werden können, an einem anderen aber schon, hat die DFL in der Saison 2019/20 nun die Möglichkeit, es in ein anderes Stadion zu verlegen. Dafür muss es, so wörtlich, "übergeordnete zwingende rechtliche, organisatorische und/oder sicherheitstechnische Gründe" geben.

    Quelle: Kicker.de

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