"Mit Leidenschaft auftreten"

Dieses Thema im Forum "Profis" wurde erstellt von Herr Bert, 15. Mai 2020.

  1. Herr Bert

    Herr Bert Administrator

    Gerade in der Startelf angekommen, war für Vasili Lampropoulos auch schon wieder Schluss. Nicht aufgrund der eigenen Leistung, die war beim Debüt in Darmstadt nämlich sehr gut. Stattdessen machte dem griechischen Winterneuzugang die "Coronapause" einen Strich durch die Rechnung. Nun kann es wieder losgehen. Wir haben mit dem Innenverteidiger über die letzten Wochen und seinen Start beim VfL gesprochen.

    Hallo Vasili! Wie hast du die vergangenen Wochen in der Corona-Zeit erlebt?
    Es war eine ganz neue Situation für uns alle. Das Virus hat unser Leben für zwei Monate komplett verändert und tut es immer noch. In den ersten Wochen war ich fast ausschließlich mit meiner Freundin zu Hause. Neben den Trainingsplänen, die wir von unserem Trainerteam bekommen haben, habe ich einige Deutschstunden gemacht. Ansonsten haben wir uns viele Filme angesehen, gingen nur zum Supermarkt oder waren am See in der Nähe unseres Hauses spazieren. Das erste Training tat dann richtig gut, weil ich nach eineinhalb Monaten endlich meine Teamkollegen wiedergesehen habe. Allerdings war das Training in kleinen Gruppen schwierig, weil wir nicht an allen Dingen arbeiten konnten, an denen wir arbeiten wollten.

    Zurück zum Sport: Am letzten Spieltag in Darmstadt durftest du dein Debüt für den VfL feiern. Wie glücklich bist du mit deinem ersten Auftritt in Blau-Weiß?
    Ich bin zufrieden mit dem Spiel. Für mich als Innenverteidiger ist es natürlich besonders schön, dass wir kein Tor zugelassen und die Null gehalten haben. Zudem war ich froh, dass ich von Anfang an spielen durfte. Ich habe sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet und war sehr glücklich, als es endlich soweit war.

    War es schwierig für dich, geduldig zu bleiben und auf deine Chance zu warten?
    Natürlich war es nicht einfach, weil ich spielen wollte. Doch ich respektiere die Entscheidung des Cheftrainers und konnte auch verstehen, dass er andere Spieler gesetzt hat, weil sie ihre Sache gut gemacht haben. Umso glücklicher war ich, als ich meine Chance am vergangenen Spieltag bekommen habe. Das Warten hat sich gelohnt.

    Wie funktioniert die Kommunikation mit deinen Mitspielern? Wie verständigt ihr euch?
    Wir alle sprechen die Sprache Fußball, die ist überall gleich. (lacht) Vom ersten Tag an wurde ich super aufgenommen. Alle Spieler, Trainer oder auch Physiotherapeuten haben mir bei der Integration geholfen, sodass ich mich schnell wohlgefühlt habe. Ich spreche mit Danilo Soares, Cristian Gamboa und Saulo Decarli Spanisch. In meinem halben Jahr bei Deportivo La Coruna habe ich die Sprache gut gelernt. Momentan bin ich wie gesagt dabei Deutsch zu lernen. Ich kann jetzt auch schon einige Kommandos auf Deutsch geben. Wenn ich mich mal nicht ausdrücken kann, dann spreche ich mit meinen Mitspielern Englisch.

    Wie gefällt es dir in Bochum?

    Ich finde es schön hier. Ich war schon öfter in der Stadt und in verschiedenen Restaurants, natürlich vor dem Lockdown. Auch das Bermuda3Eck habe ich mir vor der Zwangspause schon angesehen.

    Hast du dich schon vor deinem Wechsel mit der 2. Bundesliga beschäftigt?
    Auf jeden Fall. In Griechenland kann man die Bundesliga und auch 2. Bundesliga im Fernsehen schauen. Auch der VfL war mir bekannt, weil Theofanis Gekas hier gespielt hat. Auch Vangelis Pavlidis kenne ich, weil ich mit ihm zusammen in der Nationalmannschaft spiele. In Griechenland kennt man den VfL.

    Was gefällt dir am deutschen Fußball besonders?

    Der Fußball in Deutschland ist offensiver als in Griechenland oder auch in Spanien. Es fallen viele Tore in der 2. Bundesliga. Zudem mag ich es, dass viele Zweikämpfe geführt werden und eine gewissen Aggressivität vorhanden sein muss. In Spanien wird eher taktischer gespielt, dort fallen nicht so viele Tore.

    Das Heimspiel gegen den 1. FC Heideheim wird ohne Zuschauer stattfinden. Hast du in deiner Karriere sowas schon mal erlebt?
    Ich bin es fast gewohnt. (lacht) Spaß beiseite: In Griechenland war es tatsächlich öfter der Fall, dass Partien ohne Zuschauer stattgefunden haben. In einem Stadion ohne Zuschauer zu spielen – das ist ein ganz anderes Gefühl. Es fühlt sich an, als würde man ein Testspiel in der Vorbereitung haben. Doch das darf nicht sein – wir habe ein wichtiges Spiel vor der Brust und müssen die Spannung auch ohne Fans hochhalten, das ist uns allen bewusst. Wir müssen alles dafür gegeben, um die drei Punkte gegen Heidenheim hierzubehalten. Sie sind derzeit Vierter und haben gute Qualitäten. Ich finde, sie sind eine taktisch sehr disziplinierte Mannschaft. Wir müssen konzentriert sein und mit Leidenschaft auftreten, dann können wir die Punkte holen.

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